Ja, sehr schönes Album! Habe ich im Rahmen der ECM-Umfrage entdecken dürfen und ist sofort eingeschlagen.soulpope hat geschrieben: 16 Apr 2026, 12:23
Kenny Wheeler "Trio 2" (ECM Records) 1990 .... die "small and large ensembles" funktionieren erstklassig .... hab dies schon lange nicht mehr gehört und Kenny Wheeler als "spiritus rector" sehr überzeugend ....
Ich höre gerade ... Jazz
- kathisi
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Re: Ich höre gerade ... Jazz
Love Goes On!
Ich höre gerade ... Jazz
Kenny Wheeler Quintet "Tribute to Bill Evans Live" @ Brewhouse Theatre Taunton in 1991 .... die Formation mit Stan Sulzmann (ts, fl) und einer wohlharmonierenden Rhythmusgruppe aka Gordon Beck (p) + Dieter Ilg (b) + Tony Oxley (dr) .... in überaus exzellenter Bild- und Tonqualität ....
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redbeansandrice
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

David Virelles – Igbó Alákọrin (The Singer's Grove) Vol I & II
Das ist so ein Album, das man aufnimmt, weil man's kann... David Virelles, gebürtiger Kubaner, hatte um die Zeit schon einige viel beachtete Jazzalben aufgenommen... Und fühlte sich offenbar danach, seine ganz eigene Version von sowas wie Buena Vista Social Club aufzunehmen... Mit seinem Bruder als Trompeter, seinem Vater als Backgroundsänger und noch einer kleinen Big Band an weiteren Kubanern, von denen Roman Filiu (as) neben Virelles mit Abstand die meisten Jazzcredits hat... Moralisch steht das Album irgendwo zwischen dem Weihnachtsalbum von Bob Dylan und dem Raymond Scott Tribute von Don Byron... 95% der Zeit könnte das einfach ein Album aus dem Buena Vista Social Club Umfeld sein... Und die 5% der Zeit, in denen man merkt, dass mit dem Pianisten irgendwas anders ist, sind auch nicht uneingeschränkt gelungen.... Jetzt muss ich dazu sagen, dass ich bisher nur Volume 1 ganz gehört hab, das etwas 35 Minuten dauert... Volume 2 hat etwa 25 Minuten und besteht aus Duetten zwischen Virelles und einem Herrn, der Ratsche spielt, Guiro, über Material eines Komponisten, den man im weitesten Sinne als eine Art kubanischen Scott Joplin sehen kann... Das funktioniert insofern besser, als dass man Virelles besser zu hören kriegt... aber so richtig richtig super ist es auch nicht, Ratsche plus Scott Joplin ist einfach keine besonders attraktive Grundlage, Volume 1 geht doch erheblich leichter ins Ohr...
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

The Workshop of the George Wallington Trio | Ich hab neulich bei einem Discogs-Einkauf das Fresh Sound 2-CD-Set mit den gesammelten Wallington-Trios von 1949 bis 1956 mitgenommen, nur um dieses eine für Norman Granz eingespielte Album auch mal hören zu können. Aufgenommen wurde es am 10. Juni 1954 mit Curly Russell und Art Taylor und geht in getragener Stimmung mit dem Original "Before Dawn" los, bevor das Trio mit "A Night in Tunisia" in den harten Bebop-Modus kickt. Abgesehen von den direkt darauf folgenden beiden Stücken, dem Klassiker "If I Love Again" und der Ballade "Your Laughter" von Patty McGovern, stammt alles Material von Wallington selbst. Und dazu äussert er sich auch in seinen kurzen, ernsten Liner Notes:

Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Westlake Bounce - The Music of John Graas | Das ist die seltsame Fresh Sound-CD, die @redbeansandrice neulich erwähnte, als @thelonica das Album "Gettin' Together" von Mel Lewis & Friends hörte. Ich bin tatsächlich via Paul Moer draufgekommen (Piano-Trio-Strecke, da lief die FSR-Compilation von ihm und der eine Trio-Track vom Lewis-Album, das ja gar kein Lewis-Album ist, ist dort auch dabei). So, wie das Lewis-Album kein Lewis-Album ist, ist die FSR-CD auch nur fest eine Graas-CD - da steht ja auch "Philly Joe Jones and Paul Chambers meet the West Coasters", und das ist vielleicht korrekter. Und auch auffällig ist, dass die CD komplett von der FSR-Website verschwunden ist (das fiel mir neulich noch bei was anderem auf, ist wohl kein Einzelfall, aber die haben dutzende Einträge für vergriffene alte CDs und im Normalfall bleiben die einfach stehen).
