Ich höre gerade ... Jazz
Re: Ich höre gerade ... Jazz
film ist vielleicht das einzige, womit ich mich ein bisschen auskenne, aber das lasse ich hier raus.

bob james & david sanborn, quartette humaine (2013)
gerade habe ich nochmal das neue wilkins-album gehört, das mich wirklich sehr, sehr glücklich macht. und da ich dachte, ich hätte mit dem sanborn-vergleich ordentlich provoziert, und dann kam natürlich gar nichts zurück, muss ich selbst überprüfen, ob ich da einen punkt habe. ein bisschen recherche, und siehe da, es gibt ein quartett-album, das lässt sich streamen -
einerseits muss ich zugeben, dass der vergleich quatsch war (wilkins und sanborn haben vielleicht eine gemeinsame affinität zu bestimmten licks, aber bei sanborn wird viel mehr gepresst, da ist ein anderer druck drauf), andererseits: was für eine schöne entdeckung! im netz steht: das vielleicht jazzigste album von sanborn, und tatsächlich ist hier alles reizvoll heruntergestrippt auf ein akustisches setting, und steve gadd spielt ganz leise, mit besen! tolle kompositionen, alles sehr geschmackvoll, audiophil (hört man sogar beim streamen), james genus spielt einen schönen, recht dominanten bass, bob james ist durchgängig subtil, und sanborn spielt mit seele. ich wusste immer, dass das in ihm steckt (in seiner live-show spielte er ja mal mit pharoah sanders den "creator" mit, ohne abgehängt zu werden), außerdem glaube ich, dass er ein sehr netter mensch war - hier fließt das alles in eine wirklich schöne produktion. muss ich das haben? vielleicht.

bob james & david sanborn, quartette humaine (2013)
gerade habe ich nochmal das neue wilkins-album gehört, das mich wirklich sehr, sehr glücklich macht. und da ich dachte, ich hätte mit dem sanborn-vergleich ordentlich provoziert, und dann kam natürlich gar nichts zurück, muss ich selbst überprüfen, ob ich da einen punkt habe. ein bisschen recherche, und siehe da, es gibt ein quartett-album, das lässt sich streamen -
einerseits muss ich zugeben, dass der vergleich quatsch war (wilkins und sanborn haben vielleicht eine gemeinsame affinität zu bestimmten licks, aber bei sanborn wird viel mehr gepresst, da ist ein anderer druck drauf), andererseits: was für eine schöne entdeckung! im netz steht: das vielleicht jazzigste album von sanborn, und tatsächlich ist hier alles reizvoll heruntergestrippt auf ein akustisches setting, und steve gadd spielt ganz leise, mit besen! tolle kompositionen, alles sehr geschmackvoll, audiophil (hört man sogar beim streamen), james genus spielt einen schönen, recht dominanten bass, bob james ist durchgängig subtil, und sanborn spielt mit seele. ich wusste immer, dass das in ihm steckt (in seiner live-show spielte er ja mal mit pharoah sanders den "creator" mit, ohne abgehängt zu werden), außerdem glaube ich, dass er ein sehr netter mensch war - hier fließt das alles in eine wirklich schöne produktion. muss ich das haben? vielleicht.
Zuletzt geändert von vorgarten am 28 Mär 2026, 19:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ich höre gerade ... Jazz
Sanborn ist nicht so schlecht, wie die Jazzpolizei oft denkt ... ich hab das Wilkins-Album noch nicht gehört, muss es die Tage mal suchen. Und das von Flea auch, das macht mich echt neugierig.

Charlie Rouse - Two Is One | Letzten Herbst das aktuelle CD-Reissue aus Paris heimgebracht ... ich tu mich immer noch schwer bzw. finde erst in der zweiten Hälfte allmählich rein in die Klangwelt, die Rouse hier mit Gitarren (Paul Metzke spielt auf allen Stücken, George Davis kommt auf seinen drei Kompositionen dazu) und einem elektrischen Cello (Calo Scott, hat auch mit Mal Waldron, Archie Shepp und anderen aufgenommen), das zu wenig Raum kriegt, aufbaut.

Jan Johansson – Jazz På Svenska | Vom selben Stapel aus Paris das Reissue von 2005 mit den vier Bonustracks ... passt grad besser zum Kopf, der sich leider gerade stündlich fiebriger anfühlt. Bei aller Schönheit plätschert das aber schon auch ein wenig dahin, ist etwas brav geraten. Johansson dürfte mit dem Material manchmal etwas freier umspringen, den Wohlklang auch mal etwas brechen - bilde mir jedenfalls ein, dass das dem Album hätte gut tun können.

