Der letzte Film, den ich gesehen habe

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TheMagneticField
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von TheMagneticField »

salamandersalat hat geschrieben: 13 Apr 2026, 12:00
TheMagneticField hat geschrieben: 13 Apr 2026, 11:09 Aber Bonn-Köln ist ja nun wirklich easy, oder?
Was kein Widerspruch zur allgemeinen Kinoabdeckung sein soll. Frag uns mal…
Das ist natürlich ein Bequemlichkeits- und Luxusproblem. In Bonn könnte ich laufen bzw. mit dem Fahrrad nach Bad Godesberg fahren, für Köln brauche ich schon wieder Zugtickets und für Hin- und Rückfahrt 90 Minuten Extrazeit. Was dann eben oft dazu führt, dass ich mir die Filme auf Blu-ray im Heimkino ansehe.
OK, ich hatte das irgendwie mit etwas weniger Zeitaufwand in Erinnerung. Da bin ich ja fast genauso schnell in Köln…
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motörwolf
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von motörwolf »

salamandersalat hat geschrieben: 12 Apr 2026, 17:05 Und weil er so großartig ist, müsste ich dafür extra nach Köln fahren. Die Programmgestaltung der Bonner Kinos ist zum Kotzen. Adenauerprovinz.

EDIT: Uneingeschränkte Empfehlung für Raw, motörwolf. Steht bei mir über Titane.
An der Qualität von Raw zweifle ich kein My. Mir fehlte bisher einfach die Gelegenheit.
Alpha lief hier auch nur eingeschränkt, so weit ich weiß "nur" OmU, im Programmkino Apollo in Aachen. Die meisten Vorstellungen davon in Saal 4, eigentlich eine Tanzfläche, die für solche Anlässe mit Holzstühlen ausgestattet wird. Bei Titane war es damals ähnlich. Aber ich bin froh, dass es hier wenigstens die Gelegenheit gab.
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salamandersalat
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von salamandersalat »

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The Pervert's Guide to Cinema (Regie: Sophie Fiennes - Großbritannien/USA/Niederlande, 2006) 8/10
Jailhouse Rock (Regie: Richard Thorpe - USA, 1957) 6,5/10
Finis Hominis (Regie: José Mojica Marins - Brasilien, 1971) 6/10
Nora-neko rokku: Mashin animaru (Regie: Yasuharu Hasebe - Japan, 1970) 7/10

Jailhouse Rock geht mit seinem Star nicht zimperlich um: Elvis schlägt einen Mann mit bloßen Händen tot, kommt ins Gefängnis, dort ruinieren Wärter seine Tolle und peitschen (!) ihn aus. Kaum auf freiem Fuß, muss er erfahren, dass Showbusiness und Musikindustrie ein Haifischbecken sind, er gründet eine unabhängige (!) Plattenfirma und verkauft sich schließlich doch an Hollywood, nicht ohne vorher einem Plattenboss ein paar saftige Schellen zu geben. (Ironischerweise lag dessen Verfehlung in etwas, das man auch Elvis später vorwarf: Die Aneignung der Musik anderer Künstler.) Zwischendrin ist Platz für Songs und eine Art Romanze. Man stelle sich solch ein Filmvehikel für einen aktuellen Star wie z.B. Taylor Swift vor - völlig absurd. Ob sich Elvis in späteren Jahren diesen Film noch einmal vorführen ließ und es ihm dämmerte, dass er seit zwanzig Jahren in dieser Hölle vegetiert?
Keramikvasen geh'n jetzt wieder viel leichter kaputt.
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JackofH
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von JackofH »

Da ich neulich Linklaters Nouvelle Vague im Kino gesehen hatte, musste ich natürlich auch Außer Atem noch einmal anschauen. Leider habe ich die Kinovorführungen in Berlin verpasst (warum gab es da eigentlich kein Double Feature?). Darum besorgte ich mir beim Videodrom die DVD aus der Arthaus-Reihe von 2008. Diese enthielt als Bonusmaterial u.a. die Dokumentation Chambre 12, Hôtel De Suède von Claude Ventura. Wer sie noch nicht kennt, kann sie in der Tube anschauen. Vielleicht ja interessant für @Friedrich z.B.? Frappant fand ich die Parallelen zu Linklaters Werk - bis in den Aufbau der Filme hinein. Venturas Doku war offenbar eine wesentliche Inspiration für Nouvelle Vague.

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Jan Lustiger
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Jan Lustiger »



Husbands and Wives (Woody Allen, 1992) **** 🔁
Nouvelle vague (Richard Linklater, 2025) ***½
Falsche Bewegung (Wim Wenders, 1975) **½
Father Mother Sister Brother (Jim Jarmusch, 2025) **
Blue Moon (Richard Linklater, 2025) ****
À bout de souffle (Breathless) (Jean-Luc Godard, 1960) ***½ 🔁
Le bonheur (Agnès Varda, 1965) **** 🔁
The Kid (Charles Chaplin, 1921) ***½ 🔁
The Drama (Kristoffer Borgli, 2025) ***½
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Fevers and Mirrors
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Fevers and Mirrors »

"The Kid" nur ***1/2? Für mich einer seiner besten und einen ganzen Stern mehr.

