Der letzte Film, den ich gesehen habe
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Ich befürchte, ich kann das nicht wirklich beantworten @NvF. Mich beeindrucken besonders die Gedichte, von den Prosatexten habe ich seit über 20 Jahren nichts gelesen, aber schon eine Weile Lust, das mal wieder zu ändern.
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz #176: 13.10.2026, 22:00
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- Ford_Prefect
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Im Sommer 2009 besuchte ich das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt/Main, als dort Isabelle Huppert gemeinsam mit Regisseur Werner Schroeter zu Gast war, um in ihren Film "Malina" bei einer Vorführung einzuführen. Es war einer der letzten öffentlichen Auftritte von Werner Schroeter, der bereits von seiner schweren Krankheit gezeichnet war und neun Monate später starb. Als Moderator saß Filmwissenschaftler Daniel Kothenschulte, der jüngst eine dicke rote Chronik über Walt Disneys Donald Duck im Taschen-Verlag herausgab, mit auf der Bühne saß, der ebenfalls ein paar erhellende Worte zu dem Film sprach. Nach der Vorstellung ließ ich mir im Museumscafé von Isabelle Huppert eine Ausgabe des arte-Magazins signieren, auf dem sie die Titelgeschichte war und das ich damals im Abo bezog.gypsy tail wind hat geschrieben: 06 Sep 2026, 16:37
Heute Morgen im Kino: Ingeborg Bachmann - Jemand, der einmal ich war (DE/AT 2026) von Regina Schilling. Gefiel mir sehr gut, die Montage von Archivmaterial mit neuen Aufnahmen mit Sandra Hüller, die meistens stumm ist, aber aus dem Off auch Texte Bachmanns liest, funktionierte überraschend gut, fand ich. Grosse Lust, mal wieder Bachmann zu lesen (vieles von ihr hab ich noch gar nie gelesen) ... und in ein paar Wochen zeigt das Programmkino hier im Rahmen einer Huppert-Reihe auch wieder "Malina", den ich 1999 zuletzt gesehen habe.
Zuletzt geändert von Ford_Prefect am 07 Sep 2026, 19:11, insgesamt 1-mal geändert.
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- jimmydean
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
meine 2 cents zu der ganzen debatte:Friedrich hat geschrieben: 06 Sep 2026, 15:01Die Lichtburg scheint ja der angemessene Rahmen für diesen Film zu sein!
Christopher Nolan daraus machen können? Ist aber auch ein ganz schön schwerer Stoff. Da muss man sich was trauen.
A ist meiner meinung nach homers odysee auch in buchform eine eher schwache nummernrevue... nur weil es eben eines der ältesten kulturgüter ist, muss es ja nicht so wahnsinnig bahnbrechend sein... odysseus bringt ja (ohne schuld) seine ganze mannschaft um und dann auch noch zig freier, also ein held sieht anders aus... was man vielleicht aus meiner sicht sagen kann ist eine gewisse nähe zur hiob-erzählung in der bibel... die interpretation war aus meiner sicht schon okay, die story kann man so auch sehen und erfreulicherweise wurde der ganze götter-zinnober sehr im hintergrund gehalten..
B die vergleiche von james joyce zu homer fand ich schon immer blöd, der ulysses ist ein einsamer geniestreich... ja er greift formal einiges aus homers erzählung auf, aber eher als intellektuelle suchübung... und molly bloom ist sicher keine penelope
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Ich habe das Original zwar nicht gelesen und kenne die Geschichte primär von Vergil und Gustav Schwab, sehe das im Hinblick auf den Film allerdings ähnlich. Nolan hatte an der Stelle eigentlich nur die Wahl zwischen zwei schlechten Optionen: Ohne Circe, Polyphem, die Sirenen, Scylla und Charybdis(!) usw. ist die Geschichte keine Odyssee, mit all diesen Punkten ist es das Abarbeiten eines Pflichtprogramms, bei dem die einzelnen Punkte unvermeidbar zu kurz kommen.jimmydean hat geschrieben: 07 Sep 2026, 06:04meine 2 cents zu der ganzen debatte:Friedrich hat geschrieben: 06 Sep 2026, 15:01
Christopher Nolan daraus machen können? Ist aber auch ein ganz schön schwerer Stoff. Da muss man sich was trauen.
