

Ich mache dann mal einen Sammelthread - @Friedrich hat schon recht
Hier soll es ca. um Jazz von den frühen/mittleren Dreissigern bis in die mittleren Vierziger gehen - stilistisch ungefähr das, was zwischen New Orleans/Dixieland Jazz und Bebop liegt. Zeitlich wäre 1935 oder 1936 bis 1946 in etwa eine typische Definition, aber es geht früher los und ist wie so oft eh nicht klar abgrenzbar. Natürlich lief der alte Jazz parallel dazu weiter - was hier kein Thema ist, das wäre dann ein separater Faden, der nur @redbeansandrice und mich interessiert - aber warum auch nicht. Und natürlich gab es auch nach 1944 noch Swingmusik - die Big Bands hielten teils noch etwas länger durch und viele Musiker der Swing-Ära machten noch lange weiter: Coleman Hawkins, Ben Webster, Roy Eldridge, Benny Goodman, Teddy Wilson, um nur mal ein paar wenige zu nennen - und das darf hier natürlich alles gerne auch mit rein.
Swing war damals auch Popmusik - und klar, wie immer in der us-amerikanischen Kultur wurden die besten Elemente der minoritären Musik der Schwarzen geplündert (die damals als "race music" vermarktet wurde, bei den Major Labeln oft auf Billig-Schienen, die auch Ende der Zwanziger noch länger "akustische" Aufnahmen anfertigten, während die weisse Musik bereits auf das "elektrische" Aufnahmeverfahren gewechselt hatte. Benny Goodmans Band wurde erst 1936 richtig gut, als er Arrangements von Jimmy Mundy in sein Band-Buch integrierte - und vor allem auch welche von Fletcher Henderson (und seinem Bruder Horace - beide wirkten auch als Pianisten bei Goodman, Henderson hatte davor seine eigene Band geleitet, mit der er und sein Sideman Don Redman den Big Band Jazz erst erfunden und davor Leuten wie Louis Armstrong und Coleman Hawkins zum Durchbruch verholen hatten). (Das feine schottische Label Hep Records hat vier thematische Goodman-CDs herausgebracht, "Plays Fletcher Henderson", "Plays Jimmy Mundy" und dann auch zwei, die weissen Arrangeuren gewidmet sind, die ebenfalls hervorragende - aber anders geartete - Musik für Goodman schrieben: "Plays Mel Powell" und "Plays Eddie Sauter" - ich kenne die Ausgaben allerdings nicht).
Swing war also Pop, Swing war Tanzmusik, manches davon ist auch ziemlich banal - und heute nicht immer zu unrecht eher in Vergessenheit geraten. George T. Simon hat ein umfangreiches Buch über die Big Bands und ihre Leader verfasst (ich hab leider nur die gekürzte dt. Ausgabe von Hannibal), Und natürlich gibt es Gunther Schullers umfangreiches "The Big Band Era", das auf meinem Stapel ungelesener Jazz-Bücher liegt ...
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Hier ein paar Links zu Fäden, in denen es hauptsächlich um Swing-Musik geht:
Capitol Records - Jazz-Sessions der Vierziger- und Fünfzigerjahre
Der Capitol-Katalog geht stilistisch auf beide Seiten über Swing hinaus - mit traditionellem Jazz einerseits, Bebop und Cool andererseits - und natürlich wurde Capitol, spätestens mit den Beatles, zum Major Label, aber das ist dort nicht das Thema.
H.R.S. Records - Hot Records Society (1938-1947)
Geht nach "hinten" stilistisch auch in den alten Jazz zurück.
V-Disc Sessions
Zwischen 1943 und 1949 wurden tausende Platten für den Vertrieb in der US-Armee hergestellt und zur Unterhaltung - und zur Aufrechterhaltung der Truppenmoral - an die Soldaten im Kriegsdienst verschickt. Das Programm ging durch alle Stile (Klassik, Pop, Country, Jazz ...) und nicht zuletzt die grossen Label (Columbia, RCA Victor) stellten zahlreiche Produktionen zur Verfügung, die auch als V-Discs vertrieben wurden. Daneben entstanden aber auch dedizierte Sessions, viele von ihnen von George T. Simon (der als Herausgeber von Metronome damals mit allen Leuten im Jazz- und soweit Swing eben Pop war auch im Pop-Bereich bekannt war) produziert und manchmal mit Bands, die aufgrund vertraglicher Verpflichtungen im kommerziellen Rahmen gar nicht möglich gewesen wären. Stilistisch geht es auch hier im Jazz-Bereich über den Swing hinaus, v.a. wieder in Richtung alter Jazz, aber teils auch eher in Richtung Rhythm & Blues (eine neue Pop-Musik, die Fortsetzung inkl. Aneignung kennen wir ja alle).
Black & White Records - Jazz and More, 1943-1949
Die Zeit nach dem Kriegseintritt der USA. war wirtschaftlich schwierig für die Musikindustrie - und gerade da entstanden auch diverse unabhängige Label. Neben Capitol z.B. auch Black & White .... auch hier gibt es neben Swing recht viel alten Jazz, aber auch wieder Rhythm & Blues und zudem die eine oder andere modernistische Big Band, wie sie auch in Kalifornien (Stan Kenton, der bei Capitol gross wurde) oder im Osten bei (Boyd Raeburn bei Savoy, Claude Thornhill, Gil Evans, der mit Miles Davis auch bei Capitol aufnahm) gegen Ende der grossen Big Band-Zeit entstand.
Ein weites Feld ... falls weitere Fäden dazu kommen, werde ich sie hier einpflegen.