Schön, dass Du "Blue Moon" so schätzt.
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JackofH
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von JackofH »

Jan Lustiger hat geschrieben: 14 Apr 2026, 12:26 Father Mother Sister Brother (Jim Jarmusch, 2025) **
Hui, harsch. Ich fand den Film auch nicht besonders gut und stellenweise wirklich langweilig, aber eine durchschnittliche Wertung hätte ich schon noch vergeben. Was hat dich so sehr gestört?
lysol
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von lysol »

2026 bisher:

Kino
1.Marty Supreme (Josh Safdie,2025) *****
2.Alpha (Julia Ducournau,2025) ****1/2
3.La Mort Viendra (Christoph Hochhäusler,2024) ****1/2
4.The Chronology Of Water (Kristen Stewart,2025) ****
5.EPiC (Baz Luhrmann,2025) ****
6.No Other Choice (Park Chan-Wook,2025)****
7.Un Simple Accident (Jafar Panahi,2025) ****
8.The Drama (Kristoffer Borgli, 2026) ***1/2
9.The Housemaid (Paul Feig,2025) ***1/2
10.Send Help (Sam Raimi,2026) ***
11.Nouvelle Vague (Richard Linklater,2025) ***
12.They Will Kill You (Kirill Sokolov,2026) ***
13.Wuthering Heights (Emerald Fennell,2026) ***
14.Hamnet (Chloé Zhao,2025) ***

Stream
1.Crime 101 (Bart Layton,2026) ***
2.Mike & Nick & Nick & Alice (BenDavid Grabinski,2026) **1/2
3.People We Meet On Vacation (Brett Haley,2026) **
4.The Rip (Joe Carnahan,2026) **
5.Peaky Blinders: The Immortal Man (Tom Harper,2026) **
6.Pretty Lethal (Vicky Jewson,2026) *1/2
7.Mercy (Timur Bekmambetov,2026) *
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Jan Lustiger
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Jan Lustiger »

JackofH hat geschrieben: 14 Apr 2026, 14:10 Hui, harsch. Ich fand den Film auch nicht besonders gut und stellenweise wirklich langweilig, aber eine durchschnittliche Wertung hätte ich schon noch vergeben. Was hat dich so sehr gestört?
Langweilig zum einen, ja, aber was mich darüber hinaus nervte, war, dass ich bei dem Film nie das Gefühl bekam, einer Geschichte (bzw. drei) zu folgen, sondern einfach nur vom Filmemacher vollgelabert zu werden. Die Charaktere scheinen ihm lediglich als Medium dafür zu dienen, denn ansonsten bleiben sie leer, eigenes Leben entwickeln sie nicht. Das wäre ja noch nicht einmal prinzipiell verwerflich, man könnte in dem Modus schon auch ein interessantes künstlerisches Statement machen. Aber Jarmusch hat nichts zu sagen oder schafft es nicht, weil er jeden mondänen Mist für Poesie zu halten scheint.
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Jan Lustiger
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Jan Lustiger »

Fevers and Mirrors hat geschrieben: 14 Apr 2026, 13:53 "The Kid" nur ***1/2? Für mich einer seiner besten und einen ganzen Stern mehr.
Chaplin ist mein liebster Filmemacher, das ist also keine Wertung, die ich auf die leichte Schulter nehme. Aber The Kid ist für mich ein Übergangsfilm, in dem die beiden Teile, die zusammengeführt werden sollen, noch nicht so recht zusammenfinden. Der melodramatische Aspekt des Films verpufft ziemlich, kein Vergleich mit dem emotionalen Punch von Meisterwerken wie The Circus, City Lights oder Modern Times. Die Comedy ist gut bis sehr gut (wenn der Tramp nach dem Namen des Babys gefragt wird: einer der besten Chaplin-Gags überhaupt), wirkt aber ein bisschen, als sei sie relativ beliebig in einen anderen Film geworfen worden. Auch die Traum-Sequenz wirkt, als existiere sie nur, um Zeit zu schinden. Wahrscheinlich war es gut so, dass Chaplin danach mit A Woman of Paris ein - m.E. unterschätztes - Drama gemacht hat. Das dürfte ihm dabei geholfen haben, seine Sensibilitäten als Filmemacher dahingehend zu schärfen.
Fevers and Mirrors hat geschrieben: 14 Apr 2026, 13:53Schön, dass Du "Blue Moon" so schätzt.
Oh ja, ein wirklich wundervoller Film, der die Ambivalenz amerikanischer Ideale elegant und unterhaltsam seziert. Schon mit der allerersten Einstellung* hatte Linklater mich. Ethan Hawke ist großartig als der tragische Held, der noch nicht begriffen hat, dass seine Zeit vorüber ist, obwohl ihm die Zukunft, von der er überholt wurde, geradezu ins Gesicht lacht. Im Gegensatz zum Jarmusch-Film spricht hier eine Figur, die tatsächlich lebt - oder gerade aufgehört hat damit. Obwohl das auch ein Dialog-Film (oder streckenweise sogar ein Monolog-Film) ist, ist Blue Moon nie langweilig, was daran liegt, dass das Script unheimlich witty ist - in sich schon ein passender Tribut an einen Texter wie Lorenz Hart. Herrlich auch, wie hier das alte Hollywood-Klischee des weisen alten Mannes und der hübschen inspirierenden jungen Frau subvertiert wird: die Story um die Muse, die Hart wieder zu einem großen Mann machen soll, illustriert ja keine Machtausübung, sondern Machtverlust. (Mit dem Hintergedanken habe ich auch das Bild über meinem Post gewählt, in dem Qualley Hawke um einen Kopf überragt.)

*
Lorenz Hart bricht am letzten Tag seines Lebens in einer Gasse zusammen, ein Radioeinspieler informiert uns darüber, dass er im Krankenhaus sterben wird und würdigt ihn schließlich als große Figur der US-Kulturindustrie. Wenn dann seine zahlreichen klassischen Songs aufgezählt werden, die aus einer vermeintlich unschuldigeren, von einem utopischen Gedanken getragenen Zeit stammen, während der Verfasser ihrer Texte im Regen dahinsiecht, ist der Film perfekt eingeführt worden.