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Grievous Angel
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Re: Rate your books 2026

Beitrag von Grievous Angel »

kathisi hat geschrieben: 06 Sep 2026, 09:49
Grievous Angel hat geschrieben: 06 Sep 2026, 09:46 Faulkner muss ich auch endlich mal lesen... Einer dieser Autoren, von denen ich zwar einige Film-Adaptionen gesehen habe, aber nie ein Buch gelesen. Vielleicht wird 2027 mein großes Literatur-Jahr. :)
Ich muss das auch nochmal versuchen - bei meinen ersten Versuchen habe ich da keinen richtigen Zugang gefunden ("Die Freistatt") - das ist aber bestimmt 25 Jahre her...
Nachdem Southern Gothic vielleicht sogar mein liebstes Genre überhaupt ist und ich auch z.B. das Gesamtwerk von Carson McCullers gelesen oder die ganzen Tennessee Williams-Verfilmungen gesehen habe, müsste ich da wirklich ganz dringend mal ran. 2027 wird unser Faulkner-Durchbruchsjahr! :D
keep on sailing.
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Irrlicht
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Re: Rate your books 2026

Beitrag von Irrlicht »

kathisi hat geschrieben: 06 Sep 2026, 09:49Ich muss das auch nochmal versuchen - bei meinen ersten Versuchen habe ich da keinen richtigen Zugang gefunden ("Die Freistatt") - das ist aber bestimmt 25 Jahre her...🙄
Grievous Angel hat geschrieben: 06 Sep 2026, 09:572027 wird unser Faulkner-Durchbruchsjahr! :D
Das klingt doch nach schönen Aussichten. Man muss ein wenig reinkommen, aber wird reich beschenkt.
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Irrlicht
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Re: Rate your books 2026

Beitrag von Irrlicht »



1. MARLEN HAUSHOFER: Die Wand (1963)
2. MARK TWAIN: (Die Abenteuer des) Tom Sawyer / The adventures of Tom Sawyer (1876)
3. GEORGE ORWELL: Farm der Tiere: Ein Märchen / Animal farm: A fairy story (1945)
4. IMRE KERTÉSZ: Roman eines Schicksallosen / Sorstalanság (1975)
5. YASUSHI INOUE: Das Jagdgewehr / Ryōjū (1949)
6. MIEKO KAWAKAMI: Heaven / Hevun (2009)
7. CHARLES BUKOWSKI: Der Mann mit der Ledertasche / Post office (1971)
8. WILLIAM FAULKNER: Als ich im sterben lag / As I lay dying (1930)
9. HAN KANG: Die Vegetarierin / Chaesigju-euija (2007)
10. ANNIE ERNAUX: Erinnerung eines Mädchens / Mémoire de fille (2016)

11. Märchen aus 1001 Nacht / Alf Laylah wa-Laylah
12. WILHELM HAUFF: Der Zwerg Nase (1826)
13. JANE AUSTEN: Lady Susan (1923)
14. WILHELM HAUFF: Das kalte Herz: Ein Märchen (1827)
15. JOSEPH ROTH: Beichte eines Mörders, erzählt in einer Nacht (1936)
16. MILAN KUNDERA: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins / Nesnesitelná lehkost bytí (1984)
17. WILHELM HAUFF: Die Geschichte von dem kleinen Muck (1825)
18. JANE AUSTEN: Die Watsons / The Watsons (1927)
19. JANE AUSTEN: Sanditon (1925)
20. PATTI SMITH: Im Jahr des Affen / Year of the monkey (2019)

21. JEAN-PAUL SARTRE: Der Ekel / La nausée (1938)

Außer Wertung:

1. ULF POSCHARDT: Shitbürgertum (2025)

Wenn sich nun irgendwer fragt, wie man nun wieder von William Faulkner zu Ulf Poschardt kommt – ich habe „Shitbürgertum“ geschenkt bekommen. Ich spreche privat viel über Politik und habe ein Faible dafür, mich mit radikalen Gegenpositionen zu beschäftigten. In den letzten Jahren habe ich vermutlich ähnlich viel rechtspopulistischen bis rechtsextremen Content konsumiert wie den aus meinen eigenen Blasen. Es schärft die Argumentation und macht Einschätzungen auch fundierter. Das uninformierte Schattenboxen dürfte szeneübergreifend das größte Problem aktueller Diskurse sein.

Ich habe mich daher sehr auf Poschardts 170-seitigen Rant gefreut und fühlte mich davon ehrlicherweise auch unterhalten.

Das Angriffsziel ist klar: Das linksliberale, allen voran links-grüne, satte Milieu, das nur im Kollektiv Stärke aufweist und das mit Verboten, blinder Staatstreue, Leistungsverweigerung und passiv-aggressiver Moralinsäure das echte Bürgertum zersetzt hat. Poschardt zeichnet hier das Wesen der Shitbürger von Nazideutschland bis zur Brandmauer heute. So weit, so bekannt.

