Ich höre gerade ... Jazz

redbeansandrice
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von redbeansandrice »

gypsy tail wind hat geschrieben: 13 Mär 2026, 12:40
redbeansandrice hat geschrieben: 13 Mär 2026, 11:52
gypsy tail wind hat geschrieben: 13 Mär 2026, 07:00 Art Pepper – Everything Happens to Me. 1959 - Live at the Cellar
[...]
Was allerdings seltsam ist: nach "Yardbird Suite" auf CD 2 gibt es "Band Intros" (sogar als separaten Track), und da wird Al Neil als Pianist genannt, nicht Chris Gage. Hat halt mal wieder niemand richtig aufgepasst ...
https://alneil.vancouverartinthesixties.com/music
das sind echt Vögel... jetzt weiss natürlich keiner mehr, ob das nur auf diesem Track ist oder durchgängig... " I acted mostly as a house rhythm section and did at least two or three gigs with Art Pepper. One of these, which was absolutely astonishing, was for ten days." so erinnert sich Neil hier
Vögel ist das mindeste - und die schaffen das sogar ohne den Jazzdetektiv. Ich hab sonst nicht auf Band-Intros geachtet. Ohne die Pianisten zu kennen und beim überhaupt nicht so suprigen Sound wird es wohl unmöglich sein, da eine Meinung zu entwickeln. Hab's drüben bei Org auch erwähnt, aber ich nehme mal nicht an, dass jemand die zwei Pianisten richtig gut kennt.
Ganz interessant ist was hier steht, da scheint es sich um einen anderen Gig zu handeln, zwei Jahre früher, aber Neil ist scheinbar der Hauspianist, und Gage übernimmt den dritten Abend... irgendwo anders stand, dass Neil für Gage den Spitznamen "The Master" hatte... heisst aber umgekehrt auch, dass Neil sicher am Klavier übernommen hätte, falls Gage den Bus verpasst und zu spät ist oder was auch immer...
The weekend of May 16 /57 brought in the" infamous" L.A. alto player ART PEPPER...he did 2 nites with the Al Neil trio and the 3rd nite with Chris Gage...... the last nite ART was 40 mins. late in showing, making everyone pretty nervous that he wasn't going to show....... finally he burst thru the door, sweating profusely and obviously VERY stoned...... ha ha, he
played his ass off !!
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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »

Den Gig von 1957 erwähnt Silsbee in den Liner Notes - als Teil der dunklen Zeit von Pepper und als wesentlich weniger erfolgreich als den Gig 1959. Ich gucke später nochmal ... und vielleicht starten wir mal einen Art Pepper-Thread, wird allmählich Zeit für dedizierte Threads nach fast 40 Seiten hier im Müllschlucker-Faden ;-)
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)

Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #173 – 09.06.2026, 22:00
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atom
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von atom »

vorgarten hat geschrieben: 11 Mär 2026, 19:46 Bild

marion brown, why not (1966)

ein lieblingsalbum - kennt das eigentlich hier sonst noch jemand? schwer zu beschreiben - erste generation free jazz, aber eigentlich scheint hier schon was auf, was jahrzehnte später, quasi postmodern, wichtig wurde. ein tanz mit pferdefuß, der seinen pathos an- und ausknipsen kann, unglaublich frisch und souverän im zugriff, auch in der nonchalance der gewählten mittel. ob falscher latin, blue note ballade à la shorter, verstolperter marsch - in sich ist alles schief, darum um so glaubwürdiger, aber sie switchen darin wie eine john-zorn-band. dabei ist das kein konzept-album, sondern ein wirklich kollektives ereignis, mit sehr viel soloraum für alle vier (brown, cowell, sirone und rashied ali), die sich kein bisschen einem gemeinsamen nenner fügen. browns nackter ton qiekt oft, überschlägt sich, cowell spielt hollywooddramen aus, sirone macht ca. 60% der arbeit, und ali rumpelt tänzerisch etwas zusammen, was kein anderer drummer hinbekommen hätte. die zarten melodien triumphieren darin, von "lyrischem freejazz" lese ich, das ist einfach nicht wegzukriegen, aber warum sollte freejazz keinen eigenen begriff von schönhet haben? free ist das hier sowieso nur in seiner offenheit, hier wird keine mauer eingerissen, sondern hier und da eine blume gepflanzt.
Ja, das kenne und schätze ich sehr - allerdings suche ich seit einiger Zeit ein gut erhaltenes Original oder Repress aus den 70ern, mit dem Get Back RI war ich nie zufrieden.
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atom
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von atom »



