Der letzte Film, den ich gesehen habe

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Talking Head
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Talking Head »

Road House (Doug Liman, 2024)

Ich kenne das Original mit Patrick Swayze von 1989 nicht, halte dieses Remake aber für einen wirklich gelungenen Actionfilm. Der immer nette und stets freundliche Jake Gyllenhaal als Elwood Dalton überraschte mich in diesem Film das ein ums andere mal.
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motörwolf
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von motörwolf »

FifteenJugglers hat geschrieben: 21 Apr 2026, 13:15
motörwolf hat geschrieben: 17 Apr 2026, 22:58
Hallogallo hat geschrieben: 17 Apr 2026, 06:47 Guckt ihr euch Kill Bill nochmal an? Der kommt ja nun in einem Stück als Komplettfassung mit ein paar kleinen Änderungen wieder in Kinos. Sogar als 70mm-Version.
Ja, am Dienstag in Düren. Hatte schon befürchtet, wegen der Arbeit nicht zu können, aber eine Erweiterung des Suchradius hat mir diese Vorstellung angezeigt. Gott sei Dank, ich hatte schon im Kollegenkreis einen Fuffi ausgelobt für einen Schichttausch, aber erfolglos. So ist es natürlich eh besser, zumindest günstiger.
Berichte mal, ob im Anschluss "Yuki's Revenge" gezeigt wird (wenn Du so viel Sitzfleisch hast).
Ich habe es nicht ganz bis zum Ende des Abspanns geschafft (Gruppenzwang).
Ja, ist gelaufen. Allerdings lief der Film nicht wie angekündigt OmU, sondern auf Deutsch. Meine Frau hat es gefreut.
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Grievous Angel
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Grievous Angel »

gypsy tail wind hat geschrieben: 21 Apr 2026, 07:13 @Grievous Angel Das ist bei mir anders, ich hab ja so ein reiches Kino-Angebot hier, dass ich nie den Drang hatte, daheim quasi ein Kino nachzustellen. "Heimkino" heisst ein relativ kleiner, recht alter Fernseher ohne irgendwelchen externen Ton ... manchmal auch einfach mein Laptop (v.a. in den Ferien), da ist das Bild besser und wenn ich den Bluetooth-Lautsprecher verbinde der Ton auch (so guck ich ganz gern im Urlaub mal einen Film, wenn es eben nicht der Urlaub in Bologna ist).
Wie gesagt absolut verständlich, in meiner Peak-Zeit Anfang 20 war ich teilweise 3 bis 4 mal pro Woche im Kino, bei den für mich wegweisenden Retrospektiven von Bergman, Godard oder Fassbinder noch viel öfter. Missen möchte ich das daheim als Ergänzung trotzdem nicht, bei Walsh hätte ich es z.B. nicht dem Schicksal überlassen wollen, ob es irgendwann in den nächsten 30 Jahren einmal eine halbwegs umfassende Retrospektive in Wien gibt. Einige der Filme konnte ich glücklicherweise ohnehin im Kino sehen.
gypsy tail wind hat geschrieben: 21 Apr 2026, 07:13 Und wenn ich Synchronfassungen gucke, dann ist das nur daheim am Fernseher - im Kino wäre das hier (in Zürich, in der Agglo sieht das direkt völlig anders aus) echt schwer bzw. geht nur bei den ganz grossen Kommerzfilmen in den Läden mit 12 Sälen, die dann oft direkt beide Versionen zeigen (nicht OmU abends um 23 Uhr und sonst Deutsch). Wir haben ein TV-Abo mit 12 monatigem Speicher, ich nehme also allerlei Zeug auf und gucke dann irgendwann mal ... beim schweizer Fernsehen gibt's fast immer die OmU-Option, drum nehme ich englische Filme fast nur dort auf. Das arte-Programm versuche ich jeweils für eine Woche im Voraus zu scannen und Aufnahmen zu programmieren, aber das betrifft fast nur Dokus oder die kleinen Donnerstagabend-Serien (jüngst "Mystery Road - Origin", wo ja überraschenderweise neben dt und frz auch englisch mit Untertiteln möglich war ... sonst guck ich dort manchmal schon was Skandinavisches oder Englisches auf Deutsch, oder auch mal Französisches mit frz. Untertiteln ... ich guck da am Ende vielleicht drei dieser Serien pro Jahr, aber mit den Jahren kommt schon was zusammen).
Ich glaube nicht, dass wir da insgesamt soweit auseinanderliegen, was das Verhältnis zwischen Kinobesuch und dem Schauen daheim und unsere Vorlieben dafür angeht. Ich bevorzuge halt, wenn ich daheim schaue (ich plane auch gerne Film- oder Themenabende für einen Abend zu zweit oder zu dritt), einen großen Bildschirm gegenüber einem Laptop oder Monitor, dafür habe ich das letzte Mal einen Film im Free-TV gesehen, als ich noch bei meiner Mutter gewohnt hatte. Hier in Osaka gibt es spannenderweise auch einige kleine Kinos mit interessantem Programm. In einem lief erst Ende letztes Jahr eine Retrospektive von Konrad Wolf zum 100. Geburtstag. Bei Toho laufen auch regelmäßig japanische und internationale Klassiker.
gypsy tail wind hat geschrieben: 21 Apr 2026, 07:13 Die Kino-Leidenschaft hab ich ja von meinen alten Leuten und die haben sie mit 80 immer noch - da bin ich also optimistisch :-)
Kannst dich sehr glücklich schätzen, dass dir das quasi in die Wiege gelegt wurde. :D
Zuletzt geändert von Grievous Angel am 22 Apr 2026, 03:17, insgesamt 2-mal geändert.
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Grievous Angel
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Grievous Angel »

