Dayton Family verkauften von ihrem zweiten Album F.B.I. über eine Million Exemplare, ohne von MTV gespielt zu werden oder US-weiten Radioeinsatz zu genießen. Die Crew aus Flint, Michigan, der Heimatstadt von Michael Moore, eine der gebeutelsten Regionen der USA, mit exorbitant hohen Armuts- und Kriminalitätsraten (ganz zu schweigen von den massiven Umweltproblemen), reduziert den G-Funk der Westküste auf das Nötigste (Samples fehlen komplett) und forciert eine No-Bullshit-Attitüde, die andere Gangsta Rapper wie FDP-Schlagerclowns wirken lässt.
Besonders die eindringlichen Stimmen von Bootleg und Shoestring machen den Reiz aus, abgehärtet, in jungen Jahren schon lebenserfahren, doch nicht resigniert, sondern hungrig und angriffslustig.
Das Intro des 1996er-Albums F.B.I., 79th & Halstead, bezieht sich auf einen aberwitzigen Vorfall, der die Welt, in der sich Dayton Family bewegten und immer noch bewegen, eindrücklich skizziert: Die Gruppe wurde für einen Gig in Chicago gebucht, ausschließlich um dort ausgeraubt zu werden. Die Weigerung eines Homies von Bootleg "seine Baseball-Kappe zu richten" (straighten your hat, Gang-Symbolik), führte dann auch noch zu einer überaus brenzligen Situation, in der die Crew durch einen ganzen Block voller Gang-Mitglieder Spießruten laufen musste. Potenziell tödlich, ein potenzielles Blood Bath.
Kann ihnen also niemanden verübeln, dass sie Nas' If I Ruled the World zu ihrem eigenen Ding machten: Real with this.