The Beatles – The Beatles (White Album) 1968

Track-Übersichten
Benutzeravatar
pipe-bowl
Studio
Beiträge: 2212
Registriert: 04 Jan 2021, 13:03
Wohnort: Rockcity Westside
Has thanked: 48 times
Been thanked: 185 times

Re: The Beatles – The Beatles (White Album) 1968

Beitrag von pipe-bowl »

wahr hat geschrieben: 29 Mär 2026, 10:14Früher als Kind mochte ich das Stück, aber ich bin halt kein Kind mehr.
Wobei es sich ja nicht per se ausschließt, als Erwachsener Musik zu mögen, die man als Kind mochte. Ich höre den Track heute auch anders als damals, würde ihn aber dennoch auch heute nicht in Bausch und Bogen verdammen.

Und damit zu meinem Punkt, Ska-Einflüsse hin oder her: Der Track ist einfach, was er ist und Gechichten darüber gibt es viele, z.B. in der Beatles-Bible:

https://www.beatlesbible.com/songs/ob-la-di-ob-la-da/

Geoff Emerick, der die Aufnahme-Sessions zum White Album nach dem Theater um diesen Song wütend verließ, berichtet von einigen Zerwürfnissen, die diese Aufnahmen rund um dieses Stück prägten. So gibt es folgende Zitate in seinem Buch "My life recording the music of the Beatles":

John Lennon, genervt von Paul und seinem Perfektionismus, als er bekifft auf das Klavier einhämmert: "So muss dieser Scheiß-Song klingen." Paul sah ein, dass John damit nicht falsch lag.

Paul McCartney zu George Martin, nachdem dieser einen Verbesserungsvorschlag zu Paul's Gesang gemacht hatte in seiner fast immer taktvollen Art: "Wenn du glaubst du kannst es besser, Scheißkerl, warum kommst du dann nicht runter und singst selber?" Das war wohl der Auslöser für Emerick's Abgang.

Letztlich höre ich hier tatsächlich einen optimistischen, lustigen Popsong, der gute Laune macht und dem man seine Entstehungsgeschichte nicht anhört.
There's room at the top they are telling you still, but first you must learn how to smile as you kill.
Benutzeravatar
Mozza
DJ
Beiträge: 1398
Registriert: 15 Mär 2021, 12:01
Has thanked: 11 times
Been thanked: 47 times

Re: The Beatles – The Beatles (White Album) 1968

Beitrag von Mozza »

Ah, gute Laune im Aufnahmestudio, sehr schön....
Paul McCartney "in seiner fast immer taktvollen Art" - war Macca denn für unwirsche Äußerungen im Studio (etc.) bekannt?
Wenn ich su an ming Heimat denke
un sin d’r Dom su vör mir ston,
mööch ich direk op heim an schwenke,
ich mööch zo Foß noh Kölle gon
Benutzeravatar
pipe-bowl
Studio
Beiträge: 2212
Registriert: 04 Jan 2021, 13:03
Wohnort: Rockcity Westside
Has thanked: 48 times
Been thanked: 185 times

Re: The Beatles – The Beatles (White Album) 1968

Beitrag von pipe-bowl »

Mozza hat geschrieben: 29 Mär 2026, 11:19 Ah, gute Laune im Aufnahmestudio, sehr schön....
Paul McCartney "in seiner fast immer taktvollen Art" - war Macca denn für unwirsche Äußerungen im Studio (etc.) bekannt?
Die taktvolle Art bezog sich auf George Martin. Ich denke schon, dass Paul unwirsch werden konnte, ein "Scheißkerl" in Richtung George Martin ist allerdings schon mehr als respektlos.
There's room at the top they are telling you still, but first you must learn how to smile as you kill.
Benutzeravatar
Fevers and Mirrors
Beiträge: 88
Registriert: 27 Nov 2023, 22:08
Been thanked: 19 times

Re: The Beatles – The Beatles (White Album) 1968

Beitrag von Fevers and Mirrors »

Was hat er denn tatsächlich gesagt, also auf englisch? "Scheißkerl" lässt ja einiges an Möglichkeiten zu.

