Ich höre gerade ... Jazz

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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »

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Heute Morgen die 1966/67er Studio-Sessions von John Coltrane, grob chronologisch und mit Alice-Overdubs-Epilog. Echt schade, dass der Rest der Aufnahmen verloren gegangen ist. Eine gut aufbereitete Box mit all dem Material - mit und ohne Overdubs - inkl. der verlorenen Sessions (28. April 1966, 27. Februar 1967, mehr vom 7. März 1967, 29. März 1967, 17. Mai 1967) wäre echt toll!


Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)

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Clau
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von Clau »

Der Morgen begann mit Cannonball Adderley's "Somethin' Else", jetzt:

KENNY BURRELL - Midnight Blue

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Ich frage mich gerade, warum ich Kenny Burrell so selten auflege...
Clau
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von Clau »

FRED JACKSON - Hootin' 'n Tootin'

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Thokei
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von Thokei »

Charlie Parker with Strings


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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »



Classic Vanguard Jazz Piano Sessions | Daraus bisher die zwei Alben von Sir Charles Thompson (Quartett mit der Basie-Rhythmusgruppe vom Januar 1954 und Trio mit Skeeter Best/Aaron Bell vom Februar 1955), das Solo-Album von Bobby Henderson (November 1956) und jetzt das "Mel Powell Septet" (Dezember 1953 mit Buck Clayton, Henderson Chambers, Edmond Hall, Steve Jordan, Walter Page und Jimmy Crawford) - inklusive die auch auf der Platte enthaltene "Sonatina for Piano" in drei Sätzen (I. Vivace, II. Chorale Variations, III. Largo Assai - Allegro). Powell ist hier neben den Duos von Ruby Braff mit Ellis Larkins die Hauptattraktion (je zwei CDs, vier - von denen "Septet" die erste ist - bzw. drei LPs) und das hab ich tatsächlich noch ein paar Dinge zu entdecken. Ich bin Mosaic echt dankbar für die zwei Vanguard-Boxen (und wünschte mir - not gonna happen, ich weiss - ein drittes mit den Modern Jazz-Sessions des Labels aus den frühen Jahren ... heute gehört der Katalog übrigens auch zu Concord, fiel mir auch grad erst auf).


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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »



Mel Powell Trio - Borderline / Thigamagig | Die nächsten zwei Alben, mit einer Woche Abstand im August 1954 aufgenommen, sind auf dem Papier vielleicht nicht so überraschend (keine Sonatinen oder andere "klassische" Kompositionen, die bei Powell später auch zwölftönig/seriell wurden) - aber dennoch voller unerwarteter Wendungen und von grosser Vielseitigkeit: es werden Experimente aller Art mit swingendem Playing verbunden. Das erste Trio greift mit Paul Quinichette und Bobby Donaldson das altgediente Goodman-Line-Up auf, bietet Originals mit avancierter Harmonik und sehr eigenem Charakter neben "klassischen" Jazz-Tunes, in denen Quinichette in seinen Lester Young-Modus fällt. Anderswo ist es gerade sein besonderer Ton, der der Musik eine zusätzliche Sprödheit gibt, was echt gut passt. Powell erweist sich als Experimentator voller Ideen und mit ganz eigenen Klangwelten. Käme das nicht aus dem Swing sondern dem Modern Jazz würde man statt von "Kammerjazz" eher von "Third Stream" reden - aber beide Etiketten greifen zu kurz. Und ich greife einen Punkt auf, den ich im alten Piano-Trio-Faden gemacht habe: auch hier zeigt sich, dass beim Klavier die Grenzen zwischen den Jazz-Stilen/Epochen verschwinden, dass sich moderne Harmonik nahtlos neben Stride-Einflüsse gesellen, dass die Brüche mühelos - manchmal innerhalb zweier Takte in einem Stück - überwunden werden bzw. gar nicht erst da sind oder sich eben eher im Rhythmischen zeigen, während Melodie und Harmonik mühelos mit dem mithalten kann, was die Bopper und ihre Nachfolger/Kollegen im Cool Jazz, so machten. Und dabei wirkt das hier oft deutlich weniger steif als so manches Westküsten-Experiment. Das bewahrheitet sich alles auch beim zweiten Album, auf dem Ruby Braff den Bläser-Posten übernimmt. Braff zeigt hier immer wieder seinen besonderen (und vielschichtigen) Ton, hat keinerlei Mühe mit den Stücken, die manchmal auch klassische Elemente einbringen (aber keine Vermischung à la Third Stream machen, das steht hier eher gleichberechtigt nebeneinander - auch wieder innerhalb der Stücke), in "Bouquet" klingen der erste und der letzte Teil der ABA-Form wie eine Trompetensonate.

