Der letzte Film, den ich gesehen habe

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Grievous Angel
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Grievous Angel »

Danke für deine Eindrücke! Ich mag Ben Wheatley gerne, bin aber gerade draufgekommen, dass ich nur die Filme bis inklusive "Free Fire" kenne, also nur mehr bei exakt 50% seiner Filmographie stehe. So schnell geht das.

Selbst:
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Southland Tales (Richard Kelly; 2006)

Hatte vor einigen Jahren im RS-Forum nach den Post-"Donnie Darko"-Filmen von Richard Kelly gefragt und von @latho eine Rückmeldung bekommen, die sich nun als absolut ins Schwarze treffend herausgestellt hat. Was für ein Disaster, was für ein überambitioniertes, überladenes Fiasko ("mit fliegendem Geldtransporter"). Und dennoch: ein Film, den man eigentlich dringend gesehen haben muss. Es gibt ja diese Filme, die Jahre später heiliggesprochen und zu großer Kunst (v)erklärt werden. Ob es sich für "Southland Tales" ausgehen wird, wage ich ein bisschen zu bezweifeln, aber vielleicht taucht ja auch irgendwann ein sechsstündiger Directors-Cut auf, den die Film-Blogs zum kohäherenten Meisterstück küren können: unterhaltsame, wilde * * *
keep on sailing.
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latho
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von latho »

Genau so ist es!
If you talk bad about country music, it's like saying bad things about my momma. Them's fightin' words.
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gypsy tail wind
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von gypsy tail wind »

Gestern zuhause:



Ocean's 8 (Gary Ross, US 2018) - echt schwach, weiss gar nicht, warum ich bis zum Ende durchgehalten hab. Vermutlich, weil ich den Einstieg recht schwungvoll und flüssig fand und dann einfach wissen wollte, wie sie das Ding drehen. (Zwei von zehn Diamanten?)



San Gottardo (Villi Hermann, CH 1977) - Hermann, der Tessiner Outlaw-Regisseur, drehte während des Baus des Gotthard-Strassentunnels 1976 einen Film, der die aktuelle Baustelle, ihre "Gastarbeiter" (so hiessen die Billiglöhner, die damals aus dem Ausland für jeweils maximal 8 oder 9 Monate angeheuert wurden, dann mussten sie das Land wieder verlassen und kamen einige Monate später wieder - natürlich kein Familiennachzug usw., die gute gar nicht so alte rassistische Schweiz), die z.B. erzählen, dass die Schichten acht Stunden am Stück dauern ohne eine Essenpause, wie das auf ähnlichen Baustellen in anderen Ländern Europas üblich sei. Die dokumentarischen Aufnahmen von 1976 werden mit einer zweiten Ebene vermischt, in der in Form eines Spielfilms der Bau des Eisenbahntunnels mit dem Zürcher König Alfred Escher als Strippenzieher im Hintergrund gezeigt wird. Den Arbeitern ging es noch viel dreckiger, als sie streikten, wurden sie niedergeschossen und die gute etwas ältere rassistische Schweiz fand das natürlich alles in bester Ordnung - kommt ja schliesslich billiger so. Der Film ist vielsprachig, es gibt Szenen in drei der Schweizer Landessprachen (Deutsch, Italienisch und Französisch), manches in den Spielfilm-Szenen wirkt etwas steif (aber auch nicht viel schlimmer als im TV-Film "Gottardo" von Urs Egger aus dem Jahr 2016). (Sieben zehn Hakenwürmern.)
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)

Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #173 – 09.06.2026, 22:00
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salamandersalat
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von salamandersalat »

Außerdem gesehen:

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Hildegard Knef: A Woman and a Half (Regie: Clarissa Ruge - Deutschland/Ungarn, 2001) 7,5/10
Dancer in the Dark (Regie: Lars von Trier - Dänemark/Frankreich/Deutschland/Italien/Schweden/Großbritannien/USA, 2000) [Re-Watch] 8,5/10
Speedway (Regie: Norman Taurog - USA, 1968) 4/10
Delírios de um Anormal (Regie: José Mojica Marins - Brasilien, 1978) 7,5/10