Und ja, Anekdoten über Pauls "Freundlichkeiten" im Studio gibt es einige.
Benutzeravatar
Mozza
DJ
Beiträge: 1398
Registriert: 15 Mär 2021, 12:01
Has thanked: 11 times
Been thanked: 47 times

Re: The Beatles – The Beatles (White Album) 1968

Beitrag von Mozza »

Fevers and Mirrors hat geschrieben: 29 Mär 2026, 11:31 Was hat er denn tatsächlich gesagt, also auf englisch? "Scheißkerl" lässt ja einiges an Möglichkeiten zu.

Und ja, Anekdoten über Pauls "Freundlichkeiten" im Studio gibt es einige.
In der Tat, da kann sich jeder aussuchen, was am besten gefällt:
prick, shithead, douchebag, scumbag, shitface oder der oftmals unvermeidliche Klassiker - son of a bitch.
Falls es zu zahlreichen "Freundlichkeiten" im Laufe einer so langen, außergewöhnlichen Karriere gekommen ist, dann sollten die Beleidigungen aber zumindest vielfältig sein. Ich hoffe mal, er hat nicht immer dasselbe Wort / dieselbe Wendung benutzt.
Wenn ich su an ming Heimat denke
un sin d’r Dom su vör mir ston,
mööch ich direk op heim an schwenke,
ich mööch zo Foß noh Kölle gon
Benutzeravatar
pipe-bowl
Studio
Beiträge: 2212
Registriert: 04 Jan 2021, 13:03
Wohnort: Rockcity Westside
Has thanked: 48 times
Been thanked: 185 times

Re: The Beatles – The Beatles (White Album) 1968

Beitrag von pipe-bowl »

Fevers and Mirrors hat geschrieben: 29 Mär 2026, 11:31 Was hat er denn tatsächlich gesagt, also auf englisch? "Scheißkerl" lässt ja einiges an Möglichkeiten zu.
Kann ich dir nicht ad hoc sagen, da mir das Buch von Emerick nicht vorliegt. Ich habe die dort angeführten Zitate dem Buch von Jean-Michel Guesdon und Philippe Margotin "Beatles - Alle Songs - Die Geschichten hinter den Tracks" entnommen. Hat jemand das Buch von Emerick?
There's room at the top they are telling you still, but first you must learn how to smile as you kill.
Benutzeravatar
Hallogallo
Beiträge: 486
Registriert: 22 Jun 2023, 10:34
Has thanked: 377 times
Been thanked: 87 times

Re: The Beatles – The Beatles (White Album) 1968

Beitrag von Hallogallo »

Pheebee hat geschrieben: 29 Mär 2026, 11:02
pipe-bowl hat geschrieben: 28 Mär 2026, 19:27Auf jeden Fall ein ganz besonderes Album, das ich auch nur so hören möchte, wie es ist.
Zustimmung. Versuche, Listen zu erstellen, die das Album von zwei LPs auf eine LP zurückstutzen wie eine Zimmerpflanze, halte ich für verfehlt.
Großartiges Album, das so bleiben muss, eine Abenteuerreise durch die weiten Gefilde der Popmusik - was da alles drauf ist! Als ich es das erste mal hörte, wusste ich noch nicht so viel über die Beatles und das ganze drumherum und das ist manchmal ganz gut. Ich war völlig geflasht. Ein Erweckungserlebnis in meinem Popmusikleben. Das Album hat für mich auch heute noch einen sehr hohen Stellenwert.

Ich möchte noch kurz zwei Songs hervorheben. Wild Honey Pie und Revolution 9: Ähnlich wie Obladi meist keine Lieblingssongs unter den Hörer*innen. Zwei seltsame, ungewöhnliche, experimentelle Stücke - auf jeweils ganz eigene Art. Das sind die zwei gruseligsten, unheimlichsten Songs, die ich jemals auf einem Album gehört haben und die machen mir immer noch Angst, wenn ich sie höre. Daher höre ich das White Album niemals Nachts, wenn ich alleine zuhause bin.
We hope you all enjoy the show. And remember, people, that no matter who you are and what you do to live, thrive and survive, there're still some things that makes us all the same. You. Me. Them. Everybody. Everybody.
Benutzeravatar
Kinkster
DJ
Beiträge: 7335
Registriert: 15 Mär 2021, 11:55
Has thanked: 225 times
Been thanked: 313 times

