Ich höre gerade ... Jazz

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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »



Abdullah Ibrahim / Dollar Brand – Nisa | Eine Solo-Platte von 1978, die ich nie gesehen habe ... woher ich davon ein Digitalisat habe, weiss ich nicht mehr, aber das hat gestern (im Urlaub) "African Piano" abgelöst (von dem ich bisher nie einen Rip erstellt habe).



Dollar Brand / Abdullah Ibrahim – Voice of Africa | Und gestern lief auch noch diese Zusammenstellung mit Aufnahmen, die Ibrahim im Lauf der Siebziger bei Besuchen in der Heimat gemacht hat ... grossartig natürlich! (Zu den Sessions hatte ich drüben ja mal einen halbfertigen Thread gestartet). Hier ist nicht zuletzt "Mannenberg" dabei (mit Robbie Jansen, Basil Coetzee, Paul Michaels und Monty Webber, 1977 - auf Wiki, wo statt dem Bassisten noch Morris Goldberg als dritter Saxer erwähnt wird, lese ich dass Mamdani das bei seiner Amtseinführung laufen liess ... ich weiss nicht mal, ob's da mehrere Aufnahmen gibt, bei KAZ steht eben 1977, bei Wiki 1974 und das stimmt natürlich ... vermutlich ist das bei KAZ bzw. Camden einfach ein Fehler).
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)

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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »



Dollar Brand – African Breeze | Ein Konzert vom Februar 1974 aus der Yuhbin Chokin Hall in Tokyo - unglaublich schöner Sound (Konzertsaal mit vermutlich top gewartetem Flügel) ... aber ganz so wie "African Piano" (und auch wie "Nisa") packt mich das bisher nicht ... kenne ich schon lange als Rip, den ich auch grad höre, zuhause ist auch die japanische CD von 2016, mit dem ich den Rip quasi retrolegalisiert habe. Aber ich weiss grad echt nicht, ob die CD schon jemals gelaufen ist. Ich finde das gerade aber schon ziemlich toll und muss das Album vielleicht nach den Ferien auch mal daheim eine Weile in Dauer-Rotation hören.
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thelonica
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von thelonica »

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ROY ELDRIDGE - RICHIE KAMUCA QUINTET - Comin' Home Baby

Die Xanadu LP mit Eldridge u. Hines ist schon etwas mehr ein HInes-Album, "Comin' Home Baby" enthält Live Musik aus den Jahren 1965 u. 1966. Wer hätte außerdem gedacht, dass Roy Eldridge u. Richie Kamuca so gut zusammenpassten, der Track "Comin' Home Baby" könnte fast aus dem Black Hawk sein, aber man hört halt nicht Shelly Manne & his Men. Bassist auf "Take the "A" Train" ist ein gewisser Don Moore aus Philly, der sonst eigentlich mehr auf Avantgardealben zu hören ist (Bill Dixon-Archie Shepp, Don Cherry, Elvin Jones...). Tommy Potter ist auf vier von sechs Tracks zu hören, Dick Katz am Piano (den ich bisher nicht gut kenne) und Eddie Locke an den Drums. "Hackensack" auf Seite 2 ist eine Adaption von "Rifftide", wobei beide Stücke wohl von Monk u. Hawkins stammen, man hört den Stil von Hawkins hier allein schon wegen dem Tempo raus. Die Aufnahmen sind wahrscheinlich im Half Note entstanden. Richie Kamuca spielte wohl ab Mitte der 60er Jahre bis 1970 öfters bei Roy Eldridge, nur wurde das Eldridge-Kamuca Quintett ganz wenig dokumentiert. Kamuca war nicht der Musiker, der sich daheim versteckt hielt, die Aufnahmen der Terry Gibbs Dream Band, Shelly Manne & His Men, Sam Cooke At the Copa und ein paar Jahre mit Roy Eldridge deuten sehr in eine andere Richtung (außerdem einige Jahre bei Kenton und Herman in den 50er Jahren).
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von redbeansandrice »

Die Eldridge Kamuca Platte hätte ich die Tage auch fast gehört, ist bald wieder dran... Dick Katz ist mE ein ziemliches Plus wenn er auftaucht... Bei Eldridge und Hines hab ich die Xanadu Platte und eine der beiden auf Limelight... Aber die zweite ist mir noch nicht in der schönen Gatefold Ausgabe begegnet...
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thelonica
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von thelonica »

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TERRY GIBBS BIG BAND - The Exciting Terry Gibbs Band

"Recorded Live At The Summit in Hollywood" - Aufnahmen aus dem Januar 1961, hier läuft eine französische Pressung. Bei Terry Gibbs ging es nicht nur um Swing, Be Bop, top Arrangements und Energie auf der Bühne, bei Balladen und Blues lag auch seine Stärke, aber manchmal kommt das mehr bei kleineren Gruppen von ihm zum Vorschein. Mit Pat Moran am Piano hatte er wieder eine Frau in der Band, Terry Pollard war wohl in den kleineren Bands davor, Alice McLeod (Coltrane) kam etwas später (nach der Dream Band und nach einem Quartett mit Pat Moran), als Gibbs wieder mit kleinerer Besetzung aufgenommen wurde. Ansonsten war die Dream Band voll mit sehr guten Musikern (u.a. Stu Williamson und Kamuca!), sogar der Bassist Buddy Clark fällt mir immer mehr positiv auf (wahrscheinlich in diesem Fall die Wahl von Mel Lewis).
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von redbeansandrice »

Gibbs ist mittlerweile einer letzten Überlebenden aus diesen Jahrzehnten der Jazz-Geschichte...
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von thelonica »

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WOODY HERMAN AND HIS ORCHESTRA - Early Autumn