Obwohl mich Lars von Trier ganz offensichtlich manipuliert, wirkt das Finale von Dancer in the Dark auch beim zweiten Mal emotional verheerend: So unangenehm berührt mich kaum sonst etwas im Kino. Und als sich dann schließlich die Kamera aufschwingt, um den Todeszellentrakt über das Dach zu verlassen, meine ich von Trier hämisch lachen zu hören: Selma hatte mir explizit nahegelegt die letzte Musicalnummer zu skippen. Was neben der ruinierten Gemütslage übrig bleibt: Zwei sehr schöne Tracks, die ihre Inspiration aus dem Film ziehen - ein Cover, ein Sample.
Keramikvasen geh'n jetzt wieder viel leichter kaputt.
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motörwolf
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von motörwolf »

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Lee Cronin’s The Mummy (Lee Cronin, 2026)

In der Wüste um Kairo verschwindet die kleine Katie spurlos. Natürlich belastet das die Familie extrem, doch irgendwie geht schließlich das Leben weiter. Bis plötzlich, acht Jahre später, aus Kairo die Nachricht kommt, dass Katie lebend gefunden wurde, allerdings in sehr schlechtem Zustand. Und schon sehr bald muss man sich fragen, ob das wirklich Katie und nur Kstie ist...

Eines vorweg: der Film hatte zunächst eine FSK18-Freigabe plus Feiertagsverbot erhalten, was ja heute eher selten vorkommt. Zum Start wurde er dann herabgesetzt auf FSK16 und er hat die Feiertagsfreigabe erhalten. Völlig zurecht. Zwar gibt es eklige Szenen und ein bisschen Blasphemie, aber die Fünfziger sind doch wohl lange genug vorbei. Zweitens ist es wichtig zu wissen, dass Cronin keinen Abenteuerfilm wie die 1999er Fassung gedreht hat, sondern einen waschechten Horrorfilm. Eigentlich etwas, das ich sehr begrüßt habe, doch leider ist Cronins Film nicht wirklich gut geworden. Dazu verschwendet er zu viel Potential. So bringt er uns erst die Figuren nahe genug, dass einem ihr Leid nicht egal ist, versäumt dann aber, etwas aus dieser Ausgangslage zu machen. Gerade die Beziehung der Geschwister zu Katie hätte viel mehr möglich gemacht. Ein anderes Problem hat der Film mit der Überwindung des Unglaubens. Da passieren ehrlich krasse Dinge mit Katie, aber die Eltern (und viele andere Figuren) reagieren stets, als wäre alles im Grunde normal. Ich glaube, niemand hier würde so mit einem Kind umgehen, das sich auf extreme Weise selbst verletzt, Skorpione isst und auf der Beerdigung der eigenen Oma deren Zähne aus ihrem stiehlt, sich selbst einsetzt und dann zur absoluten Hochform des Diabolischen aufläuft. Die Reaktion der Eltern ist hier im Grunde keine. WTF? Und solche Dinge muss man leider viel zu oft aushalten.
Positiv dagegen ist in meinen Augen sowohl das Bild als auch der Ton. Die Effekte sind gut gemacht, die Musik ist gut. Außerdem ist es immer schön, wenn Menschen in Filmen nicht alle Englisch (bzw Deutsch in der Synchro) sprechen, so wie sich hier die Ägypter eben in ihrer Sprache unterhalten. Leider reichen die positiven Aspekte aber nicht, um dem Film auch nur eine durchschnittliche Bewertung zu geben. Da müssen 4/10 Zehnägeln reichen.
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motörwolf
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von motörwolf »

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Kill Bill: The Whole Bloody Affair (Quentin Tarantino, 2006)

Den Inhalt setze ich mal als bekannt voraus. Was TWBA der zweigeteilten Fassung voraus hat ist neben der Farbfassung des Kampfes der Braut gegen die Crazy 88 eine deutlich längere Animesequenz zur Hintergrundgeschichte von Oren Ishii. Und die alleine lohnt das Ansehen und macht das Werk noch einmal deutlich stärker. Es gibt noch weitere kleinere Änderungen, die dem Film gut tun. Besonders erwähnenswert ist für mich, dass der Zuschauer in dieser Fassung zeitgleich mit der Braut erfährt, dass ihre Tochter noch lebt. Ich wünschte, das wäre immer schon so gewesen, der emotionale Impact dürfte dramatisch viel stärker ausgefallen sein. Ich liebe diese "neue" und eigentlich einzig richtige Fassung schon jetzt noch mehr als die 'Originale'. So muss ich jetzt wohl 11/10 Hattori Hanzōs geben :D

Der Kurzfilm Yuki's Revenge, der im Anschluss an TWBA läuft, ist jedoch leider komplett überflüssig. Davon abgesehen, ich hätte Nikki's Revenge deutlich interessanter gefunden. Nun gut, man kann nicht alles haben.