Über das Bewerten/Besternen von Musik/Alben

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Fevers and Mirrors
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Re: Über das Bewerten/Besternen von Musik/Alben

Beitrag von Fevers and Mirrors »

Hallogallo hat geschrieben: 14 Jun 2026, 11:57 Kein Song ist ein Ausfall, Handwerklich ist alles gut gemacht, kein Hit dabei, nichts überraschendes dabei, alles sehr solide.
Klingt für mich nach klassischen **1/2, da keinerlei Ausschlag nach unten oder oben. Wobei natürlich noch wichtige Aspekte nicht benannt wurden: Texte, Gesang, Produktion...
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Jan Lustiger
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Re: Über das Bewerten/Besternen von Musik/Alben

Beitrag von Jan Lustiger »

"Solide" ist bei mir ja das Stichwort für drei Sterne.
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Hallogallo
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Re: Über das Bewerten/Besternen von Musik/Alben

Beitrag von Hallogallo »

Fevers and Mirrors hat geschrieben: 14 Jun 2026, 14:09
Hallogallo hat geschrieben: 14 Jun 2026, 11:57 Kein Song ist ein Ausfall, Handwerklich ist alles gut gemacht, kein Hit dabei, nichts überraschendes dabei, alles sehr solide.
Klingt für mich nach klassischen **1/2, da keinerlei Ausschlag nach unten oder oben. Wobei natürlich noch wichtige Aspekte nicht benannt wurden: Texte, Gesang, Produktion...
Alles gut gemacht, das meinte ich mit handwerklich alles gut; Zweieinhalb ist ja ganz schön wenig für ein Album, an dem nichts schlecht ist und grundsätzlich auch nix auszusetzen ist.

Aber gearde deshalb finde ich das ganz interessant, das mal abzuklopfen, da das für mich die große Frage ist: wo die entscheidende Schwelle ist, ab wie vielen Sternen ist es an einem Album irgendwas besser als normal.

Ein Album ohne wirkliche Schwächen - ich nehme da immer gerne die Vokabel "solide" - aber ohne Highlights ist für mich eigentlich die Definition von *** 3 Sterne. Aber bei einer Band, die ich gerne mag, gebe ich auch gerne mal mehr als 3.
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Fevers and Mirrors
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Re: Über das Bewerten/Besternen von Musik/Alben

Beitrag von Fevers and Mirrors »

Für mich braucht ein Album, wie eine Single ebenfalls, irgendwelche bemerkenswert guten (=überdurchschnittlichen) Qualitäten, um insgesamt auch über den Durchschnitt (=**1/2) hinaus bewertet zu werden. Ist ja schön, wenn es "keine Schwächen" gibt, so umgeht es aber lediglich die unteren Sterne-Regionen. Die "guten Bewertungen" ab *** muss man sich halt verdienen, das geht nicht ohne irgendetwas Außergewöhnliches.
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Mozza
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Re: Über das Bewerten/Besternen von Musik/Alben

Beitrag von Mozza »

Die Frage ist ja, welche Attribute oder Charakteristika verbindet man mit einer bestimmten Sterne-Wertung?
Wenn **1/2 den Durchschnitt bilden, dann wären das für mich Alben, die nicht schlecht sind, aber eher unauffällig, die so durchlaufen. Die kaum memorabel sind. Die man eigentlich nicht wirklich braucht, es sei denn, da sind der ein oder andere Ausreißer nach oben drauf, im Gemisch mit schwachen Tracks, so dass sich am Ende **1/2 in der Gesamtwertung ergeben.
Ab * * * überwiegt für mich das Positive bei einem Album.
Wobei ich Alben im Bereich **1/2 oder *** spannender finde, wenn sie schwanken, also nach oben und unten Ausreißer haben, als dass jeder Track im Bereich von **1/2 oder *** liegt.
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Roberto
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Re: Über das Bewerten/Besternen von Musik/Alben

Beitrag von Roberto »

My 50 Cent:

***** (exzellent)
****1/2 (sehr gut, Note 1+)
**** (sehr gut, Note 1)
*** 1/2 (gut, Note 2+)
*** (gut, Note 2)
** 1/2 (befriedigend - knapp befriedigend)
** (ausreichend, höchstens)
* 1/2 (mangelhaft)
* (übelst, ungenügend)

Alles unterhalb von *** kommt eh seit vielen Jahren nicht (mehr) in die Tüte bzw. den Einkaufswagen.
Ich habe verblüffenderweise kaum einmal ein Album gehört, welches für mein Empfinden echte oder so deftige Ausreißer nach oben oder unten hat, welches es mir damit so gut wie unmöglich macht, das Gesamtwerk zu bewerten / besternen.
Finde oder höre ich doch einmal ein solches Werk, lasse ich einfach die Finger davon, schweige in aller Regel stille und setze mich nicht weiter damit auseinander.
Ansonsten bin ich (es sei betont: ganz persönlich) absolut kein Freund von Listen, welche sich oberhalb von Top 50 bewegen.
Wenn ich nicht gerade ein Statistik-Freak bin, der Alben in solche Listen ggf. auf Grund von "wie oft höre ich es" oder ähnlichen Kriterien einordnet, ist es für mich oft genug schon problematisch, ob und aus welchen guten Gründen ich ein Album nun auf Platz 35 oder Platz 39 oder doch vielleicht Platz 40 setze.
Bei einem solchen Ranking bekomme ich sowas unter akzeptablem Zeitaufwand des Überlegens und Nachdenkens noch auf den ersten 20 - 25 Plätzen passabel hin. Darüber wird es immer schwieriger.
Bei allen Listen von Top 100 und oberhalb davon passe ich absolut. Warum? Weil mir bisher noch kein Mensch (und ich es mir selbst ebenfalls nicht) wirklich nachvollziehbar und gut begründet erläutern konnte, warum er dieses oder jenes Album auf Platz 105, 123, 130 oder doch auf 136 gesetzt hat. Es sei denn: siehe Statistik-Nerd.
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Fevers and Mirrors
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Re: Über das Bewerten/Besternen von Musik/Alben

