Ich höre gerade ... Jazz

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lotterlotta
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von lotterlotta »

https://i.discogs.com/pbfV6fl8vCVhyed4h ... pwZWc.jpeg

neil ardley/ian carr/don rendell - greek variations and other aegean exercises-1970

......welch wundervolles reissue, eine scheibe die dichter an und in der klassischen musik ist, von jazzern die wohl nur älteren semestern, wenn überhaupt , ein begriff sind! hier sicherlich vielen, aber generell wohl nur den kennern der britischen szene in den endsechziger/siebzigern! schön dass sich die decca seiner perlen erinnert.....hatte sie direkt nach ankündigung vorbestellt, kam heute erst an! pressung fantastisch und klang überragend 🖤🖤🖤🖤🖤
ich wurde mal gefragt warum ich jazz höre. ganz einfach, weil er frei von hautfarbe und emotional ist....
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hurley
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von hurley »

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Azar Lawrence- Bridge Into The New Age
It Is The Time Of Great Confusion
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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »



Bill Doggett | Beim ersten Album des R & B-Organisten auf Black and Blue, 1971 aufgenommen, gab man wie bei dem von Slam Stewart keinen Titel. Die CD von 1991 hiess dann "I Don't Know Much About Love", die von 1998, wie man auch hier bei der grossen Japan-Reihe kopierte, "Everyday I Have the Blues". Und das ist auch wirklich mehr ein Blues-Album als ein Jazz-Album. Billy Martin (ts), Benny Goodwin (g), Walter McMahan (elb) und Kenny Clayton (d) bilden die Band, Goodwin singt "Every Day ...", Toni Williams singt "I Don't Know..." und den Closer "I've Been Lovin' You Too Long" ebenso den Bonustrack "I Love You So". Von "Green Onions" und "Mohr Truth" gibt es noch je einen Alternate Take - der Outtake erschien schon 1991, die anderen zwei Bonustracks erst 1998 (auch wenn dort bei allen dreien steht, dass sie zum ersten Mal erscheinen würden). Schönes Album, irgendwo zwischen Jump-Blues und altmodischem Rhythm & Blues. Das zweite Album von Doggett für das Label war 1978 geplant, erschien aber erst 2005 unter dem Titel "Am I Blue" - das lief vor ein paar Monaten schon mal und ist insgesamt sicher interessanter, vor allem wegen der Band, in der Bubba Brooks, der Bruder von Tina, am Sax zu hören ist (die anderen kenne ich auch wieder alle nicht: Pete Mayes-g, Larry Trott-b, Howard Overton-d, und wieder die Sängerin Toni Williams).



The Jay McShann All Stars – Going to Kansas City | Das passt dann ganz gut (auch wenn ich dazwischen stundenlang Unterhaltungsmusik konsumierte - letzten Samstag wurde im SRF Pepe Lienhards 80. Geburtstag ausgiebig gefeiert und ich guckte mir das meiste davon am Nachmittag an, mein Kopf taugt grad nicht zu viel mehr ... schöner Gastauftritt von Caterina Valente, die rasch auf dem Sofa zwischen den Talkgästen "One Note Samba" spielt und improvisiert - und Lienhard, kämpft an der Querflöte tapfer ... er muss sich noch rasch die Bridge vergegenwärtigen, bevor sie loslegen und verhaut sie dann doch jedes Mal fast ... ich mag auch sein Saxophonspiel nicht sehr, aber das Lebenswerk nötigt mir grad echt Respekt ab ... Udo Jürgens' Musik - die Lienhard über mehr als drei Jahrzehnte prägte - mag ich auch nicht, respektiere den Sänger aber dennoch sehr) ... hier gibt's bluesigen KC-Swing mit Buddy Tate (ts/cl), Julian Dash (ts), dem Leader (p/voc) und einer auch 1972 noch exzellenten Rhythmusgruppe für die Art Jazz: Gene Ramey und Gus Johnson. Das klingt natürlich manchmal nach Basie, aber ist dann doch eigen - und es ist schön, dass Tate auch mal die Klarinette auspacken darf.
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)