Re: The Beatles – The Beatles (White Album) 1968

Beitrag von Kinkster »

pipe-bowl hat geschrieben: 29 Mär 2026, 11:39
Fevers and Mirrors hat geschrieben: 29 Mär 2026, 11:31 Was hat er denn tatsächlich gesagt, also auf englisch? "Scheißkerl" lässt ja einiges an Möglichkeiten zu.
Kann ich dir nicht ad hoc sagen, da mir das Buch von Emerick nicht vorliegt. Ich habe die dort angeführten Zitate dem Buch von Jean-Michel Guesdon und Philippe Margotin "Beatles - Alle Songs - Die Geschichten hinter den Tracks" entnommen. Hat jemand das Buch von Emerick?
Allerdings nur in der deutschen Übersetzung, schaue nachher aber mal nach was dort steht.
Meine nächste Sendung bei Radio StoneFM am Donnerstag 16.04.2026 um 22:00: On the Decks Vol. 65: Black Voices #02
Benutzeravatar
Onkel Tom
Beiträge: 384
Registriert: 04 Dez 2023, 11:42
Has thanked: 54 times
Been thanked: 42 times

Re: The Beatles – The Beatles (White Album) 1968

Beitrag von Onkel Tom »

Ist nie einer meiner wirklichen Favoriten bei den Beatles geworden. Die weiter oben erwähnten "experimentellen Stücke" mag ich überhaupt nicht.
Benutzeravatar
kathisi
Beiträge: 244
Registriert: 24 Feb 2026, 16:13
Wohnort: Wittten
Has thanked: 53 times
Been thanked: 43 times

Re: The Beatles – The Beatles (White Album) 1968

Beitrag von kathisi »

Back in The U.S.S.R. * * * *
Gut auch als Standalone, wenn man den Parodiecharakter und die Beach Boys-Referenzen beiseite lässt. Aber halt nur "gut" - irgendwie doch zu schlicht gestrickt.

Dear Prudence * * * * *
Erstes Highlight. Wer Prudence war, habe ich gerade erst von @wahr gelernt. Aber ein ganz wunderbares Stück Musik, toll produziert. Nr. 4 im Ranking.

Glass Onion * * * *
Hier schwappt noch etwas Magical Mystery Tour-Stimmung herüber - schönes Namechecking der "alten" Bezugssongs. Schon Nostalgie oder als Songidee doch nur ein Überbleibsel aus alten Sessions?

Ob-la-di, Ob-la-da * *
Tiefpunkt - alles dazu bereits von @wahr gesagt. Reggae, Ska? Ach nee, nur ein holpernder Rhythmus unter einem Kinderlied. Auch beim x-ten Hördurchgang bleibt es nervig.

Wild Honey Pie ** 1/2
Beatles mit Vaudeville-Getingel - nicht so mein Ding. Generell. Da hilft auch die künstlerische Verzerrung nicht.

The Continuing Story Of Bungalow Bill * * * *
Schöne Melodiebreaks, schöner Chorus, nett. Das bessere Kinderlied!

While My Guitar Gently Weeps * * * * *
Wunderschöner, sanfter Gitarrenrock, hier schluchzt die Gitarre tatsächlich behutsam - ob mit oder ohne Clapton - George's Gitarre ist allein schon magisch. Nr. 5 im Ranking, Hier beginnt ein Flow über die nächsten Titel...

Happiness Is A Warm Gun * * * * *
Highlight des Albums und einer der besten Beatles-Songs, Versatzstücke, klar, aber genial kombiniert und deshalb trotzdem aus einem Guss - Nr. 1 im Ranking.

Martha My Dear * * * * 1/2
Einer der besseren McCartney-Beiträge, schöner Popsong mit Brüchen, Tempowechseln und einer nette Melodie. Hier funktionieren auch die Bläsereinsätze gut. Ja, wieder etwas Vaudeville, hier aber gut eingebunden und erträglich...