Terry Gibbs bekam schöne Features bei "More Moon" und "The Great Lie", Gene Ammons war allerdings der Hauptgrund die LP zu holen. Das Solo von Stan Getz bei "Early Autumn" machte ihn über Nacht bekannt - das Stück ist aus der "Summer Sequence" (der letzte Part daraus) von Ralph Burns, obwohl das heute vielleicht kaum noch jemanden interessiert. Und das Solo von Gibbs bei Autumn ist auch fein, ansonsten hört man ihn schon mehr als Be Bop Musiker ("Keeper of the Flame" von Shorty Rogers).
Gene Ammons ist auf der zweiten Seite wieder vertreten. "The Great Lie" (Andy Gibson, Cab Calloway), mit einem Arrangement von Neal Hefti, erschien wohl zum ersten Mal auf dieser LP, Ammons nahm den Titel später für eine seiner Prestige LPs mit anderer Besetzung erneut auf. Weitere Highlights: Tenderley, Rhapsody In Wood und Starlight Souvenirs. Bob Graf, der mit Clark Terry (und Grant Green) in St. Louis zu tun hatte, bekam ein Solo bei "Sonny Speaks (diese Aufnahme entstand im Juni 1950 in Nashville).
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von redbeansandrice »


Dicky Wells – Lonesome Road

vorhin gefunden, ich dacht erst es wär ein Dick Wellstood Album, aber sah dann näher hin und entdeckte drei Sachen: Uptown, das ist ein interessantes Label... Dick Katz ist dabei... und die zweite Session ist am Tag meiner Geburt entstanden... und dann musst es natürlich mit... In den 80ern hatte Uptown ein ungewöhnliches Konzept: Alben mit Leuten aufnehmen, die eigentlich gar keine Musik mehr machten, als Ärzte hatten die Labelgründer die Expertise um zu überblicken, ob ein solches Album gesundheitlich noch drin war... Joe Thomas, Allen Eager... und auch Dicky Wells, der in diesen Jahren nach einer Reihe von Rückschlägen als Kurier arbeitete, wenn ich das richtig verstanden habe, er war auch schon über 70... und die Posaune ist kein Instrument, dass es einem besonders leicht verzeiht, wenn man nicht regelmässig spielt... Wells probiert jetzt auch gar nicht, sich eine glatte Facade zu geben, sondern geht Risiken ein, meistens geht das schief, wird aber charmant gelöst... Dick Katz spielt durchgängig Klavier, er ist super, gibt Wells ein rumpeliges Fundament, das sitzt, und spielt die besten Soli, auf der Hälfte der Tracks spielt Buddy Tate noch Klarinette und Saxophon, George Duvivier Bass, in der zweiten Session, die vermutlich nötig war, weil es nicht genug Material aus der ersten gab, singt Wells dann mehr, ist alleine in der Frontline, Michael Moore ist Bass, das ist auch prima, Schlagzeug kommt durchgängig von Oliver Jackson. Wirklich ein interessanteres Album als erwartet, auch wenn es sicher nicht rundum gelungen ist.
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thelonica
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

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JAY McSHANN AND HIS ORCHESTRA FEATURING CHARLIE PARKER - The Jumping Blues

Dass Jay McShann in seiner Jugend nächtens Broadcasts aus Chicago mit Earl Hines anhörte, war mir auch nicht so klar. Der Transfer von diesen alten Aufnahmen auf LP ist erstaunlich gelungen, da rauscht kaum was. Die Aufnahmen für Decca entstanden teilweise in Dallas, Chicago und New York.
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thelonica
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

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THE TERRY GIBBS DREAM BAND - Volume Two, The Sundown Sessions

Was macht die Dream Band eigentlich so besonders? Teilweise wirkt sie bei Volume 2 etwas under-rehearsed (und dann doch wieder nicht), etwas betrunken (was stimmen könnte, denn es wurden auf der Bühne sogar oft noch Getränke nachbestellt), man hört wie Gibbs die Band anfeuerte und sonstige Gespäche (weil Wally Heider für eine gute Aufnahme gesorgt hatte und Gibbs darauf bestand, dass Bass u. Drums gut aufgenommen wurden). Man hört allerdings keine wirklichen Ansagen (rausgeschnitten?) der Stücke, fürs People Pleasing reichte wohl die gespielte Musik und die Anwesenheit von Leuten wie Mel Lewis, Gibbs u.a.. Alles was vielleicht als etwas weniger professionell angesehen wird (?), aber es gab in der Vorbereitung Arrangements von guten Leuten (Marty Paich, Med Flory, Holman, Sy Johnson u.a.). Gibbs hatte bei Woody mitgenommen, dass die Band insgesamt gut klingen sollte, egal ob es dafür 5 oder 8 Takes braucht (das schönste Solo eines Einzelnen wäre nicht ganz so wichtig). Gibbs hatte die Vorstellung davon, wie er was hören wollte, welche Leute er brauchte und die Kontakte zu den Arrangeuren, aber als Leader hatte er vielleicht nicht in Hierachie und zu strengen Regeln und Kontrollen gedacht (rauchen auf der Bühne erlaubte er allerdings nicht). Jedenfalls nicht wie Lionel u. Gladys Hampton, Benny Goodman oder Buddy Rich. Er erkannte, dass der Drummer für die Qualität der Band entscheidend ist. Der Leader steht nicht über allem und Mel Lewis war quasi schon sowas wie ein Co-Leader (inoffiziell) . Im Detail kann man einige Perlen entdecken: Z.B. "It Could Happen To You" mit einem schönen Vortrag von Charlie Kennedy (Arrangement v. Lennie Niehaus), "Back Bay Shuffle" natürlich, "The Song Is You" oder auch "Moonglow".