Ich höre gerade ... Jazz

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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »

atom hat geschrieben: 27 Jul 2026, 08:56

MANFRED SCHOOF - The Early Quintet (FMP, 1978)
Das Album enthält Aufnahmen von 1966 und 1967, erschien aber erst über zehn Jahre später auf FMP. Musiklaihsc deutlich näher am CBS-Album Voices als an den drei Qunitett-Alben auf JAPO. Auf jeden Fall ein faszinierendes Zeitdokument.
Kenne ich glaub ich nicht - da gibt es ja noch diese CD von Wewerka mit ein paar mglw. identischen Tracks, vielleicht aber auch anderen Takes? Wie das alles zusammenhängt (wer was produziert hat - wo ist klar, Trixi Studios in München - und wer wem was ver- oder abgekauft hat) hab ich nie verstanden.
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)

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redbeansandrice
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von redbeansandrice »


Freddie Redd - Everybody loves a winner

nachdem das Wochenende durch das Uptown Album rauf und runter lief jetzt noch das hier, aufgenommen sechs Jahre später, erschienen zwei Jahre später... letztlich ein ähnliches Konzept, eine grössere Band, in der der Tenorist das Highlight ist, dort Clifford Jordan, hier Teddy Edwards... schon sehr verdienstvoll, dass in den 80ern und 90ern nochmal Leute versucht haben, so etwas grössere Hard Bop Bands aufzunehmen, solange es noch das richtige Personal gab.... denke auch an Dameronia, dann später in den 90ern Randy Weston... die Mühe hatte man sich ja in den 50ern und 60ern oft nicht gemacht... schöne Musik, aber welche der Platten jetzt essentieller ist, will ich nicht entscheiden müssen...
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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »

Bei mir wegen der Stimme am Tenorsax klare Präferenz für "Everybody Loves a Winner" - Edwards' Sound ist mir einer der allerliebsten (entsprechend mag ich auch das eine Weston-Album mit ihm sehr).

Die Weston-Alben höre ich übrigens gar nicht wirklich als Hard Bop-Alben - aber klar, wenn man auch in den Neunzigern noch eine breite Definition anwendet (wozu ich ja in den Sechzigern stark tendiere), passt das schon.
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thelonica
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von thelonica »

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WALT BOLDEN - Walt Bolden

Lief gestern, ich war etwas unsicher, ob ich noch Vinyl davon brauche. Grady Tate hatte für Drummer Walt Bolden produziert, Arrangements sind von Harold Mabern. Insgesamt sollte das wohl als Fusion/Jazz-Funk durchgehen, erinnert aber insgesamt mehr an Bands von Harold Mabern, Horace Silver oder Lee Morgan, es ist nur halt etwas smoother. Gene Taylor von Silver und Blue Mitchell ist am Bass zu hören, George Coleman, Virgil Jones, Mario Rivera und Roland Prince (Gitarre) sind weitere Musiker. Und Mabern gefällt mir hier sehr gut.

Danach lief noch "The Rajah" von Lee Morgan, ebenfalls sehr toll.
redbeansandrice
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von redbeansandrice »

gypsy tail wind hat geschrieben: 27 Jul 2026, 11:30 Bei mir wegen der Stimme am Tenorsax klare Präferenz für "Everybody Loves a Winner" - Edwards' Sound ist mir einer der allerliebsten (entsprechend mag ich auch das eine Weston-Album mit ihm sehr).

Die Weston-Alben höre ich übrigens gar nicht wirklich als Hard Bop-Alben - aber klar, wenn man auch in den Neunzigern noch eine breite Definition anwendet (wozu ich ja in den Sechzigern stark tendiere), passt das schon.
auch bei Dameronia / Redd kann man mE diskutieren, ob das richtig Hard Bop ist... also, klar: diese Blue Note Alben mit McLean und Brooks sind schon irgendwie Hard Bop, aber irgendwie sind sie auch das gleiche Genre wie Dameron auf seinen 50er Alben... was ich eigentlich als klammerndes Elemente meinte war sowas wie "Jazzalben mit mittelgrossen Ensembles, die eigentlich in die Zeit um 1960 gehören, aber erst in den späten 70er, 80er oder 90er Jahren aufgenommen wurden"... und ja, auch hier kann man dann streiten, ob die Weston Alben nicht in den 90ern genau da sind, wo sie hingehören, sie wären ja 1960 doch sehr anders ausgefallen!
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von redbeansandrice »


