Ich höre gerade ... Jazz

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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »

gypsy tail wind hat geschrieben: 11 Apr 2026, 16:38

Mike Westbrook Band – Off Abbey Road | Eine grosse Beatles-Party zwischen Variété (Gesang von Kate Westbrook), Marching Band (Tuba statt Bass, wie oft bei Westbrook) und Zirkus mit Rockgitarre, Saxophonen, akrobatischem Gesang von Phil Minton (auch Trompete) ... macht viel mehr Spass, als man erwarten darf (vor allem, wenn man Beatles-Cover nicht mag - Discogs-Beifang, heute in der Post) ... Westbrook ist einfach gut, wer findet überall Wege, die Balance zu halten, streut auch mal ein Monk-Riff ein und schreibt für die maximal vier Bläser (Minton-t, Peter Whyman-as/cl, Alan Wakeman-bari/ss und Andy Grappy-tuba - letzter hat die ganz schnellen Hosen montiert) Arrangements, die so reich klingen wie die Sätze von Ellington. Klar, er nimt auch nicht nur "Come Together" oder "Eleanor Rigby" (das fehlt) sondern vor allem etwas weniger bekannte Songs. Und natürlich ist er ein toller Pianist, auch wenn das wie in fast allen seinen Band-Aufnahmen hier etwas zu kurz kommt, bis er sich mittendrin in "Because" ein langes Solo gönnt.



Dass das am Todestag von Mike Westbrook lief, merke ich erst jetzt ... er wurde 90 Jahre alt (21. März 1936 - 11. April 2026) und Richard Williams hat hier einen langen Nachruf verfasst:
https://www.theguardian.com/music/2026/ ... k-obituary
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Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #173 – 09.06.2026, 22:00
Thokei
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von Thokei »

Wolfgang Muthspiel Trio - Tokyo


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redbeansandrice
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von redbeansandrice »


Bheki Mseleku - Home at Last

und nochmal Feya Faku... Und andere illustre Sidemen wie Winston Mankunku Ngozi und Enoch Mthalane (g, ziemlich prominent zu hören)... Hatte ich immer als leichte Enttäuschung abgespeichert, aber heute morgen ist es genau richtig, sanft, gute Melodien, stilistisch ein bisschen überall unterwegs, wer sich so wie ich gerade zwischen Smooth Jazz und Hard Bop nicht entscheiden mag, ist hier richtig... Aber dadurch, dass die Band einen einheitlichen, typisch südafrikanischen Sound hat, funktioniert das schon zusammen
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lotterlotta
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von lotterlotta »

redbeansandrice hat geschrieben: 14 Apr 2026, 09:51
Bheki Mseleku - Home at Last

und nochmal Feya Faku... Und andere illustre Sidemen wie Winston Mankunku Ngozi und Enoch Mthalane (g, ziemlich prominent zu hören)... Hatte ich immer als leichte Enttäuschung abgespeichert, aber heute morgen ist es genau richtig, sanft, gute Melodien, stilistisch ein bisschen überall unterwegs, wer sich so wie ich gerade zwischen Smooth Jazz und Hard Bop nicht entscheiden mag, ist hier richtig... Aber dadurch, dass die Band einen einheitlichen, typisch südafrikanischen Sound hat, funktioniert das schon zusammen
....hatte ich zu sehr später/sehr früher stunde als gute nacht musik im player auf dem ohr....war und ist für mich schon immer gut und weit weg von einer enttäuschung, wobei die trauben durch die anderen alben schon recht hoch hängen...
ich wurde mal gefragt warum ich jazz höre. ganz einfach, weil er frei von hautfarbe und emotional ist....
Thokei
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von Thokei »

Hank Mobley - Peckin Time
soulpope
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Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von soulpope »



Masabumi Kikuchi "Manha de Carneval" (ECM) 2016 .... ein sehr subtiles Cover des Luiz Bonfa Klassikers ist das eigentliche Herzstück dieses Konzertmitschnittes aus 2012, wobei sich die Wirkung im Kontext des Gesamtprogrammes noch deutlich verstärkt .... wunderbar ....
"I'm not much but I'm all I have" (Philip K. Dick)
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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »





Bei mir die letzten Tage:

Randy Weston Big Band - Montreux Jazz Festival 1985
Randy Weston & Monty Alexander - Festivals de Jazz de Montreux, Zaragoza et Ramatuelle 1988
Billy Taylor – It's a Matter of Pride
The Phil Woods Quintet – American Songbook
Michel Graillier – Sweet Smile

Die drei "neuen" Weston-Alben sind gemeinsam eine echte Bereicherung, auch wenn das Fazit für die zwei Alben mit Band ähnlich sind: da ist nicht unbedingt was Neues zu hören, sondern man kriegt die Musik, die Weston in den Neunzigern ständig aufnahm (und aufführte, auch wenn ich leider nie in den Genuss gekommen bin) einfach schon einige Jahre früher. Und wie ich schon schrieb, fällt das auch 1985 nicht vom Himmel sondern setzt die paar orchestralen Alben von Anfang der Siebziger fort - und ist natürlich auch nie weit von der Solo-Musik, auf die Weston im Plattenstudio in der Zeit von 1974 bis 1989 mehr oder weniger beschränkt war. Auch als Solist war Weston immer ein Komponist, ein konzeptionell denkender Musiker, der seine Klangwelt auch ganz alleine erschuf. Das Duo mit Alexander (und den jeweiligen Percussionisten, Eric Asanté und Bobby Thomas) funktioniert überraschenderweise wirklich hervorragend - und ich kann verstehen, warum das in die dreiteilige Reihe aufgenommen wurde. Auch, dass ein paar Stücke sogar in zwei Versionen zu hören sind, finde ich überhaupt nicht störend. Die Erklärung dafür ist, dass die Konzerte mit Sets der Pianisten allein begannen und dann erst gegen Ende jeweils beide zu hören waren. Die 70 Minuten oder so auf dem Album (die letzten vier, fünf Minuten sind Interview-Schnipsel, vermutlich von direkt nach einem der Konzerte im Backstage-Bereich) bieten wohl einen recht grossen Anteil der jeweiligen gemeinsamen Sets (sonst hätte man wohl kaum mehrmals Stücke dupliziert).

