
Anfang Juni 1946 sind zum zweiten Mal
Sandy Williams' Big Eight im Studio für H.R.S. - mit fast derselben Rhythmusgruppe: Jimmy Jones am Klavier (plus Celesta), zurück an der Brick Fleagle, am Bass einmal mehr Sid Weiss, statt Shelly Manne sitzt Denzil Best am Schlagzeug. Die Bläser sind allesamt neu, aber von anderen Sessions für das Label bekannt: Pee Wee Erwin (t), Tab Smith (as) und Cecil Scott (ts, bari). Die Session öffnet mit dem charmanten Kinderreim-Riff-Tune "Tea for Me", komponiert vom Posaunisten selbst. Erwin spielt das erste Solo, gefolgt vom Leader und danach Tab Smith, der einen guten Tag hat. Billy Taylors "Frost on the Moon" ist dann zurück - Fleagles Arrangement natürlich, aber statt einer Sängerin mit Tab Smith, der einen auf Johnny Hodges macht. Ihm gehört das Stück bis auf eine kurze Trompetenpassage ganz, am Ende spielt er noch eine Kadenz. Bei dieser Session wurden fünf Stücke eingespielt - hoffentlich guckte keiner von der Gewerkschaft vorbei. Von "Sam-Pan" (Fleagle) und "Sandy's Blues" (Williams) gibt es im Mosaic-Set zudem noch erstmalig zu hörende Alternate Takes. Fleagles Stück war davor schon bei einer Keynote-Session von Taylor aufgenommen worden - es gibt im zügigen Tempo einen eine Art Latin-Groove und nach kurzen Passagen von Piano (super im Masters, etwas langweilig im Alternate) und Trompete (punchy aber geschmackvoll wie immer - ein Profi) ist der Leader mit einem starken Solo zu hören, bevor Smith einen leichten Abschluss macht und der Bass im Schlussensemble noch ein paar Takte kriegt. Im Ensemble ist Scotts Barisax prominent zu hören - und Best hat viel zu tun, was er wie üblich mit höchst sauberem und korrektem Spiel macht. Im alternate Take ist Scott auch zwischen der Posaune und dem Altsax kurz am Barisax zu hören, wieder ohne zu überzeugen auch. Ich verstehe aber auch sonst, warum man den ersten Take zum Master machte. Im Blues setzt Jones sich dann an die Celesta, was im langsamen Tempo zusammen mit dem Kontrabass im Intro ganz schön klingt. Hier ist der erste Take der Alternate und der zweite der Master. Für Williams ist das ein perfektes Vehikel und Tempo - er spielt in beiden Takes tolle Soli, kommunikativ und extroveriert, mit sehr reichem, ständig variierten Ton. Scott ist dann im Solo recht gut - und im zweiten Take noch etwas besser. Und die Celesta passt auch zum Barisax sehr gut. Erwin spielt das gute letzte Solo, im ersten Take ziemlich verspielt und singend, im zweiten ein wenig à la Bunny Berigan. Morgenstern schiebt nach, dass Erwin der erste Lehrer und das erste Vorbild von Warren Vache Jr. gewesen sein und dass man das hier hören könne. Die Session endet dann mit dem Klassiker "Gee Baby, Ain't I Good to You". Im Intro bleibt Jones an der Celesta, wechselt dann aber rasch ans Klavier. Erwin spielt das Thema mit Harmon Mute und auch Williams packt seine Dämpfer aus. Im zweiten Chorus seines Solo landet er kurz in einer Sackgasse, aus der er aber zum Glück rasch rausfindet. Erwin streut ein paar gekonnte Glissandi ein. In seinen Memoiren erinnert sich der Trompeter abgesehen davon, dass Fleagle die Sessions geleitet habe, nur an wenig, "because we always started by sharing several bottles of booze" (nach Morgenstern im Mosaic-Booklet zitiert). Am Ende eine sehr gute, aber keine herausragende Session, finde ich - allerdings mit einem hervorragenden Bass/Drums-Gespann, was unbedingt nochmal erwähnt werden muss.
