redbeansandrice hat geschrieben: 14 Aug 2026, 16:17
Das ist natürlich sehr interessant zu lesen mit Gasca, das ist ja das Album, das ich noch nicht kenn!
Ach, echt? Das gab's halt vor 15 Jahren bei BGP als CD-Reissue, drum ist es hier (von dort kommt der seltsame hellbau-weisse Rahmen). Danach war ja erstmal Schluss (20 Jahre Pause) und vermutlich kann man das schon nachvollziehen, angesichts all der Dinge, die Gasca davor in kurzer Zeit machte.
Jetzt nochmal was mit Dwight Dickerson, was ich neulich via Discogs in die Hände kriegte:
Bev Kelly – Live at the Jazz Safari | Eine japanische CD von 2007, die einen Mitschnitt vom April 1979 aus Long Beach dokumentiert, mit feiner Band und gut aufgelegter Sängerin, deren Delivery mich aber manchmal etwas nervös machte (die CD liegt schon einen Monat hier und die ersten paar Anläufe brach ich nach ein, zwei Songs ab). Dwight Dickerson (p/elp), Leroy Vinnegar (b), Al Williams (d), Rudy Johnson (ts) und Richard Madariaga (g) sind dabei - das war wohl das Al Williams Quintet, zumindest schrieb Kelly 2007 fürs Cover einen kurzen Text, in dem sie erwähnt, dass sie 1976 angefangen hätte, mit Williams und einem Quintett zu arbeiten: "We often had conversations about how we would love to have jazz clubs of our own." Ende 1977 konnte Kelly sich mit dem Jazz Safari diesen Traum erfüllen: "Al created and designed a very special listening and performing environment. It was like working in an acoustically correct, intimate, warm, and comfortable living room." Wenn man die Musik der CD hört, glaubt man das sofort: der Sound ist top, sehr warm, der Gesang klingt sehr nah, fast intim, der Mix ist super. Die Song-Auswahl ist auch sehr besonders: los geht es mit "Lonesome Road" (Shilkret-Austin), es gibt Originals ("Welcome to My Heart", "Reflections") oder eigene Vertextungen (Eddie Harris' "There Was a Time" wird zu "Our Time to Love", bei "Soul Eyes" von Mal Waldron bleibt der Titel wie gehabt) von Kelly, dazu Teddy Edwards ("Nonchalantly"), Billy Joel ("New York State of Mind"), J.J. Johnson ("Lament" mit den Lyrics von Jon Hendricks), Johnny Mercer/Doris Tauber ("Drinking Again" - laut Wiki schrieb Mercer den Text, Tauber die Musik), "Alice in Wonderland", "Do Nothin' Till You Hear from Me" und schliesslich zwei Songs von Leuten, die mir gar nichts sagen: "One Day" (Frank Howren - da gibt's wohl eine juicy story: die Schauspielerin Barbara Ruick heiratet 1953 den Kollegen Bob Horton, hatte davor heimlich in Tijuana Howren geheiratet und musste diese Heirat - "never consummated", sagte sie anscheinend - dann ebenso heimlich annullieren, wie die Tyler-Courier Times am 30. August 1953 berichtete - Howren war Sänger und ist laut Discogs auf der Tonspur der "Demoiselles de Rochefort" und beim 1968 Comeback Special von Elvis zu hören) und "Bein' Green" (Joe Raposo), bekannt aus "Sesame Street" und der "Muppet Show".
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #175 – 08.09.2026, 22:00