salamandersalat hat geschrieben: 21 Apr 2026, 09:28
Grievous Angel hat geschrieben: 21 Apr 2026, 02:46...aber vielleicht haben mich die Weltereignisse der letzten Jahre auch einfach weiter abstumpfen lassen.
Je dümmer, ignoranter und barbarischer die Welt wird, desto mehr Freude habe ich an filmischen Universen, die der um sich greifenden Kleingeistigkeit trotzen. Und zur Not kann man auch einfach nochmal das Finale von Bugonia anschauen.
So lebt es sich natürlich einfacher und besser, das muss ich neidlos anerkennen. :)
Vielleicht neige ich auch in den letzten Jahren einfach leichter dazu, bei den ewig gleichen Freizeit-Abläufen (Musik, Film, Anime, Spiele, etc.) die Schönheit der Dinge aus den Augen zu verlieren, mit denen ich mich beschäftige. Und dabei gelegentlich zu vergessen, wie gut es mir eigentlich damit geht.

PS: Wie immer coole Reviews, danke dafür! Der King! :D
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Grievous Angel
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Grievous Angel »

Lilies of the Field (Ralph Nelson; 1963)

Wollte ich länger schon mal schauen, nun endlich dazu gekommen. Die Geschichte vom Drifter, der irgendwo im Nirgendwo von Arizona für eine Handvoll Nonnen ein Kloster bauen soll. Sidney Poitier sehr charismatisch (dafür als erster afroamerikanischer Schauspieler mit dem besten Hauptdarsteller belohnt), das geographische Nichts drumherum in herrlichen Schwarzweiß-Bildern in Szene gesetzt und mit der Musik von Jerry Goldsmith veredelt. Kurzweilig, warm und in den frühen 60s sicher ein wichtiges Statement, mir insgesamt aber doch zu lauschig und zu wenig Charaktertiefe- bzw. entwicklung, um da mehr als einen gelungenen Filmabend rauszuholen: gute * * * 1/2. Amen!

Seit 2020 auch in der National Film Registry.
Zuletzt geändert von Grievous Angel am 06 Jul 2026, 05:44, insgesamt 1-mal geändert.
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gypsy tail wind
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von gypsy tail wind »



Gestern im Kino: Nella città lʼinferno (IT 1958) von Renato Castellani. Anna Magnani und Giulietta Masina im Frauenknast in Rom ... Suso Cecchi d'Amico berichtete später: "Für Nella città l’inferno habe ich viel Zeit mit Diebinnen verbracht, und sie waren nett, ganz anders als die Diebe heute, wahre Handwerker:innen (…). Ich suchte Gefängnisse auf, sprach mit den Insassinnen und verbrachte viel Zeit mit ihnen." - Ein im Endeffekt sehr düsteres Sozialdrama mit Magnani, die als Stammgast bei den Nonnen bei allen aneckt und doch respektiert wird und Masina, die erstmals einfährt, unschuldig, aufrichtig - und am Ende verdorben wieder einfährt ... was der abgebrühten Figur von Magnani fast das Herz bricht. Und dem Publikum auch.



