Zwischen den Jahren (Lars Henning, Deutschland 2016)
Becker, der immer nur mit Nachnamen genannt wird, hat wegen Doppelmordes 18 Jahre im Knast gesessen und arbeitet jetzt verbittert nachts als Wachmann. Zufällig kommt es zu einer Begegnung zwischen Becker und Dahlmann (auch nur mit Nachnamen), dem früheren Ehemann und Vater von Beckers damaligen Opfern. Der hat den Tod von Frau und Tochter nicht verwunden, ist seelisch gebrochen und finanziell ruiniert. Und er ist davon besessen, Rache zu nehmen.
Es kommt zu einem zermürbenden grausamen Duell dieser zwei gezeichneten Figuren, die von ihrer Vergangenheit eingeholt werden. Beide sind traumatisiert und einsam. Becker versucht zwar, sich im Leben neu einzurichten, scheitert aber immer wieder an den Umständen und sich selbst. In beiden Figuren brodelt etwas, was den Topf zwangsläufig irgendwann zum Überkochen bringen muss. Der früherer Täter wird zum Opfer und jeder Versuch, die immer weiter eskalierende Situation zu entschärfen, scheitert.
Ein langsam und beklemmend erzählter Film Noir, angesiedelt in den Sozialbausiedlungen, Gewerbegebieten und Eckkneipen einer anonymen deutschen Großstadt. Genau so ungeschönt wie die Settings sind die dargestellten Menschen, allen voran großartig Peter Kurth als Becker, Catrin Striebeck als Rita und Karl Markovics als Dahlmann.

Ich vergebe bittere, sehr starke ****.


