Gene Ammons

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thelonica
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Re: Gene Ammons

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GENE AMMONS - All Star Sessions

Das läuft hier im Stream. Seite 1 hat eine Session mit Kenny Clarke und die Musik orientiert sich vielleicht schon ein bißchen mehr an "Bags' Groove" oder der Musik von der EP mit Walkin' von Miles, "Woofin' and Tweetin" hat ein ähnliches Tempo wie Walkin' von Miles. Lou Donaldson klingt überraschend gut auf "Juggernaut" und dem ersten Stück, Ammons spielte wie Ammons, nur manchmal denke ich bei ein paar Linien von "Juggernaut" auch an Sonny Rollins. Art Farmer wirkt sehr überzeugend und entspannt beim ersten Stück. Ammons mit Art Farmer ist jedenfalls meistens super und Ammons mit Kenny Clarke gibt es leider wohl nicht so viel. Ira Gitler zum Solo von Art Farmer auf Woofin and Tweetin' in den Liner Notes: "His solo on Woofin' and Tweetin' is one of the classics of the year".

Die zweite Seite hat mehr von dem "Underground Be Bop" (verschiedene Takes von "Blues Up And Down" plus drei weitere Stücke), wirkt wesentlich gehetzter, obwohl da sogar Jo Jones (?!) an den Drums auf 5 Tracks zu hören ist. Es sind allerdings auch Aufnahmen aus den Jahren 1950-51 und alle Tracks sind mit Sonny Stitt. Sonny Stitt war irgendwie ein Rennfahrer auf dem Tenorsax, was nicht schlimm ist.
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thelonica
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Re: Gene Ammons

Beitrag von thelonica »

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GENE AMMONS' ALL STARS - The Big Sound

Hier lief vorhin noch ein Track von "Mingus in Wonderland" mit Richard Wyands, der auch mit Ammons gespielt hatte. Und Gene Ammons ist auf einem der späteren Alben von Mingus zu hören - "...and Friends in Concert" - soweit bin ich aber noch nicht.

Für "The Big Sound" reiste Ammons aus Chicago (sein Hauptwohnsitz?) an, er verspätete sich mit dem Flugzeug, die Band hatte schon auf ihn gewartet bei Van Gelder, eigentlich war alles bestens vorbereitet. Am Ende der Session vom 3. Januar 1958 gab es 8 Stücke für zwei Alben und insgesamt 98 (?) Minuten Musik. "Blue Gene" entstand im Mai 1958. Ich muss das Album nochmal nach der später veröffentlichten LP "Groove Blues" hören, weil "The Big Sound" noch wächst und auch Überraschungen hat.

Ansonsten ist hier jedes Stück ein bißchen anders: "Blue Hymn" von Ammons und "The Real McCoy" von Waldron, plus "Cheek To Cheek" (!) und "That's All". Bei "That's All" hatte Ammons den Gesang von Dinah Washington im Kopf, was Ira Gitler aufgefallen war. Man sollte genau hinhören, wie Ammons das umsetzte, sonst verpasst man es(?).

"Blue Hymn" ist ein Original von Ammons. Ich weiß nicht, ob Waldron die Komposition schon vor der Anreise von Ammons arrangieren konnte, irgendwas hinzugefügt/überarbeitet hatte. Denn Jerome Richardson an der Flöte, Pepper Adams und Waldron haben auch ihre Parts. George Joyner (B.B. King, Red Garland, Phineas Newborn) am Bass gefällt mir.

"The Real McCoy" (für DJ Sid McCoy in Chicago) wurde geschrieben von Waldron. Coltrane klingt unerwartet bombastisch am Altsaxofon, so oft kriegt man ihn auf dem Instrument auch nicht zu hören, man müsste schon tiefer graben. Schade, dass Waldron kaum für Big Bands geschrieben hatte, dieses Stück hat schon echt gute Momente. Solistisch und als Begleiter gefällt mir Waldron auch, beste Momente von ihm sind vielleicht auf "Blue Hymn" und "That's All".

Von "Cheek To Cheek" gibt es noch eine Version von Lou Donaldson aus 1952, ebenfalls mit Art Taylor an den Drums.