Charlie Rouse - Two Is One | Letzten Herbst das aktuelle CD-Reissue aus Paris heimgebracht ... ich tu mich immer noch schwer bzw. finde erst in der zweiten Hälfte allmählich rein in die Klangwelt, die Rouse hier mit Gitarren (Paul Metzke spielt auf allen Stücken, George Davis kommt auf seinen drei Kompositionen dazu) und einem elektrischen Cello (Calo Scott, hat auch mit Mal Waldron, Archie Shepp und anderen aufgenommen), das zu wenig Raum kriegt, aufbaut.

Jan Johansson – Jazz På Svenska | Vom selben Stapel aus Paris das Reissue von 2005 mit den vier Bonustracks ... passt grad besser zum Kopf, der sich leider gerade stündlich fiebriger anfühlt. Bei aller Schönheit plätschert das aber schon auch ein wenig dahin, ist etwas brav geraten. Johansson dürfte mit dem Material manchmal etwas freier umspringen, den Wohlklang auch mal etwas brechen - bilde mir jedenfalls ein, dass das dem Album hätte gut tun können.
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #173 – 09.06.2026, 22:00
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Re: Ich höre gerade ... Jazz
liegt vielleicht daran, dass man die 4 bonus tracks nicht braucht? ich finde schon, dass hier etwas besonderes entstanden ist - aber immer kann ich das auch nicht hören.
gute besserung jedenfalls!
ich höre gerade das, was vielleicht auch im fieber geht:

masabumi kikuchi, hanamichi vol. II
mag ich viel lieber als vol. 1, überhaupt wird das langsam zu einem kikuchi-lieblingsalbum, ich verstehe hier sehr gut, wie die standards mit den freien improvisationen kommunizieren, insgesamt ist das tatsächlich eine musik der letzten dinge. clasjaz könnte damit bestimmt viel anfangen, aber der hat sich ja verdrückt.
gute besserung jedenfalls!
ich höre gerade das, was vielleicht auch im fieber geht:

masabumi kikuchi, hanamichi vol. II
mag ich viel lieber als vol. 1, überhaupt wird das langsam zu einem kikuchi-lieblingsalbum, ich verstehe hier sehr gut, wie die standards mit den freien improvisationen kommunizieren, insgesamt ist das tatsächlich eine musik der letzten dinge. clasjaz könnte damit bestimmt viel anfangen, aber der hat sich ja verdrückt.
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Re: Ich höre gerade ... Jazz
Danke, auch für die Zeilen zu Kikuchi, das wächst auch bei mir stetig (stieg aber glaub ich höher ein als bei Dir?).
Ja, klar - allerdings hatte ich den Gedanken, bevor ich die vier ersten Stücke durch hatte ... muss auch an der gestrige Programm von Simone Keller denken, die allerdings aus unterschiedlichstem Material etwas formte ... was sie explizit aussprach, gilt für das Johansson-Album heutzutage natürlich auch (bzw. lässt sich ihm überstülpen): "Doch kann Schönheit, besonders in Zeiten von Gewalt und Zerstörung, nicht auch ein Gegenpol, ein Akt des Trotzes sein?" - Sie lässt die Antwort darauf offen, aber zwischen Bomben, Ersaufen im Mittelmeer wie Katzen in der Regentonne und KI-Slop und was weiss ich finde ich die Idee nicht abwegig.vorgarten hat geschrieben: 28 Mär 2026, 20:07 liegt vielleicht daran, dass man die 4 bonus tracks nicht braucht? ich finde schon, dass hier etwas besonderes entstanden ist - aber immer kann ich das auch nicht hören.
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Booty Wood – Chelsea Bridge | Das zweite Album von Wood - nach "Booty" (aka "Hang in There") von 1960 - ist postum 1998 erschienen, elf Jahre nach seinem Tod, und gehört wie das erste zur langen Reihe von Ellingtonia-Alben, die ehemalige und aktive Sidemen der Band immer wieder aufnahmen. Im Mai 1978 in Paris sind das Cat Anderson, Norris Turney, Harold Ashby, Aaron Bell und Sam Woodyard, dazu Raymond Fol am Klavier, der schon 1959 bei solchen Aufnahmen dabei war (mit Clark Terry/Paul Gonsalves). Um dieselbe Zeit nahm Black and Blue auch "Scuffin'" von Harold Ashby und "I Let a Song" von Norris Turney auf - beide Male die gleiche Band minus Cat Anderson, mit dem dafür "Plays W. C. Handy" entstand, wo Philippe Baudoin und André Persiany sich am Klavier abwechseln, sonst alle wieder mit dabei sind. Wood ist ein etwas altmodischer Posaunist mit grossem Ton und einer flüssigen Delivery - und damit passen er, Turney und Ashby hervorragend zusammen. Wood spielte schon vor seinem High School-Abschluss 1940 einige Gigs mit lokalen Bands, danach folgten Stationen bei Jimmy Raschel und Tiny Bradshaw (1942), Lionel Hampton, und 1943-47 bei Arnett Cobb, 1947-51 bei Erskine Hawkins, und 1951 ein halbes Jahr bei Count Basie. 1952-59 lebte er daheim im Dayton, OH, arbeitete als Postbote und spielte abends mit der Band seines Freundes Snooky Young (der ihm den ersten Gig verschaffte, als Wood gerade mal 14 war). 1959 stiess Wood zu Duke Ellington, wo er bis 1960 blieb, um 1963 und 1969-72 zurückzukehren. Dann wieder Dayton: Familie, lokale Clubs. 1979 dann noch einmal Basie, wo er bis ins Jahr von Basies Tod blieb, sich aber wegen eigener gesundheitlicher Probleme zurückzog. Dann fing er an, an der Central State University zu unterrichten, in seiner Heimaststad Dayton, wo er 1987 mit 67 starb.
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Tom Harrell, Kenny Werner, André Ceccarelli, Paul Imm – Sail Away | Das Album, was gestern noch lief. "Hanamichi II" liegt hier tatsächlich seit Erscheinen griffbereit beim Player - aber das passte auch hervorragend. Ein Live-Mitschnitt aus Paris (und auch von dort mitgebracht letzten November) mit Harrell am Flügelhorn und allen vieren im gemeinsamen Groove, der die meiste Zeit in Richtung Balladen und Poesie geht, aber mit einer frischen Brise daherkommt, wie wirklich charmant ist. Harrell musste ich mir nach einer sehr zwiespältigen frühen Live-Begegnung irgendwie erarbeiten (es gab dann noch eine zweite Live-Begegnung, die sehr viel besser klappte, ob's bei der ersten nur an mir lag - der Irritation ob des Verhaltens des Leaders, über dessen Krankheit ich damals nichts wusste - oder ob die Band wirklich nicht so gut drauf war, kann ich schwer abschätzen ... vermutlich irgendwas dazwischen). Längst kaufe ich allerdings alles, was ich in die Finger kriegen kann, und dieses lange vergriffene Album bei Gibert zu finden, wo ich (nach etwas weniger ergiebigen Besuchen in den Vorjahren letzten Herbst wieder sehr viel gefunden hatte), aber eine Freude.
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Dick Johnson – Music for Swinging Moderns | Noch eine CD vom Stapel aus Paris ... ein FSR-Twofer mit zwei Alben, die in das neuliche kleine Hörprojekt von @vorgarten gepasst hätten. Dick Johnson kam 1925 in Brockton, MA, zur Welt, spielte in den Bands von Charlie Spivack und Buddy Morrow, trat 1957 in Newport mit dem Quintett von Eddie Costa auf ... und nahm 1956 für EmArcy sein Debut auf (der Titel ist derselbe wie jener der Compilation), gefolgt 1957 von "Most Likely ... Dick Johnson" für Riverside. Johnson changiert zwischen Swing und Cool, hat Jimmy Dorsey ebenso absorbiert wie Lee Konitz und Charlie Parker, aber auch Zoot Sims, wie er in den Liner Notes zum zweiten Album zitiert wird: ("has certainly influenced me as much as anyone").


Das erste Album mit unbekannten Leuten (Bill Haverman am Klavier, Bob MKee Schlagzeug, Chuck Sagle auf zwei Stücken und Dave Poskonka auf dem Rest am Bass) ist etwas inkohärent geraten: es gibt Showtunes neben richtigen Jazz-Nummern, Johnson - oder das Label - wollte wohl seine ganze Bandbreite demonstrieren und das kommt nicht immer gleich gut. Ganz anders das zweite Album mit der auf dem Papier etwas überraschenden Combo aus Dave McKenna und einer Riverside-Hausrhythmusgruppe: Wilbur Ware und Philly Joe Jones. Hier hat die Musik Biss, es gibt kein Coasting, Johnson gräbt sich ein in die Stücke - von denen nach dem Standards-Programm des Debuts (und "Poinciana", aber klar, das passt ja in die Band-Parade) jetzt ganze fünf aus seiner Feder stammen, inklusive des Openers "Lee-Antics", der natürlich Konitz gewidmet ist. Dazu gibt es "It's so Peaceful in the Country", "Stella by Starlight", "It's Bad for Me" (von Cole Porter, sagt mir glaub ich gar nichts) und "The End of a Love Affair". Feines Programm mit einem Musiker ... Anklänge an Konitz sind da, aber Johnsons Ton ist reicher, emotionsgeladener, näher am Ton, den Phil Woods um dieselbe Zeit herum hatte, und da und dort auch nicht weit von Leuten wie John Jenkins oder manchmal auch Jackie McLean in frühen Jahren. McKenna kannte Johnson seit 1948 und beschrieb sein Spiel für die Liner Notes als "traditional in a real modern vein" - ein passendes Paradoxon für den Pianisten, der ein paar Jahre später auch ein hervorragendes Bethlehem-Album mit Zoot Sims machte, das ebenfalls ein überraschendes Line-Up bietet: Sims, McKenna, George Tucker und Dannie Richmond. Ist das erste Album ein wenig enttäuschend, so beeindruckt das zweite grad im direkten Kontrast umso mehr!
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Re: Ich höre gerade ... Jazz
J. R. MONTEROSE - s/t