Drei der Master Takes ("Tea for Me", "Sandy's Blues" und "Gee Baby") erschienen bei Riverside auf den beiden "Giants Of Small-Band Swing"-Compilations. Auf den Labeln von HRS 1022 und HRS 1023, auf denen die ersten vier Stücke erschienen, sind bei dreien falsche Take-Nummern für die Master-Takes angegeben (3 statt 4 für "Tea for Me" und "Frost on the Moon" sowie 3 statt 1 für "Sam-Pan, wo der alternate Take - Nummer 2 - nach dem Master entstanden ist).
Auf der Platte mit Buck Claytons beiden H.R.S.-Sessions (minus "On the Sunny Side of the Street" und plus die Session von Trummy Young) leistete sich Riverside mit "Cosy" Cole - bei der Session von Trummy Young zu hören - vielleicht einen Schreibfehler? Jedenfalls ist mir die Schreibweise nie begegnet. Die erste Session fand Ende Juni 1946 statt und präsentiert
Buck Clayton's Big Four, eine tolle Kammer-Jazz-Combo mit Scoville Brown (cl), Tiny Grimes (g), Sid Weiss (b) und dem Leader an der Trompete. Die Besetzung ist fast dieselbe wie ein paar Jahre davor bei Bechet/Spanier (kein Sopran, die Gitarre verstärkt) - aber das ist eine Swing-Session, die 1946 überhaupt nicht altmodisch klingt. Grimes spielt in "Dawn Dance" (auf dem Label als Take 1 deklariert, es ist aber Take 4) das Intro mit sehr klaren Linien und einer hervorragenden Phrasierung. Trompete (mit cup mute) und Klarinette spielen dann gemeinsam das Thema. Brown spielt ein wunderbares Solo und Grimes mischt nach dem schönen Trompetensolo gekonnt Akkorde und Melodien. Die ersten beiden Stücke stammen von Dicky Wells, das zweite heisst "Wells-a-poppin'". Hier spielt Weiss das Intro und dann präsentieren die Bläser das Thema nicht ganz eng gesetzt wie im Stück davor sondern in Oktaven - Clayton wieder mit Dämpfer und Grimes - wie Condon spielte er viersaitige Gitarren - wieder super. Die Klarinette steht hier am Schluss, der Ton klingt weniger voll, aber auch hier wieder weich und luftig. Morgenstern meint, Scoville Brown "had a sound reminiscent of Lester Young's on the clarinet". Man kann ihn auch schon in den Dreissigern bei RCA Victor mit der Band von Louis Armstrong zu hören. "On the Sunny Side of the Street" ist dann ein Feature für die nun offene Trompete. Hinter der bluesigen Gitarre ist Weiss hervorragend - der hier sowieso mit seinem starken Beat ganz allein die Rhythmusgruppe spielt. Die Klarinette hören wir hier nur in der Begleitung der Trompete. Die in einzelnen Momenten etwas an den Glanz von Armstrong erinnert? Danach folgen zwei Stücke von Fleagle; das erste heisst "It's Dizzy", eine ziemlich boppige Linie. Clayton spielt mit einem Hut als Dämpfer und am Ende nach der Gitarre und der Klarinette in der Bridge der Themenrekapitulation mit cup mute. Den Abschluss machen dann zwei Takes von Fleagles eingängigem "Basie's Morning Bluesicale" - der erste ein weiterer in der Mosaic-Box erstmals veröffentlichter Alternate Take. Im Thema kriegen wir noch einen Finger auf einem Ton der Celesta - "no doubt Brick Fleagle" meint Morgenstern. Das Stück ist super, es gibt ein gutes Arrangement mit Tonartenwechseln zwischen den Soli und überhaupt einem schönen Sound des ganzen Quartetts. Clayton spielt sein zwei Chorusse mit Plunger, Brown kriegt auch zwei und Grimes streut ein paar attraktive Vibrato-Passagen ein (die Aufnahmetechnik kommt an ihre Grenzen). Für das Schlussthema - wieder mit dem einzelnen Celesta-Ton - kehrt die Urspungstonart zurück. Der Master Take ist etwas schneller, die Soli ziemlich anders, vor allem die Klarinette die im ersten à la Pee Wee Russell in die Tiefe geht, hier stattdessen mit einem Triller einsteigt und danach eher an Buster Bailey erinnert. Grimes bringt hier sein Vibrato zum Einstieg und findet dann zu seinen Linien, die er wie immer mit Akkorden punktiert und untermalt. Weiss ist sehr aktiv hinter der Gitarre. Ein tolles Stück als Closer einer weiteren besonderen Session.

