Der letzte Film, den ich gesehen habe

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gypsy tail wind
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von gypsy tail wind »

Ich befürchte, ich kann das nicht wirklich beantworten @NvF. Mich beeindrucken besonders die Gedichte, von den Prosatexten habe ich seit über 20 Jahren nichts gelesen, aber schon eine Weile Lust, das mal wieder zu ändern.
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Ford_Prefect
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Ford_Prefect »

gypsy tail wind hat geschrieben: 06 Sep 2026, 16:37

Heute Morgen im Kino: Ingeborg Bachmann - Jemand, der einmal ich war (DE/AT 2026) von Regina Schilling. Gefiel mir sehr gut, die Montage von Archivmaterial mit neuen Aufnahmen mit Sandra Hüller, die meistens stumm ist, aber aus dem Off auch Texte Bachmanns liest, funktionierte überraschend gut, fand ich. Grosse Lust, mal wieder Bachmann zu lesen (vieles von ihr hab ich noch gar nie gelesen) ... und in ein paar Wochen zeigt das Programmkino hier im Rahmen einer Huppert-Reihe auch wieder "Malina", den ich 1999 zuletzt gesehen habe.
Im Sommer 2009 besuchte ich das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt/Main, als dort Isabelle Huppert gemeinsam mit Regisseur Werner Schroeter zu Gast war, um in ihren Film "Malina" bei einer Vorführung einzuführen. Es war einer der letzten öffentlichen Auftritte von Werner Schroeter, der bereits von seiner schweren Krankheit gezeichnet war und neun Monate später starb. Als Moderator saß Filmwissenschaftler Daniel Kothenschulte, der jüngst eine dicke rote Chronik über Walt Disneys Donald Duck im Taschen-Verlag herausgab, mit auf der Bühne saß, der ebenfalls ein paar erhellende Worte zu dem Film sprach. Nach der Vorstellung ließ ich mir im Museumscafé von Isabelle Huppert eine Ausgabe des arte-Magazins signieren, auf dem sie die Titelgeschichte war und das ich damals im Abo bezog.
Zuletzt geändert von Ford_Prefect am 07 Sep 2026, 19:11, insgesamt 1-mal geändert.
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jimmydean
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von jimmydean »

Friedrich hat geschrieben: 06 Sep 2026, 15:01
kathisi hat geschrieben: 06 Sep 2026, 08:57
Friedrich hat geschrieben: 01 Sep 2026, 08:55 Odyssee (Christopher Nolan, USA, 2026)

eder durch Gewalt gelöst und die Suche nach Erlösung geht von vorne los. Ich vergebe etwas knappe antike ****.


jemand anderes hier diesen Film gesehen?
Die Lichtburg scheint ja der angemessene Rahmen für diesen Film zu sein!

Christopher Nolan daraus machen können? Ist aber auch ein ganz schön schwerer Stoff. Da muss man sich was trauen.
meine 2 cents zu der ganzen debatte:
A ist meiner meinung nach homers odysee auch in buchform eine eher schwache nummernrevue... nur weil es eben eines der ältesten kulturgüter ist, muss es ja nicht so wahnsinnig bahnbrechend sein... odysseus bringt ja (ohne schuld) seine ganze mannschaft um und dann auch noch zig freier, also ein held sieht anders aus... was man vielleicht aus meiner sicht sagen kann ist eine gewisse nähe zur hiob-erzählung in der bibel... die interpretation war aus meiner sicht schon okay, die story kann man so auch sehen und erfreulicherweise wurde der ganze götter-zinnober sehr im hintergrund gehalten..

B die vergleiche von james joyce zu homer fand ich schon immer blöd, der ulysses ist ein einsamer geniestreich... ja er greift formal einiges aus homers erzählung auf, aber eher als intellektuelle suchübung... und molly bloom ist sicher keine penelope
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NvF
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von NvF »