Interessant ist sicherlich, dass Poschardt mit Bestrebungen der AfD (Höcke, Krah) und der nach seiner Analyse weichgespülten CDU ebenso hart ins Gericht geht. Die SPD ist für ihn ebenso tot.

Hervorgehoben werden vielmehr Politiker außerhalb: Trump, Musk, Meloni, Wilders, Milei. Personen, die Poschardt als Antithese stilisiert, als eigenwillige Outlaws, die dem Shitbürgertum mit derem „Hängerhedonismus“ gegenüberstehen.

Die Stärke des Werks ist seine Kurzweiligkeit. Obwohl Poschardt einen markanten, irgendwie eitlen Hang hat, auf jeder Seite mindestens fünf Fremdwörter einbringen zu müssen, liest sich „Shitbürgertum“ sehr leicht, es gibt einige amüsante Passagen und ich bleibe dabei, dass seine Analyse von Trumps Wahlsieg weiterhin sehr treffend ist (in Kürze: Trump hat Pop verstanden und vor allem erkannt, dass starke Bilder mächtiger sind als Inhalte). Einige Einschätzungen des definierten Milieus teile ich: Das blinde Vertrauen in Institutionen, die moralische Selbstüberhöhung, die Selbstauflösung im Kollektiv, das reale Problem von Cancel Culture, das Abschotten in immer kleinere, teils von der Realität entkoppelte Safe Spaces, die zunehmend Monokulturen gleichen.

Die Schwäche ist, dass „Shitbürgertum“ alles andere als differenziert ist. Poschardt setzt ein paar subjektive Prämissen und baut letztlich darum ein Geflecht, das auf mal mehr mal weniger gut zusammengesetzten Anekdoten besteht.

Eine Reihe der für mich offenkundigsten argumentativen Widersprüche des Werks:

1. Poschardt stilisiert verschiedene Personen (und vermutlich sich selbst) als Outlaws, allen voran Leute wie Milei, Trump, Musk und Co. Das Buch bleibt aber den Beweis schuldig, wo Trump selbst den freiheitlichen Gedanken lebt. Es ist schön und gut, dass Melania- und Trump Coins auf den Markt geworfen werden und auch, dass Trump „sehr ehrlich“ sagt, dass er sich selbst bereichert. Und notorisch lügt. Ebenso wissen wir, wie Trump gerne mal vom „schlechten Erbgut“ spricht, das Migranten in die USA bringen, wie Leute ohne Prozess inhaftiert und andere bedroht werden, Gremien unter Druck gesetzt und selbst die FED angegangen wird. Man kann das alles nun „Freiheit“ nennen (und so tun, als wäre Trump frei von den Einflüssen des Großkapitals), es ist letztlich aber nur Freiheit für eine Seite.

2. Lustig bis grotesk ist in dem Kontext auch, wie Poschardt, fast romantisch, gleichzeitig das Bild von den wilden, mutigen Europäern zeichnet, die die USA besiedelten. Lustig einerseits, weil es ebenso Migration ist (Poschardt ist sonst ein zentraler Kritiker von Merkels Migrationskurs und eher für Protektionismus), grotesk, weil mit keiner Silbe Kolonialisierung und die Ausrottung unzähliger Stämme thematisiert wird, auch zu Aspekten wie Sklavenhandel kein Wort. Die Prämisse liegt hier komplett im Springer-Stil: Die Staatsräson muss beständig thematisiert werden und die USA und Israel zu kritisieren, ist ein Tabubruch. Schlimm sind die anderen, die Jinpings und Putins und antisemitischen Araber dieser Welt. So weit, so bekannt.

3. Entlarvend ist, wie selektiv auch die Auswahl der Anekdoten ist. Kein Wort zum Irakkrieg, zu Afghanistan, zu Vietnam, zu Gaza. Kein Wort. Stattdessen wird sich mehrfach daran abgearbeitet, dass Günter Grass mit 17 Jahren mal in der SS war und lange später ein eher fahles Gedicht geschrieben hat. Und natürlich an steuerfinanzierten NGOs, an Baerbock, dem Ethikrat und, man ahnt es schon fünf Seiten vorher, daran, dass Luisa Neubauer zu viel fliegt (und es dennoch wagt, sich moralisch zu äußern). Eine stichhaltige, differenzierte Analyse der einzelnen Punkte gibt es nicht, stattdessen springt das Buch von Punkt zu Punkt zu Punkt, sodass man meint, es wäre eine kausale Geschichte entstanden (eine Abwandlung, Gish-Galopp, ist im Rechtspopulismus sehr häufig). Irgendwann rantet sich Poschardt dann endgültig in Rage und kommt bei der Abwertung von Bafög und Stipendien an.

