Ich höre gerade ... Jazz

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vorgarten
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von vorgarten »

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bunky green, healing the pain (1989)

lange nicht mehr gehört. eigenartiges ding, z.t. sehr persönlich motivierte balladen (für die verstorbenen eltern), die green mit seinem stechenden ton und unsentimentalen zugang in etwas hartes und scharfes transponiert, dazwischen etwas, das wie eine pflichtübung für den produzenten ed bland wirkt: themen aus dessen fernseh-score für "a raisin in the sun", wofür green ans sopran und billy child ans e-piano wechselt. die band ist insgesamt ein bisschen zu gediegen (art davis, ralph penland, aber vor allem childs), so richtig hebt das nicht ab. und trotzdem hat ja so niemand anderes gespielt.
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atom
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von atom »



NUBIYAN TWIST - Chasing Shadows (Strut, 2026)
Bereits das fünfte Album des britischen Kollektivs. Sehr pulsierend, groove-getrieben und mit tollen Bläsersätzen. Live in einem kleinen Club sicherlich ein tolles Ereignis. Mal schauen, wie das Album auf Dauer wirkt.
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lotterlotta
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von lotterlotta »

@vorgarten
ich denke, dass dies bewusst so produziert und gewollt ist, das stechende schmerzhafte des verlustes mit gedämpftem aka gediegenem zu transponieren, den schmerz zu lindern, einen ausweg zu ebnen, eben "healing the pain", es musste/muss nicht abheben, es ist wie es ist und es ist gut.....
ich wurde mal gefragt warum ich jazz höre. ganz einfach, weil er frei von hautfarbe und emotional ist....
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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »

Mitchell ist wohl der einzige US-Amerikaner, der live so krasse Energielevel hinkriegt (bzw. da hingehen will) wie Brötzmann und andere europäische (Alt-)Berserker. Eine Art ständiges an der Grenze stehen bleiben. Live fand ich das immer sehr eindrücklich, nicht zuletzt bei einem Solokonzert - aber zu Hause höre ich dann doch am liebsten frühe Sachen, Art Ensemble und so.

Ich bin wieder bei Harriet Tubman und Georgia Anne Muldrow. Album des Monats!
Zuletzt geändert von gypsy tail wind am 29 Mär 2026, 21:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Thokei
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von Thokei »

Sören Bebe Trio- Home


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vorgarten
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von vorgarten »

gypsy tail wind hat geschrieben: 29 Mär 2026, 19:25 Ich bin wieder bei Harriet Tubman und Georgia Anne Muldrow. Album des Monats!
schön, dass dir das so gut gefällt. digital habe ich das auch schon angeschafft, aber noch nicht gehört. vielleicht heute.
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atom
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von atom »



McCOY TYNER - Together (Milestone, 1979)
Feines spätes Milestone-Album im Oktett.
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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »



Paul Quinichette - The Vice 'Pres': Legendary Sessions 1951-1954 | Die frühen Aufnahmen für EmArcy/Mercury, Dale und Decca, von denen ich bisher nur die meisten (oder alle) für das erstgenannte Label auf einer CD der Verve Elite Edition-Reihe habe (Zeiten, in denen Elite noch nicht eindeutig Schimpfwort war - länger her) ... sehr toll, hier alles versammelt zu kriegen, inklusive ein paar rarer Takes (ein Alternate Take z.B., der später auf einer Xanadu-Platte erschien). Musikalisch gibt es wenig Überraschungen, das geht von Basie-Swing (Quinichette war ja zu früh in der NT-Band dabei, mit Lockjaw als maximalem Kontrast), über ruppigeren Orgel-Jazz (Bill Doggett, Marlowe Morris ... Jerome Darr ist der gute Gitarrist der Sessions, die teils in den R & B gehen) bis hin zum ersten als Longplayer konzipierten Album, der 10"-Platte "Moods", die im November 1954 für EmArcy produziert wurde und eine Flöte (Sam Most bzw. Herbie Mann) als zweite Lead-Stimme neben Quinichette platziert, dazu eine grosse Rhythmusgruppe (Darr und Barry Galbraith, Sir Charles Thompson, Paul Chambers und Harold Wing bei der ersten Session, Jimmy Jones, Al Hall und die Latin-Drummer Willie Rodriguez, Tommy Lopez und Manny Oquendo bei der zweiten) - und klar: der Hausarrangeur bei Mercury war damals ein anderer Q (ohne "Lady" davor, so eine Ehre erteilte Lester Young dem ehrgeizigen Jungspund nicht mehr), Quincy Jones.

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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »



Lionel Hampton All Stars / The All Stars – Gene Norman Presents "Just Jazz" | Lionel Hampton with the Just Jazz All Stars | Ein zu Recht berühmt gewordenes Konzert von Gene Norman, der in den Vierzigern in L.A. ähnliche jam-session-artige Konzerte wie Norman Granz veranstaltete und manche von ihnen auch aufnahm. Berühmt ist dieses hier vor allem wegen einer famosen Version von "Star Dust" geworden, die dann auch bei Hamptons damaligem Label Decca unterkam und dem Vibraphonisten den Top-Credit gibt. Ansonsten ist das wirklich Jam-Session-Material, aber von bester Güte. 85 Minuten oder so zusammen, Charlie Shavers, Willie Smith, Corky Corcoran sind die Bläser, am Klavier wechseln sich Milt Buckner (auf dem GNP-Album) und Tommy Todd (Decca) ab, wenn die Angaben denn stimmen, Barney Kessel spielt die Gitarre, Slam Stewart den Bass (inklusive Gesang, wenn er arco soliert), am Schlagzeug sitzen Jackie Mills oder Lee Young (beim Decca-Album gibt's Track-für-Track-Credits, da sind sie je zweimal zu hören, beim GNP-Album weiss ich's nicht). Hampton spielt auf dem Decca-Album nur auf "seinem" Track, auf dem GNP-Album ist er dann wieder dabei. Natürlich spielen sie jam-session-taugliches Material: "Perdido", "One O'Clock Jump", "Oh, Lady Be Good", aus Hamptons Kernrepertoire dürfen "Flying Home", "Hamp's Boogie Woogie" und "Central Avenue Breakdown" nicht fehlen (alle drei auf dem GNP-Album), ein paar Blues-Nummern gibt es auch - und zu Highlights werden dann die Balladen: "The Man I Love", "That's My Desire" - und natürlich "Star Dust".

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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »



Slam Stewart Featuring Milt Buckner and Jo Jones [aka Slam Bam] | Das fügt sich grad gut an - Buckner und Stewart 1971 in Paris im Trio mit Jo Jones und einem ähnlichen Programm aus Standards und Kriegsrössern (woher kommt eigentlich diese fürchterliche Metapher? - es gibt hier u.a. "C Jam Blues", "Moten Swing", "Sweet Georgia Brown" und "Lady Be Good") und Repertoire-Klassikern (das Titelstück der späteren Ausgabe, "Flat Floot Floogee"). Warum man für das Japan-Reissue das Cover der 1995er-CD nahm (die auch erst den Albumtitel "Slam Bam" erfand) und nicht eins der schöneren von 1971, verstehe ich nicht - passierte bei der grossen Reihe auch in ein, zwei anderen Fällen, aber das sind Ausnahmen.

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