So viele Bücher und Geschichten kann man gar nicht über eine Band gelesen haben, als dass man in den Analysen von wahr nicht immer wieder neue Ansatzpunkte entdecken kann. "Schön, wie hier die Soundquellen bassig zusammenfließen".
The Beatles – The Beatles (White Album) 1968
- Grievous Angel
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Re: The Beatles – The Beatles (White Album) 1968
Absolut. Herzlichen Dank an @wahr für den großartigen Eingangspost und an alle, die seinem Beispiel gefolgt sind.
So viele Bücher und Geschichten kann man gar nicht über eine Band gelesen haben, als dass man in den Analysen von wahr nicht immer wieder neue Ansatzpunkte entdecken kann. "Schön, wie hier die Soundquellen bassig zusammenfließen".

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keep on sailing.
Re: The Beatles – The Beatles (White Album) 1968
Ganz herzlichen Dank für das Lob. Auch allen anderen, die meinen Riemen kommentiert und zum Thread die eigenen Ansichten beigetragen haben. Ich war am Wochenende seit langem mal wieder in der Stadt mit dem besten Fußballverein der Welt und konnte daher nicht in Ruhe antworten. Daher melde ich mich jetzt erst.Grievous Angel hat geschrieben: 30 Mär 2026, 03:58 Absolut. Herzlichen Dank an @wahr für den großartigen Eingangspost und an alle, die seinem Beispiel gefolgt sind.
So viele Bücher und Geschichten kann man gar nicht über eine Band gelesen haben, als dass man in den Analysen von wahr nicht immer wieder neue Ansatzpunkte entdecken kann. "Schön, wie hier die Soundquellen bassig zusammenfließen".![]()
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- August Ramone
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Re: The Beatles – The Beatles (White Album) 1968
Damit ist eigentlich auch mein Empfinden des Albums gut zusammengefasst, nur dass ich es aus genau dem Grund besonders schätze: Maximale Diversität, korrodierende Gruppenharmonie, Reibung, Lärm, Zärtlichkeit, Zitatwut und auch mal Experimente als Fragezeichen so stehen lassend.kathisi hat geschrieben: 28 Mär 2026, 22:19 Bisher habe ich das Album immer als Sammelsurium einer zerfallenden Band gehört, in der jeder nochmal seinen Input gibt, wo aber nur noch wenig zusammen bleibt und insbesondere die internen Korrekturmechanismen zwischen Lennon und McCartney nicht mehr funktionieren. Das führt dann zu Ob-La-DI, Ob-La-Da und Revolution #9. Was für mich bisher dazu führte, dass ich das Album weniger schätze, als es bei der Summe seiner Teile mit den vielen Höhepunkten eigentlich sein sollte (quasi der Gegeneffekt zu @pipe-bowl, der dafür ja die Mathematik aushebelt). Ich höre nochmal nach!
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Re: The Beatles – The Beatles (White Album) 1968
Mein Nachhören hab ich ja oben kommentiert, ich hadere ja bei **** 1/2 Sternen ja auch nicht sooo sehr damit. Und Deine Kurzzusammenfassung hier unterschreibe ich gern!wahr hat geschrieben: 30 Mär 2026, 17:58Damit ist eigentlich auch mein Empfinden des Albums gut zusammengefasst, nur dass ich es aus genau dem Grund besonders schätze: Maximale Diversität, korrodierende Gruppenharmonie, Reibung, Lärm, Zärtlichkeit, Zitatwut und auch mal Experimente als Fragezeichen so stehen lassend.kathisi hat geschrieben: 28 Mär 2026, 22:19 Bisher habe ich das Album immer als Sammelsurium einer zerfallenden Band gehört, in der jeder nochmal seinen Input gibt, wo aber nur noch wenig zusammen bleibt und insbesondere die internen Korrekturmechanismen zwischen Lennon und McCartney nicht mehr funktionieren. Das führt dann zu Ob-La-DI, Ob-La-Da und Revolution #9. Was für mich bisher dazu führte, dass ich das Album weniger schätze, als es bei der Summe seiner Teile mit den vielen Höhepunkten eigentlich sein sollte (quasi der Gegeneffekt zu @pipe-bowl, der dafür ja die Mathematik aushebelt). Ich höre nochmal nach!
