Lee Cronin’s The Mummy (Lee Cronin, 2026)
In der Wüste um Kairo verschwindet die kleine Katie spurlos. Natürlich belastet das die Familie extrem, doch irgendwie geht schließlich das Leben weiter. Bis plötzlich, acht Jahre später, aus Kairo die Nachricht kommt, dass Katie lebend gefunden wurde, allerdings in sehr schlechtem Zustand. Und schon sehr bald muss man sich fragen, ob das wirklich Katie und nur Kstie ist...
Eines vorweg: der Film hatte zunächst eine FSK18-Freigabe plus Feiertagsverbot erhalten, was ja heute eher selten vorkommt. Zum Start wurde er dann herabgesetzt auf FSK16 und er hat die Feiertagsfreigabe erhalten. Völlig zurecht. Zwar gibt es eklige Szenen und ein bisschen Blasphemie, aber die Fünfziger sind doch wohl lange genug vorbei. Zweitens ist es wichtig zu wissen, dass Cronin keinen Abenteuerfilm wie die 1999er Fassung gedreht hat, sondern einen waschechten Horrorfilm. Eigentlich etwas, das ich sehr begrüßt habe, doch leider ist Cronins Film nicht wirklich gut geworden. Dazu verschwendet er zu viel Potential. So bringt er uns erst die Figuren nahe genug, dass einem ihr Leid nicht egal ist, versäumt dann aber, etwas aus dieser Ausgangslage zu machen. Gerade die Beziehung der Geschwister zu Katie hätte viel mehr möglich gemacht. Ein anderes Problem hat der Film mit der Überwindung des Unglaubens. Da passieren ehrlich krasse Dinge mit Katie, aber die Eltern (und viele andere Figuren) reagieren stets, als wäre alles im Grunde normal. Ich glaube, niemand hier würde so mit einem Kind umgehen, das sich auf extreme Weise selbst verletzt, Skorpione isst und auf der Beerdigung der eigenen Oma deren Zähne aus ihrem stiehlt, sich selbst einsetzt und dann zur absoluten Hochform des Diabolischen aufläuft. Die Reaktion der Eltern ist hier im Grunde keine. WTF? Und solche Dinge muss man leider viel zu oft aushalten.
Positiv dagegen ist in meinen Augen sowohl das Bild als auch der Ton. Die Effekte sind gut gemacht, die Musik ist gut. Außerdem ist es immer schön, wenn Menschen in Filmen nicht alle Englisch (bzw Deutsch in der Synchro) sprechen, so wie sich hier die Ägypter eben in ihrer Sprache unterhalten. Leider reichen die positiven Aspekte aber nicht, um dem Film auch nur eine durchschnittliche Bewertung zu geben. Da müssen 4/10 Zehnägeln reichen.