Friedrich hat geschrieben: 15 Sep 2026, 10:30
redbeansandrice hat geschrieben: 14 Sep 2026, 14:38 
Shelly Manne & His Men – Play More Music From Peter Gunn: Son Of Gunn!!
im Januar und Mai 1959 nahm Shelly Manne zwei Alben mit Musik auf, die Henry Mancini für die Serie Peter Gunn komponiert hatte... zu dem Material hab ich jetzt keinen besonderen Bezug, aber es scheint mir absolut geeignet für ein fröhliches Jazzalbum... (...)
Shelly Manne hatte wohl eine Neigung, sich mehr oder weniger populäres Material jazzig anzueignen. Es gibt auch ein Album mit Musik aus My Fair Lady von ihm, das ich aber leider nicht kenne. Ich habe ein Album von ihm, auf dem er jüdische / jiddische / irgendwie mit Israel verbunden Stücke spielt. Darunter Stücke mit Titeln wie Die Greene Koseene, My Yiddishe Momme, offenbar hebräisches wie Orchah Bamidbar oder die Titelmelodie des Filmes Exodus.
Apropos Peter Gunn, Friedrich, du hast doch irgendwo auch eine Jazz-Version der Titelmusik! Aber der Reihe nach.
So klingt das Original von Henri Mancini:
Das ist Shelly Mannes Version:
Und dies hat Quincy Jones daraus gemacht:
An der Flöte übrigens Rahsaan Roland Kirk - was man auch sofort raushört. Die Aufnahme stammt ursprünglich vom Album
Quincy Jones Explores the Music of Henry Mancini. Ich habe sie aber von der aufregenden Compilation
Crime Jazz – Music In The First Degree. Davon gibt es auch noch eine Fortsetzung und da kann man neben Henri Mancini selbst auch eben Quincy Jones, Shorty Rogers, Stan Kenton, Lalo Schifrin, Stan Getz (!) und viele andere hören.
ja, diese Titelmusik haben wir auch im Schulorchester gespielt, und wir dürften damit nicht die einzigen gewesen sein... die Version von Roland Kirk hab ich mir damals aus den 90ern mit der Mercury Box aus der Stadtbücherei... und die Shelly Manne Version vom ersten Peter Gunn Album lief auch gestern mal... ich find tatsächlich, dass die Balance zwischen Soundtrack und Hard Bop auf Son of Gunn und Checkmate besser gelingt als auf dem ersten Gunn Album... das wegen der berühmten Melodie wohl ein grosser Kassenerfolg war, 1300 Have bei discogs deuten auch in die Richtung, wobei andere Manne Alben da noch höhere Zahlen haben, Black Hawk Vol 1 hat 3000 und My Fair Lady sogar 6000... und ja, Manne hat viele Programme aufgenommen, hier läuft gerade das dritte Album von Shelly Manne & his Friends (nicht zu verwechseln mit "his Men", der grösseren Band), My Fair Lady war das zweite...

Shelly Manne and his Friends - Li'l Abner
die Friends, das Klaviertrio aus Andre Previn, Leroy Vinegar und Manne versuchen sich hier an dem Musical Li'l Abner ("the show is, on the surface, a broad spoof of hillbillies, but it is also a pointed satire on other topics, ranging from American politics and incompetence in the United States federal government to propriety and gender roles" so wiki), komponiert von Gene dePaul, dem Komponisten von I'll remember April und You don't know what love is. Zweifellos ein talentierter Komponist, auch wenn Stücke wie "The country's in the very best of hands" oder "Progress is the root of all evil", die hier zu hören sind, keine Standards geworden sind... wobei das schon witzig wäre, wenn "Progress is the root of all evil" ein Standard wie "All the things you are" wäre... eigentlich ist das Programm aus meiner heutigen Sicht bei all diesen Alben auch ziemlich egal, die Qualität des Songmaterials ist schon immer so, dass diese Weltklassebands was ansprechendes draus machen... und Andre Previn ist eigentlich immer ein kleines bisschen toller, als man es erwartet für jemanden, für den Jazz nur ein Hobby gewesen sein mag...