Love Goes On!
Re: The Beatles – The Beatles (White Album) 1968
Wenn man Rock'n'Roll und die Prä-PetSounds-Beach Boys (bis ca. Summer Days) parodieren möchte, dann kommt man um Schlichtheit oder besser Direktheit nicht herum.kathisi hat geschrieben: 29 Mär 2026, 12:44 Back in The U.S.S.R. * * * *
Gut auch als Standalone, wenn man den Parodiecharakter und die Beach Boys-Referenzen beiseite lässt. Aber halt nur "gut" - irgendwie doch zu schlicht gestrickt.
MMT sehe ich auch als Referenz (neben der Hauptreferenz der Beatles als Weltphänomen).kathisi hat geschrieben: 29 Mär 2026, 12:44 Glass Onion * * * *
Hier schwappt noch etwas Magical Mystery Tour-Stimmung herüber - schönes Namechecking der "alten" Bezugssongs. Schon Nostalgie oder als Songidee doch nur ein Überbleibsel aus alten Sessions?
Sehr gut, so sehe ich es auch. Wobei den Kindern eine harte Wirklichkeit untergejubelt wird. What did you kill, Bungalow Bill?kathisi hat geschrieben: 29 Mär 2026, 12:44 The Continuing Story Of Bungalow Bill * * * *
Schöne Melodiebreaks, schöner Chorus, nett. Das bessere Kinderlied!
Die Ermüdung ist ja das Thema, aus dem sich Lennon dann erhebt. Es gibt eine Version total verdrogter Erschöpfung von "I'm So Tired" auf Alex Chiltons Bach's Bottom. Ich glaube, es ist die einzige Coverversion eines Stücks von The Beatles, das ich dem Original als ebenbürtig empfinde.kathisi hat geschrieben: 29 Mär 2026, 12:44 I’m So Tired * * * *
Hier klingt es nach den Highlights davor dann auch erstmal ermüdet - aber eine schöne Überleitung auf den Song danach.
Yer Blues finde ich auch super. Lennons Blues-Motiv ist für mich das Gegenteil vom Blues-Klischee, weil eine Neuerfindung. Lustigerweise kenne ich kein Blues-Stück, dass sein Motiv wieder aufgreift. Es bleibt einzig und ist nie zum Klischee geworden. Eine riesige Leistung. Selbst auf musikalischer Ebene kritisiert er damit das Klischee.kathisi hat geschrieben: 29 Mär 2026, 12:44 Yer Blues * * * * 1/2
Der Beatles-Kommentar zum Bluesrock-Boom - schöne Abwechslung im Album-Flow, schöne Gitarrenarbeit, Kann man so machen!
Und ich dachte gestern noch, ob ich nicht doch von viereinhalb auf fünf Sterne gehen sollte.kathisi hat geschrieben: 29 Mär 2026, 12:44 Mother Nature’s Son * * * *
McCartney wieder im süsslichen Modus - schöne Melodie, aber hier fehlen mir die Haken. Plätschert.
Genau, das Verschleppte ist super. Ihr wollt ne Revolution? Lehnt euch erstmal zurück. Wenn's um Zerstörung geht, bin ich raus.kathisi hat geschrieben: 29 Mär 2026, 12:44 Revolution 1 * * * * 1/2
Leider nicht ganz so gut wie die Single-Version... Aber das Verschleppte steht dem Song nicht schlecht.
Ich will den Flow ja gar nicht unbedingt. : )kathisi hat geschrieben: 29 Mär 2026, 12:44 Honey Pie * * * 1/2
Mmm - diese englischen MusicHall beeinflussten Songideen von McCartney haben mich nie wirklich abgeholt. Und der Flow ist schlagartig wieder vorbei!
Außerdem hat es für mich oft etwas Unheimliches und gleichzeitig Berührendes, wenn von Zeiten gesungen wird, die längst vergangen sind. Wenn man weiß, alle Menschen, deren Leben man im Song so nahe miterlebt, sind längst gestorben.
Nein, ich weiß zwar, was du meinst, aber die Kinks höre ich trotzdem nicht, aber die Formulierung vom Transfer der MusicHall zum Rock finde ich super!kathisi hat geschrieben: 29 Mär 2026, 12:44 Savoy Truffle * * * *
Die Lennon-Version der MusicHall- Tradition mit Transfer ins rockige, schmeckt mir besser. Hört hier noch jemand die Kinks durchschimmern?
