thelonica hat geschrieben: 21 Feb 2026, 00:12
GENE AMMONS - Blue Gene
Für mich ist Gene Ammons mit akustischen Instrumenten (mit Kenny Burrell gefällt er mir schon auch) etwas interessanter. Das hat hier viel mit Mal Waldron zu tun, der wohl noch alle Stücke von "Blue Gene" geschrieben hatte, Art Taylor an Drums und Doug Watkins am Bass plus Ray Barretto und Idrees Sulieman und Pepper Adams. Der Sound von Ammons konnte sich schön entfalten mit der Begleitung von Mal Waldron. Beim späteren Waldron fehlt mir mehr die leichte funkyness, wie er hier rhythmisch Akzente setzte und sich bewegte sagt mir sehr zu. Nach Aussagen von Art Taylor und Waldron spielten beide gerne mit Ammons und das hört man diversen Aufnahmen schon an. Die Quinichette Session mit dem Stück "Cool-Lypso" ist auch richtig toll. Die Rhythmusgruppen aus dieser Zeit (mit Art Taylor oder z.B. mit Ed Thigpen oder Jerry Segal) möchte ich noch etwas mehr erkunden.
thelonica hat geschrieben: 21 Feb 2026, 12:24
GENE AMMONS ALL STARS - Jammin' In Hi Fi with Gene Ammons
"Pennies From Heaven" ist vielleicht mein Lieblingsstück von diesem Album, Ammons spielte fantastische Intros und Outros auch bei anderen Stücken. Jammin' ist daher vielleicht ein bißchen "übertrieben". Paul Chambers, Waldron und vor allem Kenny Burrell lassen die Aufnahme wirken als hätten sie doch mehrmals geprobt. Besonders der Walking Bass in four von Chambers hält alles zusammen bei Stücken mit einer Länge von über 10 Minuten. Ach ja, auch bei "Blue Gene" swingt es sehr. Im langsamen Tempo über längere Zeit (10 min. plus) zu spielen erfordert ziemlich viel Konzentration, das ist gar nicht einfach. "Idle Moments" von Grant Green mit Al Harewood an den Drums wäre dafür ein gutes Beispiel.
thelonica hat geschrieben: 24 Feb 2026, 13:26Beim letzten Stück (Hip Tip) ist mir noch aufgefallen, wie weit die Musiker sich teilweise vom Be Bop entfernen, wie effektiv u. clever diese Arrangements/Stücke doch sind. Der Anfang von "Hip Tip" beginnt mehr wie ein Trauerzug, das Thema könnte auch von Mingus sein, bis Ammons das Thema erneut kurz vorstellt auf dem Tenor, allerdings eher wie vielleicht Johnny Hodges, danach geht es dann über in einen Blues, der gefühlt viel mehr mit Round Midnight zu tun hat. "Blue Greens & Beans" ist tatsächlich mehr Big Band, Art Taylor hält sich zurück mit Be Bop Vokabular, interessant zu hören. Interessant zu hören, dass Hard Bop, Soul Jazz und Big Band Swing auch gleichzeitig gehen mit diesen Musikern, wenn ein Drummer einfach etwas anders spielt, was Taylor offensichtlich drauf hatte. Pepper Adams und Idrees Sulieman setzten das aber auch gekonnt um, gefühlt gibt es hier fast vier Leader (Ammons, Waldron, Adams u. Sulieman). Aus dem ersten Stück werde ich nicht ganz schlau, Waldron schrieb "Blue Gene" für Ammons. Es lässt etwas an Webster/Ellington mit mehr längerer Laufzeit (ca. 12 Minuten) denken. Adams, Sulieman, Waldron und Watkins solieren allerdings nach Ammons, Art Taylor spielte mit Besen bei diesem Blues.thelonica hat geschrieben: 21 Feb 2026, 00:12
GENE AMMONS - Blue Gene
Für mich ist Gene Ammons mit akustischen Instrumenten (mit Kenny Burrell gefällt er mir schon auch) etwas interessanter. Das hat hier viel mit Mal Waldron zu tun, der wohl noch alle Stücke von "Blue Gene" geschrieben hatte, Art Taylor an Drums und Doug Watkins am Bass plus Ray Barretto und Idrees Sulieman und Pepper Adams. Der Sound von Ammons konnte sich schön entfalten mit der Begleitung von Mal Waldron. Beim späteren Waldron fehlt mir mehr die leichte funkyness, wie er hier rhythmisch Akzente setzte und sich bewegte sagt mir sehr zu. Nach Aussagen von Art Taylor und Waldron spielten beide gerne mit Ammons und das hört man diversen Aufnahmen schon an. Die Quinichette Session mit dem Stück "Cool-Lypso" ist auch richtig toll. Die Rhythmusgruppen aus dieser Zeit (mit Art Taylor oder z.B. mit Ed Thigpen oder Jerry Segal) möchte ich noch etwas mehr erkunden.
thelonica hat geschrieben: 27 Feb 2026, 11:46![]()
GENE AMMONS - Hi Fidelity Jam Session/The Happy Blues
Ammons und Art Farmer spielten beide in Big Bands, vielleicht haben Ammons Alben u.a. deswegen mehr einen Ensemble Sound/Konzept, ich höre das hier mehr als Ensemble, weniger als Jam. Das erste Stück The Happy Blues ist z.B. eindeutig mehr lässige "Tanzmusik" (Jahre vor sowas wie "Madison Time"), das Intro davon beginnt mit Piano, Bass und Drums bevor die Bläser mit einem Riff einsetzen. Art Farmer hatte The Happy Blues geschrieben. Art Farmer spielte allerdings auch bei Johnny Otis, Jay McShan, (u. Lionel Hampton/Quincy Jones) obwohl man Art Farmer vielleicht sonst weniger mit Blues und Rhythm & Blues Bands verbindet. Aber Ammons und Farmer passen nicht nur auf dem Papier zusammen, musikalisch ergänzten sie sich hier ganz gut. "Can't We Be Friends" zeigt das besonders gut, das Stück ist auch eher Tanzmusik, die Performance von Ammons und Farmer bringt es noch auf ein anders Level, die Rhythmusgruppe blieb die meiste Zeit gemütlich locked in beim Groove, was bei Ammons meistens gut passt. Das Solo von Art Farmer ist grandios (Note für Note könnte man Farmer mit Harry Sweets Edison oder Kenny Dorham verwechseln!), Jackie McLean und Duke Jordan übernehmen danach noch. Ein Fragezeichen bleibt für mich der zweite Track "The Great Lie" - eine bekannte (?) Cab Calloway Nummer. Die neuere Version ist schon echt super. Beim Calloway Original könnte u.a. Ike Quebec zu hören sein (Anmerkung: Die Calloway Version war wohl eher mit Chu Berry, ein Favorit u.a. von Coleman Hawkins. Ammons spielte The Great Lie" wahrscheinlich schon etwas früher in der Woody Herman Band, weswegen die spätere Version von Ammons auch ziemlich ausgereift und dennoch frisch klingt. Der Vorschlag "The Great Lie" zu spielen kam übrigens von Art Taylor, s. LP),. "Madhouse" (von McLean) der letzte Track bricht dann mit der Gemütlichkeit, das ist vom Tempo her ein ziemlicher fordernder Mix aus Mambo, Be Bop (weniger Hard Bop), eigentlich mehr was für Tanz Champions (und über 6 Minuten lang).