Beitrag von Fevers and Mirrors »

Ist die offensichtliche Antwort nicht, weil man das Album auf Platz 105 etwas besser als das auf Platz 106, aber auch etwas schlechter als das auf Platz 104 findet? Rankings funktionieren halt nur im jeweiligen Vergleich zueinander. Da ist es dann auch egal, ob Top10 oder Top1000, finde ich.
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Hallogallo
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Re: Über das Bewerten/Besternen von Musik/Alben

Beitrag von Hallogallo »

Bei einer 5er-Skala ist aber *** die Mitte und nicht **1/2. Oder gibt es auch die Wertung 0 Sterne?

***** sehr gut
**** gut
*** durchschnitt, nicht gut, nicht schlecht
** schlecht
* sehr schlecht

Aber das ist natürlich ein bisschen wenig Beschreibung, sodass sehr viel Interpretationsspielraum bleibt.

pitchfork vergibt 0 bis 10 Punkte (sogar mit einer Kommastelle, aber das sehe ich eher als Gag, wobei das bei der Definition unten ab und zu eine Rolle spielt) und hat die Bewertungen so ausformuliert:

10 A masterpiece, one of the best albums of all time. Will be culturally and aesthetically important many years from now in some way.

9.1 – 9.9 A monument, an instant classic. Sounds ahead of its time, sounds timeless, immediately belongs in the canon. Entire genres could be created in its wake.

8.6 – 9.0 A major statement, worthy of your time and energy, no matter your taste. Transcends genre, claims new ground, a total and intentional work of art, possesses an aura that makes it vital to its genre, its era, or the artist’s career.

8.0 – 8.5 Essential listening, among the best records of the year. Shows a mastery of craft or taps into the sublime, feels a part of the zeitgeist, steps out of its genre, takes big risks that pay off.

7.6 – 7.9 Excellent record, highly recommended. “Best in class” for its genre. Not a bad song on it.

7.0 – 7.5 Very good record, recommend checking it out. Hardly a dull moment, a great hang, maybe plays it safe but executes everything very well, maybe takes some risks but doesn’t land everything perfectly.

6.6 – 6.9 Good record, a few issues, but worth your attention if you’re into the band or genre. Maybe starts strong and fades a little by the end, includes a few songs that don’t move the needle, but also has a handful of outstanding moments.

6.0 – 6.5 Pretty good, not great, some unavoidable issues, but interesting. Fans of the band or genre will get the most out of it.

5.6 – 5.9 Decent record, a few things going for it, but a handful of major issues overwhelm the experience.

5.0 – 5.5 Not very good, but not a total disaster.

4.0 – 4.9 Pretty bad.

3.0 – 3.9 Really bad. Incompetent and thoughtless.

2.0 – 2.9 Terrible.

1.0 – 1.9 Terrible and symptomatic of some kind of larger problem in music or the world.

0.0 – 0.9 Worthless.

Blau wäre so etwa 3 Sterne
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Roberto
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Re: Über das Bewerten/Besternen von Musik/Alben

Beitrag von Roberto »

Fevers and Mirrors hat geschrieben: 14 Jun 2026, 18:49 Ist die offensichtliche Antwort nicht, weil man das Album auf Platz 105 etwas besser als das auf Platz 106, aber auch etwas schlechter als das auf Platz 104 findet?
Nein, nach meiner Überzeugung ist es nicht die offensichtliche Antwort. Bei einer dreistelligen Liste müsstest Du mir erst einmal nachvollziehbar erläutern, weshalb du Platz 105 etwas besser als Platz 106 findest. Ich möchte dir wirklich und ehrlich nicht zu nahe oder auf die Füße treten: aber das wirst Du nicht können. Der Unterschied wäre so marginal, daß er sprichwörtlich im berühmten My-Bereich läge. Du müsstest mir -bildlich gesprochen- erklären, daß Du bei Album 105 2 Gitarrenlicks oder 1 Basslinie als etwas besser beurteilst, als bei Album 106. Ganz und vollständig unmöglich wäre das vielleicht nicht. Aber mal ehrlich: würde das wirklich Sinn machen?
Fevers and Mirrors hat geschrieben: 14 Jun 2026, 18:49Rankings funktionieren halt nur im jeweiligen Vergleich zueinander. Da ist es dann auch egal, ob Top10 oder Top1000, finde ich.
Hier muss ich gestehen, daß ich ein wenig ein Verständnisproblem habe. Was heißt genau "funktionieren halt nur im jeweiligen Vergleich zueinander"?
Rankings funktionieren für mich nur dann, soweit sie von ihrer Größe her nicht so weit ausufern, daß sie noch halbwegs nachvollziehbar für den Lesenden sind. Deshalb mag ich es auch (und mache das auch selbst), wenn Rankings mit ein klein wenig Text zu den gelisteten Alben versehen sind.
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salamandersalat
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Re: Über das Bewerten/Besternen von Musik/Alben

Beitrag von salamandersalat »

Für das genaue Ranking sorgt doch dann das betreffende Gefühl zum Album.
Keramikvasen geh'n jetzt wieder viel leichter kaputt.