
Ich höre gerade ... Jazz
Re: Ich höre gerade ... Jazz
Vielleicht mit "Bottleneck" etwas weicher gespielt, klingt nach Slide Gitarre. Ich weiß nicht, ob man Violine überhaupt mit Slide spielen kann, vielleicht mit einer passenden Technik.gypsy tail wind hat geschrieben: 12 Jun 2026, 18:53 Bin hier total von Butler fasziniert auf diesem Album ... lese, dass er zuerst Violine spielt und höre dann diese zwei Soli, die fast wie eine elektrische Violine klingen:
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Re: Ich höre gerade ... Jazz
Keine Ahnung, aber ich hab auf jeden Fall schon elektrische Violine mit diesem "heulenden" Effekt gehört, mit Bogen gespieltes Portamento vermutlich. Finde es jedenfalls toll, wie Butler seine Gitarre in diesen zwei Stücken klingen lässt.thelonica hat geschrieben: 12 Jun 2026, 21:06Vielleicht mit "Bottleneck" etwas weicher gespielt, klingt nach Slide Gitarre. Ich weiß nicht, ob man Violine überhaupt mit Slide spielen kann, vielleicht mit einer passenden Technik.gypsy tail wind hat geschrieben: 12 Jun 2026, 18:53 Bin hier total von Butler fasziniert auf diesem Album ... lese, dass er zuerst Violine spielt und höre dann diese zwei Soli, die fast wie eine elektrische Violine klingen:
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #174 – 11.08.2026, 22:00
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Bobby Bradford, Mark Dresser, Hafez Modirzadeh – Sonic House Reunion | Ein Hauskonzert aus Berkeley, CA vom Januar 2026, das verschoben werden musste, weil in der Zwischenzeit Bradfords Haus in Altadena abgebrannt ist. Bradford spielt Kornett, Hafez Modirzadeh sein "b'kongofon" genanntes Tenorsax und Mark Dresser am Bass ist der Ein-Mann-Rhythmusbetrieb. Ziemlich toll, das alles, lief gestern gleich zweimal am Stück - schön auch das Material, das teils wie ausgearbeitet wirkt, aber allesamt dem Trio zugeschrieben und daher vermutlich eher spontan improvisiert ist.
Die Marion Brown-CD aus dem jüngsten NoBusiness-Bündel (@redbeansandrice hatte es im Archiv-Faden erwähnt) lief auch bereits und ist wieder einmal sehr faszinierend (so viel Dolphy hörte ich bei Brown bisher nie), aber da schrieb ich nichts dazu, weil ich damals dachte, ich höre die gleich noch ein paar Male, was dann doch noch nicht geschehen ist.
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Daniel Carter, Sabir Mateen, William Parker, Lou Grassi – Keeping It In Context | Eine vielschichte Session mit drei langen Stücken (18, 35 und 13 Minuten), bei denen die Bläser beide Tenorsax, Altsax und Flöte spielen, Carter zudem Trompete und Mateen auch Klarinette. Auseinanderhalten kann ich sie bei diesem ersten Hören nicht, aber ich habe es auch gar nicht versucht ... eine Battle ist das dennoch nicht, auch wenn sie wohl recht oft dieselben Instrumente spielen, und eine wilde Power-Play-Session ebensowenig - im Gegenteil, ich bin angetan von der Vielschichtigkeit und der Nuanciertheit dieses Quartetts. Und ich kann mal wieder festhalten, dass ich überhaupt nicht mehr nachvollziehen kann, wie ich Parker jahrelang nicht recht hören mochte. Aufgenommen wurde die Session im Mai 1996 live in den Context Studios in new York. Lou Grassi hat fürs Booklet einen kurzen Text geschrieben, in dem er sich an das Jahr zurückerinnert, in dem er zum Improvisor's Collective gestossen sei, das Patricia und William Parker damals in New York leiteten. Jede Woche sei eins der ca. Vierzig Mitglieder mit eigenem Projekt im Konzert vorgestellt worden (sein Projekt ist als "PoGressions" bei Cadence erschienen - allerdings schon 1995 mit einem Aufnahmedatum von 1990, vermutlich hat Grassi da beim Schreiben für NoBusiness was durcheinandergebracht?). In dieselbe Zeit falle diese Jam-Session hier, die er privat organisiert hätte - auf DAT aufgenommen, und kurze Zeit später habe er keinen DAT-Player mehr gehabt, das Band erst 2023 wieder gefunden und überspielen lassen, 2025 eine Kopie an Parker gesendet, der ihn ermutigt habe, die Aufnahme zu veröffentlichen, worauf Grassi eine Kopie nach Vilnius geschickt hat ...