Wahrscheinlich kann die Mehrheit der Hörer mit dem Ende wirklich nichts anfangen. Ich mag den Ansatz, mit maximalem Überangebot an Instrumenten- und Manpower die zartestmögliche Musik zu spielen.kathisi hat geschrieben: 29 Mär 2026, 12:44 Good Night * * * 1/2
Der Rausschmeißer - Schade, das Album hätte ein besseres Ende verdient - die Abbey-Road-Suite hätte hier gut hingepasst!
Der Flow ist bei mir insofern gegeben, als dass ich am Ende jeden Stücks schon das Echo des nächsten im Kopf habe und ich mir auch keine andere Reihenfolge mehr vorstellen möchte.kathisi hat geschrieben: 29 Mär 2026, 12:44 Aber mir fehlt hier über die Gesamtstrecke einfach der Flow - es klingt in weiten Strecken wie die Compilation, die es ja aufgrund der Entstehungsumstände eigentlich auch ist.
Ganz herzlichen Dank für deine Kommentare zu den Einzeltracks! In vielem sehe ich es ähnlich. Ich mag aber auch die Seiten des Albums sehr gerne, die du als süßlich empfindest.
- salamandersalat
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Re: The Beatles – The Beatles (White Album) 1968
Die Klasse von Claptons Soli auf While My Guitar Gently Weeps bleibt unbestritten, das Highlight sind für mich jedoch die schroff geschrubbten absteigenden Basslines von Paul.
Keramikvasen geh'n jetzt wieder viel leichter kaputt.
Re: The Beatles – The Beatles (White Album) 1968
Stimmt!salamandersalat hat geschrieben: 30 Mär 2026, 19:18 Die Klasse von Claptons Soli auf While My Guitar Gently Weeps bleibt unbestritten, das Highlight sind für mich jedoch die schroff geschrubbten absteigenden Basslines von Paul.
- salamandersalat
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Re: The Beatles – The Beatles (White Album) 1968
THE BEATLES - I'm So Tired (1968) (Ursprünglich veröffentlicht von pfingstluemmel im RS-Forum)
Der junge John legt die Stifte zur Seite, mit denen er gerade noch ein paar Flächen des "Daily Howl" koloriert hat, ohne sich wirklich darauf zu konzentrieren. Sein Blick wandert zu dem Spiegel, den er neben seinem Bett aufgestellt hat. Onkel George hat ihn Mimi abgeschwatzt, die nicht einsehen wollte, warum der Junge so ein altes Ding in seinem Zimmer bräuchte. Johns Augen fokussieren, schwimmen aus dem Fokus, starren letztendlich durch den Spiegel hindurch. Sein Blick fällt "Through the Looking-Glass" wie im Titel seines Lieblingsbuchs von Lewis Carroll. Selbsthypnose, minutenlang. Er schrickt auf, als er einzunicken droht. Das angenehme Zwischenweltgefühl verpufft. Die Realität des Zimmers kehrt zurück.
Es ist kein Wunder, dass John die größte Affinität zu psychedelischen Drogen innerhalb der Beatles entwickelte. Schon früh hat er den Zustand zwischen Träumen und Wachen gesucht, und dessen schnell verblassende Zipfel erhascht, um diese in seine absurden Texte und Zeichnungen zu packen. Etwas, das in der Musik der Beatles vor 1965 wenig Platz hatte und sich in zwei Büchern Bahn brach, die John auf dem Höhepunkt der Beatlemania veröffentlichte.
Weybridge. Der Fernseher läuft. Das Kind schläft. (Goo goo g'joob)
Dakota-Appartment. Der Fernseher läuft. Das Kind schläft. John döst, leicht bedrogt, die Gitarre in der Hand, auf seinem Bett. Schlieren des Gitanes-Tabak hängen noch in der Luft. Der Kopf im Leerlauf. Ein angenehmer Zustand.
