Der letzte Film, den ich gesehen habe

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gypsy tail wind
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von gypsy tail wind »



Vorhin im Kino: The Lost World (USA 1925), ein irrer Abenteuerfilm von Harry O. Hoyt, der auf einem Roman von Arthur Conan Doyle beruht. Professor Challenger hat im unzugänglichen Gebiet irgendwo im Amazonas-Regenwald Dinosaurier gesichtet, aber auf dem Rückweg bis auf ein Skizzenbuch alle Beweise verloren - und wird in London verspotett. Er fordert bei seinem Vortrag anwesende Kollegen und Studenten auf, ihm auf eine neuerliche Expedition zu folgen. Ein Journalist, dessen Freundin ihn nicht heiraten will, wenn er keine Abenteuer erlebt, nicht dem Tod ins Gesicht geschaut habe, organisiert über seine Zeitung die nötigen Mittel und schliesst sich an. Nach Monaten der Reise landet die Gruppe am gesuchten Ort, einem grotesken Felsplateau, auf dem sich allerlei Dinos tummeln, fiese Fleischfressende, gemütliche Vegetarier, lustige gepanzerte und fliegende ... angefertigt wurden die Animationen unter Willis O'Briens Aufsicht (der später auch bei "King Kong" zuständig war) - in jahrelanger Arbeit, und dann wurden später im Split-Screen-Verfahren oder via Rückprojektion die Schauspieler*innen in die Bilder eingefügt. Das ist lustig, grotesk, unterhaltsam und auch spektakulär - und wie das Titelzitat von Spielberg nahelegt anhaltend einflussreich.

Begleitet wurde der Film von Wieslaw Pipczynski an Klavier, Theremin und Synthesizer - als Zugabe spielte er dann noch das "Godfather"-Thema am Theremin.
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latho
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von latho »

Au super! Von The Lost World kenne ich nur Ausschnitte, den würde ich ja mal gerne ganz sehen!
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gypsy tail wind
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von gypsy tail wind »

latho hat geschrieben: 17 Jun 2026, 22:41 Au super! Von The Lost World kenne ich nur Ausschnitte, den würde ich ja mal gerne ganz sehen!
Bin froh, dass ich mich hingeschleppt habe, das ist wirklich ein toller Film - noch viel toller, als ich beschreibe, aber ich wollte auch nicht zu viel spoilern.

Heute wär noch "A Brighter Summer Day" von Edward Yang, aber Morgen geht's zum Filmfestival in Bologna, da schaff ich heute leider keinen Vierstünder. Und ich werde dann neun Tage fast non-stop im Kino sein.
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Grievous Angel
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Grievous Angel »

Von mir auch danke für die schöne Empfehlung!

Apropos Empfehlung: falls du noch ein bisschen Kraft zusammenkratzen kannst, würde ich dir den heutigen Film wirklich ans Herz legen. :)
keep on sailing.
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gypsy tail wind
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von gypsy tail wind »

Grievous Angel hat geschrieben: 18 Jun 2026, 14:34 Von mir auch danke für die schöne Empfehlung!

Apropos Empfehlung: falls du noch ein bisschen Kraft zusammenkratzen kannst, würde ich dir den heutigen Film wirklich ans Herz legen. :)
Geht leider echt nicht ... aber ich hole den Film nach, halt unter weniger guten Umständen.
Zuletzt geändert von gypsy tail wind am 19 Jun 2026, 19:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Grievous Angel
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Grievous Angel »

Wird sich sicher wieder ergeben! Ich wünsche dir auf jeden Fall eine tolle Zeit in Bologna! :)
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Jan Lustiger
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Jan Lustiger »

Gestern endlich mal wieder Kino, nachdem die Finalisierung meiner Alltime-LP-Liste zuletzt Priorität hatte. Hier alles, was ich seit meinem letzten Update hier gesehen habe:



A Woman of Paris: A Drama of Fate (Charles Chaplin, 1923) **** 🔁
Barry Lyndon (Stanley Kubrick, 1975) ****½
The Buddy Holly Story (Steve Rash, 1978) ***
End of the Century: The Story of the Ramones (Jim Fields & Michael Gramaglia, 2003) ***½ 🔁
The Elephant Man (David Lynch, 1980) ***½
The Mastermind (Kelly Reichardt, 2025) ***½
Iron Maiden: Burning Ambition (Malcolm Venville, 2026) ***
I Know Where I'm Going! (Michael Powell & Emeric Pressburger, 1945) ****
A Second Life (Laurent Slama, 2025) ***½
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kathisi
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von kathisi »

gypsy tail wind hat geschrieben: 18 Jun 2026, 08:08
latho hat geschrieben: 17 Jun 2026, 22:41 Au super! Von The Lost World kenne ich nur Ausschnitte, den würde ich ja mal gerne ganz sehen!
Bin froh, dass ich mich hingeschleppt habe, das ist wirklich ein toller Film - noch viel toller, als ich beschreibe, aber ich wollte auch nicht zu viel spoilern.

