jazz 2026

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gypsy tail wind
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Re: jazz 2026

Beitrag von gypsy tail wind »



Ich lese gerade, dass James Blood Ulmer gestorben sei:
https://www.clashmusic.com/news/james-b ... -has-died/

Froh, dass ich vor einigen Jahren nach Willisau gefahren bin, um ihn (mit The Thing) live zu hören - danke @vorgarten fürs unermüdliche Empfehlen seiner tollen Musik.
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)

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soulpope
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jazz 2026

Beitrag von soulpope »

gypsy tail wind hat geschrieben: 08 Jun 2026, 20:05

Ich lese gerade, dass James Blood Ulmer gestorben sei:

https://www.clashmusic.com/news/james-b ... -has-died/
R.I.P ....
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vorgarten
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Re: jazz 2026

Beitrag von vorgarten »



tyshawn sorey, members... don't! (pi, 2025)

das ist mal wieder eine wucht - was ich nicht nur positiv meine. ich habe das nur in 2 etappen durchhören können, es ist intensiv und dicht und sehr viel freies, virtuoses improvisieren über harmonisch ambivalente strukturen. ausgangspunkt sind die kompositionen von max roachs 1968er album MEMBERS, DON'T GIT WEARY, die hier aber in neuen, eher skeletthaften arrangements kaum wiederzuerkennen sind. sorey hat hier nicht sein trio erweitert, sondern eine völlig neue band, mit adam o'farrill (kenne ich aus bands von halvorson und anna webber), mark shim (iyer sextet), lex korten (zoh amba, sasha berliner) und tyrone allen (louis cole, adam o'farrill). ich finde nicht, dass shim hier gut reinfindet, aber für korten und o'farrill ist das ein durchbruch - beim ersten stück fangen sie im freien duett an und steigern sich mit einsatz der band zu unfassbarer intensität. das publikum ist aus der live-aufnahme ziemlich rausgepegelt, ziemlich super ist ein postproduktionseingriff, der eine klavierfigur unendlich lang loopt (am ende von "equipoise part.1). am ende singt fay victor den titelsong, was seine momente hat, aber sie hört dann leider nicht mehr auf und verliert sich in irgendwelchen mätzchen (es gibt im gesangsbereich momentan einfach niemanden, der mir gefällt - was ist mit der schule von lincoln und horn passiert, die text gesungen und danach der band die möglichkeit gegeben haben, daraus etwas zu entwickeln?). ich verstehe, was das hier politisch will und habe nichts gegen powerplay - und war am anfang auch wirklich schwer begeistert -, aber am ende bin ich erschöpft und habe viel zu viele noten gehört...
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vorgarten
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Re: jazz 2026

Beitrag von vorgarten »



ambrose akinmusire & mary halvorson, slo-mo neon luminate hoverings (2025)

was gerade von empfindlichen geistern aus den USA zu uns kommt, hat vielleicht nachvollziehbarerweise manchmal eine surrealistische qualität. akinmusire und halvorson haben ja beide ein intensives verhältnis zu ganz unterschiedlichen us-amerikanischen musiktraditionen, die sie hier gleichzeitig schreddern und beharrlich weiterverwenden. das fängt beim blues cry an, der bald ein unvermittelt-echter wird und dann schnell zu einem geloopten echo. in offener reibung glitchen bei halvorson dazu ihre americana, das geht erstmal kaum zusammen und soll es auch wohl nicht. auf der zweiten seite fließt es aber dann doch eigenartig ineinander und bildet interessante soundstrudel. ich finde das oft nahe an freier improvisation, wobei kaum interesse an einer organischen symbiose entsteht, aber ein grundvertrauen da ist, das offene brüche, verstummen, stottern und destruktion erlaubt. für mich hat das nichts von den heilsamen covid-alben, die aus ähnlich intimen ausgangssituationen entstanden, sondern eher von freundschaftlicher ratlosigkeit, die sich nur mühsam beherrschen kann. am ende, im letzten stück, wird fast ein epos daraus.
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gypsy tail wind
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Re: jazz 2026