Foto unten: DJ Sid McCoy

https://www.discogs.com/de/artist/34293 ... er=Credits

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thelonica
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Re: Gene Ammons

Beitrag von thelonica »

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GENE AMMONS ALLSTARS - Jammin' With Gene

"Jammin' With Gene" (Track 1) hat ein ziemlich lässiges Tempo (Art Taylor konnte das), Ammons begann seinen Einstieg fast zeitgleich als Taylor ein Becken crashte und schaffte es irgendwie dem Nachhall vom Becken auszuweichen, Ammons spielte geschickt vorbei am Crashsound und überspielte den Sound nicht, was ihm leicht möglich gewesen wäre (wegen Lautstärke). Das Solo von Ammons ist vielleicht eins seiner besten, Ammons, Waldron und Taylor wirken locked in, bis Donald Byrd übernimmt, danach Art Farmer. Beide grandios. Das erste Stück hat den Titel vom Album, hätte damals aber vielleicht einen griffigeren Titel verdient. Bei der ersten Runde hatte der Rest des Albums vielleicht noch nicht ganz gezündet. "We'll Be Together Again" tauchte später woanders wieder auf (ein Album mit Sonny Stitt). Die Version von hier lohnt sich wegen Taylor und Ammons, obwohl die Hi-Hat teilweise schon merkwürdig klingt.

Bei "Not Really The Blues" kann man Art Taylor beschleunigen hören, weil Donald Byrd unglaublich (zuerst) das Tempo anzieht, was für McLean danach fast noch zu schnell scheint, Art Farmer klingt gut und Ammons kam souverän mit dem Tempo klar. Kurz vor Ende vom letzten Track überschlägt sich alles ein bißchen. Byrd und Farmer spielten zusammen, McLean gerät dazwischen und Ammons hatte natürlich den lautesten Sound (und am wenigsten Verzerrung dabei?). Nach so viel Energie war ein zweiter Take davon fast unmöglich, würde ich sagen. Falls ein gesamter einzelner Take zu hören ist (wahrscheinlich schon?!)
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Re: Gene Ammons

Beitrag von redbeansandrice »

Hier lief die Tage öfter Ammons, aber ich konnte nie schreiben...

Gene Ammons - Jug

Das hatte gypsy glaub ich die Tage schon erwähnt, es ist ein tolles Album, wenn man Ammons' Ton bewundern will, der Fokus ist eher auf Balladen und Stücken im Schritttempo... den Sinn von Ray Baretto bei so einem Album fang ich nur sehr langsam an zu begreifen, vibes... Richard Wynands, Doug Watkins und J.C. Heard sind so eine typische Prestige Rhythmusgruppe, kann man nichts mit falsch machen (ausser, dass Watkins Name auf den meisten Ausgaben des Albums falsch geschrieben ist und Heard vergessen wurde)... auf zwei Tracks ist der 'homie' Clarence 'Sleepy' Anderson and Stelle von Wynands zu hören, einmal weil er das Stück komponiert hat, einmal weil Orgel gewünscht ist, was er mutmasslich besser als Wynands kann... am Ende der liner notes steht, Ammons wolle demnächst ein eigenes Septett gründen, ähnlich wie James Moody, mit Sleepy als Ankerpunkt... dazu kam es bekanntlich nicht, während Ammons hinter Gittern war, verstarb Sleepy unerwartet mit nur 37 Jahren.
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Re: Gene Ammons

Beitrag von thelonica »

Ray Barretto spielte ja eng mit dem Bassisten zusammen, außerdem hört man viele kleine Fills, die der Drummer mit zwei Sticks nicht so leicht zusätzlich spielen konnte (nicht mit den Händen jedenfalls). Ja, Barretto war genauso wichtig für den Puls u. Sound in der Musik wie Doug Watkins und Ammons brauchte wohl auch einen guten rhythmischen Support, bei Eddie Lockjaw Davis war es ganz ähnlich. Was noch hinzukommt: In der Zeit gab es eine große Umstellung, Drum Heads aus Plastik kamen auf den Markt. Die Bongotrommel oder Conga hat aber einen natürlichen Sound und wurde mit den Händen gespielt. Das groovt auch etwas besser, wenn es gut aufgenommen wird. Und für einen Engineer ist es auch eine interessante Aufgabe, die Sounds in Kombination mit anderen Sounds (Ammons) aufzunehmen.