Und dann zuhause: La Crise (FR/IT 1992) von Coline Serreau - eine rasante, ja fast atemlose feministische Komödie, die eigentlich erst nach über einer Stunde kurz zur Ruhe kommt, wenn die Hauptfigur, der Jammerlappen Victor, ins Konzert einer Freundin geht, wo das Adagio aus dem Klaviertrio Nr. 3 c-Moll (Op. 1 Nr. 3) erklingt (mit Sonia Wieder-Atherton am Cello, Daria Hovora am Klavier und der Schauspielerin Clotilde Monnet selbst an der Violine). Der Film streift diverse Themen wie Patchwork-Familien, Ehebruch, Rassismus, Medizin, Ernährung ... aber am Ende geht es vor allem um das, was wir heute emotionale Arbeit nennen, darum, wer für die anderen das Leben organisiert und dafür mit Nichtbeachtung belohnt wird - und natürlich geht es um Liebe. Auf einem Nebengeleise geht es auch schon darum, wie die Sozialisten alle verraten, wie die Oberschicht und die politische Klasse vollkommen den Kontakt mit den Menschen verloren hat. Das Ende ist etwas aufgepropft, aber es ist halt eine französische Komödie, die braucht ein Happy End mit einem geläuterten, ähm, Sieger.
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)

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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von gypsy tail wind »

Im Heimkino die Tage:



Forget Baghdad: Jews and Arabs – The Iraqi Connection (CH/DE 2002)



Die wundersame Verwandlung der Arbeiterklasse in Ausländer (CH/IT 2024)

Zwei teils autobiographische Filme des Zürcher Filmemachers Samir, der 1955 in Baghdad als Sohn einer Schweizerin und eines Irakers geboren wurde. 1961 kam die Familie - vorübergehend, wie sie damals meinte - in die Schweiz, weil es für Juden im Iraq immer gefährlicher wurde. Im ersten Film reist Samir nach Israel und New York auf der Suche nach irakischen Juden, hofft (vergeblich) Leute zu finden, die seine Familie kannten, spürt die (ehemaligen) Baghdader Kommunisten auf, lässt sie ihre Geschichten erzählen, Erinnerungen teilen. Im (fast) neuen Film setzt er bei der eigenen Biographie an, der Schulzeit in der rassistischen Schweiz, wie der allmählich Zugang zu den italienischen Einwanderern fand, durch den Vater auch bei der Gewerkschafs-Jugend landete usw. Der bitterste und sehr wahre Satz darin: alle paar Jahre stimmt die Schweiz über Fremde, Ausländer, Zuwanderer, Migration und letztlich den eigenen Rassismus ab. Dass manche Abstimmungen vor der Einführung des Frauenstimmrechts nicht verloren gingen, ist eigentlich ja fast ein Wunder. (Und klar, die nächste Abstimmung gibt es schon bald.)



Once Upon a Time in Mexico (US, 2003) - da kann man zwischendurch auch einfach mal Schrott von Robert Rodriguez reinziehen, tut ganz gut.
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salamandersalat
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von salamandersalat »

Zuletzt gesehen:

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The Hollow (Regie: Sheldon Wilson - USA, 2015) 4,5/10
El otro lado de la cama (Regie: Emilio Martínez Lázaro - Spanien, 2002) 5/10
Revolt (Regie: Joe Miale - USA, 2017) 5,5/10
Amulet (Regie: Romola Garai - Großbritannien, 2020) 6,5/10
Cult of Chucky (Regie: Don Mancini - USA, 2017) 6,5/10
La mansión de la niebla (Regie: Francisco Lara Polop - Spanien/Italien, 1972) 5/10
Inferno Carnal (Regie: José Mojica Marins - Brasilien, 1977) 6,5/10
Keramikvasen geh'n jetzt wieder viel leichter kaputt.
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von gypsy tail wind »



Gestern im Kino: Claire's Camera (KO/FR 2017) - ein amüsantes kleines Nebenwerk aus dem Hong'schen Kontinuum. Isabelle Hupperts Claire streicht mit ihrer Polaroidkamera (die macht Fotos im Kleinformat, ca. halb so gross wie die klassischen) durch Cannes während des Festivals (wo Hong den Film während der Ausgabe von 2016 spontan drehte) und hilft Kim Minhees Manhee, herauszufinden, warum ihre Chefin sie - angeblich wegen Unehrlichkeit - gefeuert hat: der betrunkene koreanische Regisseur, wegen dessen Film Manhee und ihre Chefin in Cannes sind, hat eine Affäre mit der Chefin und betrog diese mit Manhee. Es wird auch hier mal kurz gegessen, vor allem aber im Schneckentempo geredet - und doch ist der Film nur 68 Minuten kurz, wie eine frische Brise, und wenigstens die halbe Zeit habe ich leise vor mich hingekichert (wie die zwei Frauen, die in der Reihe hinter mir sassen).

