Ich höre gerade ... Jazz

redbeansandrice
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von redbeansandrice »


Eddie Higgins s/t

Chicago Hard Bop von 1961, die Hälfte im Trio, der Leader am Klavier dazu Richard Evans (b) und Marshall Thompson (dr)... gesten stehengelassen, aber als mir klar wurde, dass die andere Hälfte ein Quintett mit Frank Foster (ts) und Paul Serrano (tp) ist (und Jim Atlas übernimmt am Bass), musste ich nochmal los, um sie doch zu holen... es sieht nicht so aus, aber das hier ist ein richtig gutes Hard Bop Album... tatsächlich gefallen mir jetzt die Triotracks mit am besten.
redbeansandrice
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von redbeansandrice »


Who's cooler? Lester Young and Paul Quinichette

jetzt brauch ich nur noch das hier und ich habe zwei komplette Sessions mit vier Tracks, die Keynote Session von Young und seinem Quartett (Johnny Guarneri, Slam Stewart und Sid Catlett) von 1940 steht im Kontrast zu einer Quinichette Emarcy Session von Quinichette aus den frühen 50ern... Quinichette alleine in der Frontline hinter ihm Bill Doggett an einer etwas altmodisch klingenden Orgel, Kenny Drew am Klavier, der beste Rhythmusgitarrist der Welt, Freddie Green, dazu Jimmy Lewis (b, später sehr gefragt am elektrischen) und Gus Johnson (dr)... keine Ahnung, wie man auf so eine Besetzung kommt, es ist alles ein bisschen viel und schwerfällig... then again: immer schön Quinichette zu hören, und gegen die Young Session hatte er sowieso keine Chance zu gewinnen...
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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »

Ich komm bei Higgins nach wie vor nicht recht draus, aber das ist schon ein Highlight von den Sachen, die ich bisher in die Finger gekriegt habe. Zuletzt lief hier mehrmals dieses spätere Album:



Eddie Higgins Trio – Haunted Heart

Kennt man eher mit dem Venus-Cover als mit dieser von Sunnyside ... mit Ray Drummond und Ben Riley ist das Trio prominent besetzt, das Repertoire ist auch ansprechend ("Israel", "How My Heart Sings" und weitere auserlesene Standards von Gershwin, Strayhorn usw.)
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »



Mark Levine – Up 'Til Now | Hier dann auch mein Mark Levine-Album, das erst grad eingetroffen ist, ein neues CD-Reissue aus Japan. Neben dem Leader (p/vtb) sind Tom Harrell (t/flh), Mike Morris (ts), Ray Pizzi (fl/as/ss), Peter Barshay (b) und Jimmy Robinson (d) dabei, erschienen 1977 bei Catalyst. Morris atmet praktisch Joe Henderson und das ist auch der Groove hier, vielleicht mit etwas mehr bzw. deutlicher heraushörbarem Bop im Mix?
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »



Frank Strazzeri – After the Rain | Das passt danach ganz gut (und das Cover - after the rain during eclipse - passt auch grad) ... Bobby Shew (t/flh), Sam Most (ts/fl), strazzeri (p/moog, string synth), Manny Newmark (b/elb), Steve Strazzeri (d), Don Alias (cga/perc). Hier finden Mwandishi, Head Hunters, Miles, Sun Ra und Disco zusammen. Ob Strazzeris "Piano" auch ein Rhodes miteinbezieht oder ob er die Wah-Wah-E-Piano-Sounds mit dem Moog erzeugt, weiss ich nicht, bis mittendrin hör ich jedenfalls kein akustisches Piano, also denk ich "Piano" heisst hier Rhodes. Jedenfalls ist das alles ziemlich slick, die Bläser riffen, der E-Bass spielt kreisend fliessende Linien, die Congas und das E-Piano (oder der Synthesizer) finden zu tollen Grooves zusammen. Shew ist zunächst eher mal kurz solistisch unterwegs, aber das ist auch mehr Lead-Spiel und maximal mellow - Most setzt dann in "Rush Hour" zu einem ausgewachsenen Tenor-Solo an (und es folgen weitere), das ein klein wenig an Eddie Harris erinnert - und klar, der gehört hier auch in die Reihe der Vorbilder/Orientierungspunkte, auch wenn das alle ständig vergessen. Die hätten alle um den Dreh rum gerade so gut ein Dave Mathews-produziertes Album für CTI oder Studio-Sessions mit James Brown machen können. Und am nächsten Tag ein langweiliges Hard Bop-Album für Concord ;)
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von redbeansandrice »