A ist meiner meinung nach homers odysee auch in buchform eine [...] nummernrevue...
Zumindest aus der modernen Perspektive würde ich "ohne Schuld" durchaus infrage stellen. Er geht ja immer wieder unnötige Risiken ein, für den die Mannschaft dann den Preis zahlt. Aber diese Bewertung sah über weite Bereiche der Geschichte natürlich anders aus - in streng hierarchischen Gesellschaften ist eine Unterscheidung in relevante und irrelevante Personen ja völlig selbstverständlich.odysseus bringt ja (ohne schuld) seine ganze mannschaft um und dann auch noch zig freier, also ein held sieht anders aus...
Zuletzt geändert von NvF am 07 Sep 2026, 11:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Die Odyssee ist ja der Prototyp der klassischen, mythologischen Heldenreise, also der Prozess einer Entwicklung, der inneren spirituellen Reifung. In "Rückkehr nach Ithaka" (2024) wird das meiner Meinung nach deutlich zum Ausdruck gebracht, auch wenn Uberto Pasolini nur das Ende der Reise darstellt.
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
aha, und das ergebnis der "spirituellen reifung" ist, dass ich 80 junge griechen umbringe ? irgendjemand hat mal geschrieben, odysseus hat den grossteil der griechischen streitmacht umgebracht...Catch-22 hat geschrieben: 07 Sep 2026, 08:28 Die Odyssee ist ja der Prototyp der klassischen, mythologischen Heldenreise, also der Prozess einer Entwicklung, der inneren spirituellen Reifung. In "Rückkehr nach Ithaka" (2024) wird das meiner Meinung nach deutlich zum Ausdruck gebracht, auch wenn Uberto Pasolini nur das Ende der Reise darstellt.
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Ich glaube, dass ich dich verstehe, denn 80 Griechen umzubringen klingt erstmal und auch für mich nicht nach spiritueller Reifung. Homer hat sich aber etwas dabei gedacht, und Drachen gab es auf Ithaka nichtjimmydean hat geschrieben: 07 Sep 2026, 08:34aha, und das ergebnis der "spirituellen reifung" ist, dass ich 80 junge griechen umbringe ? irgendjemand hat mal geschrieben, odysseus hat den grossteil der griechischen streitmacht umgebracht...Catch-22 hat geschrieben: 07 Sep 2026, 08:28 Die Odyssee ist ja der Prototyp der klassischen, mythologischen Heldenreise, also der Prozess einer Entwicklung, der inneren spirituellen Reifung. In "Rückkehr nach Ithaka" (2024) wird das meiner Meinung nach deutlich zum Ausdruck gebracht, auch wenn Uberto Pasolini nur das Ende der Reise darstellt.
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Das ist aber doch auch irgendwie der Grundkonflikt bei Nolan/Damon, dass Odysseus ja begreift, dass er und seine Männer die gefürchteten Leute, die vom Meer kommen sind, dass er eben all die alten Regeln zerstört, gerade in dem er deren Hochhalten einfordert?
Abgesehen von den tollen Bildern der interessanteste Punkt des Films, fand ich.
Und dass in der besetzten West-Sahara gedreht wurde, ist halt nach wie vor äusserst ungeil.
https://www.theguardian.com/film/2026/j ... ern-sahara
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Ich habe mich auf den Post von jimmydean bezogen:gypsy tail wind hat geschrieben: 07 Sep 2026, 10:31 Das ist aber doch auch irgendwie der Grundkonflikt bei Nolan/Damon, dass Odysseus ja begreift, dass er und seine Männer die gefürchteten Leute, die vom Meer kommen sind, dass er eben all die alten Regeln zerstört, gerade in dem er deren Hochhalten einfordert?
Darum mein "Hinweis" auf das dramaturgische Grundmuster und die Mythologie einer Heldenreise.also ein held sieht anders aus...
Aber evt. habe ich damit auch Eulen nach Athen getragen.
Den Nolan Film habe ich bisher nicht gesehen, Rückkehr nach Ithaka schon.
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
War ja auch kein Einwand - mich dünkt, die Diskussion hier kreise eben gerade um einen zentralen Punkt. Aber gut, dazu muss man dann schon den Film gesehen haben.
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