Bei mir auf dem Zug nach Hause zuletzt:


Barney Rachabane – Tegeni/Mafuta (EP)
The Cliffs feat. Winston Mankunku Ngozi – Alex Express




Ich bevorzuge Don Thompson als Bassisten eindeutig (vor allem mit dem "Canadian Trio), aber diese Rolle wird hier durch Gene Perla bestens befüllt .... und kammermusikalischen Schönklang bietet diese Scheibe allemal ....redbeansandrice hat geschrieben: 06 Jul 2026, 09:55 ah, Bennie Green mit Gene Ammons bei BN hatte ich vergessen! dieses seltsame Album mit Howard McGhee (das) ist ja auch sehr schön, vielleicht war Prestige von 1962 auch nicht das beste Label für ihn - in dem Sinne, dass man immer wieder ähnliche Sachen gemacht hat, die sich gut verkauften... in den späten 60ern passte es dann besser (und das Label hatte sich auch verändert, es gab tolle Produzenten wie Bob Porter... aber das ist alles sein eigens Thema)
Don Thompson – Country Place
auf den eigenen Leaderalben nur ein Begleitinstrument spielen? das ist doch trist... so oder ähnlich muss es sich Don Thompson gedacht haben... und deshalb spielt er auf den meisten seiner gar nicht so wenigen eigenen Alben Klavier oder Vibraphon, auch wenn er eigentlich als Bassist bekannter ist (zB mit Paul Desmond oder John Handy). Bei diesem Album von 1975 konnte er sich scheinbar nicht zwischen Klavier und Vibraphon entscheiden, das wurde mit Overdubs gelöst... Bass und Schlagzeug übernehmen Gene Perla und Joe LaBarbera sehr kompetent. Bin sehr zufrieden mit dieser neuen Platte, Mainstream Jazz der 70er irgendwo zwischen Maiden Voyage und ECM, aber dabei mit einem Optimismus, den ich so vielleicht tatsächlich am meisten aus dem Vibraphonjazz jener Jahre kenne (ich denk an manche Sachen von Gary Burton, oder an die Bobby Hutcherson BN Alben aus den frühen 70ern)

....ein schönes programm, die alex express ist klasse! die barney rachabane hab ich irgendwie verpennt, mal schauen ob ich die noch bekomme....gypsy tail wind hat geschrieben: 06 Jul 2026, 09:51 Das Bennie Green Album mit Ammons auf Blue Note ist ja sehr toll. In die Richtung hätte es da schon weitergehen können... ich denke da z.B.an Stanley Turrentine, für den Blue Note dann ja auch mal eine grosse Band aufgeboten hat.
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Barney Rachabane – Tegeni/Mafuta (EP)
The Cliffs feat. Winston Mankunku Ngozi – Alex Express
Hmmm...naja...okay ....redbeansandrice hat geschrieben: 06 Jul 2026, 09:33knifflig, was das "relativ wenig entwickelt" betrifft, ich find die Sachen aus den späten 40ern klingen schon noch mehr nach Bebop als die Sachen aus den späten 50ern... und sowas wie Boss Tenors in Orbit klingt für mich eindeutig nach den 60ern... und dann gibt es die erwähnte Lücke von einigen Jahren - und mit dem, was zwischen 1962 und 1969 im Jazz passierte, hat er sich auf Platte nicht so viel auseinandergesetzt... und von den Sachen nach dem Comeback wär schon das meiste 1962 noch nicht denkbar gewesen, dafür ist zuviel Soul und CTI drin (ich denk an Alben wie Brasswind). Klar, im Blue Note Hard Bop ist er nie angekommen, schwer zu sagen was passiert wär, wenn man ihn neben Kenny Dorham oder Grant Green auf ein Blue Note Album gesetzt hätte... weil's so schön ist:Friedrich hat geschrieben: 05 Jul 2026, 15:35Der würde auch gut in den Tenor Titanten-Thread passen!thelonica hat geschrieben: 05 Jul 2026, 10:03
GENE AMMONS - Nice An' Cool
Hier im Stream. Ammons mit einem Balladen Programm (überwiegend), besser wird es wahrscheinlich heute nicht. Es gibt Platten mit mehr Action, z.B. die spätere "The Chase" mit u.a. Dexter Gordon, Steve McCall und Wilbur Campbell. Und Ammons mit unterschiedlichen Drummern zu hören ist auch meistens spannend, aber "Nice An' Cool" hat mehr gemeinsam mit den Hawkins Alben für Prestige/Moodsville, thanks to Richard Wyands. Beim Jazz Profile von NPR wurde erwähnt, dass Ammons zu den Bestsellern bei Prestige zählte. Die Musik lief auch im Radio, Miles verkaufte sich zeitweise nicht ganz so gut, was man sich heute nicht mehr ganz so gut vorstellen kann (vielleicht auch, weil die Aufnahmen von Miles schon ein paar Jahre alt waren).
Soweit ich weiß, war Gene Ammons zu Lebzeiten ein Star! Seine Musik wurde auch auf Singles veröffentlicht und steckte wohl in den afro-amerikanischen Bars in den Juke Boxes. Er war mehrfach wegen Drogengeschichten jahrelang (einmal von 1962-69!) im Gefängnis. Prestige nahm vor dem Antritt der Haftstrafe reichlich Musik mit ihm auf und veröffentlichte sie nach und nach, so dass er zumindest in dieser Form in der Szene präsent blieb. Und als er wieder draußen war, veröffentlichte Prestige ein Album mit Titel "The Boss Is Back!"
Aber das kann man in dem von Dir erwähnten NPR Jazz Profile sicher auch alles nachhören. Danke für den Hinweis!
Immer irgendwo im Spannungsfeld von Bop, R&B und Balladen, hier und da etwas an den Zeitgeschmack angepasst. Etwas kritisch höre ich, dass er seine Musik über die Zeit relativ wenig entwickelt hat. Im Grunde blieb er immer bei seinen Leisten, manchmal kann das auch etwas schlicht und auf die Dauer redundant wirken. Aber es kommt halt auf die Dosis an, die man zu sich nimmt.
Hier jetzt auf den Plattenteller gelegt:
Gene Ammons- The Gene Ammons Story - The 78 Era (Aufnahmen 1950/51 und 1955)
30 Stücke aus drei Jahren, die damals auf 78er-Singles gepresst wurden. Das heißt, Gene Ammons hat allein in dieser Zeit mindestens 15 Singles (A+B-Seite) veröffentlicht!
Gene Ammons (ts); King Kolax (tp); Wallace Burton (p); George Freeman (eg); Chester Williamson (b); Bob Guthrie (d).
die ganz lange Antwort auf die Frage "Wer war King Kolax?" findet man hier bei der Red Saunders Foundation...



Ja, so ist das wohl. Ist halt meine subjektive Wahrnehmung, die auf einer Erfahrung beruht, die ich vor inzwischen schon einigen Jahren gemacht habe und damit zwangsläufig nicht mehr ganz frisch ist. Aus heutiger Perspektive würde ich das vielleicht relativieren. Und dass Ammons versuchte, auf den Bossa-Zug aufzuspringen (aber ganz woanders landete), kann man ihm sowieso nicht zum Vorwurf machen. Das gleiche hat ja sogar Coleman Hawkins - und zwar treffsicherer - gemacht.gypsy tail wind hat geschrieben: 06 Jul 2026, 12:47 Bei Ammons würde ich schon umdrehen: viele gute und einige okaye. Aber wo bei 50+ Alben "viele" und wo "einige" liegt, ist wohl unterschiedlich (frag drei Leute, was "häufig" heisst und du kriegst Antworten im Bereich 20–90%).