
Bill Doggett | Beim ersten Album des R & B-Organisten auf Black and Blue, 1971 aufgenommen, gab man wie bei dem von Slam Stewart keinen Titel. Die CD von 1991 hiess dann "I Don't Know Much About Love", die von 1998, wie man auch hier bei der grossen Japan-Reihe kopierte, "Everyday I Have the Blues". Und das ist auch wirklich mehr ein Blues-Album als ein Jazz-Album. Billy Martin (ts), Benny Goodwin (g), Walter McMahan (elb) und Kenny Clayton (d) bilden die Band, Goodwin singt "Every Day ...", Toni Williams singt "I Don't Know..." und den Closer "I've Been Lovin' You Too Long" ebenso den Bonustrack "I Love You So". Von "Green Onions" und "Mohr Truth" gibt es noch je einen Alternate Take - der Outtake erschien schon 1991, die anderen zwei Bonustracks erst 1998 (auch wenn dort bei allen dreien steht, dass sie zum ersten Mal erscheinen würden). Schönes Album, irgendwo zwischen Jump-Blues und altmodischem Rhythm & Blues. Das zweite Album von Doggett für das Label war 1978 geplant, erschien aber erst 2005 unter dem Titel "Am I Blue" - das lief vor ein paar Monaten schon mal und ist insgesamt sicher interessanter, vor allem wegen der Band, in der Bubba Brooks, der Bruder von Tina, am Sax zu hören ist (die anderen kenne ich auch wieder alle nicht: Pete Mayes-g, Larry Trott-b, Howard Overton-d, und wieder die Sängerin Toni Williams).


The Jay McShann All Stars – Going to Kansas City | Das passt dann ganz gut (auch wenn ich dazwischen stundenlang Unterhaltungsmusik konsumierte - letzten Samstag wurde im SRF Pepe Lienhards 80. Geburtstag ausgiebig gefeiert und ich guckte mir das meiste davon am Nachmittag an, mein Kopf taugt grad nicht zu viel mehr ... schöner Gastauftritt von Caterina Valente, die rasch auf dem Sofa zwischen den Talkgästen "One Note Samba" spielt und improvisiert - und Lienhard, kämpft an der Querflöte tapfer ... er muss sich noch rasch die Bridge vergegenwärtigen, bevor sie loslegen und verhaut sie dann doch jedes Mal fast ... ich mag auch sein Saxophonspiel nicht sehr, aber das Lebenswerk nötigt mir grad echt Respekt ab ... Udo Jürgens' Musik - die Lienhard über mehr als drei Jahrzehnte prägte - mag ich auch nicht, respektiere den Sänger aber dennoch sehr) ... hier gibt's bluesigen KC-Swing mit Buddy Tate (ts/cl), Julian Dash (ts), dem Leader (p/voc) und einer auch 1972 noch exzellenten Rhythmusgruppe für die Art Jazz: Gene Ramey und Gus Johnson. Das klingt natürlich manchmal nach Basie, aber ist dann doch eigen - und es ist schön, dass Tate auch mal die Klarinette auspacken darf.
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #173 – 09.06.2026, 22:00