Ich höre gerade ... Jazz

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atom
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von atom »



ARTHUR BLYTHE - Illusions (Columbia, 1980)
Arthur Blythe wechselt hier zwischen zwei Besetzungen. Zum einen ein Quintett mit Abdul Wadud (Cello), Bobby Battle (Drums), James Blood Ulmer (Gitarre) und Bob Stewart (Tuba) – eine Kombination, die ich so nirgendwo sonst kenne. Zum anderen ein klassischeres Quartett mit Fred Hopkins, Steve McCall und John Hicks.
Der Wechsel zwischen den Besetzungen ist kein Gimmick, sondern strukturelles Prinzip: Die Tuba-Cello-Gitarre-Kombination schafft einen Klangraum, der weder Jazz noch Avantgarde im engeren Sinne ist. Blythe bewegt sich darin mit einem Sound, der gleichzeitig lyrisch und scharf ist. Klingt damals nicht wie 1980 – und auch heute noch nicht veraltet. Schöne Neuentdeckung
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soulpope
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Beitrag von soulpope »

atom hat geschrieben: 03 Jun 2026, 10:46

ARTHUR BLYTHE - Illusions (Columbia, 1980)
Arthur Blythe wechselt hier zwischen zwei Besetzungen. Zum einen ein Quintett mit Abdul Wadud (Cello), Bobby Battle (Drums), James Blood Ulmer (Gitarre) und Bob Stewart (Tuba) – eine Kombination, die ich so nirgendwo sonst kenne. Zum anderen ein klassischeres Quartett mit Fred Hopkins, Steve McCall und John Hicks.
Der Wechsel zwischen den Besetzungen ist kein Gimmick, sondern strukturelles Prinzip: Die Tuba-Cello-Gitarre-Kombination schafft einen Klangraum, der weder Jazz noch Avantgarde im engeren Sinne ist. Blythe bewegt sich darin mit einem Sound, der gleichzeitig lyrisch und scharf ist. Klingt damals nicht wie 1980 – und auch heute noch nicht veraltet. Schöne Neuentdeckung
Neben "Lenox Avenue Breakdown" die zweite wichtige Arthur Blythe Veröffentlichung für Columbia ....
"I'm not much but I'm all I have" (Philip K. Dick)
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atom
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von atom »

Ja, Lenox Avenue Breakdown ist ein ganz großer Wurf. Ich kenne aber ansonsten zu wenig von Blythe. Da wären neben den drei ersten Columbia LPs nur die Live-Sachen auf India Navigation. Späteres kenne ich leider gar nicht.
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soulpope
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Beitrag von soulpope »

atom hat geschrieben: 03 Jun 2026, 13:42 Ja, Lenox Avenue Breakdown ist ein ganz großer Wurf. Ich kenne aber ansonsten zu wenig von Blythe. Da wären neben den drei ersten Columbia LPs nur die Live-Sachen auf India Navigation. Späteres kenne ich leider gar nicht.
Womit Du dann am Ende der Fahnenstange - womöglich inkl. "Light Blue" - betreffend Arthur Blythe angekommen bist ....
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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »

soulpope hat geschrieben: 03 Jun 2026, 13:52
atom hat geschrieben: 03 Jun 2026, 13:42 Ja, Lenox Avenue Breakdown ist ein ganz großer Wurf. Ich kenne aber ansonsten zu wenig von Blythe. Da wären neben den drei ersten Columbia LPs nur die Live-Sachen auf India Navigation. Späteres kenne ich leider gar nicht.
Womit Du dann am Ende der Fahnenstange - womöglich inkl. "Light Blue" - betreffend Arthur Blythe angekommen bist ....
Das wäre schade. Es gibt ja tolle spätere Aufnahmen bei Savant und die Enja-Albem mit John Hicks sind auch nicht zu verachten.
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)

Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #173 – 09.06.2026, 22:00
soulpope
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Beitrag von soulpope »

gypsy tail wind hat geschrieben: 03 Jun 2026, 17:33
soulpope hat geschrieben: 03 Jun 2026, 13:52
atom hat geschrieben: 03 Jun 2026, 13:42 Ja, Lenox Avenue Breakdown ist ein ganz großer Wurf. Ich kenne aber ansonsten zu wenig von Blythe. Da wären neben den drei ersten Columbia LPs nur die Live-Sachen auf India Navigation. Späteres kenne ich leider gar nicht.
Womit Du dann am Ende der Fahnenstange - womöglich inkl. "Light Blue" - betreffend Arthur Blythe angekommen bist ....
Das wäre schade. Es gibt ja tolle spätere Aufnahmen bei Savant und die Enja-Albem mit John Hicks sind auch nicht zu verachten.
War kein Disrespekt gegenüber dem folgenden Euvre von Arthur Blythe, sondern der Tatsache geschuldet, dass sein Frühwerk die Latte sehr hoch legt .... die letzten Columbia Alben ein "Irrweg" und danach für mich wie die Suche nach (s)einem richtigen Platz ....
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vorgarten
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von vorgarten »