4. Amüsant ist zudem, wie Poschardt einen Gegensatz stilisiert: Die passiv-aggressiven Shitbürger ohne Anstand und Leistung – und dann die authentischen „Bilderstürmer“ wie Trump und Netanjahu. Wenn linke Aktivisten offen radikal und aggressiv sind, gilt das freilich dennoch niederzuschlagen. Wenn Leute wie Friedmann aus der CDU austreten, dann, weil sie vom Shitbürgertum weichgekocht wurden. Wenn Aktivisten eigene Fehler eingestehen und damit genau die Ambivalenz aufzeigen, die Poschardt will, sind sie inkonsequent, wenn Linke für mehr Integration von Aggressionen sind, ist das für Poschardt sicherlich aber ein Zeichen für den woke-mind-virus. Wie viele NGOs finanziell prekär aufgestellt sind oder nach Kürze aufgeben müssen, wie viele Menschen dort arbeiten, die das aus Haltung und Überzeugung machen, oft ehrenamtlich – auch hierzu kein Wort.

5. Interessant ist auch, dass die AfD nicht offen hofiert wird, die Brandmauer ist Poschardt aber ebenso ein Graus, wie eine Zusammenarbeit mit den Linken. Im Gegenteil liest man zwischen den Zeilen sehr genau, dass er eine Koalition CDU-AfD für den besseren Weg gehalten hätte. Zum Führerkult vieler AfDler, zum Faible für völkisch-antisemitisches Gedankengut, zum rückwärtsgewandten Opportunismus, zum Staat als repressive Kontrollmacht – kein Wort. Zu den ganzen Entgleisungen, Machtmissbräuchen und Skandalen des Springer-Verlags – kein Wort. Zu realen Unterschieden, was Chancen und Möglichkeiten betrifft, zu Diskriminierung, zu Rassismus – kein Wort.

Die Liste könnte ich weiterführen, aber ich denke, der Punkt ist klar.
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Irrlicht
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Re: Rate your books 2026

Beitrag von Irrlicht »



1. MARLEN HAUSHOFER: Die Wand (1963)
2. MARK TWAIN: (Die Abenteuer des) Tom Sawyer / The adventures of Tom Sawyer (1876)
3. GEORGE ORWELL: Farm der Tiere: Ein Märchen / Animal farm: A fairy story (1945)
4. IMRE KERTÉSZ: Roman eines Schicksallosen / Sorstalanság (1975)
5. YASUSHI INOUE: Das Jagdgewehr / Ryōjū (1949)
6. MIEKO KAWAKAMI: Heaven / Hevun (2009)
7. CHARLES BUKOWSKI: Der Mann mit der Ledertasche / Post office (1971)
8. WILLIAM FAULKNER: Als ich im sterben lag / As I lay dying (1930)
9. HAN KANG: Die Vegetarierin / Chaesigju-euija (2007)
10. ANNIE ERNAUX: Erinnerung eines Mädchens / Mémoire de fille (2016)

11. Märchen aus 1001 Nacht / Alf Laylah wa-Laylah
12. WILHELM HAUFF: Der Zwerg Nase (1826)
13. JANE AUSTEN: Lady Susan (1923)
14. WILHELM HAUFF: Das kalte Herz: Ein Märchen (1827)
15. JOSEPH ROTH: Beichte eines Mörders, erzählt in einer Nacht (1936)
16. MILAN KUNDERA: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins / Nesnesitelná lehkost bytí (1984)
17. WILHELM HAUFF: Die Geschichte von dem kleinen Muck (1825)
18. JANE AUSTEN: Die Watsons / The Watsons (1927)
19. JANE AUSTEN: Sanditon (1925)
20. PATTI SMITH: Im Jahr des Affen / Year of the monkey (2019)

21. PATTI SMITH: Traumsammlerin / Woolgathering (1992)
22. JEAN-PAUL SARTRE: Der Ekel / La nausée (1938)

Außer Wertung:

1. ULF POSCHARDT: Shitbürgertum (2025)

„Traumsammlerin“ von 1992, das ihrem Vater gewidmet ist, ist eines ihrer früheren Werke und enthält gut ein Dutzend kurzer Texte, die sich inhaltlich mit Smiths Kindheit beschäftigen. Mit Erinnerungen an ihre Geschwister, ihre Eltern, an sich selbst, an das Leben der ärmlichen Leute und an Orte, die für sie einmal magisch waren und bis heute sind. Letztlich ein Werk darüber, wie Kinder Alltägliches als Abenteuer erleben, etwa die titelgebenden „Wollsammler“.

So sehr ich Patti Smith als Musikerin bewundere, so sehr merke ich, nach mittlerweile drei Werken, dass ich mit ihr als Schriftstellerin nur bedingt warm werde und nie ganz überzeugt bin.

