Ich höre gerade ... Jazz

Thokei
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von Thokei »

Lester Young with Oscar Peterson Trio


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vorgarten
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von vorgarten »




vorlagen für das immanuel wilkins quartet - in der üppigen und in der sparsamen version. und was daraus entwickelt werden kann:

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atom
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von atom »



JERRY GOODMAN & JAN HAMMER - Like Children (Nemperor Records, 1974)

Obskures und durchaus faszinierendes Album der beiden Mahavishnu-Musiker und die Debüt-Veröffentlichung auf dem kurzlebigen Label Nemperor Records, das von Brian Epstein gegründet wurde.
serenity now!
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Talking Head
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von Talking Head »

Ich habe mich heute nach ausreichender Pause mal an die nächste Empfehlung von euch rangetraut:

Ahmad Jamal Trio - At The Alhambra

Keine Ahnung, wie das Album unter Kennern allgemein gesehen wird. Mir geht es jedenfalls ganz gut ins Ohr. Kein Stress mit nervigen hervorstechenden Instrumenten. Da ist ein beruhigender Flow, der auch mich als Laien abholt und mitnimmt. So etwas halte selbst ich auf Albumlänge gut aus und werde dieses Album sicherlich noch öfter hören, wenn mir der Sinn nach Jazz steht.

Herzlichen Dank für die Empfehlung, @soulpope!
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redbeansandrice
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von redbeansandrice »

redbeansandrice hat geschrieben: 26 Mär 2026, 15:41
gypsy tail wind hat geschrieben: 26 Mär 2026, 15:07 Mit Lee Morgan ("Search for the New Land" ) hat's einmal hervorragend geklappt - und mit Booker Ervin auch nochmal, oder?
"Solid" mag ich schon ganz gerne, aber ganz vorn kann's sicher nicht mithalten.
Search for the New Land hat geklappt, ja, und Idle Moments... bei Ervin meinst du die Parlan Alben? mit Larry Young war auch erfolgreich... My Point of View von Herbie Hancock kenn ich gar nicht...
Mit etwas mehr nachdenken: ich glaub mein Problem ist wirklich die Kombination von Tyner und Green, das sind für mich zu unterschiedliche Welten von der Grundstimmung her.... Und eine Gitarre braucht es neben Tyner für mich ganz generell nicht, da ist zB Herbie Hancock sehr viel kompatibler...

Hier läuft gerade Natural Essence von Tyrone Washington....
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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »

redbeansandrice hat geschrieben: 26 Mär 2026, 18:55
redbeansandrice hat geschrieben: 26 Mär 2026, 15:41
gypsy tail wind hat geschrieben: 26 Mär 2026, 15:07 Mit Lee Morgan ("Search for the New Land" ) hat's einmal hervorragend geklappt - und mit Booker Ervin auch nochmal, oder?
"Solid" mag ich schon ganz gerne, aber ganz vorn kann's sicher nicht mithalten.
Search for the New Land hat geklappt, ja, und Idle Moments... bei Ervin meinst du die Parlan Alben? mit Larry Young war auch erfolgreich... My Point of View von Herbie Hancock kenn ich gar nicht...
Mit etwas mehr nachdenken: ich glaub mein Problem ist wirklich die Kombination von Tyner und Green, das sind für mich zu unterschiedliche Welten von der Grundstimmung her.... Und eine Gitarre braucht es neben Tyner für mich ganz generell nicht, da ist zB Herbie Hancock sehr viel kompatibler...
Sorry, erst jetzt wieder hier geguckt - klar, die Parlan-Alben meinte ich. Und das mit Tyner leuchtet mir schon ein. Mit Hancock gibt's ja auch das tolle Gospel-Album "Feelin' the Spirit", während ich "Matador" auch etwas weniger mag. "My Point of View" finde ich im BN-Katalog von Hancock glaub ich das schwächste Album - es wirkt etwas konservativ im Vergleich mit dem Rest, und das hat mit Green wohl so viel wie mit Mobley zu tun wie mit Green. Einfach eine weniger abenteuerliche, neugierige Band als auf all den anderen Alben. "Idle Moments" hatte ich noch überlegt, aber weil ich es dann doch eher als Mood- denn als progressives Hard Bop-Album höre, weggelassen. Aber klar, am Ende ist es beides ("Solid" ja irgendwie auch).