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Mel Powell – Out on a Limb | Das letzte Vanguard-Album von Mel Powell entsteht am 19. Oktober 1955 und erscheint im 12"-Format. Zehn Kollegen, eine Marathon-Session. Wir hören Powell im Trio mit Tommy Kay (g - ehemals bei Jimmy Dorsey und Teil der Band von Mildred Baileys Radio-Show "Music 'Till Midnight") und Arnold Fishkin (b - von Lennie Tristanos Band, davor in verschiedenen Big Bands) (zwei Stücke) und einmal mehr mit Braff/Donaldson (zwei alte Klassiker: "Beale Street Blues" und "Rosetta"), mit Al Mattaliano (t - damals bei Kenton), Peanuts Hucko (cl - dank den Armstrong All Stars und der Band von Lawrence Welks TV-Show wohl der damals bekannteste Name), Nick Caiazza (ts - in den Dreissigern und Vierzigern Mitglied diverser Big Bands), Kay, Fishkin und Bobby Donaldson (vier Stücke) sowie mit Skeeter Best (g), Oscar Pettiford (b) (zwei Stücke im Trio) plus Braff und Donaldson (zwei Stücke im Quintett). Das ergibt 41 Minuten Musik, die auf einem als "composition recital" konzipierten Album veröffentlicht wurde, wie Thomas W. Cunniffe im Mosaic-Booklet schreibt. Auch hier mischt sich vieles: Swing, Einflüsse aus dem West Coast Jazz ... und im Opener "Gone with the Wind" (im Trio mit Gitarre/Bass) auch tatsächlich hübsche Kontrapunkt-Passagen, wie sie z.B. auch beim Modern Jazz Quartet zu hören sind. Hauptsächlich aber gibt es im ersten Teil mit dem Septett tighte, attraktive aber mir eine Spur zu aufgeräumte Arrangements und gute Soli, besonders vom Leader, der einen echt besonderen Touch hat - irgendwo zwischen Teddy Wilson und John Lewis möchte ich sagen, aber das greift sicher viel zu kurz, denn auch Waller grätscht immer wieder herein. Im Arrangement von "Stompin' at the Savoy" gibt es schöne Soli von allen, nicht nur von Hucko und dem auch anderswo glänzenden Caiazza sondern auch von Mattaliano und Kay.

Auf der B-Seite gibt es dann das Quintett - doch nur in zwei der sechs Stücke. Eingerahmt wird die Seite von den zwei Stücken mit Braff/Donaldson, auf das erste folgen die zwei mit Best/Pettiford, danach die zwei vom Quintett. Das ist keine Fortschreibung von "Thigamagig" - was man bei der Wahl der Stücke auch eher nicht erwartet hätte, aber bei Powell weiss man wirklich nie. Die Musik ist gradlinig und druckvoll - einfach guter Mainstream-Jazz, wie er auf zahlreichen Platten der "Vanguard Jazz Showcase"-Reihe zu finden ist. Braff growlt altmodisch durch den Blues von W.C. Handy, in "Rosetta" solieren alle drei hervorragend. In "Three Little Words" glänzt Best mit einem tollen Gitarrensolo (gefolgt von einem ebenso tollen Solo des Leaders), während in "You're Lucky to Be Me" Pettiford überragend gut spielt - in der Begleitung wie im Solo. Im Quintett verschwinden die Gitarre in die Begleitung, zu hören gibt es "Liza" (mit überragendem Braff - und Bass-Begleitung beim Besen-Solo der Drums) und "The Best Thing for You" (auf vielen Veröffentlichungen falsch als "The Best Things in Life Are Free" angegeben).

