...bei der first encounter hab ich mich endlich entschlossen ein vinyl reissue von 2024 zu kaufen, ein original ist in deutschland nicht und im ausland nur zu überzogenen preisen zu bekommen....gypsy tail wind hat geschrieben: 07 Sep 2026, 21:06
Mal Waldron & Gary Peacock – First Encounter | Die andere CDr - und in diesem Fall sind halt auch die Leute auf Discogs zu blöd, übernehmen "Catalyst" als Label, von wo das wohl tatsächlich lizenziert ist - aber es bleibt halt eine CDr und das Label des Reissues ist Good Time Jazz, auch wenn die Katalognummer was anderes suggeriert (CATCD017). Auch CD-Käufer haben dämliche Probleme- aber die Musik ist natürlich so fabelhaft wie erwartet. Waldron, Peacock und Hiroshi Murakami (d), der auf dem Cover ausser bei einem kleinen Bildchen und der Bildunterschrift übergangen wird, was schon sehr fies ist, zumal er überhaupt nicht zurückhaltend agiert oder so.
Ich höre gerade ... Jazz
- lotterlotta
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Re: Ich höre gerade ... Jazz
ich wurde mal gefragt warum ich jazz höre. ganz einfach, weil er frei von hautfarbe und emotional ist....
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

....formidable besetzung im live format, bobby boswell am bass, die turrentine brothers und vor allem julian priester, der mir besonders gefällt, von j.-e. berendt produziert und vom swf in der fruchthalle kaiserslautern 1960 aufgezeichnet, klang klasse, roach auch nicht so schlecht....der auftritt wurde von enja erst 1984 veröffentlicht....was da wohl noch alles so in den archiven an live materiel aus den 60ern schlummert mag ich mir gar nicht vorstellen....
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Die letzten Tage lief alles ausser dem lang geschätzten "Bass Hit!" vom obigen Fresh Sound Set von Ray Brown. Gekauft habe ich es hauptsächlich für "This Is Ray Brown", aber das ist eher eine Kuriosität als ein gutes Album, mit Jerome Richardson an der Flöte, Oscar Peterson hauptsächlich an der Prä-Smith-Orgel (warum?!), Herb Ellis an der Gitarre und Osie Johnson am Schlagzeug. Brown ist super, Richardson auch ganz gut, und wenn Peterson zwischendurch mal ans Klavier wechselt, passt auch das. Das ganze ist aber konzipiert als Begleitkulisse für The Man, den Bassisten mit dem fettesten Ton und dem wuchtigsten Swing, den es damals gab (sorry, Charles), leise Orgel, bisschen Geflöte, eine dezente Rhythmus Gitarre die da und dort ein paar Takte nach vorn kommt, und ebenso dezente, natürlich vollkommen geschmackssichere Drums. Besser sind die frühen Sessions (eine Bop Session mit Dizzy, Moody, Bags, John Brown, Hank Jones..., eine Trio-Session mit Jones und Buddy Rich, von der FSR noch einen unveröffentlichten Titel ausgrub) und die verstreuten späteren Tracks: einer aus dem Music Inn 1956 mit Brown (b) und Oscar Pettiford (vc), dazu Hervor Mann, Dick Katz und Connie Kay, und je einer im Trio von zwei Playboy Jazz Alben, einmal mit Ellis und Stan Levey (Gitarrentrio, davon hätte ich gerne mehr!), einmal mit Hank Jones und Es Thigpen (auch da gerne mehr – interessant neben dem OP Trio).

Shigeharu Mukai J Quintet featuring Junko Onishi | Jetzt zum ersten Mal dieses Hard Bop Album aus Japan, wegen der Beteiligung von Junko Onishi gekauft. Gefällt mir sehr, ist aber nicht wirklich speziell oder so. Mukai ist ein vergleichsweiser Veteran, Jahrgang 1949 und unzählige Credits, aber ich kenne kaum was (zwei Auftritte mit Hino, und "A Figure of Yosuke Yamashita". Saxophonist Mabumi Yamaguchi ist noch was älter, wurde am 1. September 80. Dazu kommen Rodney Whitaker und Gregory Hutchinson (den ich demnächst in Zürich mit eigener Band verpasse).
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Junko Onishi – Piano Quintet Suite | Nächste Runde. Ich hab auch all die Trio-Alben mit, aber ich fahre TGV, nicht DB, daher hör ich jetzt mal nur Sachen, die ich nicht kenne. Das hier entstand ein paar Monate nach dem Album mit Mukai, ist aber um Welten lebendiger, man merkt den Einfluss von Jaki Byard und indirekt Charles Mingus, der mit "Peggy's Blue Skylight" gleich an zweiter Stelle nach dem Titelstück vertreten ist. In der Band ist mit dem Trompeter Marcus Belgrave ein Veteran dabei. Eiichi Hayashi, den 1950 geborenen Altsaxer, kenne ich von denselben beiden Yamashita-Alben und von einem mit Ali Takase. Am Bass ist wieder Whitaker dabei und am Schlagzeug sitzt der Madegasse Tony Rabeson. Neben Originals von Onishi (eins zusammen mit Hayashi) und einem Interlude von Schumann gibt es mit "Orange Was the Colour of Her Dress, Then Blue Silk" nochmal ein Stück von Mingus, und zum Abschluss Billy Strayhorns "Take the 'A' Train" mit einer Gesangseinlage von Belgrave.
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Jazz Workshop Presents The Sextet | Januar 1997, dieses Mal ein Kollektiv, in dem die Pianistin aber farblich herausgehoben wird. Alle etwa im selben Alter (*1960–1971 oder so): Yoshiro Okazaki (t), Seiji Tada (as), Tetsuro Kawashima (ts), Junko Onishi (p), Shigeo Aramaki (b), Dairiki Hara (d). Das Material stammt von allen ausser (Klischee erfüllt) dem Drummer, Onishi steuert den Closer bei. Stilistisch ist das wieder etwas konventioneller, aber auch zum ersten Mal eine rein japanische Band und als solche ziemlich tight. Okazakiund Kawashima, die je zwei Kompositionen dabei haben, wechseln in Kawashimas einem Stück an Flügelhorn und Flöte.
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