https://en.wikipedia.org/wiki/Eddie_Brown_(musician)
Die Conga kann man ja auch auf einigen frühen Motown Hits hören. Bei "Ain't That Peculiar" von Marvin Gaye würde ohne Conga und hand claps was fehlen (Ich habe mich auch immer gefragt, warum das so ist?). Bass (Jamerson) und Conga ergänzen sich ja auch, ein bestimmter Song braucht einen starken Beat mit Percussion (inklusive hand claps). Der Percussionplayer Eddie Brown wuchs in Memphis auf, um 1962 kam er zu den Funk Brothers in Detroit. Im Blues hört man hier und da Mambo Beats oder den Bolero Beat u.a., bei T-Bone Walker konnte man auf alten Fotos einen Bongospieler erkennen. Percussion in der Kirchenmusik muss man auch vielleicht noch mitdenken. Musik aus der Karibik mit den entsprechenden Instrumenten spielt aber ganz sicher auch eine Rolle und die Popularität von Leuten wie Mongo Santamaria oder Cal Tjader (um 1960). Bei Curtis Mayfield gab es die Conga auch teilweise mehr im Vordergrund, zeitlich aber viel später.
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Re: Gene Ammons

Beitrag von thelonica »



Ergänzung: John Lee Hooker hat vielleicht mit Ray Barretto auf den ersten Blick nicht so viel gemeinsam, aber Mambo im Blues ist nicht ungewöhnlich. Auch Cha-Cha-Cha Rhythmen im Blues, Rhythm & Blues, Rock 'n' Roll oder Funk (s. Idris Muhammad u.a.) sind nicht so selten. Und Ammons war ja viel BLUES (mit weiteren musikalischen Elementen). Barretto konnte aber sicherlich auch puren Mambo spielen.
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Re: Gene Ammons

Beitrag von redbeansandrice »


Gene Ammons - Boss Tenor

noch eins dieser Alben mit Quartett plus Conga... dass man die Conga mit dem Bass zusammenhören muss, war auf jeden Fall ein sehr guter Tipp... bei Stücken, die schneller als Schritttempo sind, tu ich mich aber immer noch schwer... Confirmation hier zB, da hat die Conga hinten raus tolle Momente, aber im Thema ist es für mich schon ein bisschen eine Lage Gerumpel, die ich schwer rausgefiltert krieg
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Re: Gene Ammons

Beitrag von thelonica »

Hier ist noch eine Anleitung, wie Art Taylor ungefähr "Hittin' The Jug" gespielt hatte. Es ging wohl um die Erkenntnis "less is more" und den tollen Sound von Taylor, allerdings wurde wohl die Conga rausgefiltert, damit man sich mehr auf den Drum part konzentrieren kann.

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Re: Gene Ammons

Beitrag von redbeansandrice »


Gene Ammons - Swingin' the Jugg

erschienen 1976, aufgenommen 1970, Ammons starb 1974... wie es jetzt kam, dass Ammons nochmal ausserhalb seines Vertrags bei Prestige mal eben irgendwo ein Album für ein Kleinstlabel aufnahm... man will es nicht wissen... ich bin mir auch nicht sicher, ob Ammons hier eine ordentliche Rechnung geschrieben hat, vielleicht sogar Barzahlung akzeptierte... Tatsache ist, dass wir hier eine 1A Orgelcombo hören, Bobby Pierce an der Orgel, George Freeman an der Gitarre, ein Bob Guthrie am Schlagzeug, für die frühen 70er eher traditioneller prä-Alligator Boogaloo Orgeljazz... und damit vielleicht wirklich ein Typ Album, den Ammons bei Prestige nicht so oft gemacht hat, wie er hätte sollen...
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Re: Gene Ammons

Beitrag von thelonica »

Das könnten Aufnahmen aus dieser Just Jazz TV-Show in Chicago sein, July 1970 passt. Die Credits bei den Stücken von Vivian Carter sehen fake aus, siehe Cover. Hatte Vivian Carter Stücke geschrieben? Vee-Jay musste ungefähr 1966 die Produktion einstellen. Sherlyn Publishing hat mit Vivian Carter wohl nichts zu tun, dahinter steckt aber TK Productions Inc.

Fast noch schlimmer sieht es bei der LP "Jimmy Reed Is Back" aus, Reed verstarb im selben Jahr.