Ernst Lubitsch darf in jedem Fall dazu, weil sein deutsches Werk gemeinhin - zumindest im Vergleich zu seiner Zeit in Hollywood - unterschätzt wird (Die PuppeFifteenJugglers hat geschrieben: 29 Jul 2026, 11:19Gute Frage. Fassbinder wäre dabei. Wahrscheinlich Wenders. Und dann wird's schwierig mit der Reihenfolge. Und wie ordnet man die Exilanten ein, bei denen ein Großteil des Werks in den USA und anderen Orts entstand? Douglas Sirk, anyone?Grievous Angel hat geschrieben: 29 Jul 2026, 09:23Da gehe ich mit! Wer wären bei dir die anderen vier?FifteenJugglers hat geschrieben: 29 Jul 2026, 07:50 Konrad Wolf würde ich zu den fünf wichtigsten deutschen Regisseuren überhaupt zählen.![]()
Der letzte Film, den ich gesehen habe
- Jan Lustiger
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
- gypsy tail wind
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Kleiner Nachtrag dazu: die drei Filme von Jordan Peele mochte ich auch sehr, wobei nur der letzte aus den Zwanzigern ist und von den dreien der schwächste, fand ich ("Nope", 2022).Grievous Angel hat geschrieben: 28 Jul 2026, 02:24Vielen Dank für die Auflistung, jetzt kann ich das besser einordnen.gypsy tail wind hat geschrieben: 27 Jul 2026, 21:41 Grievous Angel hier ein paar grössere und kleinere US-(Ko-)Produktionen der letzten Jahre, die ich mochte - keine Ahnung, welche davon als "Hollywood" zählen und welche nicht:
Showing Up (Kelly Reichardt, 2022)
Tár (Todd Field, 2022)
Poor Things (Yorgos Lanthimos, 2023)
The Zone of Interest (Jonathan Glazer, 2023)
Asteroid City (Wes Anderson, 2023)
Challengers (Luca Guadagnino, 2024)
Queer (Luca Guadagnino, 2024)
Sinners (Ryan Coogler, 2025)
One Battle after Another (Paul Thomas Anderson, 2025)
Honey Don’t (Ethan Coen, 2025)
Father Mother Brother Sister (Jim Jarmusch, 2025)
The Chronology of Water (Kristen Stewart, 2025)
Blue Moon (Richard Linklater, 2025)
Echte Lieblingsfilme sind da keine dabei - die kamen halt wirklich eher nicht aus den USA (oder sind dann Dokumentarfilme wie der grossartige "Seeds" von Brittany Shine von 2025).
Mich hat grundsätzlich interessiert, ob das ein Problem mit Nolan ist oder mit Mainstream-Blockbustern generell. Nolan war nebenan ja auch nicht wirklich ein Regisseur, auf den man sich gut einigen konnte. Bei mir ist es Licht und Schatten, sein "Tenet" war eines der unerträglichsten Kinoerlebnisse, die ich bislang hatte, "Oppenheimer" hat für mich dann wieder gut funktioniert. Ich schätze an Nolan vor allem seine Bemühungen und seinen Einsatz für die Bewahrung des traditionellen Kinos. Bin gespannt, hier kommt die "Odyssee" erst im September in die Kinos.![]()
Vermutlich hab ich schon generell eine Abneigung gegen das, was Du "Mainstream-Blockbuster" nennst - die dort bedienten Genres interessieren mich wenig bis kaum (Action, Science Fiction, Highschool-Schlock) oder eher nicht in der dort anzutreffenden Gestaltungsform (RomComs, überhaupt Komödien, Coming-of-Age Filme). Es gibt halt so viele Filme zu sehen und so viele, die ich noch nicht kenne, dass ich die Prioritäten einfach anders setze (und Kino ist ja nicht das einzige, was mich in meiner Freizeit umtreibt, es gibt ja auch noch diese Ding namens Musik).
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #174 – 11.08.2026, 22:00
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- salamandersalat
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Weiterhin gesehen:

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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Welche weiteren Filme von Wolf würdest du (und würdet ihr) mir empfehlen, ausgehend von dem Wissen, dass ich Goya sehr mochte?Grievous Angel hat geschrieben: 29 Jul 2026, 09:23Da gehe ich mit! Wer wären bei dir die anderen vier?FifteenJugglers hat geschrieben: 29 Jul 2026, 07:50 Konrad Wolf würde ich zu den fünf wichtigsten deutschen Regisseuren überhaupt zählen.![]()
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Und: Werner Herzog zählt ihr nicht zu euren Favoriten unter den deutschen Regisseuren?