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charlie haden's liberation music orchestra, live 1993 (1993)

ich überspringe die 80er (da habe ich an größeren besetzungen nur die big band von david murray) und lande hier, in einem komprimierten bootleg eines radiomitschnitts des liberation orchestras aus boston, angeschafft wegen amina claudine myers, wobei ich jetzt erst gelernt habe, dass das quasi die live-version von DREAM KEEPER ist, das ich gar nicht kenne. nur wenige umbesetzungen hier, javon jackson statt branford marsalis, bill stewart statt paul motian, die stücke sind identisch, südafrikanische hymnen, rabo de nube, sandino, die dream-keeper-suite, die carla bley arrangiert hatte. einige leute blühen hier auf, lovano vor allem, aber auch ken mcintyre, und amina claudine myers hat eine atemberaubende passage aus cecil-tayloreskem übersturz und anschließendem power-chord-festhängen, aber wenn die band sich etwas beruhigt, ist auch platz für den zarten tom harrell. die aufnahme klingt nicht gut, aber, wie man immer so sagt, "man hört alles". die band danach würde mich auf tonträger noch mehr interessieren, da ist dann graham haynes dabei (auf youtube gibt es einen mitschnitt aus donostia/ san sebastian). aber missen möchte ich dieses fadenscheinige produkt hier auch nicht.
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vorgarten
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von vorgarten »

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steve coleman & the council of balance, genesis (1997)

die erste der beiden cds aus diesem doppelpack, mit einer 30-köpfigen bigband aus bläsersatz, klavier, gitarre, 2 bässen (akustisch und elektrisch), drums, streichquartett und 5 santería-percussionisten. klingt wüst, ist aber vom klangbild her total transparent, fast leicht. erzählt wird die schöpfungsgeschichte in 7 tagen und einer coda, aber eigentlich ist das ein federnder groove mit differenziertem akkordbild (streichquartett/bläser), die soli sind oft kollektiv bzw. einer fängt an, überlappt sich mit dem zweiten, dann spielt der kurz allein, dann kommt der dritte dazu etc. übergänge im accelerando, es gibt individuelle wirbel und eine basis-trance. coleman wäre nicht coleman, wenn er sowas nicht hyperpräzise arrangieren würde, aber vielleicht hat auch seine frühphase als bigband-spieler geholfen (sowohl bei sam rivers im loft, als auch bei mel lewis & thad jones im mainstream oder mit murray dazischen). hier sind tolle leute dabei: greg osby, ravi coltrane, greg tardy, george lewis, ralph alessi, und kurz übernimmt auch mal der damalige protegée (und heutige erzfeind) vijay iyer den klavierstuhl. das großartigste ist aber wohl, wie sich hier die federnden drums und die afrokubanische percussion vernetzen. gibt es so auch kein zweites mal.
Zuletzt geändert von vorgarten am 03 Jun 2026, 21:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

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vorgarten hat geschrieben: 03 Jun 2026, 20:27 Bild

steve coleman & the council of balance, genesis (1997)

die erste der beiden cds aus diesem doppelpack, mit einer 30-köpfigen bigband aus bläsersatz, klavier, gitarre, 2 bässen (akustisch und elektrisch), drums, streichquartett und 5 santería-percussionisten. klingt wüst, ist aber vom klangbild her total transparent, fast leicht. erzählt wird die schöpfungsgeschichte in 7 tagen und einer coda, aber eigentlich ist das ein federnder groove mit differenziertem akkordbild (streichquartett/bläser), die soli sind oft kollektiv bzw. einer fängt an, überlappt sich mit dem zweiten, dann spielt der kurz allein, dann kommt der dritte dazu etc. übergänge im accelerando, es gibt individuelle wirbel und eine basis-trance. coleman wäre nicht coleman, wenn er sowas nicht hyperpräzise arrangieren würde, aber vielleicht hat auch seine frühphase als bigband-spieler geholfen (sowohl bei sam rivers im loft, als auch bei mel lewis & thad jones im mainstream oder mit murray dazischen). hier sind tolle leute dabei: greg osby, ravi coltrane, greg tardy, george lewis, ralph alessi, und kurz übernimmt auch mal der damalige protegée (und heutige erzfeind) vijay iyer den klavierstuhl. das großartigste ist aber wohl, wie sich hier die federnden drums und die akfrokubanische percussion vernetzen. gibt es so auch kein zweites mal.

aaaah, schon lange nicht mehr gehört, hatte ich von seiner website, hoffe ich find das noch... her nun mal wieder mingus mit ähnlich vielen leuten.....oder noch mehr....
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ich wurde mal gefragt warum ich jazz höre. ganz einfach, weil er frei von hautfarbe und emotional ist....
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von kathisi »

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vorgarten hat geschrieben: 03 Jun 2026, 20:27 Bild

steve coleman & the council of balance, genesis (1997)

... und kurz übernimmt auch mal der damalige protegée (und heutige erzfeind) vijay iyer den klavierstuhl. ...
Oh oh, hatte ich nicht mitbekommen - findet sich aber sofort im Internet. #metoo schlägt Wellen. Und was soll man jetzt davon halten? Missbrauchsvorwürfe, dagegen Rassismusvorwürfe. OMG!

https://law.justia.com/cases/federal/ap ... 11-03.html

https://m.facebook.com/story.php?story_ ... tid=wwXIfr
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