
Ich höre gerade ... Jazz
- gypsy tail wind
- DJ
- Beiträge: 1214
- Registriert: 15 Mär 2021, 00:06
- Has thanked: 262 times
- Been thanked: 173 times
Re: Ich höre gerade ... Jazz
Ah, ja, davon hatten wir es ja kurz - ich hab die spätere CD-Ausgabe davon, bei der Coverfoto freundlicherweise entzerrt wurde:


Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #174 – 11.08.2026, 22:00
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #174 – 11.08.2026, 22:00
- lotterlotta
- Beiträge: 352
- Registriert: 13 Jan 2026, 22:49
- Wohnort: im öden wald
- Has thanked: 25 times
- Been thanked: 57 times
Re: Ich höre gerade ... Jazz
....sieht eindeutig besser aus.....gypsy tail wind hat geschrieben: 18 Mai 2026, 15:03 Ah, ja, davon hatten wir es ja kurz - ich hab die spätere CD-Ausgabe davon, bei der Coverfoto freundlicherweise entzerrt wurde:
![]()
ich wurde mal gefragt warum ich jazz höre. ganz einfach, weil er frei von hautfarbe und emotional ist....
- vorgarten
- Beiträge: 191
- Registriert: 04 Dez 2023, 09:13
- Has thanked: 45 times
- Been thanked: 61 times
Re: Ich höre gerade ... Jazz

gil evans, the individualism of gil evans (1963/64)
ich höre gerade jazz für größere besetzungen, und hierfür brauchte ich die rolling-stone-liste der besten jazzalben, um das endlich mal für mich zu entdecken. großartig, wie evans mit zeit umgeht, das eigentlich spannende kommt, wenn thema und soli durch sind, wenn er im auslaufen nochmal neue sounds zulässt, alles in der schwebe hält. und das ist wirklich mal ein album, bei dem ich auf die bonus tracks nicht verzichten könnte.
- vorgarten
- Beiträge: 191
- Registriert: 04 Dez 2023, 09:13
- Has thanked: 45 times
- Been thanked: 61 times
Re: Ich höre gerade ... Jazz

charles mingus, the black saint and the sinner lady (1963)
heute ist es wieder die fieberwahn-euphorie, mit der ich das album höre, alles überkandidelte ist mir total recht. im gegensatz zu evans natürlich viel drängender, knackiger, übergeschnappt. aber es gibt fast genauso viel überschüssiges, nicht-funktionales.
- vorgarten
- Beiträge: 191
- Registriert: 04 Dez 2023, 09:13
- Has thanked: 45 times
- Been thanked: 61 times
Re: Ich höre gerade ... Jazz

antonio carlos jobim, the composer of desafinado, plays (1963)
zeitgleich, woanders. das ist eigentlich ein claus-ogerman-album, das um jobim-melodien herumgestrickt ist, instrumental. es hat aber keinen eigentlichen hintergrund, da jobim eben auch spielt (klavier und gitarre), aber nichts von den melodien ablenken darf, und die ogerman-streicher, die scheinbar so kunstlos als homophone wand daherkommen, doch beim genauen hinhören innere differenziertheit haben. die rhythmische aufgabe erledigen edison machado und george duvivier, auch sie ohne ablenkungspotenzial und trotzdem feinnervig. man könnte denken, das sei ein US-amerikanischer abklatsch gewesen, aber die brasilianer haben das album danach übernommen, ich habe es in beiden ausgaben.
- gypsy tail wind
- DJ
- Beiträge: 1214
- Registriert: 15 Mär 2021, 00:06
- Has thanked: 262 times
- Been thanked: 173 times
Re: Ich höre gerade ... Jazz

Bei mir die Tage mehr, was mit den Label-Fäden der letzten Tage zu tun hat ... neulich Frank Sinatra in frühen Jahren, Glenn Miller und auch die ersten Sachen von Benny Goodman, als er in Chicago Ende der Zwanziger erste Aufnahmen machte. Die billige 20-CD-Box (enorm Platzraubend, da jede CD in einem Standard-Jewelcase steckt) gab's mal für fast kein Geld - wo weiss ich nicht mehr, 9.90 bei Zweitausendeins oder sowas. Klanglich ist das sicher nicht schlechter als die Classics (vielleicht die Vorlagen?) ... und die Musik ist, wenn sie zum Jazz tendiert, schon ziemlich gut. Die Vocals sind halt, wie bei allen weissen Bands der Zeit, kein Pluspunkt, weil da irgendwelche Herren mit süssen Stimmen und gerne ungünstig eingesetztem Vibrato schlechte Texte singen - aber wie bei Berigan oder so gibt es auch hier genügend gute Soli drumherum - aber es gibt eben auch schon auf der ersten CD die erste Session aus New York (7. November 1930), wo das alles in den süsslichen Pop kippt mit Glenn Miller oder Tommy Dorsey an der Posaune. Aber schon irgendwie witzig, in "Linda" Harold Arlen als Sänger zu hören, auch wenn die Performance dadurch nicht besser wird. Generell: je kleiner und bekannter die Besetzung, desto besser die Musik. Und die allererste Session aus Chicago (23. Januar 1928 mit Jimmy McPartland-cor, Glenn Miller-tb, Vic Breidis-p, Dick Morgan-g, Harry Goodman-tuba und Bob Conselman-d/vib) ist schon ziemlich gut und sehr gradlinig. Danach tauchen Leute wie Wingy Manone, Charlie Teagarden, Bud Freeman, Joe Sullivan oder Ray Bauduc in den Line-Ups auf, Eddie Lang an der Gitarre ... aber die machten halt alle alles damals - und die vielen Vocals sind echt nicht der Hit. Ich bin jetzt im Frühjahr 1931 (zweite CD) und inzwischen sind auch Bunny Berigan und Gene Krupa dabei, was die Qualität der Solos und den Beat verbessert ... aber die Sänger (Dick Roberton, Smith Ballew) hätte es halt echt nicht gebraucht. Gegen Ende der CD taucht dann (November 1933) einmal auch Billie Holiday auf.
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #174 – 11.08.2026, 22:00
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #174 – 11.08.2026, 22:00
-
redbeansandrice
- Beiträge: 325
- Registriert: 04 Dez 2023, 12:13
- Has thanked: 65 times
- Been thanked: 66 times
- gypsy tail wind
- DJ
- Beiträge: 1214
- Registriert: 15 Mär 2021, 00:06
- Has thanked: 262 times
- Been thanked: 173 times
Re: Ich höre gerade ... Jazz
Die Montgomery-Veröffentlichungen von Resonance müsste ich auch längst mal wieder anhören!