jimmydean hat geschrieben: 07 Sep 2026, 06:04
Friedrich hat geschrieben: 06 Sep 2026, 15:01
Christopher Nolan daraus machen können? Ist aber auch ein ganz schön schwerer Stoff. Da muss man sich was trauen.
meine 2 cents zu der ganzen debatte:
A ist meiner meinung nach homers odysee auch in buchform eine [...] nummernrevue...
Ich habe das Original zwar nicht gelesen und kenne die Geschichte primär von Vergil und Gustav Schwab, sehe das im Hinblick auf den Film allerdings ähnlich. Nolan hatte an der Stelle eigentlich nur die Wahl zwischen zwei schlechten Optionen: Ohne Circe, Polyphem, die Sirenen, Scylla und Charybdis(!) usw. ist die Geschichte keine Odyssee, mit all diesen Punkten ist es das Abarbeiten eines Pflichtprogramms, bei dem die einzelnen Punkte unvermeidbar zu kurz kommen.
odysseus bringt ja (ohne schuld) seine ganze mannschaft um und dann auch noch zig freier, also ein held sieht anders aus...
Zumindest aus der modernen Perspektive würde ich "ohne Schuld" durchaus infrage stellen. Er geht ja immer wieder unnötige Risiken ein, für den die Mannschaft dann den Preis zahlt. Aber diese Bewertung sah über weite Bereiche der Geschichte natürlich anders aus - in streng hierarchischen Gesellschaften ist eine Unterscheidung in relevante und irrelevante Personen ja völlig selbstverständlich.
Zuletzt geändert von NvF am 07 Sep 2026, 11:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Catch-22
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Catch-22 »

Die Odyssee ist ja der Prototyp der klassischen, mythologischen Heldenreise, also der Prozess einer Entwicklung, der inneren spirituellen Reifung. In "Rückkehr nach Ithaka" (2024) wird das meiner Meinung nach deutlich zum Ausdruck gebracht, auch wenn Uberto Pasolini nur das Ende der Reise darstellt.
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jimmydean
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von jimmydean »

Catch-22 hat geschrieben: 07 Sep 2026, 08:28 Die Odyssee ist ja der Prototyp der klassischen, mythologischen Heldenreise, also der Prozess einer Entwicklung, der inneren spirituellen Reifung. In "Rückkehr nach Ithaka" (2024) wird das meiner Meinung nach deutlich zum Ausdruck gebracht, auch wenn Uberto Pasolini nur das Ende der Reise darstellt.
aha, und das ergebnis der "spirituellen reifung" ist, dass ich 80 junge griechen umbringe ? irgendjemand hat mal geschrieben, odysseus hat den grossteil der griechischen streitmacht umgebracht...
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Catch-22 »

jimmydean hat geschrieben: 07 Sep 2026, 08:34
Catch-22 hat geschrieben: 07 Sep 2026, 08:28 Die Odyssee ist ja der Prototyp der klassischen, mythologischen Heldenreise, also der Prozess einer Entwicklung, der inneren spirituellen Reifung. In "Rückkehr nach Ithaka" (2024) wird das meiner Meinung nach deutlich zum Ausdruck gebracht, auch wenn Uberto Pasolini nur das Ende der Reise darstellt.
aha, und das ergebnis der "spirituellen reifung" ist, dass ich 80 junge griechen umbringe ? irgendjemand hat mal geschrieben, odysseus hat den grossteil der griechischen streitmacht umgebracht...
Ich glaube, dass ich dich verstehe, denn 80 Griechen umzubringen klingt erstmal und auch für mich nicht nach spiritueller Reifung. Homer hat sich aber etwas dabei gedacht, und Drachen gab es auf Ithaka nicht ;) Tod oder etwas töten steht auch für Überwindung oder das Ende von "Etwas", Mythologie eben.
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gypsy tail wind
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von gypsy tail wind »

Das ist aber doch auch irgendwie der Grundkonflikt bei Nolan/Damon, dass Odysseus ja begreift, dass er und seine Männer die gefürchteten Leute, die vom Meer kommen sind, dass er eben all die alten Regeln zerstört, gerade in dem er deren Hochhalten einfordert?

Abgesehen von den tollen Bildern der interessanteste Punkt des Films, fand ich.

Und dass in der besetzten West-Sahara gedreht wurde, ist halt nach wie vor äusserst ungeil.
https://www.theguardian.com/film/2026/j ... ern-sahara
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Catch-22
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Catch-22 »

gypsy tail wind hat geschrieben: 07 Sep 2026, 10:31 Das ist aber doch auch irgendwie der Grundkonflikt bei Nolan/Damon, dass Odysseus ja begreift, dass er und seine Männer die gefürchteten Leute, die vom Meer kommen sind, dass er eben all die alten Regeln zerstört, gerade in dem er deren Hochhalten einfordert?
Ich habe mich auf den Post von jimmydean bezogen:
also ein held sieht anders aus...
Darum mein "Hinweis" auf das dramaturgische Grundmuster und die Mythologie einer Heldenreise.
Aber evt. habe ich damit auch Eulen nach Athen getragen.

Den Nolan Film habe ich bisher nicht gesehen, Rückkehr nach Ithaka schon.
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gypsy tail wind
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von gypsy tail wind »

War ja auch kein Einwand - mich dünkt, die Diskussion hier kreise eben gerade um einen zentralen Punkt. Aber gut, dazu muss man dann schon den Film gesehen haben.
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