Der letzte Film, den ich gesehen habe

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salamandersalat
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von salamandersalat »

Zuletzt gesehen:



A Viszkis (Regie: Nimród Antal - Ungarn, 2017) 6,5/10
Matthias & Maxime (Regie: Xavier Dolan - Kanada, 2019) 8/10
Giù la testa (Regie: Sergio Leone - Italien/Spanien/USA, 1971) [Re-Watch] 8,5/10
Paul Klee, die Stille des Engels (Regie: Michaël Gaumnitz - Frankreich, 2005) 7/10

Nimród Antal kehrt beschädigt von seinem Hollywood-Ausflug nach Ungarn zurück, um dort ein Biopic über einen Kriminellen/Volkshelden, "The Whiskey Bandit", zu inszenieren, welches nur noch in kurzen Momenten die Eigenwilligkeit seines Debüts Kontroll aufblitzen lässt. Hier geschieht vieles nach Schema F - was noch keinen schlechten Film beschert, ihn aber deutlich unter seinen Möglichkeiten im Ziel eintrudeln lässt.
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salamandersalat
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von salamandersalat »

Außerdem gesehen:

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Arizona Dream (Regie: Emir Kusturica - USA/Frankreich, 1993) [Re-Watch] 7/10
At War with the Army (Regie: Hal Walker - USA, 1950) 4,5/10
Raging Bull (Regie: Martin Scorsese - USA, 1980) [Re-Watch] 10/10
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gypsy tail wind
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von gypsy tail wind »



Heute Nachmittag im Kino: The Terrorizers (TW 1986) von Edward Yang - ein weiterer meisterhafter Film, in dem verschiedene elliptisch erzählte Stränge durcheinenandergehen und irgendwann zusammenfinden ... wobei sie zunächst alle einzeln ordentlich Spannung aufbauen - teils konkret auf der Plot-Ebene, teils eher in Auslassungen, die sich allmählich aufklären - und es am Ende keine klare Auflösung gibt sondern ein grosses Verwirrspiel, das dem Film einen einigermassen offenen Schluss verpasst.
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motörwolf
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von motörwolf »

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Passenger (André Øvredal, 2026)

Maddie und Tyler lassen ihr altes Leben im hektischen New York zurück und machen einen Roadtrip, der zumindest für Tyler buchstäblich ewig dauern dürfte. Maddie dagegen hat nach einigen Wochen nur wenig Lust, das Abenteuer weiter zu führen. Diese Bedrohung für ihre Beziehung wird jedoch in den Schatten gestellt durch den geheimnisvollen Passenger, eine Art Dämon, der sich an ihre Fersen geheftet hat.

Der Film startet recht vielversprechend mit der aus dem Trailer bekannten Szene, etwas erweitert freilich, bevor wir Maddie und Tyler kennengelernt, die gerade im Aufbruch in ihr neues Leben sind. Das Leben on the road wird hier nicht ansatzweise so tiefgehend betrachtet wie in Nomadland, funktioniert aber als Setting ganz gut. Auch den Konflikt der Protagonisten, der aus unterschiedlichen Lebensentwürfen erwächst, fand ich prinzipiell glaubhaft. Nicht wahnsinnig originell, aber immerhin wird den Figuren ein bisschen Charakter gegeben. Und so könnte ich jetzt über fast alle Aspekte des Filns sprechen, wenigstens in der ersten Hälfte ist das Ganze immer okay, aber nie wirklich gut. Die zweite Hälfte fällt demgegenüber leider sogar noch etwas ab.
Ein grundsätzliches Problem des Films sind die Jumpscares. Nicht nur deren Häufigkeit, sondern teilweise auch ihre innere Unlogik. Oftmals funktionieren sie nämlich nur, weil die Kamera und das menschliche Auge unterschiedliche Bilder liefern. Der Zuschauer mag zum Beispiel trotz subjektiver Kamera von einem Bus überrascht werden, der Protagonist sollte Dank des peripheren Sehens deutlich früher davon Kenntnis nehmen. Eigentlich gar keine große Sache, solche Szenen, die letztlich eine gewisse Geringschätzung des Publikums darstellen, kommen ja nicht so selten vor. Es war nur so, dass ich die Szene wirklich doof fand und dann auf dem Weg vom Kino zum Auto ein Pärchen genau darüber schimfen hörte.
Unter dem Strich ist der Film durchschnittliche Genrekost. Kann man schauen, wird aber eher nicht im Gedächtnis haften bleiben. Mit der Ausnahme einer Szene eventuell, die richtig stark ist. Da sitzen Maddie und Tyler vor ihrem Camper im Wald. Tyler hat eine Leinwand aufgestellt, und die Zwei schauen Ein Herz und eine Krone. Als der Passenger auftaucht, wird der Projektor zur Taschenlampe, und die Filmbilder, die so in den Wald geworfen werden, sehen nicht nur für den Zuschauer irre aus, sie erzeugen im Hintergrund so viel Bewegung, dass das davon die Szenerie für das Paar ebenso sehr erleuchtet wie verzerrt wird. Das ist originell gedacht, stimmungsvoll umgesetzt und zeigt, dass eigentlich mehr Potential im Projekt steckte (ein Gefühl, dass Øvredals Filme öfter bei mir wecken). So gebe ich nur 4,5/10 Kratzern

