Ich höre gerade ... Jazz

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vorgarten
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von vorgarten »

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johnny "hammond" smith, nasty (1968)

john abercrombie im orgeltrioeinsatz, grady tate an den drums, houston person fliegt nur für die soli ein. was für eine slicke band. wie viel geheimwissen da drin steckt, über sounds, über interplay, über dramaturgie. auf den üblichen samplern landet nur das titelstück, spannend ist die band aber vor allem in solchen swingnummern wie "if I were a bell" oder dem langsamen "song for my father", wo ein bestimmtes mikroklima herrscht, das man so wohl nur im orgeltrio hinbekommt. abercrombie macht seine sache gut, soundmäßig sowieso, aber vor allem in den rhythmischen akzenten - seine soli sind hier noch etwas akademisch, skalenverhaftet. ab und zu, im wechsel von single notes und akkorden, hört man schon die spätere fluidität heraus. der liner-notes-schreiber, der ihn überhaupt nicht kennt, beschreibt sein spiel als "logical and lithe", das trifft es ganz gut. super bft-material.
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thelonica
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von thelonica »

Grady Tate war meistens maximal gut vorbereitet (s. Interview Jazz Museum in Harlem), diese Session entstand allerdings nicht bei Rudy. Tate machte aus seinem Perfektionismus und seinen musikalischen Fähigkeiten keine große Sache. Von Johnny Hammond Smith gibt es ja einen ganzen Kofferraum von Platten, ca 22 Alben bis 1970, mir fehlt fast die Zeit, um das Material angemessen durchzuhören. Empfehlungen kann ich daher auch gut gebrauchen, "Song For My Father" ist schon sehr toll.
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vorgarten
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von vorgarten »

kann mir gut vorstellen, dass er den bossa-nova-groove auf "song for my father" länger geprobt hat, den rest hat er aber bestimmt aus dem handgelenk hinbekommen. wirklich gute performance, total wach, er reagiert auf alles.
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thelonica
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von thelonica »

Bei Tate hört man wenig bis kaum Angespanntheit, möglicherweise lernte er das als er mit Wes Montgomery, Jimmy Smith, Kenny Burrell oder Johnny Hodges spielte und ansonsten einfach sehr viel Erfahrung im Studio sammelte. Für "Sweet Rain" von Stan Getz hatte er Roy Haynes gehört und bei der Umsetzung fast alle Erwartungen noch übertroffen.
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atom
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von atom »



JOHN ABERCROMBIE - Night (ECM, 1984)
Ähnliche Besetzung wie @vorgartens Beispiel, das ich noch nicht kenne. Mein letzter Hördurchgang von Night liegt Jahrzehnte zurück, ich habe es in keiner guten Erinnerung. Aber was soll ich sagen, das Album macht auf unterschiedliche Weise stellenweise wirklich sehr viel Spaß. Kein Vergleich zu anderen DeJohnette/Abercrombie-Alben, aber unerwartet gut. Muss das nochmal sacken lassen und morgen erneut auflegen.
serenity now!
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vorgarten
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von vorgarten »

wann legst du denn los mit deinem abercrombie-faden, @atom ? ich bin eh jetzt erstmal drei wochen weg, danach hätte ich lust, mich intensiver aufs frühwerk einzulassen:

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redbeansandrice
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von redbeansandrice »

thelonica hat geschrieben: 29 Aug 2026, 13:24 Grady Tate war meistens maximal gut vorbereitet (s. Interview Jazz Museum in Harlem), diese Session entstand allerdings nicht bei Rudy. Tate machte aus seinem Perfektionismus und seinen musikalischen Fähigkeiten keine große Sache. Von Johnny Hammond Smith gibt es ja einen ganzen Kofferraum von Platten, ca 22 Alben bis 1970, mir fehlt fast die Zeit, um das Material angemessen durchzuhören. Empfehlungen kann ich daher auch gut gebrauchen, "Song For My Father" ist schon sehr toll.
Ich kenn von Hammond Smith nicht alles, aber was mir sehr gut gefällt ist die Serie von vier Alben ab Black Coffee hier
http://www.jazzlists.com/SJ_Johnny_Hammond_Smith.htm
Mit als Highlight vllt Mr Wonderful, mit einem ziemlich guten, anders kaum dokumentierten Trompeter...
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vorgarten
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von vorgarten »