Beitrag von gypsy tail wind »

Danke - ich hatte davon einen der Vorabtracks in meiner StoneFM-Sendung neulich und finde den ziemlich gut ("Blood & Sand") - aber da Nonesuch meine Bestellung von vor sechs Wochen neulich mit der Begründung storniert hat, dass sie nicht ins Ausland versenden würden, warte ich jetzt bis nach Berlin damit, das Album sonstwo aufzutreiben. Bei Sorey hab ich noch nicht mal reingehört, dafür sind heute die neuen Intakt-CDs gelandet (James Brandon Lewis Quartet "Omni" und OM "Südpol").
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gypsy tail wind
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Re: jazz 2026

Beitrag von gypsy tail wind »



Abdullah Ibrahim (9. Oktober 1934 - 15. Juni 2026)
https://www.bbc.com/news/articles/cy5vngrq3q5o

Nicht unerwartet, aber das tut wahnsinnig weh.
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vorgarten
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Re: jazz 2026

Beitrag von vorgarten »

auch gerade gelesen. sehr traurig.
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Re: jazz 2026

Beitrag von kathisi »

Oh, das tut tatsächlich weh! Kein gutes Jahr für die bisher überlebenden alten Helden.
Love Goes On!
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lotterlotta
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Re: jazz 2026

Beitrag von lotterlotta »

gypsy tail wind hat geschrieben: 15 Jun 2026, 20:31

Abdullah Ibrahim (9. Oktober 1934 - 15. Juni 2026)
https://www.bbc.com/news/articles/cy5vngrq3q5o

Nicht unerwartet, aber das tut wahnsinnig weh.
....ja einer meiner helden seit ewigen zeiten für immer gegangen, war ja erwartbar, nach dem gig im herbst schon früher mit gerechnet, ein reiches und erfülltes leben, mit vielen tollen stücken die welt ein wenig liebenswerter gemacht, möge er in frieden ruhen aber niemals vergessen werden, leb wohl afolf johannes brand aka dollar brand aka abdullah ibrahim, für immer in meinem herzen.....r.i.p.
ich wurde mal gefragt warum ich jazz höre. ganz einfach, weil er frei von hautfarbe und emotional ist....
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gypsy tail wind
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Re: jazz 2026

Beitrag von gypsy tail wind »

Sometimes, the highlight of an Ibrahim concert was less the dazzle of his technique — a style that announced roots in the mastery of Ellington and Thelonious Monk, or even the deft blending of styles from his native Cape Town and the jazz tradition — as much it was the qualities of some of his originals and playing; there was a ruminative quality that could turn a concert hall into an intimate setting and a nightclub into a living room.

"His performances acquired a meditative, hushed mystery of spiritual communing," pianist Vijay Iyer told NPR. "I appreciate his fearlessness with quiet.

"In his early work, there's a surreal quality of composure," Iyer added. "Dissonant forms, sounds, and rhythms would appear with nonchalance, integrated into the whole, in a kind of unhurried modernism."

The South African pianist Nduduzo Makhathini first heard Ibrahim as a teenager and was immediately entranced with his sound.

"I was moved by the closeness of his voice to what was already familiar to me before jazz," he told NPR. "It's almost as though his sound intentionally targeted that in-between — to be immersed in your own traditions and folk-ness while open to an entire world of influences."

[...]

[ I]n 2019, Ibrahim spoke with Larry Blumenfeld of the Wall Street Journal, telling him that advice from Ellington had guided his career.

"Duke showed me the importance of presenting old and new material side by side and of performing the older songs as if they were new and the newer ones as if they were familiar," he said.

He also hinted at the reasons behind his signature calm: "If you are on a long road and you finally think that you have accomplished something, there is this joy, but there is also the knowledge that the quest inevitably and necessarily goes on."
aus dem Nachruf von Martin Johnson für NPR:
https://www.npr.org/2026/06/15/84619559 ... a-obituary
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