Willis Conover – House Of Sounds

wie ich da jetzt draufkam... Big Band Jazz aus den frühen 50ern ... und ich würd sagen, es handelt sich eindeutig um Cool Jazz, der eine ziemlich gute Balance findet zwischen der Basie Renaissance und den Experimenten, die beide zum Genre gehören... ein bisschen vielleicht wie Woody Herman in dieser Hinsicht, nur dass der nominelle Leader ein DJ ist, der nicht mitspielt... ein bisschen erinnert die Band, The Orchestra, auch an diese Aufnahmen mit Charlie Mariano und Nat Pierce aus Boston... die Band repräsentiert jedenfalls viel vom besten, was der Jazz in Washington DC in den frühen 50ern zu zeigen hatte, die grössten Namen sind wohl Jack Nimitz und Earl Swope, aber eigentlich gefallen mir alle Solisten gut, geleite und arrangiert haben der Drummer Joe Timer (sprechender Name) und der Arrangeur Bill Potts... das Album ist jedes Mal wieder eine positive Überraschung (auch wenn ich nur das Jasmine Reissue hab)... es gibt von der Band auch noch ein Album, auf dem sie live Charlie Parker begleiten, das ist auch rasant, aber hier hört man die Band natürlich viel besser.
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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »

Das mit Redd und Dameron ist ein interessanter Gedanke - den ich zwar noch nie hatte, aber auf jeden Fall nachvollziehen kann. Quasi die relaxed dunkle Seite vom Bebop und die relaxed nicht ganz so dunkle vom (allgemein dunkleren) Hard Bop. Zu den Lyrikern - Gryce, Farmer, Golson - kann man dann ganz direkt Kontinuitäten von Dameron aus herstellen, Farmer spielte ja sogar mit Dameron, Jimmy Heath passt da auch noch dazu.

Ist das auf der Connover-Platten die Joe Timer-Band, die um den Dreh herum auch mit Charlie Parker aufgenommen hat (und wie ich grad erst sehe auch mit Dizzy Gillespie)? Line-Up gibt's z.B. hier Swope ist der einzige, den man da als Solist kennt, aber Potts (von dem bei Parker nur die Bänder stammen, arrangiert haben andere) war ja später als Bandleader schon auch einigermassen präsent, zumindest "The Jazz Soul of Porgy & Bess" finde ich recht toll. Und 1956 mit Lester Young in Washington sind sie natürlich beide zu hören (Swope nur hie und da, Potts am Piano immer).
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lotterlotta
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von lotterlotta »

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@gypsy tail wind nun auf dem dreher, das ist mir noch ein wenig lieber als katcharpari.......
was aber nicht an rava sondern am gesamtpaket liegt.....und an den momenten in denen saluzzi einsetzt....
Zuletzt geändert von lotterlotta am 27 Jul 2026, 15:42, insgesamt 1-mal geändert.
ich wurde mal gefragt warum ich jazz höre. ganz einfach, weil er frei von hautfarbe und emotional ist....
redbeansandrice
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von redbeansandrice »

@gypsy: zweimal: ja, genau! Golson und Gryce waren auch bei Dameron.... die Dizzy Aufnahmen hatte ich auch nicht auf dem Schirm - von dem gibt es halt mehr mit Big Band... das Lineup auf meiner Platte ist fast das gleiche wie bei den Aufnahmen mit Parker, hier steht es (wobei Lary auf der Platte als dritter Tenorist ausgewiesen ist, nicht als zweiter Altist), die Soli sind auch enorm verteilt, alle vier Trompeter dürfen mal, vier der fünf Saxophonisten, zwei der drei Posaunisten...
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von redbeansandrice »


Coleman Hawkins - The Hawk Swings

durch einen bft bei organissimo entdeckt... Crown ist ja jetzt eigentlich kein Label für Spitzenproduktionen... aber das braucht so eine Band auch nicht, das schlimmste was passieren kann, ist ein Produzent, der viele kurze Stücke vorschreibt... hier ist das Gegenteil passiert, zwei Stücke auf der einen Seite, drei auf der anderen, Solisten wie Hawkins, Thad Jones und Eddie Costa kommen mit der Freiheit prima zurecht... und George Duvivier kann richtig glänzen, eigentlich das ganze Album lang...