Ganz anders als während der auslaugenden Meditationsübungen des Maharishi-Camps in Indien: Johns Gedanken rasen, er kann nicht schlafen, er raucht. Drückt eine Zigarette aus und zündet eine weitere an. Oh Yoko! Seine Finger zucken in den Patterns, die Donovan ihm einen Abend vorher fast aufgenötigt hat. Mann, diese vermaledeite Miss Farrow! Miss Schaut-Mich-An, Miss Primel! Komm raus und spiel mit uns, Baby!
Er knallt ein Buch in die Ecke des Zimmers, strampelt die leichte Decke weg und fixiert seine nikotingelben Finger. Fick dich, Sir Walter Raleigh! Echt, Mann, fick dich!
Selbst wenn er die Decke über den Kopf zieht und die Welt am Fenster seiner Hütte vorbeiziehen lässt, will sich die hypnotische Ruhe mit den faszinierenden Gedankenblitzen nicht einstellen. Überreizung durch Deprivation. Nimm meinen Scheiß-MBE-Orden, die Fans, diesen Yogazwerg und von mir aus auch das beschissene Geld und gib mir endlich ein wenig Frieden, ein wenig Ruhe, den ersehnten Schlaf!
Die Tür der Hütte öffnet sich. Es ist Ringo. Er hat Bohnen gekocht.
Der junge John legt die Stifte zur Seite, mit denen er gerade noch ein paar Flächen des "Daily Howl" koloriert hat, ohne sich wirklich darauf zu konzentrieren. Sein Blick wandert zu dem Spiegel, den er neben seinem Bett aufgestellt hat. Onkel George hat ihn Mimi abgeschwatzt, die nicht einsehen wollte, warum der Junge so ein altes Ding in seinem Zimmer bräuchte. Johns Augen fokussieren, schwimmen aus dem Fokus, starren letztendlich durch den Spiegel hindurch. Sein Blick fällt "Through the Looking-Glass" wie im Titel seines Lieblingsbuchs von Lewis Carroll. Selbsthypnose, minutenlang. Er schrickt auf, als er einzunicken droht. Das angenehme Zwischenweltgefühl verpufft. Die Realität des Zimmers kehrt zurück.
Es ist kein Wunder, dass John die größte Affinität zu psychedelischen Drogen innerhalb der Beatles entwickelte. Schon früh hat er den Zustand zwischen Träumen und Wachen gesucht, und dessen schnell verblassende Zipfel erhascht, um diese in seine absurden Texte und Zeichnungen zu packen. Etwas, das in der Musik der Beatles vor 1965 wenig Platz hatte und sich in zwei Büchern Bahn brach, die John auf dem Höhepunkt der Beatlemania veröffentlichte.
Weybridge. Der Fernseher läuft. Das Kind schläft. (Goo goo g'joob)
Dakota-Appartment. Der Fernseher läuft. Das Kind schläft. John döst, leicht bedrogt, die Gitarre in der Hand, auf seinem Bett. Schlieren des Gitanes-Tabak hängen noch in der Luft. Der Kopf im Leerlauf. Ein angenehmer Zustand.
Ganz anders als während der auslaugenden Meditationsübungen des Maharishi-Camps in Indien: Johns Gedanken rasen, er kann nicht schlafen, er raucht. Drückt eine Zigarette aus und zündet eine weitere an. Oh Yoko! Seine Finger zucken in den Patterns, die Donovan ihm einen Abend vorher fast aufgenötigt hat. Mann, diese vermaledeite Miss Farrow! Miss Schaut-Mich-An, Miss Primel! Komm raus und spiel mit uns, Baby!
Er knallt ein Buch in die Ecke des Zimmers, strampelt die leichte Decke weg und fixiert seine nikotingelben Finger. Fick dich, Sir Walter Raleigh! Echt, Mann, fick dich!
Selbst wenn er die Decke über den Kopf zieht und die Welt am Fenster seiner Hütte vorbeiziehen lässt, will sich die hypnotische Ruhe mit den faszinierenden Gedankenblitzen nicht einstellen. Überreizung durch Deprivation. Nimm meinen Scheiß-MBE-Orden, die Fans, diesen Yogazwerg und von mir aus auch das beschissene Geld und gib mir endlich ein wenig Frieden, ein wenig Ruhe, den ersehnten Schlaf!
Die Tür der Hütte öffnet sich. Es ist Ringo. Er hat Bohnen gekocht.
Keramikvasen geh'n jetzt wieder viel leichter kaputt.