ich kenne nur das spätere BREAKOUT auf kudu, das mich ziemlich umhaut. NASTY gibt es zusammen mit GETTIN' UP auf einem cd-twofer, THE SOULFUL BLUES.
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thelonica
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von thelonica »

vorgarten hat geschrieben: 29 Aug 2026, 13:51 kann mir gut vorstellen, dass er den bossa-nova-groove auf "song for my father" länger geprobt hat, den rest hat er aber bestimmt aus dem handgelenk hinbekommen. wirklich gute performance, total wach, er reagiert auf alles.
Das Interview mit Tate habe ich mir erneut angesehen. Ja, er war gut vorbereitet, konnte Musik lesen, hatte mit Wild Bill Davis gespielt und sich noch mit Psychologie und Schauspiel beschäftigt. Der Anruf für die "Sweet Rain" Session kam an einem Sonntag (?), die Session war schon am Montag und natürlich hatte er Unsicherheiten (Nervosität u.a.), allerdings waren die für andere wohl nicht so sichtbar. Vor der Sesson hatte er sich dann noch Alben mit Roy Haynes und welche von Getz angehört. Es war wohl zudem nicht so einfach Quincy Jones zu überzeugen, aber das hat auch geklappt. Quincy Jones erwartete schon damals sehr viel von Drummern. Das Statement zu Tony Williams (von Tate) fand ich auch interessant, weil Tate Williams als Genie sah. Aber Williams konnte laut Aussage von Tate nicht wirklich soft spielen (gegen Ende seines Lebens klappte das besser, an den Aussagen von Tate ist allerdings ein bißchen was dran). Williams hatte wohl mit Tate nur sehr wenig gesprochen. Mir ist Williams auch manchmal zu laut, aber ich halte dagegen, weil es einige von Tony Williams beeinflusste Drummer gibt, die soft spielen können (z.B. Victor Lewis oder der jüngere Jacob Wutzke).

redbeansandrice
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von redbeansandrice »

redbeansandrice hat geschrieben: 29 Aug 2026, 17:53
thelonica hat geschrieben: 29 Aug 2026, 13:24 Grady Tate war meistens maximal gut vorbereitet (s. Interview Jazz Museum in Harlem), diese Session entstand allerdings nicht bei Rudy. Tate machte aus seinem Perfektionismus und seinen musikalischen Fähigkeiten keine große Sache. Von Johnny Hammond Smith gibt es ja einen ganzen Kofferraum von Platten, ca 22 Alben bis 1970, mir fehlt fast die Zeit, um das Material angemessen durchzuhören. Empfehlungen kann ich daher auch gut gebrauchen, "Song For My Father" ist schon sehr toll.
Ich kenn von Hammond Smith nicht alles, aber was mir sehr gut gefällt ist die Serie von vier Alben ab Black Coffee hier
http://www.jazzlists.com/SJ_Johnny_Hammond_Smith.htm
Mit als Highlight vllt Mr Wonderful, mit einem ziemlich guten, anders kaum dokumentierten Trompeter...
Gerade erst kapiert, dass diese vier Alben genau die vier Riverside Alben von ihm sind, das meiste andere vor 1970 ist Prestige... Breakout mag ich auch sehr, aber das ist schon aus einer anderen Zeit... gerade den ziemlich interessanten .org thread zum Thema gelesen,
https://www.organissimo.org/forum/topic ... -thoughts/
John Patton sah Smith wohl als Teil einer früheren Generation, der von Jimmy Smith oder knapp davor... aber ab dem Moment, wo er sich in Johnny Hammond umbenannte, das ist Breakout, stand er mit beiden Beinen in den 70ern...