Die CD beginnt mit drei Stücken von "Jazz Lab 2", alle drei von und mit John Graas. Hier sind Jack Montrose, Bill Perkins, Paul Moer und Philly Joe dabei und die Aufnahmen sind am 21. Januar 1957 im Audio Arts Studio in L.A. entstanden (die restlichen fünf Stücke der Decca-LP von Graas sind im Dezember 1955 und Juni 1956 mit typischen West Coast-Bands entstanden - und die kleine Graas-Reihe ist eine von vieren*, für die ich tatsächlich froh um Lonehill bin). "I'm Confessin'" das Chambers/Jones-Duo, das erstmals auf der Fresh Sound-CD erschien und sehr toll ist, ist wohl bei derselben Session entstanden. Alun Morgan schreibt in seinen auf April 2004 datierten Liner Notes für die CD: "At this point the planned session ended but Fresh Sound have not been able to include a previously un-issued track, a duet version of 'I'm Confessin' That I Love You' played by the two members of the Miles Davis Quintet who had performed so well on the previous three titles. This is a particularly valuable piece of music making by two brilliant and influential musicians."
Der Rest der CD besteht dann aus dem Lewis-Album - das eben keins ist, sondern wie Alun Morgan schreibt, ein Paul Chambers Album, das für Vee Jay entstand (was man bei Mosaic wohl nicht so sah, als man die Vee Jay-Box mit den Aufnahmen von Wynton Kelly und Paul Chambers zusammenstellte), und bei dem, wie Morgan spekulikert, Graas vielleicht aus vertraglichen Gründen nicht mitspielen durfte. Das Album erschien jedenfalls erst 1974, mit den vermurksten Zuschreibungen. Zwei Stücke vom 22. Januar, "Westlake Bounce" und "Mulliganesque", stammen aus der Feder von Graas und sind mit Montrose, Perkins, Moer und Lewis (die einzigen zwei mit ihm) aufgenommen worden. Am Tag darauf übernimmt Philly Joe Jones wieder und es gibt ein Trio-Stück ("Neat Foot" von Moer), je eins mit einem der Saxer ("There Will Never Be Another You" mit Montrose und "The Song Is Ended" mit Perkins) sowie vier mit beiden (Perkins auch am Barisax), von denen nochmal drei von Graas stammen: "Motif", "My Buddy" (Walter Donaldson), "Cannon Ball" und "Mood". Also einigermassen eine Graas-CD, jedenfalls mehr als das Lewis-Album ein Lewis-Album ist. Musikalisch ist das alles schon ziemlich gut. Die Rhythmusgruppe mit Moer, Chambers und Jones ist solide und attraktiv dunkel im Sound, die Tenorsaxer spielen beide ziemlich zupackend (und sind eh beide super, ich mag ja Perkins aus der Ecke besonders gern, Montrose aber auch), dazu kommen Graas' Einsätze am Horn, im Vergleich etwas luftiger und verspielter, leichtgewichtiger jedenfalls, aber durchaus attraktiv. Sein kontrapunktisches Material ist da und dort ("Canon-Friar" von seinem "Jazz Lab 2") schon etwas bemüht in der Adaption von klassischen Formen (gab's bei Jimmy Giuffre, Shorty Rogers oder John Lewis an einem schlechten Tag allerdings auch) - das hält Perkins aber nicht von einem starken Solo ab ... eher wird das Material von der Improvisation bzw. Anfang/Ende des Stücks vom Mittelteil enthoben.