Bei mir jetzt:



Buddy DeFranco Quintet - Like Someone in Love | 1977 in New York für Gus Statiras und sein Progressive-Label, zuerst im selben Jahr in Japan als "The Great Encounter" vom DeFranco/Farlow Quintet erschienen (siehe unten), ist ds eine Art Revival des Quartetts und Quintetts, das DeFranco zwanzig Jahre früher mit Sonny Clark und Farlow leitete ... aber klar, hier gibt es entspannte Latin-Grooves und überhaupt eine andere Atmosphäre: weniger Bebop und mehr Mainstream, alles sehr entspannt - und die Dichtestress-Rhythmusgruppe mit Derek Smith am Klavier kommt ganz gut. Die Band vervollständigen George Duvivier und Ronnie Bedford (den Statiras auch mit Don Friedman, Hank Jones, Walter Norris, Harold Ashby, Carmen Leggio oder Arnett Cobb einsetzte, oft mit Duvivier und bei Cobb mit Smith/Duvivier). Es gibt ziemlich gute DeFranco-Tunes wie "Melancholy Stockholm" und "Playa del Sol", etwas Gershwin, natürlich das Titelstück von Burke/Van Heusen ... 1980 erschien das Album in den USA mit dem alternativen Titel/Cover, 1989 wieder auf CD mit zwei weiteren Tracks. Freue mich gerade ziemlich, dass ich die CD nach zehn Jahren auf der CDJapan-Wunschliste doch noch gekauft habe (man weiss ja nie genau, welche Reissues wie limitiert sind, die Progressive Original Jazz Collection entweder nicht sehr, oder sie hat sich miserabel verkauft).

Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)

Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #173 – 09.06.2026, 22:00
redbeansandrice
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von redbeansandrice »

Feeling the Spirit ist wahrscheinlich in meiner Album Top 100, ein sehr gutes Album aber für mich kein fairer Vergleich... Matador lief den Tag über auch zwei, drei Mal, und ich find es funktioniert besser als Solid... Der Green/Tyner Clash ist immer noch da, klar, aber Tyner wird nicht von Leuten wie Henderson oder Spaulding abgelenkt und kann sich durchaus erfolgreich integrieren... Elvin Jones plus Green ist ja generell super, gibt es auch mit Larry Young...
soulpope
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Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von soulpope »

Talking Head hat geschrieben: 26 Mär 2026, 18:41 Ich habe mich heute nach ausreichender Pause mal an die nächste Empfehlung von euch rangetraut:

Ahmad Jamal Trio - At The Alhambra

Keine Ahnung, wie das Album unter Kennern allgemein gesehen wird. Mir geht es jedenfalls ganz gut ins Ohr. Kein Stress mit nervigen hervorstechenden Instrumenten. Da ist ein beruhigender Flow, der auch mich als Laien abholt und mitnimmt. So etwas halte selbst ich auf Albumlänge gut aus und werde dieses Album sicherlich noch öfter hören, wenn mir der Sinn nach Jazz steht.

Herzlichen Dank für die Empfehlung, @soulpope!
Freut mich sehr, dass Du so für Dich passende Musik gefunden hast ....
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gypsy tail wind
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Beitrag von gypsy tail wind »

Ich denke, es ist schon Tyner, der den Unterschied macht. Drew funktioniert für mich auch etwas weniger gut, Clark natürlich wieder super. Aber klar: ich wünschte mir viel mehr Green ohne Piano (ausserhalb der Orgelbands, versteht sich).

Morgenmusik:



Bobby Durham Trio - Witchcraft | Das hier wollte ich eigentlich, als ich die Persiany-CD kaufte, die ich neulich hier erwähnte ... der seltene Datenbankfehler bei CDJapan: die Cover sind zu den Katalognummern/URLs vertauscht, unter der Nummer der Durham kriegt man die Persiany-CD und unter der Nummer von Persiany die von Durham (jeweils korrektes Cover im Eintrag, aber ich dachte, die Nummer werde verbindlicher sein). Der Pianist hier ist Gerald Price, den ich sonst glaub ich nur von Stitts Black & Blue-Album kenne - er wuchs mit Clifford Brown und Lem Winchester auf, spielte in den Sechzigern sieben Jahre mit Dakota Staton. Am Bass ist Michel Gaudry dabei. Auf der CD gibt's noch den langsamen "Billy Madone Blues" extra (wohl von Price, wie der "Blues for Val") und dazu noch fünf Alternate Takes. Das Repertoire ist recht klassisch: "Witchcraft" zum Einstieg, später "My Romance", Jobims "Quiet Nights" und als Closer "This Is the End of a Beautiful Friendship", dazwischen aber auch "Our Day Will Come" und Gordon Parks' "Don't Misunderstand" sowie den Durham-Song, "Love's Always There" - und dass ich Song schreibe ist kein Zufall, denn Durham singt hier auch. Sonst stompt er dankenswerterweise ohne ständige Rim-Shots auf die Vier locker und doch mit Biss durch die Stücke. Gefällt mir vom ersten Eindruck her sehr gut.



