Der letzte Film, den ich gesehen habe

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salamandersalat
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von salamandersalat »

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gypsy tail wind
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von gypsy tail wind »



Gestern im Kino der Auftakt zur Edward Yang Retro: Taipei Story (Qing mei zhu ma) (TW 1985). Ich hatte vor einem Jahr am letzten Festivalabend bis in die Nacht in Bologna "Yi Yi" gesehen und sehr gemocht, daher freue ich mich sehr darauf, in den kommenden vier Wochen möglichst alle anderen seiner Filme zu sehen, bevor ich wieder nach Bologna fahre (Mitchell Leisen, Ritwik Ghatak, Barbara Stanwyck, Josephine Baker, Daisuke Ito und viel mehr). Gestern also Yangs zweiter Film, ein melancholischer Grossstadtfilm über ... ja, über was eigentlich? Beziehungen und die Unfähigkeit dazu, Einsamkeit und Freundschaft, Verrat, Liebe, Gewalt ... alles und nichts also, aber in einem Tempo, das einen auch nach eineinhalb Monaten in der Welt von Hong Sangsoo nicht überfordert. Und mit einem aussergewöhnlichen Gespür fur Orte und Bilder.

Morgen geht's mit "Majong" weiter und am Sonntag dann wohl der Omnibus-Film "In Our Time". Für "That Day on the Beach" verschwinde ich nächste Woche dann mal rechtzeitig für die 15-Uhr-Vorstellung aus dem Büro (wenn ich das früh genug plane, geht das zum Glück).
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gypsy tail wind
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von gypsy tail wind »



Vorhin im Kino zweite Runde mit Yang: Mahjong (Ma jiang) (TW 1996) - sehr toll!
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von gypsy tail wind »



Gestern im Kino zuerst nachmittagsfüllend einen neuen Film von Howard Hawks entdeckt - ein semi-improvisierter, rasant dahinmäandernder, liebenswürdig doofes (der Plot, die Liebesgeschichten, der Slapstick) und doch wunderbares Buddy-Movie und RomCom und Abenteuerfilm, bei dem sich der Eindruck vermittelt, die ganze Crew sei völlig tiefenentspannt am Werk gewesen (trotz Pyrotechnik, gefährlichen Tieren, versicherungstechnisch vermutlich nicht leicht zu bewältigender Dreharbeiten usw.) - ich meine natürlich Hatari (US 1962) mit John Wayne, Hardy Krüger, Gérard Blain, Elsa Martinelli und nicht zuletzt der wunderbaren Michèle Girardon. Und tolle Musik von Henry Mancini gibt es natürlich auch noch ... die mir zumindest teilweise längst bekannt war, ohne dass ich den Film je zu Gesicht bekommen hatte. Schön, dass meine Eltern dabei waren, die ca. 1971/72 die Region bereist hatten (von Kaptstadt bis Tansania und dann nach Südasien eingeschifft mit ihrem klapprigen VW-Bus, der natürlich so hiess, wie der erste Baby-Elefant von "Dallas", nämlich "Tembo") und dabei auch in Arusha waren, der nächsten grösseren Stadt. Lustig, dass Martinellis Fotografin für den Basler Zoo arbeitet - keine Ahnung, ob die Anfang der Sechziger besonders aktiv Tiere einkauften ... jedenfalls sollte ich in meiner Freizeit wohl mal ein wenig in den Bestand eines Tierfängers gucken, der bei uns auf der Arbeit (bzw. sicher im Keller verstaut) rumliegt, der von Charles Cordier, einem Zürcher, der denselben Job hatte wie John Waynes Sean in "Hatari".



Nach einer kurzen Pause ging es mit dem Omnibus-Film In Our Time (Guang yin de gun shi) (TW 1982) weiter, für den Jim Tao Te-chen, Edward Yang, Ko I-chen und Chang Yi je eine Episode drehten. Klares Highlight die zweite Episode, "Expectations", von Yang, dessen Handschrift schon in den ersten Einstellungen zu finden ist: die ruhig-introspektive Sprache, die Farben, die langen Sequenzen ... und der stille Fokus auf die unausgesprochenen Emotionen. Stark. Tao Te-chens Episode, "Little Dragonhead", mit der der Film beginnt, ist allerdings ebenfalls sehr gelungen und ähnlich berührend - der kleine Junge, der gemobt wird, was die Film-Logik, seine Perspektive adoptierend, übernimmt: es gibt kein Entrinnen, die Ungerechtigkeit überträgt sich fast ungebremst auf das Publikum. Dass mit Ko I-chens "Leapfrog" über einen College-Studenten, der zwischen Unsicherheit und Selbstbewusstsein schwankt, und Chang Yis "Say Your Name", in der sich ein Mann aus der gerade bezogenen Wohnung aussperrt und in Unterhose, Badetuch und Latschen auf der Strasse landet, danach noch etwas leichtere Episoden folgen (die letzte mit einer ordentlicher Dosis Slapstick), tut dem Film als ganzem allerdings gut.
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von gypsy tail wind »