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*) die anderen sind die Reihen vom Gryce/Byrd Jazz Lab, von Johnny Hodges/Wild Bill Davis und von Illinois Jacquet
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redbeansandrice
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Michel Graillier – Dream Drops
ich hatte vorhin hier nochmal weitergemacht... auf der A Seite ist Graillier solo zu hören, auf der B Seite gibt es dann Duette mit Chet Baker, Michel Petrucciani, J.F. Jenny-Clark und ein Trio mit Jenny-Clark und Aldo Romano... das Cover deutet es ja schon ein bisschen an: das hier ist die trashige 80er Euro-Version von Sachen wie Bill Evans Conversations... auf der A Seite spielt Graillier primär Duette mit sich selbst, meist eine Spur Synthi eine Spur Klavier auf der B Seite ist dann mehr Klavier zu hören... und ja, man hört immer auch, dass Graillier Keyboarder in einer Prog-Rock Band war, und Bill Evans nicht... keine Musik, die immer passt, aber wenn sie passt, ist sie prima.
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Julius Wechter Quartet & Quintet – Jazz:West and Intro Sessions | Julius Wechter (Chicago, 1935 - Los Angeles, 1999) spielte später mit der Baja Marimba Band (Marimba und Vibraphon waren seine Instrumente) und stiess zur Wrecking Crew. Doch in jungen Jahren nahm er ein paar Modern-Jazz-Alben auf, die Fresh Sound 2023 auf der obigen CD ausgegraben hat. Die erste, "Linear Sketches", kam bei Jazz:West heraus. James A. Harrod berichtet in den ausführlichen Liner Notes auch, wie der Produzent von Jazz:West, Herb Kimmel, unsicher gewesen sei, ob das Material von zwei Sessions im Mai 1956 gut genug sei - ob er damit eine Platte produzieren oder noch eine Session ansetzen solle. Als Berater holte er sich keinen geringeren als Dave Brubeck, mit dem Kimmel die Bänder im Hotelzimmer anhörte - und der meinte, er solle mit der Auswahl des Materials loslegen. Das Quartett mit Cy Colley Jr. (as), Wechter (vib), Jim Bates (b) und Frank DeVito (d) ist attraktiv, es gibt Standards und ein paar Originals der alten Schulfreunde Colley und Wechter. Aber die Zurückhaltung des Produzenten kann ich dennoch nachvollziehen, denn das ist alles eher hübsch als richtig gut. (Dass in den Liner Notes von zwei Sessions und viel von Gewerkschaftsabrechnungen und so die Rede ist, aber dann nur 5. Mai 1956 als Datum angegeben wird, ist etwas schräg ... und so super kann Harrod jetzt auch nicht schreiben.)
Ein knappes Jahr später, im März 1957, war Wechter wieder im Studio, dieses Mal für ein anderes Kleinlabel (Jazz:West gehörte zu Aladdin, war also ein kleinstes Sublabel mit ziemlich grossem Mutterlabel), Intro. Die Platte erschien nie, erst auf der CD von 2023 sind sieben der zehn Stücke zu hören, die damals produziert wurden. Die anderen drei mussten aus technischen Gründen weggelassen werden: "unsuitable for release due to too much surface noise". Die fehlenden Stücke sind "Greensleeves", "Mambo" und "Between the Devil and the Deep Blue Sea". Die Session ist vom Line-Up her eher noch interessanter, dabei sind dieses Mal neben dem Leader am Vibraphon: John Bambridge Jr. (cl), Dennis Budimir (g), Jim Bates (b) und Jerry Williams (d). Es gibt wieder ein paar Klassiker ("Undecided" markiert die Linie von Basie zum West Coast Jazz) und diverse Originals von Wechter. Trotz der klanglich speziellen Kombination finde ich auch hier das Ergebnis nur mittelgut - aber "Lover Man" mit einem echt guten Solo des Leaders ist z.B. ein kleines Highlight. Ich denke hier öfter mal an die Gruppe von Chico Hamilton, aber dann fehlt hier der Biss von Buddy Collette, die dunkle Grundierung von Carson Smith. Unterm Strich eine hübsche Fussnote, die gar nicht in West Coast-Klischees passt.