Ein schöner Abschluss nach einem sonst etwas durchwachsenen Fernseh-Wochenende (alle in Originalversion):

Once Upon a Time in Hollywood (Quentin Tarantino, US/UK/CN 2019)
Operation Mincemeat (John Madden, UK/US 2021)
Verbrannte Erde (Thomas Arslan, DE 2024)
Matto regiert (Wollfgang Panzer, CH/DE 1980)
Barbie (Greta Gerwig, US/UK 2023)
Butch Cassidy and the Sundance Kid (George Roy Hill, US 1969)

Das eindeutige Highlight hier war der wortkarge Film von Arslan, den ich letztes Jahr bei der Premiere (im Programmkino) ebenso wie Teil 1 der geplanten Trilogie verpasst hatte. Mišel Matičević und Marie Leuenberger fahren durch die nächtliche Brache namens Berlin - und überleben. Der Film fliesst so smooth dahin wie Leuenberger (hach!), die Testfahrerin, die Getaway-Autos fährt.

Die TV-Adaption von Glausers Roman gefiel mir ziemlich gut, ebenso George Roy Hills Ballermovie mit Starbesetzung. Den englischen Weltkriegsfilm fand ich auch sehr ordentlich. Die Hollywoodereien etwas weniger ... Tarantino unterhaltsam und langfädig, natürlich mit hunderttausend nerderfreuenden Detailss, Gerwig - na ja, am Ende doch etwas besser als erwartet (schön, dass Adam aus "Sex Education" den depperten CEO huggen will).
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motörwolf
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

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Normal (Ben Wheatley, 2025)

In dem 2000-Seelen-Städtchen Normal in Minnesota wird Ulysses übergangsweise der neue Sheriff. Sein Vorgänger Chief Gunderson starb unter ungeklärten Umständen, aber weder das noch viele andere Merkwürdigkeiten interessieren Ulysses, der einfach nur seine Ruhe will. Bis es zu einem Banküberfall kommt, den er natürlich nicht ignorieren kann. Und noch weniger, was dadurch ausgelöst wird.

Nachdem ich den Trailer gesehen habe, vermutete ich, dass Normal eine Mischung aus so Filmen wie Nobody (Ilja Naischuller, 2021) und The Last Stand (Kim Jee-woon, 2013) sein wird. Ganz so ist der Film dann nicht geworden, auch wenn es kleine Ähnlichkeiten gibt. Denn normal ist in diesem Film wenig. Das fängt schon damit an, dass er deutlich mehr Wendungen hat als die genannten Filme (oder artverwandtes). Und zwar solche, die zumindest ich wirklich nicht habe kommen sehen, und die auch die Tonalität des Films mehrfach drastisch ändern. Die Eröffnungssequenz ist noch ziemlich brutal, dann ändert sich die Stimmung, und es wird für lange Zeit sehr ruhig, fast gemütlich, wenn auch immer wieder seltsames angedeutet wird. Mit dem Banküberfall ist es mit der Ruhe vorbei, und der Film wird minütlich actionlastiger und brutaler, bis die Gewalt so übertrieben wird, dass man fast glaubt, der Film parodiere sich jetzt selbst. Und vor allem fragt man sich irgendwann, wie der Film zu Ende gehen soll. Denn ein Finale hat ja größer zu sein als alles davor, aber man hat schon so weit aufgedreht, dass es schwierig wird, die Action weiter zu toppen. Und genau hier folgt der nächste Twist, denn ich freilich nicht verraten will. Nur so viel: ich konnte es kaum fassen. Zwar passt die Wendung ganz wunderbar zu Ulysses Charakter, kommt aber dennoch so überraschend und irgendwie auch dreist daher, dass ich nur den Hut ziehen kann vor dieser Idee.
Nicht nur an dieser Stelle des Films ist es eine seiner großen Stärken, viele Dinge miteinander zu verknüpfen, die eigentlich nicht zusammen passen sollten. So hat man das Gefühl, wesentlich mehr gesehen zu haben als einen Film mit 90 Minuten. Was nicht heißen soll, dass der Film Längen hätte. Sondern, dass man gefühlt gleich mehrere Filme gesehen hat, trotzdem ein großes Ganzes ergeben.
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