I’m So Tired * * * *
Hier klingt es nach den Highlights davor dann auch erstmal ermüdet - aber eine schöne Überleitung auf den Song danach.

Blackbird * * * * 1/2
Ein weiteres McCartney-Highlight - für die volle Wertung mir etwas zu süßlich.

Piggies * * 1/2
Ach nein, den brauche ich nicht. Der Flow ist wieder vorbei.

Rocky Raccoon * * * * 1/2
Ein McCartney-Curiosity-Song, der mal gut funktioniert und mit der Mundharmonika einen neuen countryfizierten Sound auf dem Album einführt.

Don’t Pass Me By * * 1/2
Ringo spielt im Sound der Band ja eine wichtige Rolle, und war wahrscheinlich als ausgleichende Kraft im Bandgefüge die Person, die die Band überhaupt solange zusammengehalten hat. Aber seine Songs brauche ich eigentlich nicht.

Why Don’t We Do it In the Road? * * * *
Lennon mit bluesigem Rock ist eine schöne Abwechslung. Rotzig. Und eine kleine Textprovokation.

I Will * * * * 1/2
McCartney`s Liebesliedbeitrag legt vor - nicht schlecht!

Julia * * * * *
Aber Lennon kontert mit seinem besten Liebeslied - wunderbar. Nr. 3 im Ranking

Birthday * * * *
Rockige Gratulationen - ziehe ich ebenfalls Stevie Wonder vor!

Yer Blues * * * * 1/2
Der Beatles-Kommentar zum Bluesrock-Boom - schöne Abwechslung im Album-Flow, schöne Gitarrenarbeit, Kann man so machen!

Mother Nature’s Son * * * *
McCartney wieder im süsslichen Modus - schöne Melodie, aber hier fehlen mir die Haken. Plätschert.

Everybody’s Got Something To Hide Except Me And My Monkey * * * 1/2
Lennon im Rockmodus, aber hier geht es für mich nicht so gut auf. Füller.

Sexy Sadie * * * * 1/2
Sehr schöner Lennon-Song, Melodie, Produktion, hier passt es. Prototypischer Beatles-Song.

Helter Skelter * * * * *
Toller Rocker! Ich liebe den Song! "I got blisters on my fingers"!!!! Nr. 2 im Ranking.

Long, Long, Long * * * * 1/2
Wunderschönes Zwischenspiel. Gut plaziert, hier entwickelt das Album tatsächlich nochmal so etwas wie Flow.

Revolution 1 * * * * 1/2
Leider nicht ganz so gut wie die Single-Version... Aber das Verschleppte steht dem Song nicht schlecht.

Honey Pie * * * 1/2
Mmm - diese englischen MusicHall beeinflussten Songideen von McCartney haben mich nie wirklich abgeholt. Und der Flow ist schlagartig wieder vorbei!

Savoy Truffle * * * *
Die Lennon-Version der MusicHall- Tradition mit Transfer ins rockige, schmeckt mir besser. Hört hier noch jemand die Kinks durchschimmern?

Cry Baby Cry * * * * 1/2
Ein weiteres verstecktes Juwel als Zwischenspiel. Das letzte Highlight des Albums

Revolution 9 * * 1/2
Ist mir zu sehr gewollt und unterstreicht den "Gemischtwarenladen"-Eindruck des Albums. Ich kann mir das gut anhören, aber hier hätte ich es nicht gebraucht. Danke @wahr für die ausführliche Einordnung.

Good Night * * * 1/2
Der Rausschmeißer - Schade, das Album hätte ein besseres Ende verdient - die Abbey-Road-Suite hätte hier gut hingepasst!


Mathematisch sind das knapp * * * * 1/2-Sterne, aber selbst dieses gute Rating tut angesichts der vielen Highlights etwas weh - und die wirklich schwachen Songs sind dabei noch ganz gut weggekommen, sonst wären es wohl nur * * * *.

Aber mir fehlt hier über die Gesamtstrecke einfach der Flow - es klingt in weiten Strecken wie die Compilation, die es ja aufgrund der Entstehungsumstände eigentlich auch ist.
Love Goes On!