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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Billy Usselton Sextet - Complete Recordings | Noch so ein blutarmes kalifornisches Geschöpf, das ganz hübsche Musik machte ... und nicht nur bei Graas sondern auch ganz gut bei den V-Disc-Sessions von gestern ansetzt. Usselton (1926-1994) gründete seine Band als Off-Shoot der Tanz-Band von Les Brown - wie Dave Pell davor sein Oktett, das auch durchaus als Referenz beigezogen werden kann. Usselton (ts), Bob Burgess (tb) und Abe Aaron (bcl) formen eine an sich attraktive Frontline. An sich, weil die alle so gepflegt und kühl spielen, dass halt nicht so viel dabei rausschaut, wie das möglich gewesen wäre. Ein Tenorsax kühler noch als das von Phil Urso, eine Posaune, die wie die von Tommy Dorsey schlanke, hohe Linien spielt, und eine brave Bassklarinette nur für kontrapunktische Akzente in den Ensembles. Paul Moer sitzt am Klavier und spielt immer wieder kurze Passagen, die hier aber auch wenig bewirken. Bei der ersten Session im Juni 1956 sind Mel Pollan (b) und Lloyd Morales (d) dabei, im Juli dann Buddy Clark/Fank Capp bzw. Clark/Larry Bunker und bei der letzte vom Oktober Capp/Mel Lewis. Die Sessions erschienen bei Kapp (wie Dave Pell halt), ersten drei auf der eigenen LP "His First Album", die letzte auf der Various Artists-Doppelalbum "Modern Jazz Gallery" (neben Med Flory, Warne Marsh, Russ Garcia, Marty Paich, und John Towner [=John Williams, der Filmkomponist]). Das Repertoire besteht grösstenteils aus Standards und Klassikern, wir kriegen einen fliessen Basie-Swing, dem alle Ecken und Kanten fehlen, gekonnte Soli des Leaders und des Posaunisten Burgess und da und dort welche von Moer, tighte Arrangements (jeweils mehrere von Jerry Fielding, Flory und Moer, sowie je eines von Rogers und Wes Hensel). Mein Problem ist wohl, dass das derart nicht weh tut, dass es fast ein wenig weh tut.


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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Go West Young Med! Med Flory and His Orchestras 1954-1959 | Das passt dann auch noch hinterher - eine CD, die ich schon lange habe (die von Usselton gibt's zwar schon lange, aber ich hab sie auch 2023 oder 2024 gekauft, zusammen mit der Wechter glaub ich). Los geht es mit zwei Singles, die Flory im Februar 1954 in New York für EmArcy einspielte. Zwei der vier Stücke arrangierte er selbst, die anderen beiden Al Cohn, der eigene Stücke arrangierte. In der Band sind zahlreiche Leute, die sich damals als Studio-Pros einen Namen machten: Al Derisi, Dou Mettome, Billy Byers, Urbie Green, Hal McKusick, Cohn, John Williams (keine Ahnung ob Johnny oder John Towner, tippe eher auf ersteren), Teddy Kotick, Art Mardigan und ein paar weitere. Blutarm ist hier gar nichts, auch nicht Florys Spiel am Altsax, das er mit sattem Ton und dringlicher Phrasierung bläst. Teil zwei sind dann Florys vier Stücke von der gerade erwähnten Kapp-Doppel-LP - März 1956 in Hollywood u.a. mit Ed Leddy, Ray Tristacari, Bob Burgess (yep, der von Usseltons Band), Bill Perkins, Arno Marsh, Red Kelly und Mel Lewis. Die Arrangements stammen von Flory und je eins von Cohn und Bob Brookmeyer, die wiederum eigene Stücke arrangierten. Diese eigene Band war Meds Traum, während er Arrangements für Dave Pell oder Usselton schrieb. Und seine Band klingt so lebendig wie vier von Pells und Usseltons Bands zusammen nicht. Gelungen ist das Unterfangen, während Flory mit der Band von Bill Anthony spielte. Er stellte eine 14köpfige Rehearsal-Band hauptsächlich mit Bandkollegen zusammen "Joanie's Jump" mit Flory am Tenorsax und Soli u.a. von Ed Leddy, Bill Perkins und Bobby Burgess. Im letzten Stück, "I Love You, That's All", macht Flory sein Debut als Sänger - und schlägt sich recht gut in seinem eigenen Stück, mit seinen Worten, seinem Tenorsaxsolo.