Heute wär noch "A Brighter Summer Day" von Edward Yang, aber Morgen geht's zum Filmfestival in Bologna, da schaff ich heute leider keinen Vierstünder. Und ich werde dann neun Tage fast non-stop im Kino sein.
https://www.theguardian.com/film/2026/j ... -ritrovato -

Schöner Artikel über das Filmfestival in Bologna. Viel Spaß dort!
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gypsy tail wind
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von gypsy tail wind »

Danke! Ich war gestern schon beim grossen Open Air auf der Piazza Maggiore (von dem das Foto zum Artikel stammt):



Es gab Il Generale della Rovere (IT/FR 1959), einen mir noch nicht bekannten, leider recht langfädigen Film von Roberto Rossellini, dessen Archiv/Nachlass gerade der Cineteca übergeben wurde - daher waren seine beiden Enkel anwesend, die Söhne von Renzo Rossellini (aka Renzino, weil Robertos Bruder auch Renzo hiess), nebst Nicolas Seydoux von Gaumont (1974-2004 Leiter, seit der Übergabe an seine Tochter noch im Aufsichtsrat), der aber vor allem zum Schulterklopfen mit dem Cineteca-Direktor Gianluca Farinelli, einem der vier Festival-Direktor*innen, gekommen war.

Der Film: Ein charmanter aber auch etwas verlorener Profiteur, Spieler und Hochstapler verspricht während der deutschen Besatzung Norditaliens Angehörigen von durch die Nazis verschleppten Hilfe - um an Geld zu kommen, aber auch, weil er es für richtig hält, ihnen nicht die Hoffnung zu nehmen. Nachdem er auffliegt, erpressen die Nazis ihn: entweder er wird hingerichtet oder er kommt ins Gefängnis, wo er sich als ein ruhmvoller General (daher der Filmtitel) ausgeben und gefangen genommene Partisanen aushorchen und den Nazis berichten muss. Am Ende verrät er den Anführer der Partisanen nicht und lässt sich erschiessen. Vittorio de Sica spielt den Titelhelden hervorragend – aber man merkt dem Film die Studioproduktion sehr an (es gibt keinen Himmel, die Kamera ist bei Aussenszenen oft erhöht und blickt leicht nach unten, die Strassenecken sind immer wieder dieselben ... bei den Innenszenen und später im Gefängnis stört das alles nicht mehr). Obendrein ist der draufgepappte Ton leider wirklich furchtbar - wie in praktisch allen Italienischen Filmen ... wann haben die eigentlich endlich mit Ton zu drehen begonnen?
Dreieinhalb von fünf von durch Partisanen-Nägel geplättete Nazi-Autoreifen.

Um 14 Uhr geht es los (die offizielle Eröffnung mit langfädigen Reden und einigen Kürzestfilmen mit Piano-Begleitung, die jeweils um 11 Uhr stattfindet, lasse ich aus, da war ich einmal und das reichte). "Amma Ariyan" (Report to Mother) von John Abraham (Indien, 1986) ist mein Start, dann gibt's heute noch zweimal Mitchell Leisen ("Easy Living" als Wiederholung, aber da gibt's halt die eh wieder exzellente Kurz-Einführung zu Leisen von Festival Co-Direktor Ehsan Khoshbakht, und später noch "Darling, How Could You!", dazwischen Daisuke Itos "Osho (The Chess Master)".

PS: Toll ist das Foto im Katalog ("Programmheft" ist für ein 500seitiges, ca. 20 x 25 cm grosses Buch etwas untertrieben) und beim Eintrag zum Film auf der Website - Fellini zu Besuch am Set mit seinen beiden Kollegen, die ja nicht zuletzt gemeinsam das moderne italienische Kino erfunden haben - als Freunde und Konkurrenten:



Hier gibt's noch eins (lustigerweise mit dem erwähnten erhöhten und nach unten gerichteten "Studio"-Blick):
Zuletzt geändert von gypsy tail wind am 20 Jun 2026, 13:49, insgesamt 1-mal geändert.
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motörwolf
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von motörwolf »

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Star Wars: The Mandalorian and Grogu (Jon Favreau, 2026)

Auf der Jagd nach überlebenden imperialen Würdenträgern erleben der Mandalorianer und sein Schützling Grogu eine Serie von Abenteuern.

Diese kurze Inhaltsangabe enthält im Grunde schon alles, was man über den Film wissen muss. Serie ist das Stichwort. Auf einer Serie basiert dieser 13. Star Wars-Film nämlich, wie wohl die meisten schon wissen. Und wer die Serie sogar kennt, den wird meine Inhaltsangabe wahrscheinlich an die erste Staffel erinnern. Wenn man dann den Film schaut, hat man das Gefühl, ein paar verlorene Folgen der ersten Season zu sehen. Das liegt zum einen an der arg episodenhaften Struktur des Films, zum anderen am teilweise furchtbaren Look, der vielleicht auf einem TV-Gerät funktioniert hätte. Im Kino jedoch wirken zum Beispiel viele Hintergründe extrem flach, sie sehen aus wie Matte Paintings aus den 1950ern. Auch im Vordergrund passiert viel Unschönes, allem voran ist die Mischung aus CGI und praktischen Effekten grauenvoll. Die Puppe Grogu und die zahlreichen digitalen Aliens ergeben gemeinsam einfach keine runde Optik. Und ein Star Wars, das nicht gut aussieht, ist erstens peinlich und zweitens ein Film, in dem das Star Wars-Feeling einfach nicht aufkommen will. Dafür gibt es leider auch noch weitere Gründe. In meinen Ohren furchtbare Musik zum Beispiel. Oder Settings, die eher an New York erinnern als an fremde Welten. Und, ganz wichtig, es fehlt einfach ein starker Antagonist So kann ich leider nur 3,5/10 Dunkeltrupplern geben.