Außerdem noch gesehen: Mandalorian & Grogu, Disclosure Day und Masters of the Universe. Texte dazu folgen asap.
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Grievous Angel
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Grievous Angel »

salamandersalat hat geschrieben: 10 Jun 2026, 17:15 (Regie: Martin Scorsese - USA, 1980) [Re-Watch] 10/10
Das ist mal eine Ansage, sehr cool! Ist der beim Re-Watch jetzt deutlich gestiegen? Habe bei dir und Scorsese "Goodfellas" und vor allem "Casino" im Kopf, aber mit 10/10 ist das ja was für die Top 20.
keep on sailing.
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gypsy tail wind
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von gypsy tail wind »

Grievous Angel hat geschrieben: 12 Jun 2026, 04:52
salamandersalat hat geschrieben: 10 Jun 2026, 17:15 (Regie: Martin Scorsese - USA, 1980) [Re-Watch] 10/10
Das ist mal eine Ansage, sehr cool! Ist der beim Re-Watch jetzt deutlich gestiegen? Habe bei dir und Scorsese "Goodfellas" und vor allem "Casino" im Kopf, aber mit 10/10 ist das ja was für die Top 20.
Die Scorsese Top 20? Oder hab ihr echt nur 25 oder 30 Filme mit Maximalrating?

Für "Raging Bull" ist das jedenfalls auch meine Wertung - aber ist wie so oft sehr lange her. Mein "Schema" ist, dass ich mit 16 oder so anfing, den Klassikern hinterherzurennen (sprich: im Programmkino z.B. stets die langjährige Reihe mit Klassikern verfolgte, von denen es jeden Monat 3-4 gab ... oder Retros von Buñuel, Pasolini, Scorsese, Bresson, Visconti, Antonioni usw. allem anderen vorzog und innerhalb der Retros auf die Fünfziger und innerhalb der Retros auch oft auf die Fünfziger/Sechziger fokussierte) und dann nach den kinoarmen Jahren (ca. 2017 bis 2021 - in den ersten der Jahre ging in zu so vielen Konzerten, dass Kino fast nur in der Sommerpause Platz hatte, in den ersten beiden Pandemiejahren ging ich kein einziges Mal ins Kino, 2022 auch erst in Bologna Ende Juni beim Festival - und nur da, und bis zum 2023-Festival gab's genau einen Kinobesuch, den grossartigen "Saint Omer" von Alice Diop ... erst nach dem Juni 2023 nahm ich den Schwung wieder mit nach Hause und quetsche seither wieder viele Kinobesuche ins - auch deshalb - nicht mehr so dichte Konzertprogramm rein).

Nächsten Freitag geht's wieder nach Bologna, doch morgen und übermorgen geh ich erstmal noch vier Musicals gucken, beim neuen "Showtime! Musical Film Festival" in Zürich, das gestern begonnen hat. In einem der besten Arthouse-Kinos der Stadt, dort aber leider in einem der kleinen Säle (die grösseren Filme laufen in einem zweiten grösseren Saal, aber meine vier sind halt alle "kleiner").

Im alten Forum hab ich ja kaum noch was geschrieben, zu oft nur rasch die Filme genannt ... ich mag den Filmfaden hier echt gerne und strenge mich daher sehr gerne ein wenig an - und daher auch mal ein herzliches Dankeschön in die Runde!
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jimmydean
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von jimmydean »

ad "raging bull" ... sicher ein starker film, aber nicht unbedingt mein lieblingsgenre... eine eher unbekannte perle in dem genre ist glaube ich "ring frei für stoker thompson" von robert wise aus 1949 mit robert ryan als dem titelhelden
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gypsy tail wind
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von gypsy tail wind »

jimmydean hat geschrieben: 12 Jun 2026, 09:31 ad "raging bull" ... sicher ein starker film, aber nicht unbedingt mein lieblingsgenre... eine eher unbekannte perle in dem genre ist glaube ich "ring frei für stoker thompson" von robert wise aus 1949 mit robert ryan als dem titelhelden
Definitiv nicht mein Lieblingsgenre, aber der Film ist schon eine Wucht!

