Finde es toll, dass wir da alle unterschiedliche Zugänge haben. Ich fand den Zugang vom erwähnten
@wahr zur Musik immer schon sehr sympathisch, auch wenn ich da ganz anders ticke. Mit einem Beispiel wie dem von
@Talking Head mit "Remain in Light" von * * zu * * * * * kann ich glaube ich nicht dienen, wäre aber jederzeit offen dafür, dass bei irgendeinem verschmähten Album plötzlich und unverhofft der Knopf aufgeht.
Ich hatte zur Zeit meiner ersten Top 100 2010 so um die 150 Alben mit * * * * * (das war damals vor der Volljährigkeit vermutlich ein Drittel meiner gesamten Sammlung), heute sind es weniger. Mit den Jahren sind viele Favoriten aus Teenager-Jahren realistischer bewertet worden, die Ansprüche verändern sich mit der Erfahrung und der Erweiterung des eigenen Horizonts ja auch. Seit jener Zeit hat sich die Einschätzung von vielen Alben erheblich geändert, nichts ist einzementiert - auch wenn ich beim Kennenlernen wenn möglich versuche mir direkt einen intensiven Eindruck zu verschaffen, statt einmal kurz drüber zu hören und das Album beim nächsten Mal quasi neu zu entdecken - das führt natürlich zu gefestigteren Eindrücken, wiewohl es auch da öfter viel später Klick macht oder sich der unmittelbare Reiz abnutzt.
Dies spielt sich bei mir aber auch in der Regel eher zwischen * * * und * * * * 1/2 ab. Und Alben, bei denen ich beim Erstkontakt, also wirklich beim ersten Hören direkt überzeugt davon bin, dass da nichts anderes drin ist außer die volle Punktzahl, die hat es seit damals wohl nur eine Handvoll gegeben. Die sind auch praktisch alle in der Top 100, eher sogar in der Top 20. Die Entdeckung von "Grievous Angel" und "The Gilded Palace of Sin" war 2012 das letzte Offenbarungs-Erlebnis, auch wenn sich danach noch einige 5er dazugesellt haben, die Top-Liste seither freilich bedeutend verändert hat. Meine letzte Liste ist von 2018 und sollte vielleicht noch vor dem zehnjährigen Jubiläum aktualisiert werden.

keep on sailing.