Ray Pizzi - Conception


Frank Strazzeri - Taurus

ich mach auch in dem Bereich weiter, das Pizzi Album hat ein ganz schönes Mark Levine Klaviersolo, ist aber ansonsten ein bisschen viel mit sehr bewegter Jazzrockgitarre, die sich mit dem Fagott battled usw... bei dem Strazzeri Album hier steht für Strazzeri als credit einzig Fender Rhodes, ihm zur Seite stehen Conte Candoli, Frank Rosolino, Don Menza, Gene Cherico und Dick Burke (Berk nehm ich an)... mit Elvis und Johnny Cash hat Strazzeri gespielt, das ist nicht James Brown, aber es ist auch was... Elvis war tatsächlich die Zeit 72/73
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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »

Das Strazzeri-Album auf Catalyst ist jedenfalls nach diesem ersten Eindruck bei mir direkt ganz vorn dabei. Es fängt mit den slicksten Stücken an, wird hintenraus etwas abenteuerlicher und die Bläser kriegen mehr Raum (auch Shew kriegt dann mal ein ausgewachsenes Solo) ... akustisches Piano gibt es tatsächlich gar keins, Kontrabass nur in manchen Passagen.

Da ist das nächste, was jetzt läuft, deutlich konservativer:



Henry Franklin – Tribal Dance | Wieder drei Bläser in der Frontline, von denen Jerry Rush (t) kaum aufgenommen hat, während Al Hall Jr. (tb) und Charles Owens (ts/ss/enh/fl) im Studio mit allerlei Leute gespielt haben. Kenny Climax (g - was für ein Name!) ist der andere mit fast keinen Credits (nur ein zweites Franklin-Album), Dwight Dickerson (p - wirklich fast nur akustisch, in "Cosmos Dwellers" gibt es elektrisch und Effekte; das Album "Windows" der California Three war eine kleine Piano-Trio-Entdeckung) hat auch nicht allzu viel aufgenommen, aber mit Leuten wie Anita O'Day und Bobby Hutcherson. Den Bass des Leaders kann man glücklicherweise da und dort hören (und man kann ihn auch aufnahmetechnisch mit grossem Genuss hören, in das Loch - das A.M.-Autoradio-Loch? - fiel Catalyst wie es scheint nie), ebenso wie die Drums (und Congas, Bells, Gongs) von Sonship. Hier gibt es eine Mischung aus Musik in der grossen Bebop-Hardbop-Postbop-Linie mit Spiritual Jazz-Anklängen, dazu oft Latin-Grooves und Beats, mal von der ruhigen, dann von der treibenden Sorte. Das Album kannte ich vor 25 Jahren schon mal von einem der tollen Musik-Blogs, die damals wohl mitgeholfen haben, das Fundament für das Spiritual-Jazz-Revival der letzten zehn oder so Jahre zu legen (ist das eigentlich schon wieder vorbei?) - feines Album jedenfalls!
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von soulpope »

gypsy tail wind hat geschrieben: 14 Aug 2026, 10:55


Henry Franklin – Tribal Dance | Wieder drei Bläser in der Frontline, von denen Jerry Rush (t) kaum aufgenommen hat, während Al Hall Jr. (tb) und Charles Owens (ts/ss/enh/fl) im Studio mit allerlei Leute gespielt haben. Kenny Climax (g - was für ein Name!) ist der andere mit fast keinen Credits (nur ein zweites Franklin-Album), Dwight Dickerson (p - wirklich fast nur akustisch, in "Cosmos Dwellers" gibt es elektrisch und Effekte; das Album "Windows" der California Three war eine kleine Piano-Trio-Entdeckung) hat auch nicht allzu viel aufgenommen, aber mit Leuten wie Anita O'Day und Bobby Hutcherson. Den Bass des Leaders kann man glücklicherweise da und dort hören (und man kann ihn auch aufnahmetechnisch mit grossem Genuss hören, in das Loch - das A.M.-Autoradio-Loch? - fiel Catalyst wie es scheint nie), ebenso wie die Drums (und Congas, Bells, Gongs) von Sonship. Hier gibt es eine Mischung aus Musik in der grossen Bebop-Hardbop-Postbop-Linie mit Spiritual Jazz-Anklängen, dazu oft Latin-Grooves und Beats, mal von der ruhigen, dann von der treibenden Sorte. Das Album kannte ich vor 25 Jahren schon mal von einem der tollen Musik-Blogs, die damals wohl mitgeholfen haben, das Fundament für das Spiritual-Jazz-Revival der letzten zehn oder so Jahre zu legen (ist das eigentlich schon wieder vorbei?) - feines Album jedenfalls!
Schon das Bass Intro des titelgebenden Tracks ist grosses (sampleverdächtiges) Kino .... und das durchgehende Powerplay von Sonship ist klasse ....
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von redbeansandrice »