Ein Favorit, den ich 2023 in Bologna entdeckt habe, ist Mamoulians "Golden Boy". Und ein Jahr später gab's dort auch noch Litvaks "City for Conquest".
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salamandersalat
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von salamandersalat »

Grievous Angel hat geschrieben: 12 Jun 2026, 04:52
salamandersalat hat geschrieben: 10 Jun 2026, 17:15 (Regie: Martin Scorsese - USA, 1980) [Re-Watch] 10/10
Das ist mal eine Ansage, sehr cool! Ist der beim Re-Watch jetzt deutlich gestiegen? Habe bei dir und Scorsese "Goodfellas" und vor allem "Casino" im Kopf, aber mit 10/10 ist das ja was für die Top 20.
Ich sah ihn, wie immer eigentlich, seit gut zwanzig Jahren nicht mehr und war ein wenig überwältigt, wie sehr er mir diesmal gefiel. Casino thronte bisher als das Scorsese-Nonplusultra auch über GoodFellas, ich hatte aber nicht mehr so wirklich auf dem Schirm wie fantastisch ausgeleuchtet und fotografiert Raging Bull daherkommt. Das hat ihn mir vor allem verkauft, das Genre ("Boxfilm"?) wäre eher hinderlich, da Sport naturgemäß das Langweiligste überhaupt darstellt, wenn man's anschauen muss. (Bringt mich gerade zu Videospielverfilmungen zurück: Was soll da der Mehrwert sein, wenn meine Interaktion fehlt?)

Keiner für die Top 20, jedoch sicher einer für die Top 100.
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gypsy tail wind
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von gypsy tail wind »



Heute Nachmittag im Kino: Ghost Elephants (USA 2025), der neue Film von Werner Herzog, der aus dem Off von einer Expedition berichtet, die er im Auftrag von National Geographic dokumentiert. Eine Gruppe von Wissenschaftlern um Steve Boyes sucht auf dem Hochplateau von Angola nach den riesigen Elephanten, von denen einer - "Henry" - im Smithsonian in Washington steht. Bei letzterem handelt es sich um den bis dahin grössten je gesichteten Elephanten, erschossen vom ungarischen Jäger Joseph J. Fénykövi im Jahr 1955 (klick). Boyes sucht zum Zeitpunkt der Expedition schon zehn Jahre erfolglos nach den "ghost elephants" und bleibt zwiespältig, ob er diese überhaupt finden möchte. Jedenfalls bricht die Equipe aus Namibia auf, mit Fährtenlesern aus Namibia und Angola, besucht in Angola auch einen lokalen König, der seine Segen für die ganze Expedition geben muss. Unterwegs schweift Herzog wie üblich ab, entdeckt überall kleine Dinge, die seine Neugier wecken, dokumentiert aber auch, wie die Jeeps durch das unwirtliche Land fahren (Tausend Meilen Weg vom Ausgangspunkt), dann zurückgelassen werden müssen, weil im Moorland nur noch Motorräder vorankommen, die am Ende ebenfalls abgestellt werden müssen ... nachdem wackelige Handy-Videos von zwei Elephanten gemacht werden, kommt der Regen, und zurück in den USA werden die gesammelten Beweisstücke in die Labore gebracht und mit einer Probe, die dem Schädel von "Henry" entnommen wird, abgeglichen. Das alles interessiert Herzog dann aber echt nicht mehr, der Film endet irgendwie unschlüssig, nachdem er davor quasi zielstrebig mäandert (Herzog halt). Ein ziemlich toller Trip, bei dem man auch einiges über die Sam, die Buschmänner im Kalahari-Bassin erfährt, von denen wir alle abstammen. Und obendrein gibt es eine tolle Tonspur: der niederländische Cellist Ernst Reijseger hat die Musik geschrieben und mit Ensemble (u.a. mit Harmen Fraanje und Mola Sylla) sowie dem sardischen Männergesangsensemble Cuncordu e Tenore de Orosei.
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