Einen Monat später ist der Trompeter zurück mit
Buck Clayton's Big Eight mit Trummy Young und Dicky Wells (tb), George Johnson (as), Billy Taylor (p, cel), Brick Fleagle (g), Al McKibbon (b) und Jimmy Crawford (d). Die Rivalität der beiden Posaunisten fügt durchaus gutmütige Würze hinzu. Wells war wie erwähnt ein Charakterkopf, Young seinerseits vor dem Auftauchen von J.J. Johnson "cutting edge" an seinem Instrument - und auch auf einigen frühen Bop-Sessions zu hören. George Johnson war Schüler von Benny Carter und spielt wie dieser ein elegantes Altsax. Einmal mehr kriegen wir fünf Titel und dazu zwei neue Alternate Takes - der erste von Wells "Saratoga Special" öffnet die Session. Johnson ist im Alternate Take hervorragend, im schnelleren Tempo des Masters etwas wenig überzeugend. Clayton klingt dafür im Master besser. Wells spielt das längere Solo mittendrin und ist im Master auch besser, in dem Taylor am Klavier flashier aufspielt. Young kriegt die letzte Bridge und die acht Takte reichen ihm beide Male aus, um ein rundes Statement zu formen. "Sentimental Summer" stammt vom Trompeter Dick Vance, der möglicherweise auch das Arrangement beigesteuert hat. Ein cremiges Altsax spielt über Haltetönen der Posaune, perlender Celesta-Läufen und einer Freddie-Green-Gitarre das Thema. Clayton spielt ein stilles Solo mit Dämpfer, Young streut am Ende viel Vibrato eine feine Ballade mit tollem, sehr langsamem Beat. Auch den "Harlem Cradle Song" von Vance kriegen wir zuerst in einem neuen Alternate Take zu hören. Hier ist der Master Take langsamer. Von den beiden Solisten hier ist Clayton auf dem Master besser, Wells im alternate Take. Und wenn ich den Trompeter hier höre, frage ich mich schon, warum sein Kollege und nicht er den Übernamen "Sweets" kriegte. Weiter geht es mit Taylors Intro zu Fleagles "My Good Man Sam" - Johnson spielt ein rasantes aber enorm elegantes kurzes Solo, bevor die Posaunen in den Dialog treten (Young mit cup mute zuerst, Wells steigt in der Bridge zum ersten Mal ein). Clayton klingt dann am offenen Horn nicht zum ersten Mal hier ein wenig nach Roy Eldridge, vor allem, wenn er in die Höhe geht (da ist er dann eben doch nicht "Sweets", der das ganz anders machte). Ein fliessendes mittelschnelles "I Want a Little Girl" beendet die Session, Clayton mit cup mute im Thema, die Rhythmusgruppe hinter ihm sehr gut (Campbell agiert bei der ganzen Session zurückhaltend, was eine gute Idee ist, denn so stört er den recht modernen Flow mit seinem altmodischeren Spiel nicht).Young ist dann am offenen Instrument wieder der erste Posaunensolist, gefolgt von Wells mit Dämpfer (Hut?). Taylor stompt dann etwas altmodisch, streut schöne Wilson-Läufe ein, während McKibbon etwas setzt stärkere Akzente und auch Fleagle sich mal kurz hörbar macht. Ein feiner Ausklang zu einer weiteren sehr guten Session.
Auf der abgebildeten Allegro-Platte unten sind beide Clayton-Sessions mit vier Stücke zu hören - es fehlen "On the Sunny Side" und "I Want a Little Girl" (von der zweiten Session fehlt bei Riverside "Saratoga Special", dafür ist "Little Girl" dabei).

