Ich höre gerade ... Jazz

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Mirror Man
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von Mirror Man »

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Die ist irgendwie komplett an mir vorbei gegangen bisher.
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vorgarten
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von vorgarten »

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alice coltrane, lord of lords / jackie & roy, time & love (beides 1972)

diese beiden quasi zeitgleich entstandenen alben haben mehr gemeinsam als man denken würde. nicht nur dass sie mit großem streichereinsatz zu dominater harfe beginnen, und es auch bei jackie & roy viel um den lieben gott geht, beide aragements arbeiten durchgehend mit reibung, die auf einer höheren ebene wieder harmonie erzeugt. ansonsten ist natürlich vieles komplett konträr: coltranes homophone streicher, die aber gemeinsam ins schillern und trillern kommen (claus ogerman im indien-urlaub), sich von drones (oft charlie haden als quasi unterbewusstsein des ensembles) dominieren lassen, wozu dann coltranes orgel immer wieder aus ihrem eigenen arrangement aussteigt, haben wenig zu tun mit don sebeskys großartigen kabinettstückchen, die genres und oft mehrere kompositionen auf einmal ins spiel bringen, wo ja schon das leader-duo sehr geübt im polyphonen gesang ist (und auch nie so kitschig wie die texte). beiden gemeinsam sind dann doch wieder die klassik-referenzen, die fast als samples eingebaut sind: strawinsky bei coltrane, bach, debussy und villa-lobos bei sebesky.
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BYRDIE
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von BYRDIE »

thelonica hat geschrieben: 31 Mai 2026, 11:33
BYRDIE hat geschrieben: 30 Mai 2026, 23:20 THE 1954 PARIS SESSIONS

Alle Sessions aus 1954, mit:



Die Musik ist sehr hörenswert, die Serie auf Vogue mag ich. Nur auf dem Foto von der CD sieht man wahrscheinlich Tama Imperialstar Concert Toms (aus den späten 70er Jahren?), die es 1954 so natürlich noch nicht gab.


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hier die Innenseite der CD-Verpackung:


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hurley
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von hurley »

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Otomo Yoshihide's New Jazz Orchestra- Out To Lunch

Es ist durchaus eine Leistung den Spirit von "Out To Lunch" ins 21 Jahrhundert zu bringen, denn ist kein bloßes Nachspielen sondern eher der Geist, die Energie die hier weitergetragen wird mal akustisch, mal elektrisch aber immer wieder mit Hingabe das Extreme auslotend. Keine leichte Kost aber unglaublich bereichernd wenn man dieses Werk knackt.
It Is The Time Of Great Confusion
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kathisi
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von kathisi »

hurley hat geschrieben: 01 Jun 2026, 20:29 Bild

Otomo Yoshihide's New Jazz Orchestra- Out To Lunch

Es ist durchaus eine Leistung den Spirit von "Out To Lunch" ins 21 Jahrhundert zu bringen, denn ist kein bloßes Nachspielen sondern eher der Geist, die Energie die hier weitergetragen wird mal akustisch, mal elektrisch aber immer wieder mit Hingabe das Extreme auslotend. Keine leichte Kost aber unglaublich bereichernd wenn man dieses Werk knackt.
Klingt sehr interessant! Danke!
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vorgarten
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von vorgarten »

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masabumi kikuchi + gil evans (1972)

kikuchi lädt den arrangeur nach japan ein, es wird eine große bigband aus 22 japanischen musikern zusammengestellt, gil evans bringt billy harper und hannibal marvin peterson als starsolisten mit. interessant ist, dass man es hier weniger mit der wolkenhaften, zustand-artigen gil-evans-welt zu tun hat, sondern mit scheinbar simplen strukturen und fetzigen arrangements, die sehr direkt nach vorne gehen. harper und peterson passen gut dazu, sie setzen sich dominant vom geschehen ab, ohne es groß herauszufordern (etwas störrischer kikuchi und togashi als zweiter drummer), vor allem harper segelt die skalen rauf und runter wie ein prä-brecker. höhepunkt ganz in diesem sinne ist das arrangement von harpers "priestess", das einen tollen flow hat, in das evans dann aber doch ein paar durchgeknallte flötenpassagen einbaut. und der bekannte evans taucht dann doch noch in kikuchis "drizzling rain" auf, wo bei mir sofort der wunsch entsteht, dass er ein ganzes album mit arrangements von kikuchi-stücken hätte aufnehmen sollen. ziemlicher knaller.
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vorgarten
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von vorgarten »

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bill evans, symbiosis (1974)

das ist wirklich schöne musik. claus ogerman zunächst so, wie man ihn nicht kennt: das erste movement wird immer wieder von einem unisono-bläsersatz über latin-rhythmen unterbrochen, zu denen evans nur ein paar akkorde beisteuert, über weite teile darf das trio (evans-gomez-morell) auch allein agieren, durchaus hart swingend, dann wieder im balladenmodus, erst in der zweiten bewegung geht im streicherhimmel die sonne unter und ogerman arrangiert ein ausdifferenziertes lago, bevor es am ende endlich kitschig werden darf. sehr ambitioniertes projekt, das einen guten weg findet, den pianisten nach vorne zu schieben, aber den hintergrund sehr beweglich zu halten. glenn gould war fan.
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vorgarten
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von vorgarten »

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joão gilberto, amoroso (1977)

nochmal ogerman, hier im erfolgreichen versuch, gilbertos sonorem, komplett virbatolosem gesang eine etwas aufbrausende emotionale ebene hinzuzufügen. das album ist ziemlich eigen, gilberto singt überraschenderweise englisch ("s'wonderful"), italienisch ("estate") und spanisch ("besame mucho"), auf der zweiten seite dann vier spätere kompositionen von jobim. ohne das portugiesische fehlen ihm die zisch- und s-laute, die er ja sehr perkussiv einsetzt, stattdessen twistet er die time der songs, bleibt komplett unforciert und lässt ogerman den rest machen. dessen streicher wirken oft wie hippe samples, leiern und loopen, manchmal findet er sogar analogien zu den vor- oder nach-dem-beat-stunts von gilberto. unglaublich ist die fast 9-minütige version von "besame mucho", die sich fast in sich selbst aufhängt. sehr schade, dass es hier zu wenig interessent*innen für eine gilberto-song-umfrage gibt, hier wären für mich mindestens 2 kandidaten dabei.

(in der band übrigens leute wie grady tate und jim hughart, beide ziemlich gut.)
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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »

Tolles Hörprojekt mal wieder!

Bei mir gerade:



Eberhard Weber - Résumé
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)

Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #173 – 09.06.2026, 22:00
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atom
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von atom »



LARRY KARUSH/GLEN MOORE - May 24, 1976 (JAPO, 1976)

Larry Karush kannte ich bisher nur aus Steve Reichs Ensemble, wo er als einer von mehreren Pianisten in den minimalistischen Strukturen aufgeht. Dass er ein eigenständiges Profil hat, war mir nicht bewusst.
Aufgenommen in den Osloer Talent Studios. Engineer Jan Erik Kongshaug, produziert von Manfred Eicher – also volles ECM-Umfeld, erschienen aber auf JAPO, dem etwas experimentierfreudigeren Schwester-Label.
Sein Partner ist Glen Moore, Bassist und Oregon-Mitgründer. Moore spielt hier neben dem Bass auch Geige. Das Album wechselt zwischen Solopassagen und gemeinsamen Stücken, wo die Stärken liegen.
serenity now!