Das späte Taylor-Album ist eine tolle kleine Entdeckung. Aufgenommen vermutlich 1993, jedenfalls 1994 bei GRP erschienen (produziert von Michael Abene und Taylor), mit einer tollen jungen Rhythmusgruppe (Christian McBride und Marvin "Smitty" Smith) und drei Gästen, die jeweils separat auf vier, drei bzw. zwei Stücken mitwirken: Ray Mantilla (cga), Stanley Turrentine (ts) und Grady Tate (voc) - auf fast allen der elf Stücke, von denen der Closer ein Piano-Solo ist). Den eleganten Gesang von Tate hätte ich nicht unbedingt gebraucht, aber er stört auch keineswegs - und fügt sich ins Gesamtbild ein, denn bei den zwei Gesangsnummern handelt es sich wie bei allen Stücken des Albums um Taylor-Originals, und so ergibt sich eine Art Werkschau, die trotz der ständigen Besetzungsänderungen sehr kohärent wirkt und auf jeden Fall hörenswert ist.

Woods ist ein etwas schwierigerer Fall - wie Taylor ein Discogs-Beifang, hier v.a. weil Bill Charlap am Piano sitzt, dazu die langjährigen Woods-Regulars Steve Gilmore und Bill Goodwin und der ebenfalls regelmässig an der Seite des Saxophonisten zu hörende Trompeter Brian Lynch. Das ist superkompetenter, aber sehr aufgeräumter Bebop, als Vorlagen dienen zehn Klassiker von Arlen ("When the Sun Comes Out", "Let's Fall in Love", "World on a String", "Right as Rain"), Gershwin ("A Foggy Day", "Summertime"), Porter ("Under My Skin", "I Concentrate on You", "Every Time We Say Goodbye") und Kern ("All the Things You Are"). Aufgenommen 2002 aber erst 2006 veröffentlicht. Die schönsten Momente sind die mit Woods an der Klarinette ("Summertime", "World on a String"), ansonsten ist das einfach super gut gespielter, quasi klassifizierter Bebop, ohne das Wilde und auch etwas ohne das Leben, das den frühen Aufnahmen innewohnt ... Repertoiremusik auf höchstem Niveau. Dass Woods für die Musik dennoch brennt, immer gebrannt hat, wird schon klar ... aber ich finde jetzt von den zwei grad entdeckten Woods-Aufnahmen aus den Nullern das Live-Album mit den Streichern doch ein gutes Stück besser.

Das Graillier-Album dann ... zum Kitagawa-Album dazu genommen, das ich schon erwähnt hab, ist nicht so ganz mein Fall. Oder anders gesagt: es leidet daran, das Alby Cullaz auch 1996 (live im Duc des Lombards) kein besonders guter Bassist war und er im Klangbild des Albums zugleich sehr prominent, mit leicht zweifelhaftem Sound, platziert ist. War jetzt zweimal im Player und gefällt insgesamt schon nicht schlecht - von Graillier als Leader hab ich auch sonst echt nichts bisher (das Duo-Album mit Alain-Jean Marie, "Oiseaux de Nuit", ist noch irgendwo, hab ich grad gar keine Erinnerung mehr dran).
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thelonica
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von thelonica »

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LEE MORGAN - Volume 2: Sextet

Ohne Philly Joe Jones, dafür mit Charlie Persip an den Drums, plus 4 Originals von Benny Golson und 2 von Owen Marshall. Vielleicht im Moment etwas zwingender als The Cooker, auf der man auch A Night in Tunisia hören kann. Mir war gar nicht mehr so klar, dass der junge Lee Morgan noch vor den Jazz Messengers einiges mit/von Benny Golson aufgenommen hatte. The Cooker wäre noch wegen Bobby Timmons interessant, aber Volume 2 hat halt auch die erste und tolle Version von Whisper Not. Benny Golson spielte Tenor allerdings erst auf Volume 3 (komplett nur Stücke von Golson, u.a. I Remember Clifford). Mit diesem Hintergrund macht es natürlich viel Sinn, dass Golson später auch zum musikalischen Direktor der Messengers wurde. Hier mit Charlie Persip, Hank Mobley und Arrangements von Golson klingt das alles noch etwas smoother und strukturierter, manchmal fast mehr wie bei Harry Sweets Edison. Lief heute wohl schon 4x durch.
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Beitrag von soulpope »

gypsy tail wind hat geschrieben: 14 Apr 2026, 19:15


Michel Graillier – Sweet Smile

Das Graillier-Album dann ... leidet daran, das Alby Cullaz auch 1996 (live im Duc des Lombards) kein besonders guter Bassist war ....
Ja stimmt .... anders kann man das leider gar nicht sehen ....
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thelonica
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von thelonica »

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SHELLY MANNE & HIS MEN - At The Manne Hole, Vol. 1