Diesen Post wollte ich die ganze Zeit schon zitieren und mich anschließen. Von mir auch lieben Dank an alle für die Beiträge in diesem schönen Thread.gypsy tail wind hat geschrieben: 12 Jun 2026, 09:13 Im alten Forum hab ich ja kaum noch was geschrieben, zu oft nur rasch die Filme genannt ... ich mag den Filmfaden hier echt gerne und strenge mich daher sehr gerne ein wenig an - und daher auch mal ein herzliches Dankeschön in die Runde!
Der letzte Film, den ich gesehen habe
- Grievous Angel
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
keep on sailing.
- FifteenJugglers
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Ich bemühe mich. Komme im Moment leider kaum zum Lesen, geschweige denn zum Schreiben.
- salamandersalat
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Zuletzt gesehen:

Fantaghirò (Regie: Lamberto Bava - Italien/Tschechien, 1991) 6,5/10
Dune (Regie: David Lynch - USA, 1984) [Re-Watch] 7/10
Femina ridens (Regie: Piero Schivazappa - Italien, 1969) 9/10
Mit der Anti-Baby-Pille als wirksamen Startschuss zur Befreiung der Frau aus den Wichsgriffeln des Patriarchats und ihrer zugedachten Rolle als Hausfrau und Mutter inszeniert Piero Schivazappa das Bröckeln männlicher Allmachtsfantasien und einen im psychosexuellen und psychedelischen Pop Art-Taumel aufgehenden Geschlechterkampf. Der petite mort, welcher vom männlichen Protagonisten zum größten, zum endgültigen Tod aufgeblasen werden soll, kollabiert gleich dem männlichen Ego, wenn es die eigene Unzulänglichkeit in lachhafter Form anerkennen muss: Die Fotosammlung des Finales versammelt dümmliche Schuljungen im Uniformpanzer. Auf den Punkt gebrachte Männlichkeit.
Vermeintliche Rationalität, in eingeschränkter Form und, wenn nicht auf alle Zusammenhänge angewandt, immer eine Form des Egoismus, zeigt sich zu Beginn in sterilem Weiß und kühlen Blautönen (sicher die psychopathische Ausführung, es handelt sich um ein Verbrechen), später aufgebrochen durch wärmere Farben und aggressives Rot. Weiblich konnotiert, männlicher Kontrollverlust.
In manchen Einstellungen erinnert mich Femina ridens bildgestalterisch an L'Eden et après und Glissements progressifs du plaisir von Alain Robbe-Grillet, die sadomasochistischen Motive scheinen vordergründig ähnlich, werden aber grundsätzlich anders ausgespielt.
Stelvio Cipriani setzt in seinem Score melodieselige Streicherarrangements in barocker Eleganz gegen die zahlreichen Szenen psychischer und physischer Gewalt, schwankt ansonsten zwischen Jazz-Einflüssen und psychedelisierter Bedrohlichkeit. Er mag im Schatten von Morricone existieren, braucht sich vor diesem jedoch nicht zu verstecken. (Dies bewies er mir kürzlich erst wieder mit seinem Score zu Operazione paura.)
Femina ridens bildet an der Schnittstelle von Design, Sound und Psychoanalyse einen weiteren wundervollen Beitrag zum außergewöhnlichen Kino italienischer Prägung der späten 1960er. Giallo-Fans, die Krimi-Elemente nicht vermissen, können ebenfalls einen Blick wagen.

Fantaghirò (Regie: Lamberto Bava - Italien/Tschechien, 1991) 6,5/10
Dune (Regie: David Lynch - USA, 1984) [Re-Watch] 7/10
Femina ridens (Regie: Piero Schivazappa - Italien, 1969) 9/10
Mit der Anti-Baby-Pille als wirksamen Startschuss zur Befreiung der Frau aus den Wichsgriffeln des Patriarchats und ihrer zugedachten Rolle als Hausfrau und Mutter inszeniert Piero Schivazappa das Bröckeln männlicher Allmachtsfantasien und einen im psychosexuellen und psychedelischen Pop Art-Taumel aufgehenden Geschlechterkampf. Der petite mort, welcher vom männlichen Protagonisten zum größten, zum endgültigen Tod aufgeblasen werden soll, kollabiert gleich dem männlichen Ego, wenn es die eigene Unzulänglichkeit in lachhafter Form anerkennen muss: Die Fotosammlung des Finales versammelt dümmliche Schuljungen im Uniformpanzer. Auf den Punkt gebrachte Männlichkeit.
Vermeintliche Rationalität, in eingeschränkter Form und, wenn nicht auf alle Zusammenhänge angewandt, immer eine Form des Egoismus, zeigt sich zu Beginn in sterilem Weiß und kühlen Blautönen (sicher die psychopathische Ausführung, es handelt sich um ein Verbrechen), später aufgebrochen durch wärmere Farben und aggressives Rot. Weiblich konnotiert, männlicher Kontrollverlust.
