Der letzte Film, den ich gesehen habe

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FifteenJugglers
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von FifteenJugglers »

Jan Lustiger hat geschrieben: 06 Aug 2026, 10:12
FifteenJugglers hat geschrieben: 06 Aug 2026, 08:45 weil er zu 99% in einem einzigen Appartement spielt und ich sowas immer schwierig finde (wie soll das nicht theaterhaft rüberkommen?)
Rope?! Ich würde die Gegenfrage stellen: Warum soll es nicht theaterhaft rüberkommen? Wieso ist das für dich prinzipiell etwas Schlechtes?
Weil ich dann auch ins Theater gehen kann? Film ist nun mal ein anderes Medium mit anderen Möglichkeiten. Ich will damit aber nicht behaupten, dass das nicht funktionieren kann - Selbstbeschränkung kann ja auch etwas Positives sein. Wobei ich darüber nachdenken müsste, welcher Film für mich denn der beste ist, der sich auf eine einzige Wohnung beschränkt. "Rope" ist es eher nicht (maximal 8/10 in meiner Erinnerung). Bei Innenräumen allgemein fallen mir z.B. Bergman ("Szenen einer Ehe") und Ozu ein. Da ist es in der Regel aber nicht nur ein Schauplatz.
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FifteenJugglers
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von FifteenJugglers »

Außerdem gesehen:

"On-Gaku: Our Sound" (Kenji Iwaizawa, 2019)
Diesen Monat gab es in der Anime-Reihe mal einen Film, den ich noch nicht gesehen hatte. In "On-Gaku" geht es um drei jugendliche Rumhänger, die irgendwann beschließen, mit geklauten Instrumenten Musik zu machen. Alle drei haben keine Ahnung und das Arrangement besteht aus zwei Bässen, einer Snare Drum und einem TomTom. Dementsprechend roh und primitiv ist das Ergebnis. Der Leader eines Folk-Trios ist trotzdem begeistert und, schwupps, stehen "Kobujutsu" im Line Up eines lokalen Rockfestivals.
Man ist geneigt Parallelen zu sehen zwischen Kobujutsu und der Entstehung des Films. Wie seine Protagonisten von Musik hatte Regisseur Iwaizawa vorher keine Ahnung von Animationsfilmen. Dementsprechend unkonventionell ist seine visuelle Umsetzung. Zum überwiegenden Teil ist alles komplett handgezeichnet, nur beim Konzert kommt auch Rotoskopie zum Einsatz. Der überwiegend lakonische Ton passt zu Anführer Kenji (gesprochen von Rocksänger Shintarô Sakamoto) - sicherlich eine der spannenderen Figuren im Anime-Kosmos. Überwiegend stoisch-unbewegt, ist man ständig am Rätseln, was sich wohl hinter der Fassade verbirgt. Ein Idiot Savant? Ein verkappter Zen-Priester? Oder einfach nur eine verlorene Seele?
Ach ja, die musikalische Seite des Ganzen bringt überraschend spannende Momente hervor.
Definitiv eine kleine Perle. 8/10, mindestens.
Zuletzt geändert von FifteenJugglers am 07 Aug 2026, 13:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Jan Lustiger
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Jan Lustiger »

FifteenJugglers hat geschrieben: 07 Aug 2026, 10:38 Weil ich dann auch ins Theater gehen kann?
Aber doch nur wenn jemand eine Kamera auf eine Stelle platziert und dann stumpf ein Theaterstück abgefilmt hat. Ansonsten kommen automatisch alle Kernaspekte des Filmemachens ins Spiel: Kameraführung, Schnitt, Farbtöne/Beleuchtung - alles filmische Inszenierung. Rope habe ich auch nicht genannt, weil das mein Favorit aus diesem Genre wäre (müsste auch erst überlegen, welchen Film ich da nennen würde), sondern weil das ein Werk ist, das an Filmschulen unterrichtet wird - und das ja nun nicht, damit Filmstudenten mal ein tolles Theaterstück sehen, sondern weil das filmisch einfach herausragend umgesetzt ist. Wie Hitchcock die Kamera und die innovative Schnitttechnik einsetzt, ist durch und durch große Filmkunst. Das Prinzip ist minimalistisch, aber alles anderes ist eine Frage der Inszenierung, die mal mehr, mal weniger kreativ ausfallen kann - wie bei jedem anderen Genre auch.
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Talking Head
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Talking Head »

FifteenJugglers hat geschrieben: 07 Aug 2026, 10:38 Weil ich dann auch ins Theater gehen kann? Film ist nun mal ein anderes Medium mit anderen Möglichkeiten. Ich will damit aber nicht behaupten, dass das nicht funktionieren kann - Selbstbeschränkung kann ja auch etwas Positives sein. Wobei ich darüber nachdenken müsste, welcher Film für mich denn der beste ist, der sich auf eine einzige Wohnung beschränkt. "Rope" ist es eher nicht (maximal 8/10 in meiner Erinnerung). Bei Innenräumen allgemein fallen mir z.B. Bergman ("Szenen einer Ehe") und Ozu ein. Da ist es in der Regel aber nicht nur ein Schauplatz.
Hm, die Kammerspiele

Die zwölf Geschworenen (12 Angry Men, Sidney Lumet, 1957)
Das Fenster zum Hof (Rear Window, Alfred Hitchcock, 1954)

gehören zu meinen Lieblingsfilmen. Und ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass sie im Theater besonders gut funktionieren würden.
Das Leben als Pensionär ist einfach nur geil!

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