Danach folgt die Jubilee-Platte "Jazz Wave", die Flory bei zwei Sessions in L.A. im Mai und Oktober 1957 einspielte. Wie zuvor jeweils mit vier Trompeten, zwei Posaunen (bzw. Posaune und Basstrompeten), fünf Saxophonen und dreiköpfiger Rhythmusgruppe. Lee Katzman, Al Porcino, Charlie Kennedy, Bill Holman, Richie Kamuca, Bill Hood, Russ Freeman und wieder Kelly/Lewis sind dabei, bei der zweiten Session Conte Candoli und Buddy Clark für Katzman und Kelly. Die Arrangements haben dieses Mal Holman und Bob Enevoldsen (je drei), der Leader (zwei), Lennie Niehaus, Bill Hood und Sy Johnson (je eines) beigesteuert. Hier war der Austausch mit Red Kelly und Conte Candoli entscheidend. Alle drei träumten sie seit Jahren von der idealen Band irgendwo zwischen Herman, Basie oder Chubby Jackson (mit denen Candoli spielte), legten ihre jeweiligen Noten zusammen und gründeten das Jazz Wave Orchestra. Im Mai 1957 spielte ihre neue Band im Palladium erfolgreich den ersten Gig und nahm auf dem Bandstand sechs Stücke auf. Diese klingen naturgemäss etwas weniger gut als die fünf später im Radio Recorders Studio gemachten, wo Candoli dann auch wirklich mitspielt, den Trompetensolisten der ersten Session Lee Katzman ablösend. Auch Russ Freeman, Richie Kamuca oder Lew McCreary an der Basstrompete und einmal auch Charlie Kennedy sind zu hören. Und Mel Lewis' Spiel macht auch hier einen Unterschied - einer der besten Big Band Drummer des modernen Jazz, der hier eine kurzlebige, aber wirklich hervorragende Band antreibt. Mit West Coast Jazz hat das eigentlich am Ende recht wenig zu tun, das ist eher eine Fortschreibung der New Testament-Basie-Stilistik, durchaus mit moderneren Touches, denen auch die Solisten gewachsen sind.

Am 3. Oktober 1958 spielte die Band beim Monterey Jazz Festival - die Solisten waren nun Stu Williamson, Bill Holman und Kennedy. Später stiess Flory zur Band von Terry Gibbs, die Anfang 1959 zur Terry Gibbs Dream Band werden werden sollte und jeden Dienstag im Seville Club in Hollywood spielte. Und er ist auf "Art Pepper + Eleven" zu hören. Ende des Jahres bildete er die Band Sax Maniac, mit deren kurzer Session vom Dezember 1959 die CD endet. Joe Maini, Bill Hardaway, Bill Perkins, Bill Holman, Bill Hood, Russ Freeman, Jim Hall, Red Kelly, Red Mitchell und Mel Lewis sind auf Florys "Shish-Ka-Bob" (Med an der Oboe, Joe Maini am Tenorsax) und Holmans Arrangement von "Nobody Knows the Trouble I've Seen" (mit Altsax-Solo von Maini) dabei.
Flory heiratete wohl irgendwann in der Zeit die Sängerin Joan Barbara Fry ("Joanie's Jump" wird ihr gewidmet sein), die auch in Monterey dabei war und mit ihm auch zu einer Art Prima/Smith-Combo stiess, die Woody Herman um die Weihnachtszeit 1959 leitete. Flory spielte also quasi Rock'n'Roll-Sax. Doch bald ging es wieder zurück zum Jazz: Flory fing mit der Band Supersax zu proben an. Die letzte Session hier ist fast schon eine Art Auftakt dafür. Das erste Supersax-Kapitel endete 1964 mit Mainis Tod, 1972 ging es dann mit Erfolg weiter - das ist dann ein anderes Kapitel (das ich noch kaum kenne).
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