ROSWELL RUDD - STEVE LACY - MISHA MENGELBERG - KENT CARTER - HAN BENNINK ‐ Regeneration (Soul Note, 1983)
Ein sehr gelungenes Doppel-Tribute-Album. Eine Seite ist Herbie Nichols gewidmet, die andere Thelonious Monk. Das Quintett ist vorzüglich, Kent Carter eine echte Neuentdeckung für mich, da ich ihn vorher kaum wahrgenommen habe.
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Ich höre gerade ... Jazz
Da kannst Du dann sehr frohen Mutes mit der Folgeplatte ""Change Of Season" (btw welche vollständig Herbie Nichols gewidmet ist und Kent Carter durch den ebenfalls exzellenten Arjen Gorter bzw Roswell Rudd durch George Lewis ersetzt) aus 1985 und "Dutch Masters" mit zwei Thelonious Monk Tracks (hier Cellist Ernst Reijseger statt Arjen Gorter) aus 1992 - beide auf Soul Note - fortsetzen....atom hat geschrieben: 09 Sep 2026, 09:27
ROSWELL RUDD - STEVE LACY - MISHA MENGELBERG - KENT CARTER - HAN BENNINK ‐ Regeneration (Soul Note, 1983)
Ein sehr gelungenes Doppel-Tribute-Album. Eine Seite ist Herbie Nichols gewidmet, die andere Thelonious Monk. Das Quintett ist vorzüglich, Kent Carter eine echte Neuentdeckung für mich, da ich ihn vorher kaum wahrgenommen habe.
"I'm not much but I'm all I have" (Philip K. Dick)
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Exzellentes Quintett (mir der überraschenden Drummer Besetzung durch Charlie Persip) und Musik ....atom hat geschrieben: 09 Sep 2026, 10:22 Ebenfalls Soul Note, 1983 und eine Besetzung aus Posaune, Sax, Piano, Bass, Schlagzeug:
CRAIG HARRIS ‐ Black Bone (Soul Note, 1983)
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Junko Onishi – Fragile | Letzte Runde (Juli 1998) vor dem zehnjährigen Rückzug, der auf die Ermordung des Mentors Jaki Byard folgte. Onishi hört 1999 für zwei Jahre auf, Klavier zu spielen – und nimmt so bald auch nicht wieder auf. Sie hatte aber schon davor begonnen, ihre Musik neu auszurichten, wie dieses Album zeigt. Im. Opener steuert Onishi spacige elektronische Klänge bei während Reginald Veal in der Tiefe einen fast bedrohlich dahinrollenden E-Bass spielt. Im folgenden Stück beseln Karriem Riggins (als Ol Skool Jamz) und Motohiko Hino um die Wette, während Veal am Kontrabass zu hören ist – quasi ein erweitertes Pianotrio also. Hino spielt noch im mittleren der sieben Stücke mit, "Compared to What", wo Peace (voc) seinen Auftritt hat und Onishi zum Soul-Piano eine funky Orgelspur ergänzt. Auch das Repertoire verändert sich: an dritter Stelle steht nach zwei Onishi-Stücken "You've Lost That Loving Feeling", mit Solo an einem Synthi-Rhodes oder sowas ähnlichem, zwischen beseeltem Piano, am Ende singt sie auch noch leise und wortlos mit. Nach Gene McDaniels' Klassiker Folgen "Hey Joe" und als Closer "The Sunshine of Your Love (Jam)" (beide mit Tamaya Honda als zweitem Drummer), dazwischen noch ein letztes Original, "Eulogia Variation", die einzige akustische Trio-Nummer des Albums, die auf "Eulogia" vom Debütalbum zurückblickt. Der Cream-Jam bricht roh und ruppig herein: brummende, verzerrte Bassgitarre, etwas dumpf gemixte stampfende Doppel-Drums, Orgel und Wah Wah – und dann mittendrin im Getöse ein Fade-Out. Dass das Album nicht völlig (oder: überhaupt nicht, finde ich gerade) zerfällt, zeugt wohl von Onishis Können und Konzept ... gerade finde ich das ziemlich stringent (im Gegensatz zu den drei Alben davor höre ich das hier heute schon zum zweiten oder dritten Mal).
Zuletzt geändert von gypsy tail wind am 09 Sep 2026, 10:50, insgesamt 1-mal geändert.
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