Vorhin im Kino: Au hasard Balthazar (FR/SE 1966) - einer der besten von Robert Bresson und einer der besten überhaupt. 2000 bei einer Bresson-Retro erstmals gesehen (damals alles noch auf 35 mm - manchmal, z.B. gestern bei "Hatari!", finde ich es echt schade, dass heute die Materialität nur noch eine Illusion ist) und wieder genauso geplättet wie damals. Wäre mal wieder mal Zeit für eine Bresson-Reihe.
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salamandersalat
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Beitrag von salamandersalat »

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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von latho »

gypsy tail wind hat geschrieben: 25 Mai 2026, 17:41

Vorhin im Kino: Au hasard Balthazar (FR/SE 1966) - einer der besten von Robert Bresson und einer der besten überhaupt. 2000 bei einer Bresson-Retro erstmals gesehen (damals alles noch auf 35 mm - manchmal, z.B. gestern bei "Hatari!", finde ich es echt schade, dass heute die Materialität nur noch eine Illusion ist) und wieder genauso geplättet wie damals. Wäre mal wieder mal Zeit für eine Bresson-Reihe.
Der Film ist gut, keine Frage. Aber der Riesenfan bin ich nicht. Da mag ich andere Bressons lieber.
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von gypsy tail wind »

latho hat geschrieben: 25 Mai 2026, 23:16
gypsy tail wind hat geschrieben: 25 Mai 2026, 17:41

Vorhin im Kino: Au hasard Balthazar (FR/SE 1966) - einer der besten von Robert Bresson und einer der besten überhaupt. 2000 bei einer Bresson-Retro erstmals gesehen (damals alles noch auf 35 mm - manchmal, z.B. gestern bei "Hatari!", finde ich es echt schade, dass heute die Materialität nur noch eine Illusion ist) und wieder genauso geplättet wie damals. Wäre mal wieder mal Zeit für eine Bresson-Reihe.
Der Film ist gut, keine Frage. Aber der Riesenfan bin ich nicht. Da mag ich andere Bressons lieber.
Ich kenne ganz wenig, was mich so tief berührt, wie dieser Film ... nicht nur im Kino, überhaupt.
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Friedrich
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Friedrich »

Schon vor einigen Tagen:



Good Luck, Have Fun, Don'T Die (Gore Verbinski, 2026)

Haarsträubende Satire auf Social Media, KI, das Metaverse und Selbstoptimierung. Schön selbstironisch und gespickt mit Filmzitaten, die ich sicher nur teilweise erkannt habe. Angenehm empfand ich es, dass der Film nicht mit moralischem Zeigefinger oder Pseudo-Philosophie daherkommt und am Ende offensichtlich absurd und verwirrend bleibt. Manchmal glaubte ich aber auch, dass die Wirklichkeit die Satire schon eingeholt hat. So grotesk ist die künstliche Wirklichkeit eben.
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latho
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von latho »

gypsy tail wind hat geschrieben: 26 Mai 2026, 07:15
latho hat geschrieben: 25 Mai 2026, 23:16
gypsy tail wind hat geschrieben: 25 Mai 2026, 17:41

Vorhin im Kino: Au hasard Balthazar (FR/SE 1966) - einer der besten von Robert Bresson und einer der besten überhaupt. 2000 bei einer Bresson-Retro erstmals gesehen (damals alles noch auf 35 mm - manchmal, z.B. gestern bei "Hatari!", finde ich es echt schade, dass heute die Materialität nur noch eine Illusion ist) und wieder genauso geplättet wie damals. Wäre mal wieder mal Zeit für eine Bresson-Reihe.
Der Film ist gut, keine Frage. Aber der Riesenfan bin ich nicht. Da mag ich andere Bressons lieber.
Ich kenne ganz wenig, was mich so tief berührt, wie dieser Film ... nicht nur im Kino, überhaupt.
Mir war der Film immer etwas zu sehr gebeugtes Rückgrat in seinem fast schon calvinistischem Katholizismus. Da mochte ich die Zweifel und innere Zerrissenheit in Journal d'un curé de campagne oder diese fast schon Zen-Konzentration in Un condamné à mort s'est échappé lieber. Oder generell die Tragik in Mouchette. Aber Bresson-Filme sind, wenn man mal den Dreh heraus hat, immer große Klasse.
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