Sunny Murray, Sabu Toyozumi 豊住 芳三郎 – Sun's Blessings 太陽の惠み | Da stecke ich gerade erst mittendrin, eine halbe Stunde vom dreiviertelstündigen ersten Stück liegt hinter mir, das zweite dauert dann nochmal eine Viertelstunde. Schlagzeug-Duo ... harte Kost? Vielleicht, aber mich holt das gerade sehr ab, das wirkt alles recht entspannt, es gibt vieles, woran das Ohr sich festhalten kann, sich überlagernde Rhythmen, auch mal Basstrommelgewitter, aber immer viel Raum. Ich bin grad echt überrascht, wie toll ich das finde, hatte es mir viel schwieriger vorgestellt. Das ist natürlich der neuste Eintrag in der Chap Chap Series, ein Live-Mitschnitt aus der Zippy Hall in Sapporo aus dem April 1999.
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Marion Brown – Live In Europe 1968 & 1972 | Und jetzt auch nochmal die vierte aus dem Bündel - ein Quartett aus Paris mit Gunter Hampel, Barre Phillips und Steve McCall, drei Stücke, die etwas von der surrealistisch Klarheit der späten Musik Eric Dolphys habe. Altsax und Vibraphon, kein Piano ... "Out to Lunch" grüsst, aber es ist auch das Material - "Epiphanie" von Hampel und die anderswo nicht zu hörenden "Current Events" und "61 to Erie Basin" von Brown (alle Infos aus den Liner Notes, in der Trackliste fehlen die Angaben zu den Komponisten), die mich hier ein wenig an Dolphy erinnern. Brown bleibt wie immer irgendwie unfassbar, im Schatten, sein Ton sehr schön aber irgendwie auch ungreifbar - ein ewiges Faszinosum für mich. Im zweiten Teil gibt es ein Album im Duo mit McCall, zwei viereinhalb Jahre später im August 1972 in Châteauvallon aufgenommen. "Djinji's Corner" dauert 22, "Afternoon of a Georgia Faun" 17 Minuten, beide spielen auch Percussion, der Faun beginnt mit Xylophon oder sowas, dazu ein Triangel, Glöcklein und mehr. Hier ist die Musik frei und fliesst dahin wie es bei der ersten Session Phillips/McCall auch tun - aber eben nicht das ganze Quartett. Tolle CD!
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Cal Tjader – Concerts in the Sun | Wie die Tjader-CD, die gestern lief, Nachlese von den Ferien letzten Herbst (glaub beide aus Amsterdam) ... hier gibt's Musik aus dem Waikiki Shell in Honolulu im Oktober 1960 mit Lonnie Hewitt (p), Victor Venegas (b), Willie Bobo (d) und Mongo Santamaria (bgo, cga) sowie aus dem Santa Monica Civic Auditorium im Mai 1960 mit Eddie Coleman (b) anstelle von Venegas. Erschienen sind diese Aufnahmen wohl erst 2002 auf der abgebildeten CD. Hewitt ist ziemlich toll - wie auch auf den Mitschnitten aus dem Penthouse, die ein paar Jahre später entstanden sind. Fantasy mischt die Mono-Aufnahme aus Hawaii mit den besseren Stereo-Aufnahmen aus Kalifornien und programmiert zuerst sechs Jazz/Bop-Stücke, darunter eine tolle Version von "Goodbye" (von Tjader als Goodman's langjähriger "theme song" angekündigt) und dann am Schluss vier Latin-Nummern, darunter "Cubano Chant" und "Afro Blue".
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

EKKEHARD JOST QUINTET - Carambolage (View Records, 1984)
Feines Album mit Jost am Bariton und Bass Saxophon. Eine der wenigen LPs, die ich mit Herbert Hellhund als Trompeter besitze.
serenity now!