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thelonica
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von thelonica »

Die Jay McShan LP mit ihm auf dem Bike/Fahrrad hat aber eine interessante Easy Rider-Referenz wegen dem Helm, oder? Fällt mir jetzt erst auf. Wegen der Sidemen (Gene Ramey, Buddy Tate) würde ich die LP nach 10 Minuten gründlich überlegen wahrscheinlich mitnehmen, falls ich die mal im Laden sehe.
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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »

Julian Dash ist auch ein Kaufgrund - starker Saxophonist, der leider nicht viel aufgenommen hat. "The Portrait of Julian Dash" ist auch sehr hörenswert (1970 auf Master Jazz erschienen, demselben Label wie die McShann-Platte ursprünglich, mit Cliff Smalls, Jimmy Shirley, Milt Hinton und George Foster). Aber gut, ich bin natürlich eh immer auf der Suche nach interessanten Tenorsaxophonisten! (Zum Helm aus dem langweiligen Film weiss ich nichts - war der da neu/einmalig? In den USA ist es ja denkbar, dass es sowas ab Stange zu kaufen gab?)

Seit einer Weile läuft:



The Horace Silver Quintet – June 1977 | Ein Set von Radio Bremen, 28. Juni 1977, Ein Open-Air-Konzert auf dem Marktplatz von Bremen, das über die ganze Länge (fast 70 Minuten) gut dahin rollt. Eddie Gladden hat die nervös-gelassenen Beats perfekt drauf, Chip Jackson wechselt zwischen Bassgitarre und Kontrabass (meistens erstere und das passt hier echt gut), Tom Harrell an Trompete und Flügelhorn und Larry Schneider am Tenorsax bilden die Frontline und Silver ist am Piano das Herz der Band, spielt seine einfachen und doch reichen Akkorde und diese typischen Rhythmen. Harrell gefällt mir nach dem Set aus Paris neulich auch hier hervorragend. Kriege direkt Lust, ihn mal wieder live zu hören ... aber Leute wie er scheinen heutzutage keine Bookings in Europa mehr zu kriegen (in den frühen Nullern war er gleich dreimal im Moods, hingeschafft hab ich's nur einmal glaub ich, seit 20 Jahren kein Auftritt mehr in Zürich, soweit ich weiss).
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soulpope
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Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von soulpope »

gypsy tail wind hat geschrieben: 30 Mär 2026, 20:44 Seit einer Weile läuft:



The Horace Silver Quintet – June 1977 | Ein Set von Radio Bremen, 28. Juni 1977, Ein Open-Air-Konzert auf dem Marktplatz von Bremen, das über die ganze Länge (fast 70 Minuten) gut dahin rollt. Eddie Gladden hat die nervös-gelassenen Beats perfekt drauf, Chip Jackson wechselt zwischen Bassgitarre und Kontrabass (meistens erstere und das passt hier echt gut), Tom Harrell an Trompete und Flügelhorn und Larry Schneider am Tenorsax bilden die Frontline und Silver ist am Piano das Herz der Band, spielt seine einfachen und doch reichen Akkorde und diese typischen Rhythmen. Harrell gefällt mir nach dem Set aus Paris neulich auch hier hervorragend. Kriege direkt Lust, ihn mal wieder live zu hören ... aber Leute wie er scheinen heutzutage keine Bookings in Europa mehr zu kriegen (in den frühen Nullern war er gleich dreimal im Moods, hingeschafft hab ich's nur einmal glaub ich, seit 20 Jahren kein Auftritt mehr in Zürich, soweit ich weiss).
Larry Schneider ein unterschätzte Saxer .... und schön zu hören, wie Tom Harrell mal so richtig loslegt ("Sophisticated Hippie") ....
"I'm not much but I'm all I have" (Philip K. Dick)
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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »



Giorgio Gaslini – La Notte (Colonna Sonora Originale Del Film Di Michelangelo Antonioni) | A propos interessante Stimmen am Tenorsax: Eraldo Volontè ist für den Soundtrack von "La Notte" beinah so wichtig wie Giorgio Gaslini, der die Musik geschrieben bzw. konzipiert hat. Unter grösstem Zeitdruck und am Set durchgespielten Nächten, bis die vier passend erschöpft waren, als dass sie gut ins Bild gesetzt werden konnten - was zur abgehangenen Musik natürlich so gut passt wie diese zum Film mit seiner tristen, konzentrierten Schönheit. Zehn Tracks waren auf der Platte, nur sechs davon fanden in die "Integrale" von Gaslini Eingang (keine Ahnung, warum), auf dieser Ausgabe von 2011 (Quartet Records/Cinevox, Spanien - keine Ahnung ob legal, aber mit dickem Booklet inklusive Fotos und langer Texte) sind noch acht Alternate Takes dabei (von denen es ev. auf einer anderen Ausgabe eine "Suite" gab, aber die wär dann auch wieder ca. 4 Minuten kürzer als die Takes hier zusammengezählt). Grosses Kino mit einem sehr schönen Soundtrack, der gerade perfekt passt. Die Stücke sind oft nur Miniaturen, kleine Motive, vielleicht mit einer rhythmischen Idee für die Begleitung oder einem Klavier-Kontrapunkt zu einem Riff der anderen drei ... wie der Film wirkt das alles zugleich beinah improvisiert und perfekt durchgestaltet, geformt.
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

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NELLIE LUTCHER - Ditto From Me To You

Hier läuft die LP von Jukebox Lil. Interessant ist die Version "(I Took A Trip On The Train And) I Thought About You" von 1947, die erste Version war mit Mildred Bailey, Sinatra sang den Song für "Songs For Swingin' Lovers" und es gibt eine 59er Version von Johnny Hartman, sowie Billie Holiday auf Verve, plus Versionen von Dinah Washington und Nancy Wilson. Rein instrumental kam der Song relativ spät auf die Landkarte (Someday My Prince Will Come 1961 und Bluesy Burrell 1962)
Nellie Lutcher soll Nina Simone beeinflusst haben, was interessant klingt, weil Lutcher viel im Trio (plus hier und da mit Gitarre) aufgenommen wurde. Die Vocals von Nellie Lutcher sind auf jedenfall meistens super, obwohl nicht ganz so klar ist, wer sie beim Gesang beeinflusst hat. Louis Armstrong könnte hier und da hinkommen, Lutcher spielte allerdings schon mit 12 Jahren bei Ma Rainey, manchmal klingt sie allerdings fast ein wenig nach Sarah Vaughan(?).
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

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LOU DONALDSON - Light-Foot

Hier im Stream. Mit Drummer Jimmy Wormworth, der auch mehrer Monate mit Nellie Lutcher tourte (Zeitraum: um 1958). Jimmy spielte auch mit The Jazz Modes in Newport. Das wird alles in der Doku über ihn erwähnt und mit Monk Rowe sprach er ebenfalls darüber. Volljährig war er jedenfalls noch nicht als diese Aufnahme entstand.
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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »

Danke für die Zeilen zu Lutcher - kenne sie bis heute gar nicht, nur dem Namen bin ich schon hie und da begegnet.

Bei mir gestern als letztes:



Jeff Parker – Forfolks | Parkers Solo-Album von 2021 hab ich letzten Winter erst nachgeholt und nach vier oder fünf Durchgängen finde ich das inzwischen richtig toll!



Kenny Wheeler - Deer Wan | Und jetzt als Morgenmusik Gateway mit Gästen - neben dem Leader ein aufgekratzter Jan Garbarek, der im Opener ein richtiges Power-Solo bläst (ein paar Jahre später war das auf "Double, Double You" dann Mike Breckers Part). Ich horche immer wieder auf, was bei Holland und DeJohnette läuft ... das ist tatsächlich das Wheeler-Album auf ECM, das mir auch bis vor einigen Monaten noch gefehlt hat.
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