Unter dem Strich kein so tolles Album wie die beiden mit den Trios oben - aber zugleich ein hervorragendes Showcase für Mel Powell - als Komponist, als Arrangeur, als Bandleader ... und vor allem als Pianist, als der er in all den Settings glänzt.
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von thelonica »

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JOHN JENKINS/KENNY BURRELL - John Jenkins with Kenny Burrell

Hier im Stream. Das Album kommt mal auf meine Wunschliste. Bei John Jenkins, Sonny Clark oder Kenny Burrell denkt man, manche dieser Ideen hat man schon 1000x gehört, aber besonders Kenny Burrell hat stilistisch viel zu bieten. Be Bop spielte er fast überall, Ideen und Themen aus dem Swing/Big Band auch, Rhythm & Blues, Standards und Blues natürlich. Überschneidungen von Soul Jazz bzw. Be Bop und Big Band Jazz gelangen ihm hier schon zusammen mit Jenkins beim Stück "Motif" z.B.. * Wie gesagt, Vielfalt kann man bei Burrell um 1957 hören. Man könnte sagen, dass Burrell sich genug mit Charlie Christian und Django (und Charlie Parker) beschäftigt hatte, daher hatte er etwas mehr als Be Bop, was es ihm ermöglichte das Vokabular entsprechend kreativ einzusetzen, manchmal auch reduzierter. Aufnahmen mit akustischer Gitarre kamen etwas später, vielleicht auch, um etwas für Abwechslung zu sorgen, oder weil es besser zu bestimmten Kompositionen passte. * Beim Stück "Motif" ist es jetzt gar nicht so klar, ob man ein Be Bop Riff, Big Band Stück oder Soul Jazz hört (Jenkins ist hier eine gute Alternative zu Lou Donaldson übrigens) - das Lick für das Thema kam wahrscheinlich schon von Charlie Parker, könnte ansonsten aber auch von Tiny Grimes sein(?).
Zuletzt geändert von thelonica am 05 Apr 2026, 21:00, insgesamt 1-mal geändert.
redbeansandrice
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von redbeansandrice »

Danke für das Feedback zu der Mosaic Box, da sind ja schon wirklich tolle Sachen drin wie die Braff Larkins Duette und die Trios von Mel Powell, das ist allererste Liga... Hab ich alles noch nicht in gescheiten Ausgaben... Bobby Henderson interessiert mich ja auch sehr, weil ich die späten Aufnahmen super finde, aber das Album ist eher nichts besonderes, oder?
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »

redbeansandrice hat geschrieben: 05 Apr 2026, 18:09 Danke für das Feedback zu der Mosaic Box, da sind ja schon wirklich tolle Sachen drin wie die Braff Larkins Duette und die Trios von Mel Powell, das ist allererste Liga... Hab ich alles noch nicht in gescheiten Ausgaben... Bobby Henderson interessiert mich ja auch sehr, weil ich die späten Aufnahmen super finde, aber das Album ist eher nichts besonderes, oder?
Hab nur die Powell-Alben richtig aufmerksam angehört, da die mir bisher am wenigsten vertraut bis unbekannt waren... von Henderson kenn ich bisher nichts Weiteres, aber diese Session finde ich auch nicht so super. Die Geschichte dahinter aber schon (John Hammond fand ihn über ein Jahrzehnt später zufällig unter anderem Namen irgendwo in der Provinz bei einem ungeplanten Stopover auch der Suche nach etwas Jazz wieder – genauer müsste ich morgen nachlesen... Ach so, steht auch im Wiki-Eintrag).
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von redbeansandrice »

Noch genauer steht es in dem Artikel auf Hank O Neal's website, der wohl nur noch via archive zugänglich ist, hatte ihn mal verlinkt aber weiß nicht mehr wo... Das Detail, das bei Wiki nicht steht, war, dass Henderson irgendwie zwei verschiedene Familien hatte, und die zwei Namen und zwei Wohnorte wichtig waren, um das zu ermöglichen... "Sich zu Ehren von Buddy Bolden umbenannt" hatte ich irgendwie nie ganz glauben können... Ich such den Link bald nochmal