Passenger (André Øvredal, 2026)
Maddie und Tyler lassen ihr altes Leben im hektischen New York zurück und machen einen Roadtrip, der zumindest für Tyler buchstäblich ewig dauern dürfte. Maddie dagegen hat nach einigen Wochen nur wenig Lust, das Abenteuer weiter zu führen. Diese Bedrohung für ihre Beziehung wird jedoch in den Schatten gestellt durch den geheimnisvollen Passenger, eine Art Dämon, der sich an ihre Fersen geheftet hat.
Der Film startet recht vielversprechend mit der aus dem Trailer bekannten Szene, etwas erweitert freilich, bevor wir Maddie und Tyler kennengelernt, die gerade im Aufbruch in ihr neues Leben sind. Das Leben on the road wird hier nicht ansatzweise so tiefgehend betrachtet wie in
Nomadland, funktioniert aber als Setting ganz gut. Auch den Konflikt der Protagonisten, der aus unterschiedlichen Lebensentwürfen erwächst, fand ich prinzipiell glaubhaft. Nicht wahnsinnig originell, aber immerhin wird den Figuren ein bisschen Charakter gegeben. Und so könnte ich jetzt über fast alle Aspekte des Filns sprechen, wenigstens in der ersten Hälfte ist das Ganze immer okay, aber nie wirklich gut. Die zweite Hälfte fällt demgegenüber leider sogar noch etwas ab.
Ein grundsätzliches Problem des Films sind die Jumpscares. Nicht nur deren Häufigkeit, sondern teilweise auch ihre innere Unlogik. Oftmals funktionieren sie nämlich nur, weil die Kamera und das menschliche Auge unterschiedliche Bilder liefern. Der Zuschauer mag zum Beispiel trotz subjektiver Kamera von einem Bus überrascht werden, der Protagonist sollte Dank des peripheren Sehens deutlich früher davon Kenntnis nehmen. Eigentlich gar keine große Sache, solche Szenen, die letztlich eine gewisse Geringschätzung des Publikums darstellen, kommen ja nicht so selten vor. Es war nur so, dass ich die Szene wirklich doof fand und dann auf dem Weg vom Kino zum Auto ein Pärchen genau darüber schimfen hörte.
Unter dem Strich ist der Film durchschnittliche Genrekost. Kann man schauen, wird aber eher nicht im Gedächtnis haften bleiben. Mit der Ausnahme einer Szene eventuell, die richtig stark ist. Da sitzen Maddie und Tyler vor ihrem Camper im Wald. Tyler hat eine Leinwand aufgestellt, und die Zwei schauen
Ein Herz und eine Krone. Als der Passenger auftaucht, wird der Projektor zur Taschenlampe, und die Filmbilder, die so in den Wald geworfen werden, sehen nicht nur für den Zuschauer irre aus, sie erzeugen im Hintergrund so viel Bewegung, dass das davon die Szenerie für das Paar ebenso sehr erleuchtet wie verzerrt wird. Das ist originell gedacht, stimmungsvoll umgesetzt und zeigt, dass eigentlich mehr Potential im Projekt steckte (ein Gefühl, dass Øvredals Filme öfter bei mir wecken). So gebe ich nur 4,5/10 Kratzern
Außerdem noch gesehen: Mandalorian
& Grogu, Disclosure Day und
Masters of the Universe. Texte dazu folgen asap.