In manchen Einstellungen erinnert mich Femina ridens bildgestalterisch an L'Eden et après und Glissements progressifs du plaisir von Alain Robbe-Grillet, die sadomasochistischen Motive scheinen vordergründig ähnlich, werden aber grundsätzlich anders ausgespielt.
Stelvio Cipriani setzt in seinem Score melodieselige Streicherarrangements in barocker Eleganz gegen die zahlreichen Szenen psychischer und physischer Gewalt, schwankt ansonsten zwischen Jazz-Einflüssen und psychedelisierter Bedrohlichkeit. Er mag im Schatten von Morricone existieren, braucht sich vor diesem jedoch nicht zu verstecken. (Dies bewies er mir kürzlich erst wieder mit seinem Score zu Operazione paura.)
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Keramikvasen geh'n jetzt wieder viel leichter kaputt.
- Jan Lustiger
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
@salamandersalat Gehe ich recht in der Annahme, dass das gepostete Bild immer aus dem von dir näher besprochenen Film stammt?
- salamandersalat
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Ja, das sollte in der Regel so sein.
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- Jan Lustiger
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Sehr schön, danke. Femina ridens kam gleich mal auf die Watchlist. Sowohl deine Beschreibung als auch das Bild, das mich an Robert Altmans 3 Women und auch ein bisschen an Almodóvar erinnert, sind intriguing.
- salamandersalat
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Trailer verlinke ich nach Möglichkeit auch immer. Also, falls du Trailer nicht ablehnst...
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- Grievous Angel
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Von mir auch danke, wandert ebenfalls direkt auf meine Watchlist. 
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- salamandersalat
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Jetzt auch gesehen. Eher Lee Cronin's The Exorcist als Lee Cronin's The Mummy, oder? Kein Stück gruselig, dafür supereklig (wem's bei den Fußszenen nicht die Schuhe auszieht...) und schön blöd. Ist mir 6 Punkte für das Gematsche wert. Darauf hoffe ich auch beim neuen Evil Dead.motörwolf hat geschrieben: 29 Apr 2026, 23:42
Lee Cronin’s The Mummy (Lee Cronin, 2026)
In der Wüste um Kairo verschwindet die kleine Katie spurlos. Natürlich belastet das die Familie extrem, doch irgendwie geht schließlich das Leben weiter. Bis plötzlich, acht Jahre später, aus Kairo die Nachricht kommt, dass Katie lebend gefunden wurde, allerdings in sehr schlechtem Zustand. Und schon sehr bald muss man sich fragen, ob das wirklich Katie und nur Kstie ist...
Eines vorweg: der Film hatte zunächst eine FSK18-Freigabe plus Feiertagsverbot erhalten, was ja heute eher selten vorkommt. Zum Start wurde er dann herabgesetzt auf FSK16 und er hat die Feiertagsfreigabe erhalten. Völlig zurecht. Zwar gibt es eklige Szenen und ein bisschen Blasphemie, aber die Fünfziger sind doch wohl lange genug vorbei. Zweitens ist es wichtig zu wissen, dass Cronin keinen Abenteuerfilm wie die 1999er Fassung gedreht hat, sondern einen waschechten Horrorfilm. Eigentlich etwas, das ich sehr begrüßt habe, doch leider ist Cronins Film nicht wirklich gut geworden. Dazu verschwendet er zu viel Potential. So bringt er uns erst die Figuren nahe genug, dass einem ihr Leid nicht egal ist, versäumt dann aber, etwas aus dieser Ausgangslage zu machen. Gerade die Beziehung der Geschwister zu Katie hätte viel mehr möglich gemacht. Ein anderes Problem hat der Film mit der Überwindung des Unglaubens. Da passieren ehrlich krasse Dinge mit Katie, aber die Eltern (und viele andere Figuren) reagieren stets, als wäre alles im Grunde normal. Ich glaube, niemand hier würde so mit einem Kind umgehen, das sich auf extreme Weise selbst verletzt, Skorpione isst und auf der Beerdigung der eigenen Oma deren Zähne aus ihrem stiehlt, sich selbst einsetzt und dann zur absoluten Hochform des Diabolischen aufläuft. Die Reaktion der Eltern ist hier im Grunde keine. WTF? Und solche Dinge muss man leider viel zu oft aushalten.
Positiv dagegen ist in meinen Augen sowohl das Bild als auch der Ton. Die Effekte sind gut gemacht, die Musik ist gut. Außerdem ist es immer schön, wenn Menschen in Filmen nicht alle Englisch (bzw Deutsch in der Synchro) sprechen, so wie sich hier die Ägypter eben in ihrer Sprache unterhalten. Leider reichen die positiven Aspekte aber nicht, um dem Film auch nur eine durchschnittliche Bewertung zu geben. Da müssen 4/10 Zehnägeln reichen.
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Ja, „Femina Ridens” ist klasse, Dagmar Lassander sowieso. Mich hat seine Rezeption im klassischen Giallo-Kontext immer leicht irritiert (er ist Bestandteil der ersten Koch Media Giallo Box und wird auch in Christian Keßlers „Gelb Wie Die Nacht” besprochen).