Trotz all der vielen wirklich tollen Alben, die in späteren Jahren bei Blue Note erschienen sind: Am meisten geht mir das Herz nach wie vor bei den LPs der 1500er Serie auf.
Bei mir auf dem Plattenteller liegt die japanische Ausgabe aus der "From The Mastertapes" Serie (gekauft, als sie noch günstig waren). Kevin Gray hat alle Alben der Serie gemastert, alle sind in Mono. Laut mehrerer User im SHMF sind diese Schallplatten von einer digitalen Kopie des originalen Masterbandes erstellt worden, kann gut sein, dass das auch so ist, ich habe keine belastbare Quelle dafür gefunden. Wie auch immer, diese Ausgabe klingt für mich besser als die von Classic Records, welche allerdings auch sehr ordentlich ist.

Trotz all der vielen wirklich tollen Alben, die in späteren Jahren bei Blue Note erschienen sind: Am meisten geht mir das Herz nach wie vor bei den LPs der 1500er Serie auf.
Bei mir auf dem Plattenteller liegt die japanische Ausgabe aus der "From The Mastertapes" Serie (gekauft, als sie noch günstig waren). Kevin Gray hat alle Alben der Serie gemastert, alle sind in Mono. Laut mehrerer User im SHMF sind diese Schallplatten von einer digitalen Kopie des originalen Masterbandes erstellt worden, kann gut sein, dass das auch so ist, ich habe keine belastbare Quelle dafür gefunden. Wie auch immer, diese Ausgabe klingt für mich besser als die von Classic Records, welche allerdings auch sehr ordentlich ist.
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Boots Mussulli – Little Man: 1954-1956 Quartet Sessions | Noch was vom Stapel aus Paris und wieder hauptsächlich Altsax im Quartett (manchmal spielt Mussulli Barisax). Da und dort nicht weit von Johnson weg, aber dann doch aus anderen Ecke. Krupa, Kenton, Ventura - auch Mussulli hat Parker gehört, und auch er spielt mit dem Background wenig überraschend gern mal ein Showtune ("El Morocco" ist immerhin ein Original, "Tico Tico" am Barisax ist natürlich eine gute Nummer, aber viel Substanz hat sowas nicht). Zur Kulisse gehört hier Boston - und so gibt es hier Ray Santisi am Klavier zu hören - mit John Carter und Peter Littman bei der ersten Session (14. Juni 1954) und Max Bennett und Shelly Manne bei der zweiten (7. November 1954). Sieben der elf Stücke sind noch 1954 auf der 10"-LP von Mussulli in der "Kenton Presents"-Reihe herausgekommen, später gab es davon eine 12" mit allen elf Tracks.

Als Bonus hat man bei Fresh Sound noch die Quartett-Stücke von der LP "Toshiko - Her Trio and Her Quartet" von Toshiko Akiyoshi beigefügt, aufgenommen im Juli 1956 in New York, wohl mit Wyatt Ruther und Ed Thigpen (es gab auf dem auch drei Trio-Tracks - und bei manchen Einträgen sind die Rhythmusgruppen andersrum vermerkt, das wären dann Oscar Pettiford und Roy Haynes mit dem Quartett und Reuther/Thigpen mit dem Trio - Bruyninckx sagt allerdings dasselbe wie die LP-Rückseite von damals und die FSR-CD, vermutlich also eher ein Fehler bei Discogs, der allerdings auffällig konsistent ist: CD-Einträge von 1994, 1997, 2008 sowie die undatierte LP geben Pettiford/Haynes für die Quartett-Session an). Ich tippe eher auf Thigpen hier ... jedenfalls fehlt der typische Haynes-Sound, aber ich bin mir grad unsicher, ob er den 1956 schon hatte oder erst ein paar Jahre später? Jedenfalls ist das ein schöner Bonus - auch wenn es natürlich schade ist, dass die drei Trio-Stücke fehlen.

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