Nichts als fair, dass dann auch der konsistentere der zwei Posaunisten seine Session kriegt. Trummy Young's Big Seven gingen Anfang September ins Studio - mit Buck Clayton, Buster Bailey (cl), George Johnson, Jimmy Jones, John Levy und Cozy Cole. Auch das eine feine Swing-Session mit ein paar modernen Anklängen. Hier kriegen wir zwar wieder einmal nur die regulären vier Stücke, aber erneut neue Alternate Takes von zweien. George Johnson hat "Fruitie Cutie" und "Johnson Rock" mitgebracht, Jimmy Jones den "Blues Triste" und "Lucky Draw". Die Platten haben leider keine Discogs-Einträge, daher gibt es keine Label-Abbildungen dazu. Johnsons "Fruitie Cutie" ist ein swingender Opener in zwei Takes mit gutem Ensemble-Arrangement. Der Komponist gönnt sich einen kurzen Slot gegen Ende, davor glänzen der Leader und Bailey an der Klarinette. Der erste Take hat keine so gute Balance und die Ensembles sind nicht so sauber gespielt, aber die Solisten sind besser drauf. "Blues Triste" von Jones ist ein schönes Ton-Poem mit interessanten, modern klingenden Changes. Hier ist der Master Take vor dem alternate Take entstanden. Auch hier ist im Master die Balance besser - und die Beiträge der Solisten variieren erneut. Der Leader ist im Alternate bluesiger, im Master boppiger. Johnson ist beide Male hervorragend - und ich frage mich gerade, warum man von dem Mann nicht mehr gehört hat, so gut wie er auf diesen beiden Sessions spielt (neben Ted Nash die Sax-Überraschung beim aktuellen Wiederhören). Auch Jones (akkordisch) und Bailey sind solistisch zu hören, der Klarinettist zusammen mit dem Komponisten im Intro, bevor Clayton jeweils das Thema spielt. "Johnson Rock", das zweite Stück des Altsaxers, ist ein moderner R & B mit träge dahinswingendem Groove, starkem Bass und lässigen, leicht verzögerten Drum-Fills. Johnson ist der erste Solist, sein elegantes Spiel im Kontrast zum recht simplen Stück. Den Leader spielt hier kein Solo, aber Clayton und Jones sind auch ziemlich gut. Jones und Levy, die im Trio des Geigers Stuff Smith zusammen spielten, öffnen "Lucky Draw", den Closer der Session. Johnson, Young (legato à la Tommy Dorsey), Jones (eher eine Art Intermezzo als ein Solo), Bailey (schöner Ton im tiefen Register, dem sogenannten Chalumeau) und Clayton (mit dem cup mute, seinem Lieblingsdämpfer, und süssem Ton) sind alle mit kurzen Soli zu hören - und nicht zum ersten Mal bei den Aufnahmen von 1946 bedaure ich, dass das 12"-Format nicht mehr zum Einsatz kam.
Die Bebilderung ist gerade schwierig - auch die Session von
Billy Kyle's Big Eight taucht bei Discogs nicht auf. Sie fand am 11. September 1946 statt (nicht am 20., wie in den Diskographien steht - bestätigt wird das Datum von den "original acetates"). Dick Vance, den wir schon als Komponisten und mglw. Arrangeur hörten, ist nun an der Trompete dabei, Trummy Young und Baster Bailey sind weiterhin dabei, auch das Altsax von Lem Davis hörten wir schon. Neu ist das Tenorsax von John Hardee, neu ist auch die Rhythmusgruppe: John Simmons (b) und Buddy Rich (d). Vier Stücke mit einem (wie üblich erstmals bei Mosaic zu findenden) Alternate Take sind überliefert, zwei Stücke fanden auf eine Riverside-LP und einer davon seltsamerweise dann auch auf einen späteren Label-Sampler zu Swingville Records, auf dem auch ein H.R.S.