Harry Arnold – Studio Sessions 1956-58 with Arne Domnérus, Bengt Hallberg, Bjarne Nerem, Åke Persson
Benny Bailey hat einen Gastauftritt hier (ein Solo, er spielt aber bei fünf Stücken mit), aber hauptsächlich hören wir hier die besten Modern-Jazzer, die Schweden in der Zeit zu bieten hatte - unter anderem sind das Bengt-Arne Wallin, Sixten Eriksson, Ake Persson, Arne Domnérus, Bjarne Nerem (in "Laura" im Webster-Modus), Carl-Henrik Norin, Bengt Hallberg und natürlich die besten Rhythmus-Spieler: Georg Riedel und Simon Brehm bzw. Egil Johansen und auf einem Stück Nils-Bertil Dahlander, der bald bei Teddy Wilson landen sollte (das Stück mit ihm ist als einziges hier von 1956). Dass es noch eine weitere CD mit der "Big Band in Concert 1957/58" gibt und dort neben Tony Scott ein gewisser Quincy Jones als Gast auf dem Cover genannt wird, passt natürlich, denn was wir hier hören, geht in eine ganz ähnliche Richtung Die Arrangements stammen von Arnold und Gösta Theselius, dazu kommen je ein Stück von Gunnar Svensson und, Überraschung, "Meet Benny Bailey" von Quincy Jones, der ja bereits früher in Schweden gewesen war (er ist beim Stück von 1956 sowie bei der letzten Session von Oktober 1958 dabei). So elegant und transparent wie dessen Arrangements sind die von Arnold und Theselius nicht, die setzen dichter, üppiger, vielleicht noch etwas näher an den Basie-Leuten der Zeit (Jones, Foster, Wilkins usw.), und es gibt auch Passagen mit Flöten und Klarinetten (Domnérus spielt auch ein paar Solos an der Klarinette) und einen Einfluss von von Gil Evans (in Theselius' "Gloomy Eyes", das siebeneinhalb Minuten dauert und zwischen wuchtigen Swing-Passagen und fast impressionistischen Intermezzi hin und her springt - mit Platz für Simon Brehm am Bass und gutem Piano von Hallberg). Wie das auch bei Quincy Jones passiert, gibt es auch hier einen Big Band-Klassiker in neuem Gewand: "Margie", der Hit der Lunceford-Band, im neuen Arrangement von Arnold mit einer interessanten Solo-Abfolge, die mit Piano (Hallberg) und Gitarre (Rolf Berg) beginnt, gefolgt von Klarinette (Domnérus) und Tenorsax (Nerem).
Das gefällt mir (erster Hörgang) gerade sehr gut - ich sollte wohl die Live-CD auch mal noch holen. Ich hab von diesen Dragon-Sachen eh zu wenige (hauptsächlich ist Lars Gullin da, dazu was von Lindberg und Rolf Ericsson mit Ernestine Anderson, die tolle CD von Lasse Werner/Bengt Rosengren ... ist auf jeden Fall ausbaufähig).
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz #176: 13.10.2026, 22:00