Oft wird der Stil, zwischen Realität, Traum und Poesie, gewürdigt. Für mich ist diese Vermischung die größte Schwäche. In Texten wie „Neunzehnhundertsiebenundfünfzig“, in dem Smith ein traumatisches Kindheitserlebnis beschreibt und dieses sehr klar und sachlich geschildert ist, merkt man schnell, wie gut das Werk hätte sein können. Smith hat eigentlich einen berührenden Stil, auch mit ausreichend Details, um die Geschichte lebendig zu halten.

Dem gegenüber stehen traumartige Passagen, die sich in zahllosen Metaphern, Assoziationen und Adjektiven verlieren. Auch mit Smiths lyrischen Elementen kann ich sehr wenig anfangen. Zu oft hatte ich den Eindruck, dass ich grob weiß, wo Smith mit dem Buch hinwill, es aber den Inhalten an Tiefe fehlt, die mit verkopften Bildern künstlich erzeugt werden soll. Kurz: Ich finde einige Abschnitte leider ziemlich prätentiös.
Zuletzt geändert von Irrlicht am 16 Sep 2026, 17:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rate your books 2026

Beitrag von Catch-22 »

Ich war interessiert daran, mit welchem Bullshit Porschardt dieses Mal um die Ecke kommt. Immerhin bin ich so auf Artikel/Rezensionen über das Buch von Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey: „Gekränkte Freiheit. Aspekte des libertären Autoritarismus“ (Suhrkamp) gestoßen. Erhellend.
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Irrlicht
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Re: Rate your books 2026

Beitrag von Irrlicht »

Catch-22 hat geschrieben: 16 Sep 2026, 09:17Ich war interessiert daran, mit welchem Bullshit Porschardt dieses Mal um die Ecke kommt. Immerhin bin ich so auf Artikel/Rezensionen über das Buch von Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey: „Gekränkte Freiheit. Aspekte des libertären Autoritarismus“ (Suhrkamp) gestoßen. Erhellend.
Mit "dieses Mal" meinst Du sein aktuelles Buch "Bückbürgertum"? Hattest Du "Shitbürgertum" gelesen?
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Catch-22
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Re: Rate your books 2026

Beitrag von Catch-22 »

Durch deine interessante "Besprechung" bin ich überhaupt auf "Shitbürgertum" aufmerksam geworden. Danke dafür.

Da ich mich leicht entzünde und darunter auch leide, muss ich zu Personen wie Porschard und Co. Abstand halten. Aber Leute wie er haben nunmal diese Bühne und ich möchte zumindest im Ansatz erkennen, womit ich/wir es hier zu tun haben. Somit lese ich seine Publikationen nicht, aber ich beschäftige mich mit Themen wie Ambiguitätstoleranz oder eben libertärer Autoritarismus. Das empfinde ich als konstruktiv und es erweitert meinen Horizont.

Zudem gibt es in meinem Umfeld Meschen die ich gern besser verstehen möchte, obwohl ihre Ansichten und Meinungen für mich nur schwer auszuhalten sind, und auch in mir stecken autoritäre Anteile.

Tatsächlich habe ich in den 90s "DJ Culture" gelesen, und es als belanglos, langweilig empfunden.
Zuletzt geändert von Catch-22 am 16 Sep 2026, 11:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Irrlicht
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Re: Rate your books 2026

Beitrag von Irrlicht »

Catch-22 hat geschrieben: 16 Sep 2026, 10:18Durch deine interessante "Besprechung" bin ich überhaupt auf "Shitbürgertum" aufmerksam geworden. Danke dafür.

Da ich mich leicht enzünde und darunter auch leide, muss ich zu Personen wie Porschard und Co. Abstand halten. Aber Leute wie er haben nunmal diese Bühne und ich möchte zumindest im Ansatz erkennen, womit ich/wir es hier zu tun haben. Somit lese ich seine Publikationen nicht, aber ich beschäftige mich Themen wie Ambiguitätstoleranz oder eben libertärer Autoritarismus. Das empfinde ich als konstruktiv und es erweitert meinen Horizont.

Zudem gibt es in meinem Umfeld Meschen die ich gern besser verstehen möchte, obwohl ihre Ansichten und Meinungen für mich nur schwer auszuhalten sind, und auch in mir stecken autoritäre Anteile.

Tatsächlich habe ich in den 90s "DJ Culture" gelesen, und es als belanglos, langweilig empfunden.
Danke! 🙂

Alles gut nachvollziehbar, viele Positionen machen auch fassungslos. Die direkte Beschäftigung (z.B. auch mit Leuten wie Kubitschek, Sellner, Höcke etc.) empfinde ich selbst als sehr erkenntnisreich, auch, weil es den eigenen Standpunkt schleift und man auch immer wieder Logiklücken bemerkt, die manche Weltbilder haben.

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