-Stück von Joe Thomas (im Blurb als Riverside-Aufnahmen ausgegeben) und Aufnahmen aus dem Katalog von Contemporary zu finden sind. Kyle war seit seinen hervorragenden Beiträgen bei der Session von Teagarden 1940 nicht mehr für H.R.S. ins Studio gegangen - fair, dass er eine Session als Leader kriegt. Los geht es wieder mit einem R & B-artigen Stück, dem "H.R.S. Bounce" von Lem Davis, der dann auch das erste Solo spielt, wie üblich etwas manieriert. Young spielt acht tolle Takte, danach hören wir auch Bailey, Harde (toll mit seinem Texas-Sound), den Leader und Vance (mit harmon mute) und am Ende ein Break von Buddy Rich, dem nächsten der vielen tollen Drummer, die H.R.S. ins Studio holte. In "Ooh Baby, You Know Me Out" (Davis mit Kay Kinglsey) ist Trummy Young auch als Sänger zu hören - eine Rolle, die er aus der Band von Lunceford kannte - und sehr gut beherrschte, auf lässige, fast stimmlose Art. Kyle spielt ein feines Solo und Bailey kriegt auch ein paar Takte. Vom schnellen "Date for Eight" kriegen wir dann einen Alternate Take, der direkt vor dem Master entstanden ist. Bailey spielt über den Riffs des Themas das erste Solo, danach glänzen vor allem Young und Hardee, der mit einem Break einsteigt. Kyle spielt mehrmals kurze Passagen und ist jedes Mal toll. Vance kriegt gegen Ende auch ein paar Takte, am offenen Horn à la Armstrong, und Rich macht sich auch vor seinem kurzen Solo immer wieder hör- und spürbar, während Simmons am Bass für den vorwärtsstrebenden Beat sorgt. Das Stück stammt wie das letzte der Session, der "Contemporary Blues", von Kyle, der gleich zu beginn glänzt. Die Soli von Hardee und Young sind danach einmal mehr die Höhepunkte, und Davis ist hier auch sehr in Ordnung.
Eine letzte Session "late 1946" beendet dann dieses an Aufnahmen reiche Jahr von H.R.S. - und auch von
Russell Procope's Bix Six gibt es bei Discogs nur die üblichen Compilations - alle vier Stücke landeten auff Vol. 1 der Riverside-Compilations. Der Ellington Lead-Saxer und Klarinettensolist ist hier nur am Altsax zu hören, mit dabei sind sein Bandkollege Harold "Shorty" Baker, eine neue Stimme im H.R.S.-Konzert, und erneut John Hardee, Billy Kyle und John Simmons, sowie zurück am Schlagzeug Denzil Best. Wie Kyle gehörte davor auch zur Band von John Kirby - die Steve Smith, der Boss von H.R.S., sehr mochte. Kyle, Hardee und Baker sind im öffnenden "Bottle It" (Skip Hall) zu hören, bevor der Leader am Altsax übernimmt und eine lange Reihe von Schnörkel spielt, die einen Einfluss von Earl Bostic verraten. Ich mochte ihn an der Klarinette immer schon lieber. Dazu kommt, dass die tatsächlich an Kirbys strikt geführte Arrangements erinnernden Charts hier auch nicht meine Favoriten sind. "Denzil's Best" stammt natürlich vom Drummer, "Right Foot, Then Left Foot" ist Skip Halls zweiter und sein mit Robert Snyder geschriebenes "Four Wheel Drive" sein dritter Beitrag hier. Procopes Solo im zweiten Stück ist mehr nach meinem Geschmack (dafür das Arrangement weniger) - die Highlights kommen aber wieder eher von Hardee und Kyle, finde ich. Simmons walkt dann auch noch acht Takte. In den Rhythm-Changes im entspannten Tempo von "Right Foot..." glänzen der Pianist und der Trompeter, der bei Ellington meistens nicht genügend Raum kriegte und immer eine Freude zu hören ist. Procope klingt hier ein wenig nach Jimmy Dorsey - auch kein Lieblings-Stilist von mir. "Four Wheel Drive" ist eine Jump-Nummer zum Ausklang. Die populären Spielweisen - Jump-Nummern, der aufkommende R & B - machen sich bei H.R.S. inzwischen immer wieder bemerkbar. Manchmal funktioniert das als gute Abwechslung und Ausgangspunkt für gute Soli - wie hier mit Hardee -, manchmal wirkt das auch etwas anbiedernd und nicht wie die beste Idee. Doch hier funktioniert das echt gut. Nach dem Piano kriegen wir gleich nochmal etwas Hardee, dann ein paar Takte Trompete und Altsax (ganz gut hier, finde ich) und ganz zum Schluss, mit der angehängten einen Phrase der Bläser, einen der auch recht zahlreichen Hinweise, dass auch diese Leute mitkriegten, was sich in Sachen Jazz-Entwicklung - beim Bebop - gerade so alles tat.
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #174 – 11.08.2026, 22:00