Gestern lief noch das hier (aus der japanischen Progressive-Reihe, auch grad nachgekauft):



Brooks Kerr-Paul Quinichette Quartet – Prevue | Eine Session vom April 1974 mit einem mir unbekannten, jungen, weissen und blinden Pianisten an der Seite von Lady Q, mit einer erstklassigen Rhythmusgruppe und auf dem Closer Gesang von Annie Hurwitz. Das geht sehr gut rein, aber Quinichette finde ich hier etwas gar eindimensional, er rifft einfach quasi auf den Phrasen von einem einzigen Chorus von Lester Young oder so ... glaub ich hab noch nicht so spätes von ihm gehört bisher. Der Ton ist super. Ich mag ihn eh - ich mag schon die Idee, ausgerechnet den spröden Ton von der (wie es heisst, auch wenn's wohl nicht stimmt) schwächsten Phase von Young zum Vorbild zu nehmen, da wo er verhärtet ist, wo quasi alles, was ihn gleiten liess und so besonders machte, wegfällt ... und er eben dennoch immer noch mit Leichtigkeit über alles hinwegzufliegen vermag. Hier ist das so spröde, dass man sich, wär's ein Tonband, ständig fragen würde, ob das Band gleich reissen wird. Tut es nicht, klar ... Kerr krieg ich nach einem Durchgang überhaupt nicht zu fassen. Stanley Dance schrieb die Liner Notes und meint zu Kerr, er sei zwar der jüngste in der Band, aber "probably as knowledgeable about the jazz past as the oldest. Fascinated by it, he became a pupil of that formidable and exacting teacher, Willie 'The Lion' Smith. He listened to the records, studied the music itself, discussed it with other musicians of all ages, and played it at every opportunity. He eventually acquired so much knowledge that he could astonish Duke Ellington with information about numbers that that composer had himself forgotten." Und Dance ergänzt dann passend, "Kerr perpetuates memories of the Harlem stride pianists" - und im Absatz über Woodyard erfindet er noch "what might be called the Brooks Kerr Conservation Society. Kerr has helped several veterans stand on their own feet when they became the victims of hard times or age." Und klar, wenn Woodyard in Europa ist, holt Kerr sich den grossen Vorgänger, Sonny Greer (der ja bis in die Sechziger auch hie und da wieder bei Ellington oder im näheren Umfeld - Hodges, das Hines/Ellingtonia-Album auf Impulse - wieder auftaucht). (Und blind stimmt hier nur halb, 1974 war er es erst auf einem Auge - Wikipedia weiss etwas mehr zu Kerr.)

Und jetzt die zweite Runde von heute Morgen, die dritte (und letzte) CD aus der Progressive-Nachzügler-Bestellung:



The Legendary Ray Turner | Mai 1976 und Duvivier/Bedford sind wieder dabei, mit der Luxus-Piano-Variante Hank Jones. Was diesen wenig bis unbekannten Herrn Turner legendär macht? Ich weiss es nicht, die LP erschien 1977 laut Discogs auch erstmal nur in Japan, in den USA erst vor zehn Jahren als CD-R (muss bei der ganzen Label-Familie aufpassen, bzw. meiner Erfahrung nach v.a. bei Chiaroscuro, dass Progressive auch betroffen ist, wusste ich gar nicht) und dann im selben Jahr in Japan auch als ordentliche CD, wie ich sie habe. Liner Notes gibt es also leider keine nachzulesen (ob's zur CD-R welche gab, weiss ich nicht), bei Discogs gibt's nur die japanischen zur LP. Jedenfalls spielte Turner in der Big Band, die Chubby Jackson Ende der Vierziger leitete (sein Nachfolger war wohl entweder Zoot Sims oder Georgie Auld, die 1950 bei der Platte mit Mulligan am Tenorsax zu hören sind). Für Progressive wirkte er auch bei einem "Tenor Sax Spectacular" (mit Scott Hamilton, Flip Phillips, Peter Loeb, Frank Socolow und Bennie Wallace) mit und nahm mit Derek Smith, Duvivier und Bobby Rosengarden noch ein Quartettalbum auf. Da sind wir dann halt wieder in den Unzeiten der Aufnahmestudios, Duvivier klingt war nicht nach Gummi, aber so flach, als wäre er nur eine Pappfigur, die man quasi aus versehen von der Seite aufgenommen hat statt von vorn. Dennoch, das ist sehr lebendige Musik irgendwo zwischen Swing und Bop mit einem interessanten Ton am Sax, der sich gut in die Brothers-Clique einreiht, aber auch etwas dehnbarer und manchmal etwas kerniger wird ... eher wie Cohn denn wie Sims. Es gibt Gershwin ("Embraceable You", "Oh, Lady Be Good") und weitere Klassiker: "Three Little Words", "Exactly Like You", ein Medley aus "Skylark" und "The Way We Were" (Bergman/Bergman/Hamlisch) - und wieder "Quiet Nights". Von den drei nachgeholten Progressive-Alben ist mir vom ersten Eindruck her das DeFranco-Album wohl am nahesten, aber die anderen beiden sind eigentlich spezieller.
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)

Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #173 – 09.06.2026, 22:00
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von redbeansandrice »

Leute wie Zoot Sims haben immer wieder betont, dass Turner den Brothers Stil als erster hatte, da gibt es so eine verlorene Generation an pre-Brothers, die quasi vergessen ist, und schlecht dokumentiert, in Gitlers Swing to Bop sollte was stehen

edit: Swing to Bop scheint nicht zu stimmen, frag mich was ich da gelesen hab... In Reisner's Bird Buch hat Turner zwei Seiten, aber das ist nicht was ich meinte