
Clayton-Hamilton Jazz Orchestra – Groove Shop | Ted Gioia hat sich in seinem langen Text über Authentizität (und was deren Verlust, der durch das heute ständige Bestreiten ihrer Existenz für uns bedeutet) einen Nebengedanken zu den Musikern in L.A. eingestreut, die immer schon auf alles von Bar-Mitzvahs und Gigs auf Kreuzfahrtschiffen, Studio-Jobs, Tanzbands und zwischendrin etwas Jazz eingestellt waren ... und dass das eben gerade kein Aspekt der Westküsten-Szene sei, den er mag. Nach der Band von Menza ist das hier ähnlich - wieder lesen wir diverse mittelbekannte Namen von Leuten, die hier wohl gerade den Jazz-Gig schätzten: Rickey Woodard (ts), Snooky Young (t), Mike Lang (p), Thurman Green (tb), Bobby Bryant (t), George Bohanon (tb), Oscar Brashear (t), neben dem Sohn Jeff Clayton (as), Clay Jenkins (t) und Doug MacDonald (g) die Solisten des Albums. Auch dabei sein zudem Ira Nepus (tb), Maurice Spears (btb), Bill Green, Bob Hardaway, Lee Callet (reeds) und Herb Mickman (b - Clayton spielt laut dem Line-Up "solo double bass", er stand wohl vor der Band, Jeff Hamilton hatte am Drum-Kit ja keine Hand frei). Johnny Mandel wurde für die Sessions im April 1989 als "music supervisor" angeheuert, was immer das auch heisst - er darf mit aufs Cover, aber die Arrangements hat alle John Clayton geschrieben. Die Spielart ist konventioneller als bei Menza, es gibt "Georgia", "Raincheck", "'T'aint What You Do" (Snooky Young singt und spielt das Trompetensolo) - und erst dann das erste von zwei Originals von Clayton, "Brush This" für den Leader-Kollegen (mit dem Sohn an der Oboe im Lead der Reeds-Section). Das zweite ist "Groove Shop" (eine Fortsetzung von Jerome Richardson "Groove Merchant"). "Sashay" ist von Brashear, der hier ein langes Solo kriegt. Von Mendel kriegen wir dann das Medley "Melt Away/A Time for Love", bevor das Album mit "I Won't Dance" und "Night Train" endet. Das ist gute Big Band-Musik irgendwo zwischen Basie und der Jones/Lewis-Band ... das Menza-Album finde ich unterm Strich definitiv besser.






