
Maynard Ferguson – Hollywood Jam Sessions | Bei EmArcy mochte man um 1954 herum Jam-Sessions, wie alle wissen, die sich mal mit der schmalen Diskographie von Clifford Brown beschäftigt haben (Ferguson ist dort auch dabei). Drei Tage nach "Dimensions", am 22. Februar 1954, war Ferguson schon wieder im Studio in Hollywood und nahm vier lange Stücke auf, die auf zwei LPs erschienen - die erste noch im 10"- und 12"-Format, die zweite wohl nur noch 12", das Alternativ-Cover ohne Einfärbung ist die niederländische Ausgabe. Die Band war allerdings für die ersten Platte fast dieselbe wie auf dem Oktett-Album, einfach ohne Herbie Harper. Also neben dem Leader an Trompete und Ventilposaune Bud Shank, Bob Cooper, Bob Gordon, Russ Freeman, Curtis Counce und Shelly Manne. Eine viel bessere Band kann man sich um die Zeit in Kalifornien schwer vorstellen (ich hätte bloss einen anderen Tenorsaxer gewählt ... um den Dreh rum find ich Shank jedenfalls fast besser als Pepper, er spielt mit mehr Volumen und stärkerem Ton - und auratisch ist der frühe Pepper ja auch nur, weil man ihn durch den Filter der späteren Lebensgeschichte liest).
Am zweiten Tag gibt es ein paar Änderungen im Line-Up: Milt Bernhart stösst dazu (und Ferguson bleibt bei der Trompete), Herb Geller (hervorragend!), Claude Williamson, John Simmons und Max Roach übernehmen, nur Cooper und Gordon sind weiter dabei. Es gibt jeweils ein Gershwin- und ein Ferguson-Stück, die Nummern dauern 14 bis 16 Minuten, doch weil die Leute gut sind und sich eh alle gut kennen wirkt das doch die meiste Zeit recht fokussiert. Die zweite Session klingt dunkler - auch im mittelschnellen, sehr entspannten Gershwin-Stück ("Love Is Here to Stay", auf dem ersten Album gibt es "Somebody Loves Me"), was auch mit dem leider nicht so passenden Bassisten zu tun hat, der aus einer älteren Generation stammt. Toller Sound, starker Beat, aber halt nicht auf der Höhe der Zeit.