MARK TURNER - Patternmaster (ECM, 2026)
Das neue Album des Mark Turner Quartetts wurde heute veröffentlicht und gefällt mir ausgesprochen gut.
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vorgarten
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von vorgarten »

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roy haynes, cymbalism (1963)

haynes mit strozier (2 mal flöte, sonst as), matthews, ridley, flott und geschmackssicher durch disparates material. sehr moderne band, in der viele einflüsse hörbar werden - aber am ende reicht das gute playing, konzeptionell will das nicht darüber hinaus.
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von Thokei »

Julian Lage - Speak to me

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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von redbeansandrice »


The Clouds s/t

das war so ein Fall... seit Jahren im Hinterkopf, weil auf einer Compilation mal was gehört, aber als die Platte dann da lag, wusst ich es nicht mehr so genau... der belgische Gitarrist Fritz Sundermann (1931-2016) nannte sich für den Grossteil seiner Karrieren einfach Freddy Sunder... was ihn nicht davon abhielt, auch Namen wie Bobby Sitting oder Brandy Raylant zu gebrauchen... oder so wie auf diesem Album von 1966 so zu tun, als sei er eine Art Folk Rock Band... Schlager, Rock, Country, Polka - alles kein Problem... aber das Album hier ist schon Jazz... die Jungs haben jedenfalls gerne Chico Hamilton gehört, würd ich sagen, das Jimmy Giuffre Trio mit Jim Hall auch, Bill Evans und Miles Davis seien ihre Lieblingskünstler sagen sie, aber ein bisschen Brubeck / Take Five scheint auch gelegentlich durch... die Grundband ist ein Trio g/b/dr, das auf einzelnen Tracks um Flöte, Altsax oder Klavier ergänzt wird... ein bisschen zu charmant und easy listening ist die Platte hier und da... aber darauf reduzieren sollte man sie nicht, das hat sie nicht verdient...
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Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von soulpope »



Sal Nistico Quartet "Opal" (Fresh Sound) 1981/2017 .... jene Frank Strazzeri Komposition, welche in der aktuellen Archiveröffentlichung "Barcelona" ebenfalls abgegriffen wird .... "Live at Carmelo's" war damals wohl ein veritabler Kandidat als "Archivscheibe des Jahres", der Jubel hielt sich allerdings eher in Grenzen ....
"I'm not much but I'm all I have" (Philip K. Dick)
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vorgarten
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von vorgarten »

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miles davis, that's what happened, bootleg series 7 (1982-85)

die studio-reste zum ersten mal komplett, morgan dann das montreux-konzert. interessanter trip, die losen jams mit der unsicherheit des zugriffs, dann plötzlich, around YOU'RE UNDER ARREST, die totale präsenz. das kleine ding "never loved like this" total anschlussfähig an heutige 80er-jahre-fan-sounds, und das große drama (mit einer frischen idee nach der nächsten), das sich erst im session reel von "time after time" entfaltet... ein paar sachen nerven auch, die licks von scofield vor allem. und nachdem ich jetzt so oft gelesen habe, dass bill evans (sax) kein angenehmer mensch war, höre ich ihn auch nicht mehr gerne. irgendwo in dieser zeit tauchte ja auch george adams auf, davon hätte ich gerne ausschnitte gehört. und miles wollte ja eigentlich branford m. haben, verständlich. aber kenny garrett, später, war auch nicht so schlecht. wir brauchen einen miles-thread (jetzt nicht wegen dieses posts, aber...)
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vorgarten
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von vorgarten »

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joe henderson, the state of the tenor vol. 2 (1985)

und was macht jemand wie al foster, wenn er keine lust mehr hat, für miles backbeat zu "human nature" zu spielen? er setzt woanders maßstäbe. beste entscheidung, mir hier das tone poet reissue zu leisten, ich sitze gefühlt nicht im publikum, sondern auf der bühne. al foster wusste hier, wie jeder quadratmilimeter seiner becken klang, und wieviel zentimeter ein stick zurücklegen muss, um die gleiche lautstärke eines verstärkten basses zu erreichen. ein exzellenzminimalismus, jeder ton ist erarbeitet und sparsam kratzig, die achtiger sind da, es gibt leise-krawallige alternativen zum elektrischen funk, jazz erzeugt wieder gänsehaut.