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Na, das war dann aber mal ein Film für dich.salamandersalat hat geschrieben: 29 Jul 2026, 17:25 Weiterhin gesehen:
740 Park Avenue [Why Poverty?-Cut] (Regie: Alex Gibney - USA, 2012) 7/10
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Ich hatte früher eine DVD mit DEFA-Synchro davon (oder doch nicht, anscheinend hat mir die Erinnerung einen Streich gespielt, dafür immerhin im falschen Bildformat) und dann vor einigen Jahren die Bildstörung-Blu-Ray nachgerüstet (*hust*). Jetzt schien mir der richtige Zeitpunkt, um meine Eindrücke aufzufrischen. Immer noch absolut beeindruckend, auch auf fotografischer Ebene (Da ist es wieder! Das Zerkalo-Grün!). Dancer in the Dark erwähnte ich hier mal, weil ich das Finale unerträglich finde, Idi i smotri berührt mich ähnlich stark.latho hat geschrieben: 29 Jul 2026, 22:31Na, das war dann aber mal ein Film für dich.salamandersalat hat geschrieben: 29 Jul 2026, 17:25 Weiterhin gesehen:
740 Park Avenue [Why Poverty?-Cut] (Regie: Alex Gibney - USA, 2012) 7/10
Fando y Lis (Regie: Alejandro Jodorowsky - Mexiko, 1968) [Re-Watch] 8,5/10
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

The Death Of Robin Hood (Michael Sarnoski, 2026)
Robin Hood ist alt geworden. Nun sind die Angehörigen seiner früheren Opfer alt genug, um sich an ihm zu rächen. So muss Robin einige Kämpfe bestehen, bis er schließlich verwundet wird und eine Heilerin in einem Inselkloster aufsucht, um dort seine Wunden zu heilen.
Eine Warnung vorweg: Wer seinen Robin Hood so mag, wie er ihn aus den altbekannten Filmen kennt, wird hier eher entsetzt sein. Der Robin in diesem Film ist kein edler Bandit, der die Reichen beraubt, um den Armen zu geben. Unser Robin hier ist nichts anderes als ein Mörder und Räuber, dem es völlig gleichgültig ist – oder war -, wer seine Opfer waren. Da wurde ohne Ansehen der Person selbst für ein Stück Brot gemordet. Schon die Eröffnungssequenz ist in dieser Hinsicht prägend für den Film: Eine junge Frau – eher noch ein Mädchen – sucht Robin auf, um ihn zu töten und damit ihre Eltern zu rächen. Doch Robin riecht den Braten, dreht den Spieß um und tötet das junge Mädchen mit einer Brutalität und gleichzeitigen Beiläufigkeit, die jeden, der nur den Legenden-Robin kennt, sofort schockieren muss.
Wenig später stößt Little John zu Robin. Dieser lebt mittlerweile unter einem anderen Namen, hat eine Familie gegründet und sieht seine Existenz nun bedroht, weil er erkannt worden ist. Er bittet Robin um Hilfe. Gemeinsam ziehen die beiden los und werden ein weiteres Mal unzählige Menschen töten. Auch das geschieht mit einer unfassbaren Brutalität, mit der ich wirklich nicht gerechnet habe. Das Ganze grenzt schon fast an das Splatter-Genre: Da werden Pfeile in Großaufnahme durch Köpfe gejagt, eine Hand wird mit einem Messer an ein Brett genagelt und anschließend ruckartig heruntergezogen, sodass sie vom Messer zerteilt wird – und viele andere Grausamkeiten mehr.
Dabei scheint Robin zumindest vage bewusst zu sein, dass sein Handeln nicht einwandfrei ist, während Little John mit seinen Morden gar keine Probleme hat, sondern vielleicht sogar eher Spaß daran findet. Aber nicht nur daran erkennt der Zuschauer, dass der legendäre Robin in diesem Film nicht existiert. Es wird auch ausdrücklich darauf verwiesen, dass die Legenden – die alten, bekannten Geschichten, die wir alle gehört haben – von Robin bewusst gestreut worden sind, um seine Schandtaten ein wenig zu vertuschen. Ganz oft weiß er selbst nicht mehr genau, was tatsächlich passiert ist und was nicht. Little John, der geistig sogar ein wenig minderbemittelt wirkt, kann das noch viel weniger unterscheiden. Passend zu dieser düsteren Version von Robins Geschichte ist auch die optische Umsetzung: Die Bilder sind durchweg düster gehalten – trist, farbentsättigt, grau und kalt.