Bin bei Goodman ins Jahr 1934 gekommen. Irgendwann übernimmt dankenswerterweise Jack Teagarden die meisten Vocals für Männer und mit [Martha Tilton KORREKTUR:] Helen Ward taucht auch die erste, ganz gute Sängerin auf ... Gene Krupa ist dann auch schon dabei - in der Box sind nur die frühen kleineren Besetzungen und danach die Aufnahmen mit der Big Band drin, die Trio/Quartett-Aufnahmen mit Krupa, Wilson und Hampton (und Tough) fehlen ebenso wie das spätere Sextett mit Christian - aber das kommt mir entgegen, denn die kleinen Besetzungen schätze ich nun wirklich sehr und habe davon seit Ewigkeiten die offiziellen Veröffentlichungen (und als Lückenfüller noch ein anderes Membran-Set mit 6 CDs, das die ganzen Trios/Quartette und hintenraus einiges von den Capitol-Sessions dupliziert, dazwischen aber die Aufnahmen mit Christian weglässt, aber ab 1941 bis zum Beginn bei Capitol einige Sachen enthält, die mir nur hier vorliegen).
Richtig gut ist die Band 1934 jedenfalls noch nicht. Rhythmisch ist alles noch ziemlich steif, die Arrangements sind noch sehr undifferenziert, da wird einfach gerifft, die halbe Zeit klingt es so, als würden die einfach alle dasselbe spielen und dabei ist das nicht mal interessant gesetzt. Das oben sind dann wohl die Vorlagen, von denen die Leute von Membran sich bedient haben-


Bin bei Goodman ins Jahr 1934 gekommen. Irgendwann übernimmt dankenswerterweise Jack Teagarden die meisten Vocals für Männer und mit [Martha Tilton KORREKTUR:] Helen Ward taucht auch die erste, ganz gute Sängerin auf ... Gene Krupa ist dann auch schon dabei - in der Box sind nur die frühen kleineren Besetzungen und danach die Aufnahmen mit der Big Band drin, die Trio/Quartett-Aufnahmen mit Krupa, Wilson und Hampton (und Tough) fehlen ebenso wie das spätere Sextett mit Christian - aber das kommt mir entgegen, denn die kleinen Besetzungen schätze ich nun wirklich sehr und habe davon seit Ewigkeiten die offiziellen Veröffentlichungen (und als Lückenfüller noch ein anderes Membran-Set mit 6 CDs, das die ganzen Trios/Quartette und hintenraus einiges von den Capitol-Sessions dupliziert, dazwischen aber die Aufnahmen mit Christian weglässt, aber ab 1941 bis zum Beginn bei Capitol einige Sachen enthält, die mir nur hier vorliegen).
Richtig gut ist die Band 1934 jedenfalls noch nicht. Rhythmisch ist alles noch ziemlich steif, die Arrangements sind noch sehr undifferenziert, da wird einfach gerifft, die halbe Zeit klingt es so, als würden die einfach alle dasselbe spielen und dabei ist das nicht mal interessant gesetzt. Das oben sind dann wohl die Vorlagen, von denen die Leute von Membran sich bedient haben-
Zuletzt geändert von gypsy tail wind am 19 Mai 2026, 21:26, insgesamt 1-mal geändert.
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #174 – 11.08.2026, 22:00
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #174 – 11.08.2026, 22:00
-
soulpope
- Beiträge: 1229
- Registriert: 14 Mär 2023, 22:05
- Has thanked: 141 times
- Been thanked: 133 times
Ich höre gerade ... Jazz
Jerry Gonzalez And The Fort Apache Band "Eighty-One" (Enja Records) 1989 .... passt ganz gut zu meinen aktuellen MD Hörgängen, denn Jerry Gonzalez hatte eine grosse Schwäche für Kompositionen des MD "Second Quintet" bzw seiner Miglieder ("Nefertiti", "Footprints", "Fee-Fi-Fo-Fum" etc) ..... jedes Mal wieder erstaunlich, wie einfühlsam ja de facto zwingend hier eine "Latinisierung" das Original durchdringt, ohne das Basismaterial grundlegend zu verändern .... chapeau ....
"I'm not much but I'm all I have" (Philip K. Dick)

