Das Strazzeri-Album auf Catalyst ist jedenfalls nach diesem ersten Eindruck bei mir direkt ganz vorn dabei. Es fängt mit den slicksten Stücken an, wird hintenraus etwas abenteuerlicher und die Bläser kriegen mehr Raum (auch Shew kriegt dann mal ein ausgewachsenes Solo) ... akustisches Piano gibt es tatsächlich gar keins, Kontrabass nur in manchen Passagen.
Da ist das nächste, was jetzt läuft, deutlich konservativer:
Henry Franklin – Tribal Dance | Wieder drei Bläser in der Frontline, von denen Jerry Rush (t) kaum aufgenommen hat, während Al Hall Jr. (tb) und Charles Owens (ts/ss/enh/fl) im Studio mit allerlei Leute gespielt haben. Kenny Climax (g - was für ein Name!) ist der andere mit fast keinen Credits (nur ein zweites Franklin-Album), Dwight Dickerson (p - wirklich fast nur akustisch, in "Cosmos Dwellers" gibt es elektrisch und Effekte; das Album "Windows" der California Three war eine kleine Piano-Trio-Entdeckung) hat auch nicht allzu viel aufgenommen, aber mit Leuten wie Anita O'Day und Bobby Hutcherson. Den Bass des Leaders kann man glücklicherweise da und dort hören (und man kann ihn auch aufnahmetechnisch mit grossem Genuss hören, in das Loch - das A.M.-Autoradio-Loch? - fiel Catalyst wie es scheint nie), ebenso wie die Drums (und Congas, Bells, Gongs) von Sonship. Hier gibt es eine Mischung aus Musik in der grossen Bebop-Hardbop-Postbop-Linie mit Spiritual Jazz-Anklängen, dazu oft Latin-Grooves und Beats, mal von der ruhigen, dann von der treibenden Sorte. Das Album kannte ich vor 25 Jahren schon mal von einem der tollen Musik-Blogs, die damals wohl mitgeholfen haben, das Fundament für das Spiritual-Jazz-Revival der letzten zehn oder so Jahre zu legen (ist das eigentlich schon wieder vorbei?) - feines Album jedenfalls!
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #175 – 08.09.2026, 22:00