So vergeht die erste Hälfte des Films. Wer als Zuschauer bis hierhin durchgehalten hat, dabei zuzusehen, wie seine Legende dekonstruiert wird, und vielleicht sogar Gefallen an dem düsteren und brutalen Geschehen gefunden hat (Fans von The Northman zum Beispiel), könnte nun mit der zweiten Hälfte des Films ein wenig Probleme bekommen, denn es ändert sich seine Tonalität fast völlig. Während Robin in der ersten Hälfte vor seiner Schuld eher davonläuft und sich nur den potenziellen Rächern stellt, stellt er sich in der zweiten Hälfte tatsächlich seiner Schuld.
Das führt fast zwangsläufig zu einem ganz anderen Film. Es wird gesprächslastiger, es wird ruhiger, es wird teilweise fast poetisch. Auch auf der Insel holt Robin seine Vergangenheit ein, aber zum ersten Mal kann er sich – allen voran wegen seiner anfänglichen körperlichen Schwäche – dieser Vergangenheit nicht mit Gewalt erwehren. Außerdem bedrohen seine früheren Morde auf der Insel nicht sein Leben, auch seine Seele wird tief erschüttert. Und so beginnt er, intrinsisch und extrinsisch motiviert, eine Reise zu sich selbst. Und was er findet, erschreckt selbst diesen hartgesottenen alten Mann, der alles erlebt und alles getan hat.
Ich glaube, der Film hat es schwer, sein Publikum zu finden, da er in zwei krass unterschiedliche Hälften zerfällt. Fans von harter Action und Splatter-Kino werden den ersten Teil lieben, mit dem zweiten aber wenig anfangen können. Wer hingegen ein poetisches Charakterdrama mit psychologischer Entwicklung sucht, wird von der anfänglichen Brutalität vermutlich abgeschreckt. Trotzdem ist das Werk in meinen Augen komplett gelungen. Da ich beiden Genres etwas abgewinnen kann, habe ich beide Hälften sehr genossen – der stilistische Bruch hat mich zu keiner Zeit gestört. Zumal er sich ganz organisch aus der Erzählung ergibt. Ebenso wenig hat mich gestört, dass der Film einen völlig anderen Blick auf Robin Hood wirft als alle bisherigen Verfilmungen. Wahrscheinlich ist dieser Ansatz sogar realistischer als die bekannten Mythen und Geschichten, aber historische Genauigkeit ist mir hier letztlich genauso egal wie das Aufrechterhalten oder Niederreißen von Legenden. Wichtig ist, dass der Film in sich stimmig und gut erzählt ist – und das ist er hier. Auch der Cast ist stark, besonders Robin und Little John. Etwas ab fällt die Darstellung der Heilerin, was aber eher am Drehbuch, innerhalb dessen sie im Grunde nur eine Plot Device ist, als an der Darstellung liegt. Deswegen gebe ich gerne 8/10 Meisterschüssen.
- salamandersalat
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Apropos Bildstörung: Weiß jemand von euch, was mit dem Kölner Label geschehen ist? Die Web-Auftritte werden nicht mehr betreut, Die Erde ist ein sündiges Lied war die letzte neue Veröffentlichung. Jahre her.
Absolut wahnsinniger Katalog, in vorbildlichen Editionen.
Absolut wahnsinniger Katalog, in vorbildlichen Editionen.
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- latho
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Der Film hat irgendwie die Wirkung eines Magenschwingers. 1=/10 oder * * * * * würde ich nicht vergeben, aber * * * * 1/2 sind schon drin.salamandersalat hat geschrieben: 29 Jul 2026, 22:41Ich hatte früher eine DVD mit DEFA-Synchro davon (oder doch nicht, anscheinend hat mir die Erinnerung einen Streich gespielt, dafür immerhin im falschen Bildformat) und dann vor einigen Jahren die Bildstörung-Blu-Ray nachgerüstet (*hust*). Jetzt schien mir der richtige Zeitpunkt, um meine Eindrücke aufzufrischen. Immer noch absolut beeindruckend, auch auf fotografischer Ebene (Da ist es wieder! Das Zerkalo-Grün!). Dancer in the Dark erwähnte ich hier mal, weil ich das Finale unerträglich finde, Idi i smotri berührt mich ähnlich stark.latho hat geschrieben: 29 Jul 2026, 22:31Na, das war dann aber mal ein Film für dich.salamandersalat hat geschrieben: 29 Jul 2026, 17:25 Weiterhin gesehen:
740 Park Avenue [Why Poverty?-Cut] (Regie: Alex Gibney - USA, 2012) 7/10
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