die drei Strazzeri Alben aus der Phase, die es ja auch bei Fresh Sound auf Doppel-CD gibt, sind ziemlich super...

Billy Mitchell – Now's The Time

das lief neulich schonmal, aber da hab ich glaub ich nichts geschriben... dieses Catalyst Album von 1976 wurde damals bei Downbeat ziemlich verrissen, und ich versteh schon warum... die Aufnahme, live "at Sonny's Place" in Long Island, ist wirklich schlecht, das nicht besonders spannende Schlagzeug von Ron Turso ist ganz vorne im Mix, Mitchell selbst an Tenor, Alt und Sopransax kann man ganz gut hören, der Rest der Band hat weniger Glück, Roland Prince kommt wenigstens in seinen Soli noch durch aber Wes Belcamp am Klavier (?) und Earl May am Bass hört man kaum... auf einem Track spielt auch noch ein Trompeter mit, aber es liess sich nicht mehr ermitteln wer... Downbeat wunderte sich entsprechend, ob Mitchell wisse, dass diese doch recht neue Live-Aufnahme auf den Markt gebracht wurde.... das weiss ich natürlich nicht, mein Exemplar hat er immerhin signiert... ein bisschen wunder auch ich mich, dass man nicht mit einfachen Mitteln eine bessere Aufnahme machen konnte...
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von redbeansandrice »

gypsy tail wind hat geschrieben: 14 Aug 2026, 10:55 Das Strazzeri-Album auf Catalyst ist jedenfalls nach diesem ersten Eindruck bei mir direkt ganz vorn dabei. Es fängt mit den slicksten Stücken an, wird hintenraus etwas abenteuerlicher und die Bläser kriegen mehr Raum (auch Shew kriegt dann mal ein ausgewachsenes Solo) ... akustisches Piano gibt es tatsächlich gar keins, Kontrabass nur in manchen Passagen.

Da ist das nächste, was jetzt läuft, deutlich konservativer:



Henry Franklin – Tribal Dance | Wieder drei Bläser in der Frontline, von denen Jerry Rush (t) kaum aufgenommen hat, während Al Hall Jr. (tb) und Charles Owens (ts/ss/enh/fl) im Studio mit allerlei Leute gespielt haben. Kenny Climax (g - was für ein Name!) ist der andere mit fast keinen Credits (nur ein zweites Franklin-Album), Dwight Dickerson (p - wirklich fast nur akustisch, in "Cosmos Dwellers" gibt es elektrisch und Effekte; das Album "Windows" der California Three war eine kleine Piano-Trio-Entdeckung) hat auch nicht allzu viel aufgenommen, aber mit Leuten wie Anita O'Day und Bobby Hutcherson. Den Bass des Leaders kann man glücklicherweise da und dort hören (und man kann ihn auch aufnahmetechnisch mit grossem Genuss hören, in das Loch - das A.M.-Autoradio-Loch? - fiel Catalyst wie es scheint nie), ebenso wie die Drums (und Congas, Bells, Gongs) von Sonship. Hier gibt es eine Mischung aus Musik in der grossen Bebop-Hardbop-Postbop-Linie mit Spiritual Jazz-Anklängen, dazu oft Latin-Grooves und Beats, mal von der ruhigen, dann von der treibenden Sorte. Das Album kannte ich vor 25 Jahren schon mal von einem der tollen Musik-Blogs, die damals wohl mitgeholfen haben, das Fundament für das Spiritual-Jazz-Revival der letzten zehn oder so Jahre zu legen (ist das eigentlich schon wieder vorbei?) - feines Album jedenfalls!
klingt super! Jerry Rush hat übrigens unter seinem Indiandernamen Jerry Rusch nochmal eine ganze Reihe weitere credits, Wes Montgomery, Udo Jürgens, you name it...